Archiv ‘CDU’
Besuch bei Freunden
Mit den Beliebtheitswerten deutscher Politiker im südlichen Europa geht es weiterhin steil bergauf.
Schöne Hereingabe
Der Linksverteidiger leistet sich einen schweren Abspielfehler im Spielaufbau und der Ball rollt dem Staatsfernsehen direkt vor die Füße. Das Staatsfernsehen setzt zum Dribbling an, weicht auf die rechte Außenbahn aus und bewegt sich Richtung Eckfahne. Auf Höhe des Mittelkreises steht Uschi von der Leyen und verfolgt desinteressiert die Szene. Sie tut als ab sie das alles nicht anginge und macht was sie als Ministerin für Ausbeutung und Armutsverwaltung meistens macht: In der Mitte herumstehen und lamentieren. Schließlich geht es nur um kleine Leute und Uschi kann kleine Leute nicht ausstehen. Deshalb beschränkt sie sich normalerweise auch darauf diese zu schikanieren und sich laufend neue Maßnahmen auszudenken, um ihnen das Leben schwer zu machen.
Jetzt grätscht der Linksverteidiger ins Leere. Das Staatsfernsehen hat nun freie Bahn und zieht einen Sprint Richtung Eckfahne an. Draußen an der Außenlinie hüpft Uschi’s PR-Berater aufgeregt hin und her und brüllt, so laut, dass das halbe Stadion es hören kann: USCHIII !! Nach vorne!! Da musst du jetzt draufgehen!!! Er hat die Situation erkannt und ahnt, dass von rechts gleich die Flanke kommt. Uschi rennt los und ist schon kurz vor dem 16-Meter-Raum. Staatsfernsehen schaut kurz hoch und sieht Uschi Richtung Tor stürmen. Doch dann knallt Uschi, die wohl nur nach rechts zur Außenlinie und nicht nach vorne geschaut hatte, in voller Fahrt gegen ein Stoppschild, dass eigentlich im Internet stehen und Pädophile aufhalten sollte. Sie gerät ins Straucheln, bleibt aber auf den Beinen. Jetzt die gefühlvolle Hereingabe von Staatsfernsehen. Der Ball segelt perfekt Richtung Uschis Kopf. Sie springt hoch -von Gegenspielern weit und breit nichts zu sehen- und kommt zum Kopfball.
Wir geben kurz ab an die Werbung. Wenn sie wissen wollen, ob Uschi die Kugel im Tor unterbringt, dann warten sie einfach bis zur Sonntagsfrage, wenn die Frage geklärt wird, wer ist Deutschlands beliebtester Politiker.
Wozu auch
Dafür lieben wir sie, die Unionschristen: Auch wenn sie in Talkshows gerne die Law and Order-Fahne raushängen- für ihre eigenen Leute haben sie doch immer ein weiches Herz, wenn es darauf ankommt. Wenn Schavan jetzt tatsächlich im Amt bleibt kann sie sich einreihen in die gefallenen Engel der Union, die aus ihren Verfehlung das Beste machen und sich sich nachhaltig für ein Ressort qualifizieren.
So durfte vor Jahren schon ein Bayer, der im Suff jemanden tot fuhr -wie passend-Verkehrsminister werden und so wie es aussieht werden wir jetzt eine eine Bildungsministerin haben, der man wegen Betrugs den Doktortitel aberkannt hat. Nicht zu vergessen “Old Schwurhand”, der es nach “in geistiger Umnachtung” geleistetem Meineid noch zum Innenminister brachte. Ach ja, dann war da ja auch noch der Dicke, der partout nicht sagen wollte, wer ihn und seine Partei so großzügig mit Schwarzgeld versorgt hatte, was keine Staatsanwaltschaft interessierte.
Aber die Pfeifen können sich halt auf ihre Stammwähler verlassen, die genau wissen, wer ihnen all die Jahre die Russen vom Hals gehalten und sie vorm Kommunismus bewahrt hat. Zur Wahl werden die Christen dann wieder zeigen, dass sie ein Herz haben und Jugendsünden verzeihen können. Außerdem ist das im Vergleich zu dem Schaden, den die ganzen Ausländer und HartzIV-Schmarotzer hier täglich anrichten.-wirklich harmlos und lenkt nur vom allgemeinen Sittenverfall ab, der weitaus bedrohlicher für Deutschland ist.
