Archiv ‘Medien’
Gesellschaft für Kaufrauschverkündung
Leistungsschutzrecht, LSR-Logo
Bei den Entenhausenern haben sie jetzt ein schönes Logo zum einbauen gemacht, gedacht als Hinweis, dass man nicht die Absicht hat, das hirnrissige Leistungsschutzrecht -das die SPD wegen plötzlich voller Hosen dann doch nicht mehr kippen wollte- nicht zur Anwendung bringen wird.
Zum Artikel: http://duckhome.de/tb/archives/10639-Das-neue-Leistungsschutzrecht-Pradigmenwechsel-im-Buergerjournalismus.html
Wie man das Logo ohne extra Plugins in WordPress einbaut steht hier.
Wird schon
Ganz normaler EU-Alltag: Die Eunuchen des EU-Parlament diskutieren darüber, Pornographie aus allen Medien zu verbannen, weil dort frauenverachtrende “Stereotypen” verwendet werden, die diskriminierend wirken. Natürlich braucht es für ein solches Verbot Kontrollen und deshalb hat man sich schon mal an die Provider gewandt. Der nächste Versuch, eine Überwachung des Webtraffics umzusetzen, nachdem man weder mit ACTA, noch mit Kipo als Begründung so recht vorwärts gekommen war?
Wer mag schon gegen Frauendiskriminierung sein. Ob das die Deppen, die Pornographie und dessen Klischees für bare Münze nehmen, davon abringen wird, Deppen zu sein, weiß wohl nur das EU-Parlament.
Das Ende der Krise ist wieder einmal in Sicht, glaubt zumindest Herr Draghi von der EZB und wenn die Leute in den Südländern weniger auf die Straßen gehen und dafür mehr Zeitung lesen würden, wüssten sie es auch schon. Die Märkte haben, so fügt der EZB-Chef hinzu, wieder Vertrauen gefasst und nun dürfen alle gespannt auf den Fortgang des alchemistischen Wunders warten, bei dem in einem kapitalistischen Systemen ein Aufschwung ohne neue, aber dafür mit reichlich viel alten Schulden, einsetzen wird. Ein Trick, der es verdient, vor großem Publikum aufgeführt zu werden.
Das mit den alten Schulden ist mittlerweile hingegen per “Union” geregelt, wie überhaupt alle Probleme in dem Moment verschwinden, wenn nur irgendwie “Union” darin vorkommt oder etwas europäisch vereinigt wird. Der ESM-Tropf für marode Südbanken ist angeschlossen (Bankenunion) und fortan können die spanischen Banker viel entspannter durch die Geistersiedlungen wandeln, um nach Käufern oder Mietern Ausschau zu halten. Pleite gehen fällt zumindest vorerst aus.
Natürlich war der Spaß schon bis hierhin so teuer, dass man von weiteren Abenteuern lieber Abstand nehmen sollte. Aber auch dafür ist gesorgt, denn es soll eine Bankenaufsicht geben. Bankenaufsicht ist eine tolle Sache und Deutschland steht ja nicht zuletzt deshalb so gut da, weil es mit der Bafin eine aufmerksame Bankenaufsicht hat. Dass ihr das mit der heraufziehenden Bankenkrise vor ein paar Jahren irgendwie nicht so richtig aufgefallen war, lag wahrscheinlich an widrigen Umständen oder war vielleicht auch einfach nur Pech. Wie auch immer. In Zukunft soll die EZB ein Auge darauf haben und da kann allein schon deshalb nichts schief gehen, weil es ja etwas “auf europäischer Ebene ist”.
Ganz normaler Alltag in Deutschland: Deutschland geht es besser als jemals zuvor sagt der Wirtschaftsminister und alle haben es in den Nachrichten gehört, bis auf die paar Leute, die um die Zeit noch im Supermarkt waren, um die Pfandflaschen, die sie im Laufe des Tages aus den Mülleimern geklaubt haben, in die Automaten zu stopfen. Anlass war die Veröffentlichung des 4. Armuts- und Reichtumsberichts, bei dessen erstem Entwurf, der vor ein paar Monaten herauskam, die Wissenschaftler ein paar Sachverhalte etwas unglücklich formuliert oder dargestellt hatten. Die Regierung hat sich da aber nicht lumpen lassen und die kleinen Fehler ebenso unbürokratisch wie wohlwollend korrigiert, so dass am Ende alle zufrieden sein können.
Dennoch gab offenbar auch die aktualisierte Fassung noch Anlass zur Mäkelei und so titelt SPON gar “Mehr Arbeit, mehr Armut”, was irgendwie so hässlich klingt, dass es wahr sein könnte.
