Zitate II
»Eine freie Gesellschaft benötigt moralische Bestimmungen, die sich letztendlich darauf zusammenfassen lassen, dass sie Leben erhalten: nicht die Erhaltung aller Leben, weil es notwendig sein kann, individuelles Leben zu opfern, um eine größere Zahl von anderen Leben zu erhalten. Deshalb sind die einzigen wirklichen moralischen Regeln diejenigen, die zum »Lebenskalkül« führen: das Privateigentum und der Vertrag«
Friedrich August von Hayek, einer der Gründerväter des Neoliberalismus im Interview mit der Zeitung »El Mercurio« in Santiago/Chile 1981.
Die Wahrheit ist selten kompliziert, meist ist nur der Betrachter verwirrt (was selten ein Zufall ist) oder intellektuell nicht in der Lage, sie zu erkennen. Wobei zwischen Intelligenz und Bildungsstand oder der Aneignung von Wissen kein kausaler Zusammenhang besteht! Oft, wenn nicht sogar meistens, verzapfen gebildete, mit Wissen förmlich vollgestopfte Menschen den größten denkbaren Mist.
Antoine de Saint-Exupéry
“Es ist nicht der Zweck des Staates, die Menschen aus vernünftigen Wesen zu Tieren oder Automaten zu machen, sondern vielmehr zu bewirken, dass ihr Geist und ihr Körper ungefährdet seine Kräfte entfalten kann, dass sie selbst frei ihre Vernunft gebrauchen, und dass sie nicht mit Zorn, Hass und Hinterlist sich bekämpfen, noch feindselig gegeneinander gesinnt sind. Der Zweck des Staates ist in Wahrheit die Freiheit.”
Baruch de Spinoza
“Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll”
Ludwig von Mises
„Der Hunger tötet weltweit ungefähr 100.000 Menschen täglich. Kaum jemand spricht über diesen Völkermord, von Abhilfe ganz zu schweigen. Vor diesem Hintergrund und angesichts des zügellosen Neoliberalismus der Finanzmärkte entlarvt sich das Reden der Mächtigen von christlichen Werten, von Recht auf Nahrung, Solidarität und Gerechtigkeit als pure Heuchelei.“
Jean Ziegler ,Schweizer Professor für Soziologie, Politiker und Sachbuchautor („Die Schweiz wäscht weißer“), UN-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung, auf dem Evangelischen Kirchentag 2005 in Hannover.
Dumm sein und Arbeit haben. Das ist das Glück!
Gottfried Benn
Non vitae, sed scholae discimus.
Seneca
Das Fernsehen ist die größte kulturelle Katastrophe, die die Erde in der Zeit, an die wir uns erinnern können, erlebt hat.
Joseph Weizenbaum
Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Napoleon
Reden ist Silber und schweigen ist Gold
wer Gold hat kann schweigen doch wer hat gewollt
dass Du nach der Weise entmündigter Greise
nur heimlich und leise das Unrecht verfluchst
denn schweigst Du nur immer wird alles nur schlimmer
siehst nie einen Schimmer vom Recht das du suchst
Denn für den der nichts tut der nur schweigt so wie du
kann die Welt wie sie ist auch so bleiben…. WER SCHWEIGT STIMMT ZU
Herman van Veen
Das 20. Jahrhundert ist durch drei Entwicklungen von großer politischer Bedeutung charakterisiert: Das Wachsen der Demokratie, das Wachsen der Macht der Unternehmen und das Wachsen der Unternehmenspropaganda, die die Macht der Unternehmen vor der Demokratie schützt.
Alex Carey
Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.
John M. Keynes
Nichts ist für diejenigen, welche gewöhnt sind, menschliche Angelegenheiten mit den Augen der Philosophen zu betrachten, überraschender, als die Leichtigkeit, mit welcher so viele sich von so wenigen regieren lassen, und als die blinde Unterwerfung, mit welcher die Menschen ihre eigenen Gefühle und Leidenschaften denen der Regierenden unterordnen. Über die ursprünglichen Prinzipien der Regierung, David Hume
Es fehlt der Wille zur schöpferischen Zerstörung sklerotischer Strukturen. Die Arbeits- und Sozialkosten müssen gesenkt werden, die Steuern müssen runter, und es muß ein investitionsfreundliches Klima geschaffen werden.
Horst Köhler 15.2.2003 in der FAZ
Schönster aller Zweifel aber Wenn die verzagten Geschwächten den Kopf heben und An die Stärke ihrer Unterdrücker Nicht mehr glauben! (Brecht, Lob des Zweifels)
…die Wahrheit ist unser kostbarstes Gut,
lasst uns sparsam damit umgehen.