Dabei könnte Frau Schavan getrost zurücktreten, denn dank ihrer ordentlichen Pensionsansprüche als Ministerin und Abgeordnete hat sie ausgesorgt und wird nicht Gefahr laufen, sich arbeitslos melden zu müssen, um schließlich “als schwervermittelbare, ältere Frau, ohne Ausbildung” in HartzIV zu landen. Sie ist eine Betrügerin, darf aber die Beute behalten.
So etwas kann sich kein Satiriker ausdenken: Da hat sie sich -sagt sie- “mehr als heimlich geschämt”, als dem windigen Ölprinz die plagierte Doktorarbeit um die Ohren flog und zu allem Überfluss ging es in ihrer Doktorarbeit ausgerechnet um das Thema Person und Gewissen.
Ich hab die Arbeit nicht gelesen, aber vielleicht kam sie ja zu dem Schluss, dass das Gewissen überschätzt wird und es einfach praktischer ist, keins zu haben.
Umzugskartons billig abzugeben
Herr Röttgen braucht jetzt doch keine Umzugskartons, denn er bleibt in Berlin. Irgendwie hatte er das wohl schon geahnt, dass es für Wahlkämpfer ein klarer Nachteil ist, dass an Wahlen Wähler teilnehmen und diese sich gelegentlich gegen einen Kandidaten entscheiden. Immerhin muss er jetzt nicht umziehen, allerdings wird er in Berlin in Zukunft wohl noch kleinerer Brötchen backen als ohnehin schon.
Wir erinnern uns: Als Mutti seinerzeit den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Einstieg in den Ausstieg der Kernernergie verhandelte war Röttgen bekanntlich schon nicht mehr am Tisch. Mutti Merkel hatte ihm ihm abends seinen Teddy in den Arm gedrückt und den kleinen Norbert schon mal ins Bett geschickt, bevor es richtig ernst wurde.
Vielleicht muss er ja in Zukunft gar nicht mehr erscheinen, wenn es was wichtiges zu entscheiden gibt. Er könnte sich ein Steckenpferd suchen, wie die Familienmisterin, die sich nach der Amtsübernahme erst einmal Zeit für privaten Anschauungsunterricht nahm und dann, zwar nicht klüger aber als Ministerin zweifellos kompetenter, da jetzt immerhin mit eigener Kleinfamilie ausgestattet, mit neuem Schwung ins Amt zurück kehrte.
Für einen Umweltminister würde sich da zweifellos ein eigener Garten anbieten. Danach kann er ja auch ein Buch schreiben (lassen), in dem er sich z.B. mit den ganzen Ökos anlegt und dann sind ja auch bald schon wieder Wahlen…
L’etat c’est moi
Merkel will, dass der ESM oder welches die Demokratie ablösenden Vehikel auch immer sich in Zukunft um die gemeinsame Wirtschaftspolitik kümmern wird, Durchgriffsrechte auf die Haushaltspolitik von Defizitsündern haben soll. Das wird sicher schön, wenn erst die Wirtschaftsregierung nicht von Gottes, sondern von Gnaden volkswirtschaftlicher Kennzahlen -frei zu übersetzen mit Ratingagenturen- über dem gemeinsamen Europa thront.
Wir bauen also weiter an unserem gemeinsamen Europa und gestalten es, wie sich der gestandene Anleger das so vorstellt. Das ist alternativlos, weil es sonst Downgrades regnen könnte und dass wäre das Ende. Welche Rolle da Schwimmbäder, Theater, Bibliotheken oder Schulen spielen werden, lässt sich schlecht abschätzen, denn rentabel ist der ganze Kram ja nicht. Im Grunde werden ja nur Menschen gebraucht, die gebildet genug sind, um die anfallenden Arbeiten zu erledigen und als Investor muss man sich schon fragen, ob da eine flächendeckende Schulpflicht nicht vielleicht übertrieben ist, zumal so viele für die Aufrechterhaltung der notwendigen Produktion gar nicht gebraucht werden und etwas Lesen und Schreiben reicht für die Unterhaltungsindustrie ja vollkommen aus. Man stelle sich nur mal vor, was die Ausbildung eines Akademikers den Staat so kostet und was für Unsummen da in irgendwelchen Blumenfächern fehlinvestiert werden. Zudem stellt sich die Frage, ob es nicht gefährlich ist, zu viel Bildung unter die Leute zu bringen, wegen der Flausen, die da in manchen Köpfen entstehen könnten, wenn der ein oder andere zu genau hinsieht und sich Gedanken über die Spielregeln macht.
In dem Artikel steht auch, dass die CDU zu ihren Christlichen Fundamenten steht. Ob man das als Drohung oder Propaganda auffassen muss weiß ich nicht, aber wenn sie sagt, dass Spätabtreibungen und aktive Sterbehilfe mit der CDU nicht zu machen sind, bin ich sicher, dass es so einige Völker in Europa gibt, die ihr insbesondere das mit der Hilfe zum Ableben nicht glauben werden.