Auf den Plan traten auch die Grünen und sehen Handlungsbedarf -allerdings nicht bei der Überwindung der Armut, etwa durch die Abschaffung von HartzIV und Niedriglohn- sondern bei der Auswahl der Wissenschaftler, die nach ihrem Geschmack nicht unabhängig genug seien.
All die Bettler und Pfandflaschensammler, die von dem Spektakel nichts mitbekommen haben, haben keinen Grund sich zu grämen: Um sie und ihre Armut ging’s bei dem Ganzen ohnehin nicht.
Tief bewegt
Hugo Chaves ist gestorben und die westliche Welt, die ihn gerne als Despoten oder einfach nur Irren ansah, zeigt sich tief bewegt. Man ist sich einig, dass er bei allem, was er jemals richtig gemacht hat, mindestens die falschen Motive gehabt haben muss und wenn er seine Regierung mit Getreuen besetzte -was hier gelegentlich auch vorkommen soll, weil man stabile Verhältnisse haben möchte- kann es sich dabei nur um Nepotismus gehandelt haben.
Wie eine private Hacienda habe Chaves das Land betrieben, schreibt SPON und weiß mal wieder von Dingen, die dem Rest der Welt bis dato vollkommen unbekannt waren. So schreibt etwa die ahnungslose Wikipedia ganz unschuldig:
Wesentliche Merkmale
- Eigentümer verpachtet nur sein Land, lebt aber in der Stadt (Absentismus)
- Land wurde früher meist von Indios bewirtschaftet
- Verwaltung durch hierarchisch geordnetes System (Verwalter, Unterverwalter, Vorarbeiter, Arbeiter, Pächter und Unterpächter)
- Indios mussten Abgaben an Besitzer leisten und erhielten dafür ein Stück Land
- Viehhaltung und Ackerbau
Da haben die doch tatsächlich vergessen zu erwähnen, das der Chef der Hacienda nicht etwa der Eigentümer ist, sondern nur die kommissarische Leitung, die in freien Wahlen gewählt wird….
Wieder was gelernt. Gut das es das Sturmgeschütz der Demokratie gibt und dass dies endlich aufgeklärt wurde.
Geschützte Leistung
Jetzt ist es also verabschiedet. Die Verlage “schützen” ihre Leistungen gegen die Verwertung durch Dritte, in dem sie ihnen nur noch dann erlauben etwas zu zitieren, wenn sie sich auf “einzelne Wörter oder Textausschnitte” beschränken. Als Verwerter werden all jene betrachtet, deren Dienst als kommerziell angesehen werden kann. Unklar ist, was denn unter “einzelne Wörter oder Textausschnitte” zu verstehen ist sowie, was denn nun genau als kommerziell anzusehen ist. Diese sogenannten Verwerter jedenfalls sollen sich die Nutzung erlauben lassen und gegebenenfalls dafür zahlen.
In den Diskussionen um all die schwammigen Formulierungen wird im am Ende auf die Gerichte verwiesen, die dann im Zweifelsfall zu entscheiden haben, ob dies etwa nur auf Suchmaschinen kommerzieller Anbieter wie Google zutrifft, oder etwa auch Blogs, die irgendwo Werbung einblenden. Die taz nennt das Ganze eine ABM-Maßnahme für Anwälte und dürfte damit richtig liegen, denn im Prinzip könnte jedem, der etwas zitiert irgendwann eine Rechnung ins Haus flattern, in der ein Presseverlag Geld haben will, weil er der Meinung ist, dass der zulässige -extrem vage formulierte- Rahmen des kostenlosen Zitats überschritten wurde.
Das kann man nur als Aufforderung verstehen, in Zukunft keine Zitate mehr zu verwenden und die Verlage dürfen sich freuen, dass ihre “Leistung” nunmehr so gut geschützt ist, dass jeder, der sie nutzen will dann schon explizit und gezielt ihre Seite aufsuchen muss. Diese Art “Schutz” bräuchte es eigentlich nicht, denn es gibt schließlich längst so etwas wie ein Urheberrecht, doch die Verlage haben wohl zu sehr auf Googles Klickstatistiken und den damit generierten Werbeeinnahmen gestarrt, von denen sie gerne einen Teil abhaben wollen. Ob die sich mal die Mühe gemacht haben, in die Referrerliste ihrer Webseiten zu schauen? Wenn ja könnte ihnen aufgefallen sein, wie viel Traffic sie Agregatoren wie Googlenews verdanken.