Mark Twain
„Immer doch schreibt der Sieger die Geschichte des Besiegten. Dem Erschlagenen entstellt der Schläger die Züge. Aus der Welt geht der Schwächere und zurück bleibt die Lüge.“ Berthold Brecht (1898 – 1956)
Unsere Städte sind umzingelt von Gewerbegebieten, die wir den Ausländern wie eine Prostituierte anbieten. Wenn der Investor dann nach fünf Jahren wegen niedrigerer Löhne nach Pakistan zieht, ist kein Feld mehr übrig, keine Wiese, kein Wald, kein Dorf, keine Stadt. Als Erbe unserer Kurzsichtigkeit bleibt dort nur ein postmodernes Nichts.
Vaclav Hável
Wenn ein Arzt hinter dem Sarg seines Patienten her geht, so folgt manchmal tatsächlich die Ursache der Wirkung.
(Robert Koch, dt. Bakteriologe, 1843-1910)
Die meisten Menschen sterben an ihren Medikamenten und nicht an ihren Krankheiten.
(Jean Moliere, frz. Dichter, 1622-1673)
Die Fortschritte der Medizin sind ungeheuer – man ist sich seines Todes nicht mehr sicher.
(Hermann Kesten, dt. Schriftsteller, 1900-1996)
“Sie zitieren hier ständig das Grundgesetz. Sagen Sie, sind Sie eigentlich Kommunist?” Franz Josef Degenhardt
Demokratie ist die polititsche Waffe des Großkapitals (Oswald Spengler)
“Unter der Herrschaft eines repressiven Ganzen läßt Freiheit sich in ein mächtiges Herrschaftsinstrument verwandeln. Der Spielraum, in dem das Individuum seine Auswahl treffen kann, ist für die Bestimmung des Grades menschlicher Freiheit nicht entscheidend, sondern was gewählt werden kann und was vom Individuum gewählt wird. Das Kriterium für freie Auswahl kann niemals ein absolutes sein, aber es ist auch nicht völlig relativ. Die freie Wahl der Herren schafft die Herren oder die Sklaven nicht ab.”
Herbert Marcuse, “Der eindimensionale Mensch”
Timeo Danaos et dona ferentes. (ich fürcht’ die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen)
Wo die Wahrheit nichts gilt, da gibt es keine Gerechtigkeit. Ohne Gerechtigkeit aber gibt es keinen Frieden.
Etwas ist nicht Recht, weil es Gesetz ist, sondern es muss Gesetz sein, weil es Recht ist. – Montesquieu
„Herr Bundeskanzler, wie erklären Sie sich“ – fragte Galbraith – „Österreichs hervorragende wirtschaftliche Lage in der Nachkriegszeit: niedrige Inflation, Vollbeschäftigung, stetig wachsende Produktivität, ein dichtes und umfassendes System sozialer Sicherung und öffentlicher Investitionen?“ Worauf Kreisky erwiderte:
„Ich erkläre mir das damit, dass wir dem Export viel Beachtung schenkten. Wir haben alle unsere Wirtschaftswissenschaftler exportiert.“ Bruno Kreisky im Gespräch mit John K. Galbraith
„Trotz der heiligen Versprechen der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen: ‘Nie wieder Krieg’, entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muß ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es, heute schon zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen.
Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir. Der heutige Stand der Technik läßt die Wirtschaft rasch zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann gehamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird einschrumpfen, und große Heere von Arbeitslosen werden auf der Straße stehen. An vielen Grenzpfählen wird man dann eine Tafel mit der Aufschrift finden können: ‘Arbeitssuchende haben keinen Zutritt ins Land, nur die Faulenzer mit vollgestopftem Geldbeutel sind willkommen.’
Wie zu alten Zeiten wird man dann nach dem Länderraub trachten und wird dazu wieder Kanonen fabrizieren müssen, man hat dann wenigstens für die Arbeitslosen wieder Arbeit. In den unzufriedenen Massen werden wilde, revolutionäre Strömungen wach werden, und auch die Giftpflanze Übernationalismus wird wieder wuchern. Kein Land wird das andere mehr verstehen, und das Ende kann nur wieder Krieg sein.”