Internet ist gefährlich
Er hätte es besser wissen müssen, schließlich warnt doch seine Partei seit Jahren vor den Gefahren des Internets. Wer kennt sie nicht, die Geschichten, wenn ältere Männer sich über das Internet an Minderjährige heranmachen.
Wissen und Macht
Zur Frage, in wieweit Fakten noch von Bedeutung sind, wenn die Politik “Ergebnisse” will, die zu ihren Plänen passen, gehört auch dieser Artikel, der nochmal sehr schön rekapituliert, wie die Totgeburt der Stoppschilder gegen Kinderponographie zustande kam. Höchst informativ und gut zu lesen -nicht zuletzt wegen Passagen wir dieser:
Ein drittes Problem war, daß das Ministerium, wie soll ich das jetzt formulieren, sehr „neo-industrie-feministisch” aufgestellt war. Es gibt so einen neuen Typ Karriere-Frau, den man schon äußerlich und am Auftreten erkennt. Teure Designer-Beton-Frisur, 40-60% zuviel Make-Up, immer derselbe Gesichtsausdruck, aggressive Gestik, Hosenanzug, den Blazer dabei meist eigentlich zu eng, weil’s figurbetont rüberkommen soll, hohe Absätze, Busines-Auftreten. Aggressive Sprechweise, rüpelhaftes Auftreten, muß die Nummer Eins spielen. Permanente Besserwisserei, sagt jedem, was er zu tun hat, hört aber niemandem zu. Kommunikation als Einbahnstraße. Hält die Frau für das überlegene Wesen und duldet Männer nur als niedere Gehilfen und Arbeiter. Ist fest davon überzeugt, daß sie allein schon als Frau und durch ihr hartes Auftreten einen Karriereanspruch hat, betrachtet es aber als Zeitverschwendung und Tätigkeit für Waschlappen, sich sachkundig zu machen. Hat damit Erfolg, ist unglaublich eingebildet, kommt sich ganz toll vor, hat aber eigentlich keine Ahnung wovon sie redet und merkt vor lauter Erfolgsbesoffenheit und Eigenbegeisterung nicht, wie lächerlich sie sich macht, weil sie den letzten Mist daherredet. Funktioniert meistens aber, weil sie ein Publikum um sich versammelt, das es überwiegend auch nicht merkt (oder sogar gut findet). Ursula von der Leyen ist ein Prachtexemplar dieser Gattung, aber ihre Mitarbeiterin, die diese Gruppe geleitet hat, war darin auch nicht schlecht. Man sich diese Art des Auftretens mal bewußt machen um zu verstehen, warum gerade aus von der Leyens Ecke die Forderung nach einer Frauenquote kommt. Das paßt ganz exakt zu der Sichtweise, daß Frausein, Businessfrisur, Hosenanzug und hartes Auftreten doch ausreichen müssen, um es ganz nach oben zu schaffen, in den Vorstand, ohne dabei irgendwelche hard-skills beherrschen zu müssen. Zuzugeben ist, daß man mit sowas durchaus Bundesministerin werden kann.
Öffentliches Tätscheln
Kohls Mädchen bekommt wie er er selbst eine Auszeichnung für ihre Verdienste als treue Stadthalterin. Damit ist Angie eine “Inspirationen für Menschen in aller Welt” findet das Kommitee. So zahlen sich die zahlreichen Reisen zum großen Bruder und die unverbrüchliche transatlantische Treue zur USA doch noch aus. Schließlich hat Mutti sich immer uneingeschränkt zu amerikanischen Kriegszielen bekannt und war sich als Oppisitionsführerin nicht zu schade, dem Kriegsverbrecher G.W. Bush zu nachdrücklich übermitteln, wie gerne auch sie deutsche Soldaten im Irakkrieg hätte sterben lassen, wenn sie nur gekonnt hätte.
Gott sei Dank wurde sie eines Tages Kanzlerin und konnte aller Welt mit dem Verbleib Deutschlands in der “Koalition der Willigen” beim Krieg in Afghanistan zeigen, dass es ihr mit der Bereitschaft, eigene Landsleute für amerikanische Krieginteressen zu opfern ernst ist, selbst dann noch, wenn die Mehrheit ihrer Bevölkerung gegen den Kriegseinsatz ist.
Solche Standhaftigkeit verdient die Anerkennung durch das kriegerische Imperium.
