Archiv ‘Spaß’
Wundermittel
Unbekannter Pechvogel
Eigentlich könnte er richtig berühmt sein, aber da er Zeit seines Lebens nur Bürobote war und jetzt, jenseits der 50 auch wohl nicht mehr spektakulär aufsteigen wird, hat kaum einer je von ihm Notiz genommen. Unter den Kollegen hingegen ist Herr Wenninger -oder “Wenni” wie sie ihn nennen, hingegen, durchaus berühmt. Denn Wenni hat ab und zu Unfälle.
In der Regel laufen die immer gleich ab und keiner versteht, warum Wenni nicht aus Schaden klug und einfach vorsichtiger wird.
Es ist ein scheinbar normaler Tag im Juni 1998 als Wenni diesen ganz blöden Arbeitsunfall hat. Er schlurft schwer beladen mit Akten zum Vorgang “Leuna” über den Flur des Kanzleramts. Nicht nur sein Wägelchen ist voll beladen, sondern vor der Brust trägt er noch einen riesigen Stapel Akten, der ihm zwar die Sicht nimmt, doch für den erfahrenen Wenni ist das kein Problem, schließlich hat er im Laufe seiner Dienstzeit schon soviel Kilometer auf den Fluren zurückgelegt, dass er jede Abzweigung und jede Tür auch blind findet.
Was sich genau abgespielt hat kann später nicht genau rekonstruiert werden und etliche Fragen, wie die etwa, wie der Reißwolf auf den Flur kam und warum er eingeschaltet war. Auch Wenni weiß nur noch, dass er irgenwie der Länge nach hingeschlagen ist und sich böse den Kopf gestoßen hat. Jedenfalls sind bei seinem Sturz nicht nur die Akten auf seinem Arm irgendwie ganz unglücklich in den Reißwolf gefallen und geschreddert worden, sondern auch sein Wägelchen so dumm umgekippt, dass auch dessen Ladung nahezu rückstandslos den Zähnen des elektrischen Untiers zum Opfer fiel.
Wenni bekam von alldem nichts mit, sondern erwachte erst aus seiner Bewustlosigkeit, in die er versunken war, nachdem er sich den Kopf so böse angeschlagen hatte, als der Reißwolf verstummte und sein Unterbewustsein dessen mittlerweile vertrautes Geräusch plötzlich vermisste.
Das Ergebnis war ein kurzer Aufenthalt im Krankenhaus für Wenni und ein Skandal um verschwundene Akten für den damaligen Kanzleramtsminister. Inoffiziell war dieser darüber aber gar nicht mal so unglücklich und er lud ihn später sogar zum Essen ein. Offiziell kam er natürlich nicht drumherum, Wenni zu entlassen und so landete er schließlich im Innenmisterium, wo er seitdem mit Wägelchen und manchmal auch noch mit einem großen Stapel Akten vom Verfassungsschutz vor der Brust über die Flure schlurft.
Neulich soll Wenni wieder einen Unfall gehabt haben und wieder stolperte er offenbar über einen herumstehenden Reißwolf. So ein Pech aber auch…
Stichhaltige Beweise
Was wurde nicht alles schon erzählt zu 9/11 und wer alles dafür verantwortlich sein sollte. Jetzt haben wir endlich Klarheit. Gut -wie es scheint hätten wir den Irak und auch Afghanistan gar nicht bombardieren müssen, aber wer hätte ahnen können, dass in Wahrheit der Iran hinter den Anschlägen steckte.
In bisschen dumm stehen stehen jetzt natürlich die Verfechter der alten Version da, wonach der Irak und Afghanistan die Attentäter maßgeblich unterstützt hätten und jeden, der eine andere Ansicht zu den Anschlägen äußerte, als geistesgestörten Verschwörungstheoretiker hingestellt haben. Wie es scheint war die von ihnen so energisch vertretene “offizielle” Version auch nur eine wirre Verschwörungstheorie.
Aber nun — man kann halt nicht immer Recht behalten.
Diesmal können wir aber getrost sicher sein und glauben, was ein amerikanisches Bezirksgericht festgestellt hat, denn die Quellen sind nicht etwa irgendwelche Leute, die nur wiedergeben, was im Internet so gemunkelt und ausgeschmückt wird, sondern echte Geheimagenten und zwar vom CIA und noch andere, die dem iranischen Reich des Bösen den Rücken gekehrt haben und auf die Seite der Freiheit und Demokratie gewechselt sind.
Aber nicht nur das, auch echte Experten -ja auch andere Länder haben richtige Terrorexperten- kommen zum selben Schluss und wem das noch nicht reicht, dem sei schließlich noch gesagt, dass unter denen, die den neuen Wissensstand bezeugen können auch Journalisten sind, aber nicht irgendwelche Hofschreiber sondern die von der richtigen Sorte, die noch richtig Journalismus der guten alten Schule machen und investigativ arbeiten.
Ein ehemaliger Agent des iranischen Geheimdienstes, der als Zeuge gehört wurde, gab außerdem an, dass der Iran Scheinfirmen genutzt habe, um an einen Flugsimulator für eine Boeing der Typen 757, 767 und 777 zu kommen – ein Flugzeug, das der Iran niemals besaß. Alle am 11. September entführten Flugzeuge waren aber Boeings vom Typ 757 und 767. Außerdem erklärte der ehemalige Agent, er sei Mitglied einer Arbeitsgruppe gewesen, die Notfallpläne für eine unkonventionelle Kriegsführung gegen die USA entwickelt habe – dazu habe auch der Angriff mit entführten Flugzeugen auf das World Trade Center, das Weiße Haus und das Pentagon gezählt. In den Wochen vor dem 11. September habe er verschlüsselte Nachrichten aus dem Kern der iranischen Regierung erhalten, wonach dieser Plan aktiviert worden sei.
Die Anwälte berufen sich in ihrer Darstellung einerseits auf Experten, darunter ehemalige Mitglieder der 9/11-Kommission, der CIA und investigativ arbeitende Journalisten, andererseits auf die Aussagen drei iranischer Überläufer – einer von ihnen sei der ehemalige Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes.
Da werden wir uns wohl bald bei den Irakis und Afghanen dafür entschuldigen müssen, dermaßen daneben gelegen zu haben.
Wie befürchtet: Bundeswehr im Inneren
Rheine offenbar schon nicht mehr erreichbar. Münster Umstellt und einige Vororte schon abgeschnitten…
schreibt die WN.
Woanders ist es auch nicht besser
Gastautoren
Fragen über Fragen
Die Wut steigt und irgendwann wird öffentliches Kabarett als Ventil nicht mehr ausreichen, um all die Wut und den Frust in zivilisierten Bahnen zu halten.
Echt, kein Witz jetzt…
Christine Prayon liest Mario Barth und bringt seinen Humor erst in die richtige Form. Sofort wird klar, wie komisch der Mann ist ist und was für ein humoristisches Juwel wir an ihm haben.