Silvio Gesell, direkt nach dem Ende des 1. Weltkrieges
Wer den Herrschaftsverhältnissen gegenüber nicht machtlos bleiben will, muss sie verstehen lernen, und zwar nicht bloß ihre sichtbaren Zwänge, sondern auch ihre verborgenen Mechanismen. Nur dann kann er auch die mannigfaltigen Fiktionen, Täuschungen und Manipulationen durchschauen, denen er von Seiten der Herrschenden ausgesetzt ist.
Jaroslav Langer, war als politischer Aktivist beim Prager Frühling beteiligt
“We can either have democracy in this country or we can have great
wealth concentrated in the hands of a few, but we can’t have both.”
Louis Brandeis, U.S. Supreme Court Justice (1856-1941)
Ich habe das Spiel wegen des Geldes mitgemacht. Die Low-Hanging Fruits – sprich: die Idioten, deren Eltern für Yale und den Harvard-MBA blechen – warteten nur darauf, gepflückt zu werden. Diese Leute waren (häufig) wirklich die Ausbildung nicht wert, die sie (angeblich) erhalten haben, aber sie stiegen trotzdem in Unternehmen wie AIG, Bear Stearns und Lehman Brothers sowie in alle Ebenen unserer Regierung auf. Dieses die Aristokratie stützende Verhalten machte es mir letztlich nur einfacher, Leute zu finden, die dumm genug waren, meine Verluste auszugleichen. Gott segne Amerika.
Andrew Lhade ein Hedgefondmanager, der sich 2008 zurückzog und einen Abschiedsbrief veröffentlichte
“Never assume malice when stupidity will suffice.”
„Nimm niemals Böswilligkeit an, wenn Dummheit hinreichend ist.“
Hanlon’s Razor
Wozu ist der Mensch auf der Welt? Zum Sterben.
Und was heißt das? Rumhängen und warten.
Charles Bukowski
Wenn einer, der mit Mühe kaum, gekrochen ist auf einen Baum, schon glaubt, dass er ein Vogel wär, so irrt sich der.
Wilhem Busch
Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten.
Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk. Dann gnade Euch Gott.
(Theodor Körner, Schriftsteller 1791 – 1813)
Menschliche Eigenschaften wie Güte, Großzügigkeit, Offenheit, Ehrlichkeit, Verständnis und Gefühl sind in unserer Gesellschaft Symptome des Versagens. Negativ besetzte Charakterzüge wie Gerissenheit, Habgier, Gewinnsucht, Gemeinheit, Geltungsbedürfnis und Egoismus hingegen sind Merkmale des Erfolges. Man bewundert die Qualität der ersteren und begehrt die Erträge der letzteren.
John Steinbeck (1902-1968)
Deswegen dürfen wir auch nicht mehr Geld in die Bildung stecken: Was meinen Sie eigentlich was hier los wäre, wenn mehr Menschen verstehen würden was hier los IST? Volker Pispers
Mit der Globalisierung der Wirtschaft hält die Dritte Welt in den reichen Nationen selbst Einzug, wächst die Tendenz zu einer zweigeteilten Gesellschaft, in der große Bereiche unwichtig werden, weil sie zur Bereicherung der Privilegierten nichts beitragen.
Mehr als je zuvor muß die Masse ideologisch und physisch kontrolliert und aller Organisations- und Kommunikationsmöglichkeiten, der Vorbedingungen für konstruktives Denken und soziales Handeln, beraubt werden.
“Wirtschaft und Gewalt” (1993) Noam Chomsky
“Sieh! Da steht das Erholungsheim
einer Aktiengesellschafts-Gruppe;
morgens gibt es Haferschleim
und abends Gerstensuppe.
Und die Arbeiter dürfen auch in den Park…
Gut. Das ist der Pfennig.
Und wo ist die Mark… ?
Sie reichen euch manche Almosen hin
unter christlichen frommen Gebeten;
sie pflegen die leidende Wöchnerin,
denn sie brauchen ja die Proleten.
Sie liefern auch einen Armensarg…
Das ist der Pfennig. Und wo ist die Mark… ?
Die Mark ist tausend- und tausendfach
in fremde Taschen geflossen;
die Dividende hat mit viel Krach
der Aufsichtsrat beschlossen.
Für euch die Brühe. Für sie das Mark.
Für euch der Pfennig. Für sie die Mark!
Proleten!
Fallt nicht auf den Schwindel rein!
Sie schulden euch mehr als sie geben.
Sie schulden euch alles! Die Länderein,
die Bergwerke und die Wollfärberein…
sie schulden euch Glück und Leben.
Nimm, was du kriegst. Aber pfeif auf den Quark.
Denk an deine Klasse! Und die mach stark!
Für dich der Pfennig? Für dich die Mark!
Kämpfe – !”
- Kurt Tucholsky, “Wohltätigkeit” - via ad sinistram
Der Amtseid:
Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.
Der Eid kann auch ohne religiöse Beteuerung geleistet werden. (Art. 56 Satz 2 GG)
“Als nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann.”
Mark Twain – ‘Der geheimnisvolle Fremde’
Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’. Es gelte, Zitat ‘ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen’ und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten. Horst Köhler
“Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen, die gewählt werden, die haben nichts zu entscheiden…” (Horst Seehofer, CSU)
Fernsehen wurde nicht von Idioten geschaffen, es erzeugt sie. Neil Postman
“Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.” George Orwell-1984
Dass die [neoliberale] Lehre, sobald man sie in die Praxis umsetzte, streng und oft ungenießbar war, trug ihr den Ruf der Tugendhaftigkeit ein. …
Dass sie ein großes Maß an sozialer Ungerechtigkeit und offenkundiger Grausamkeit als unvermeidliches Durchgangsstadium auf dem Wege des Fortschritts, und den Versuch, solche Dinge zu ändern, als etwas erklären konnte, was wahrscheinlich … mehr Schaden als Nutzen stiften würde, empfahl sie der Obrigkeit. …
Dass sie erheblich zur Rechtfertigung der freien Betätigung des Einzelkapitalisten beitrug, brachte ihr die Unterstützung der hinter der Obrigkeit stehenden vorherrschenden gesellschaftlichen Kraft ein.
John M. Keynes, der größte Ökonom des 20. Jahrhundnerts
“Erst wenn die Mutigen klug und die Klugen mutig geworden sind, wird das zu spüren sein, was irrtümlicherweise schon oft festgestellt wurde: ein Fortschritt der Menschheit.” Erich Kästner
Der dekadente internationale, individualistische Kapitalismus, in dem wir uns befinden, hat zu keinem Erfolg geführt. Er ist nicht klug, nicht schön, nicht gerecht und nicht sittlich – und er liefert nur unzulänglich Güter. Kurz, wir missbilligen ihn und beginnen ihn zu verachten. Aber wir sind äußerst verwirrt, wenn wir uns überlegen, was an seine Stelle gesetzt werden soll.
Nationale Selbstgenügsamkeit (1933): John M. Keynes
“Wir zwingen die griechische Politik mit deren Einverständnis zu einer totalen Kurskorrektur.” .Eurogruppen-Chef Juncker.
“Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht stets ihr Opfer.” Gustav Le Bon
„Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein.“ Goethe, Wahlverwandschaften.
”When you cut facilities, slash jobs, abuse power, discriminate, drive people into deeper poverty and shoot people dead whilst refusing to provide answers or justice, the people will rise up and express their anger and frustration if you refuse to hear their cries. A riot is the language of the unheard.”
Martin Luther King, address in Birmingham, Alabama in 1963 (via Lara Pawson)
“There is no such thing, at this date of the world’s history, in America, as an independent press. You know it and I know it. There is not one of you who dares to write your honest opinions, and if you did, you know beforehand that it would never appear in print. I am paid weekly for keeping my honest opinion out of the paper I am connected with. Others of you are paid similar salaries for similar things, and any of you who would be so foolish as to write honest opinions would be out on the streets looking for another job. If I allowed my honest opinions to appear in one issue of my paper, before twenty-four hours my occupation would be gone.
The business of the journalists is to destroy the truth, to lie outright, to pervert, to vilify, to fawn at the feet of mammon, and to sell his country and his race for his daily bread. You know it and I know it, and what folly is this toasting an independent press?
We are the tools and vassals of rich men behind the scenes. We are the jumping jacks, they pull the strings and we dance. Our talents, our possibilities and our lives are all the property of other men. We are intellectual prostitutes.”
Der leitende Chefredakteur John Swinton, im Jahre 1953 im New Yorker Presseclub
„Welch ein Geschenk Gottes muss diesem Staat ein Terrorismus sein, der ohne Motivation geschieht und so keine Gefahr in sich birgt, und sei es im Negativen auch nur, verstehbar zu sein. Und tatsächlich, gäbs sie nicht, die Terroristen, dieser Staat in seiner jetzigen Entwicklung müsste sie erfinden. Und vielleicht hat er das sogar? Warum nicht?“ Rainer Werner Fassbinder [1945-1982]
“Ich bin sicher der Euro wird uns zwingen, eine Reihe neuer politischer Instrumente einzuführen. Es ist politisch unmöglich, sie jetzt vorzuschlagen. Aber eines Tages wird eine Krise kommen und neue Instrumente werden geschaffen werden.” EU-Kommissionspräsident Romano Prodi Dezember 2001
“Am 09.11.1989 haben wir mit der Maueröffnung auch die Abrissbirne gegen den Sozialstaat in Position gebracht. Hartz V bis Vlll werden demnächst folgen. Es ist Klassenkampf und es ist gut so, dass der Gegner auf der anderen Seite kaum wahrzunehmen ist.”
Michael Rogowski (von 2001 bis 2004 Präsident des Bundesverband der Deutschen Industrie) am 16.12.2004 auf PHOENIX zum Sozialstaat
„Warum ist also die Angebotsideologie dennoch nicht totzukriegen? Vermutlich wegen zwei zentraler Merkmale, die sie mit anderen Doktrinen gemein hat: Sie deckt sich mit den Vorurteilen und Vorlieben der Superreichen, und sie ist ein Zufluchtshafen für die intellektuell Schwachbrüstigen. Obwohl im Zentrum der politischen Debatte stehend, ruht die Wirtschaftsforschung auf einer äußerst bescheidenen finanziellen Basis. …
Dies bedeutet, dass bereits ein paar wenige reiche Spinner in der Lage sind, mit einem von ihnen unterhaltenen Netz von „Denkfabriken“, Forschungseinrichtungen, Stiftungen und so weiter kräftig mitzumischen und eine Wirtschaftsideologie ihrer Wahl salonfähig zu machen. … Die Ökonomen, die sich für solche Einrichtungen hergeben, zählen freilich nicht gerade zu den besten und hellsten Köpfen des Landes.“ Paul Krugman
“Es geht nicht darum, dass wir zu einem Überwachungsstaat werden, sondern lediglich darum, zu speichern, wer wann mit wem und wo telefoniert hat.” CDU-Abgeordnete Mechtild Ross-Luttmann
Den Armen liegt es ob, die Reichen in ihrer Macht und ihrem Müßiggang zu erhalten. Dafür dürfen sie arbeiten unter der majestätischen Gleichheit des Gesetzes, das Reichen wie Armen verbietet, unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen. Anatole France
Eine hierarchische Gesellschaft ist nur auf der Grundlage von Armut und Unwissenheit möglich. Die neue Variante ist die Vergangenheit, und keine andere Vergangenheit kann je existiert haben.Im Prinzip soll jede Kriegsanstrengung die Gesellschaft am Rande des Verhungerns halten. Der Krieg wird von den Herrschenden gegen die eigenen Untertanen geführt – und sein Ziel ist weder ein Sieg über Eurasien oder über Ostasien – sondern die Aufrechterhaltung der Gesellschaftsstruktur. George Orwell
Die ökonomische Anarchie der kapitalistischen Gesellschaft heute ist meiner Meinung nach die eigentliche Ursache des Übels. Wir sehen vor uns eine riesige Gemeinschaft von Erzeugern, deren Mitglieder unaufhörlich bestrebt sind, einander die Früchte ihrer kollektiven Arbeit zu entziehen, – nicht mit Gewalt, aber in getreuer Einhaltung der gesetzlich feststehenden Regeln. In dieser Hinsicht ist es wichtig, zu realisieren, dass die Produktionsmittel – d.h. die ganze produktive Kapazität, die für das Produzieren von Verbrauchsgütern wie auch zusätzlichen lnvestitionsgütern erforderlich ist, – gesetzlich gesehen im privaten Besitz von Individuen sein können und zum größten Teil ist das auch so.
Albert Einstein , “Warum Sozialismus.” 1949
Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich. Berthold Brecht
Dass die grosse Industrie und die durch sie möglich gemachte Ausdehnung der Produktion ins Unendliche einen Zustand der Gesellschaft möglich machen, in welchem so viel von allen Lebensbedürfnissen produziert wird, dass jedes Mitglied der Gesellschaft dadurch in den Stand gesetzt wird, alle seine Kräfte und Anlagen in vollständiger Freiheit zu entwickeln und zu betätigen. So dass also gerade diejenige Eigenschaft der grossen Industrie, welche in der heutigen Gesellschaft alles Elend und alle Handelskrisen erzeugt, gerade dieselbe ist, welche unter einer anderen gesellschaftlichen Organisation eben dieses Elend und diese unglückbereitenden Schwankungen vernichten wird. Friedrich Engels
“Der Anblick all dieser reichen und bedeutenden Leute an einem einzigen Ort, denen noch dazu ein Haufen berühmter Intellektueller aufwartet – das weckt sogar bei völlig zynischen Beobachtern den gleichen Gedanken: Kommt die Revolution, stellen wir diese Leute als erste an die Wand.” Paul Krugman 2000 zum Treffen in Davos
„Der Holocaust hat uns gezeigt, wie schnell Menschen, die man in eine Situation zwingt, in der es keine gute Entscheidung mehr gibt, oder in der der Preis für gute Entscheidungen unendlich hoch ist, die Frage moralischer Verpflichtung verdrängen oder gar nicht erst stellen und sich statt dessen ganz dem Gebot des rationalen Interesses und der Selbsterhaltung unterwerfen. In jedem System, in dem Rationalität und Ethik in entgegengesetzte Richtungen weisen, bleibt die Humanität auf der Strecke. Das Böse kann nun ungehindert seinen Lauf nehmen und darauf bauen, daß die Menschen im Normalfall von spontanem, leichtsinnigem Handeln Abstand nehmen – und der Widerstand gegen das Böse ist nun einmal leichtsinnig und spontan. Das Böse braucht keine fanatisierten Anhänger und auch kein begeistertes Publikum. Allein der Selbsterhaltungstrieb genügt, wenn er von dem tröstlichen Gedanken genährt wird, selbst noch nicht an der Reihe zu sein und sich durch Passivität womöglich retten zu können.“ Z. Baumann, Dialektik der Ordnung 1992
Hierzulande gibt es keinen Unterschied zwischen dem wirtschaftlichen Schicksal und den Menschen selbst. Keiner ist etwas anderes als sein Vermögen, sein Einkommen, seine Stellung, seine Chancen. Die wirtschaftliche Charaktermaske und das, was darunter ist, decken sich im Bewusstsein der Menschen, den Betroffenen eingeschlossen, bis aufs kleinste Fältchen. Jeder ist so viel wert wie er verdient, jeder verdient so viel er wert ist.
- Horkheimer/Adorno, »Dialektik der Aufklärung«, Fischer Verlag 1988, Originalaugabe: New York 1944, S. 220
“Ein allgemeiner Fehler, den Menschen machen, wenn sie etwas absolut Narrensicheres entwerfen, ist, die Genialität vollständiger Narren zu unterschätzen.” Douglas Adams
In der heutigen Welt wird fünfmal mehr in Medikamente für die männliche Potenz und Silikon für Frauen investiert, als für die Heilung von Alzheimer-Patienten.
Daraus folgernd haben wir in ein paar Jahren alte Frauen mit großen Titten
und alte Männer mit hartem Penis, aber keiner von denen kann sich erinnern, wozu das gut ist. Nobelpreisträger für Medizin, Drauzio Varella
“Ein internationales Abkommen wonach alle Politiker im vordersten
Schützengraben zu liegen haben, hätte den sofortigen Ausbruch des
Weltfriedens zur Folge. Aber man kann nicht erwarten, dass die
Menschheit auf einen so einfachen Einfall kommt.” Curt Götz
Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt. Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen, als das nackte Interesse, als die gefühllose “bare Zahlung”. Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt. Sie hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt.
Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu betrachteten Tätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt.
aus: Kommunistisches Manifest
Die Welt ist ein Irrenhaus und deshalb ist es nur richtig dass sie von bewaffneten Idioten bewacht wird.
Brendan Behan
Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre Geschäfte zu betreiben. Mit einem zum Leben ausreichenden Lohn meine ich mehr als das bloße Existenzminimum ? ich meine Löhne, die ein anständiges Leben ermöglichen.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt vor dem US-Kongress am 16. Juni 1933
Es gibt Leute, die wollen lieber einen Stehplatz in der ersten Klasse als einen Sitzplatz in der dritten.
Kurt Tucholsky
Unsere politischen Führer gehen von Gipfel zu Gipfel, aber unsere Völker gehen von Abgrund zu Abgrund.
Hugo Chávez beim Weltgipfel 2002 in Johannesburg
„Der nächste 11.-September-Anschlag kommt per E-Mail. Deshalb brauchen wir schnellstens mindestens 2000 Cyber-Cops.“ Rainer Wendt (Polizeigewerkschafter)
Wenn die Herrschenden von Frieden reden, weiß der kleine Mann, dass es Krieg geben wird. Bertold Brecht