Gier frisst Hirn – soll manchmal vorkommen.
Da aber die Verlage nicht vollkommen bescheuert sind und auch gar nicht mal so unzufrieden mit dem Gesetz -auch wenn sie in einigen Punkten gerne mehr gehabt hätten- darf wohl davon ausgegangen werden, dass es erst einmal nur darum ging, überhaupt per Gesetz einen über das Urheberrecht hinausgehenden Eigentumsanspruch zu kreieren, der sich wahlweise versilbern oder einklagen lässt. Das ist ihnen heute dank Schwarz-Gelb gelungen.
Schöne Hereingabe
Der Linksverteidiger leistet sich einen schweren Abspielfehler im Spielaufbau und der Ball rollt dem Staatsfernsehen direkt vor die Füße. Das Staatsfernsehen setzt zum Dribbling an, weicht auf die rechte Außenbahn aus und bewegt sich Richtung Eckfahne. Auf Höhe des Mittelkreises steht Uschi von der Leyen und verfolgt desinteressiert die Szene. Sie tut als ab sie das alles nicht anginge und macht was sie als Ministerin für Ausbeutung und Armutsverwaltung meistens macht: In der Mitte herumstehen und lamentieren. Schließlich geht es nur um kleine Leute und Uschi kann kleine Leute nicht ausstehen. Deshalb beschränkt sie sich normalerweise auch darauf diese zu schikanieren und sich laufend neue Maßnahmen auszudenken, um ihnen das Leben schwer zu machen.
Jetzt grätscht der Linksverteidiger ins Leere. Das Staatsfernsehen hat nun freie Bahn und zieht einen Sprint Richtung Eckfahne an. Draußen an der Außenlinie hüpft Uschi’s PR-Berater aufgeregt hin und her und brüllt, so laut, dass das halbe Stadion es hören kann: USCHIII !! Nach vorne!! Da musst du jetzt draufgehen!!! Er hat die Situation erkannt und ahnt, dass von rechts gleich die Flanke kommt. Uschi rennt los und ist schon kurz vor dem 16-Meter-Raum. Staatsfernsehen schaut kurz hoch und sieht Uschi Richtung Tor stürmen. Doch dann knallt Uschi, die wohl nur nach rechts zur Außenlinie und nicht nach vorne geschaut hatte, in voller Fahrt gegen ein Stoppschild, dass eigentlich im Internet stehen und Pädophile aufhalten sollte. Sie gerät ins Straucheln, bleibt aber auf den Beinen. Jetzt die gefühlvolle Hereingabe von Staatsfernsehen. Der Ball segelt perfekt Richtung Uschis Kopf. Sie springt hoch -von Gegenspielern weit und breit nichts zu sehen- und kommt zum Kopfball.
Wir geben kurz ab an die Werbung. Wenn sie wissen wollen, ob Uschi die Kugel im Tor unterbringt, dann warten sie einfach bis zur Sonntagsfrage, wenn die Frage geklärt wird, wer ist Deutschlands beliebtester Politiker.
Enttäuschend
Na das war ja wohl nix. Da wurde tagelang das Unwetterinferno groß angekündigt und man durfte sich schon auf spektakuläre Bilder und Nachrichten freuen, wenn die “Wetterbombe” (SPON) die USA heimsucht und nun das: gerade mal ein paar Tote und richtig aufregende Livebilder mit Reportern im dichten Schneegestöber gab’s auch nicht.
Da kommen ja bei jedem Drohnenangriff mehr Leute um. Vielleicht sollte man lieber Livebilder von Drohnenangriffen übertragen -immerhin kann man im amerikanischen Fernsehen schon seit geraumer Zeit Verfolgungsjagden der Polizei live verfolgen. Was würde da also näher liegen, als auch Bilder vom aufregenden Job der CIA beim Kampf gegen den internationalen Terroristen in die Wohnzimmer der “Bedrohten” zu liefern.
Ansichtssache
Ketzerisch könnte man natürlich die Frage aufwerfen, warum so ein Wirbel um ein Unwetter in einem viele tausend Kilometer entfernten Land stattfindet. Geht es nur um die Aufregung, die von dem Faktum ausgeht, dass der Leser wenn auch nur ganz potentiell von einem ähnlichen Geschehen bedroht sein könnte? Eine Vermutung, die sich aufdrängt, schließlich hatten auch hiesige Nachrichtensender nichts besseres zu tun, als flugs Wetterexperten ins Studio zu karren, die dem gespannten Zuschauer versichern, dass ein solches Wettergeschehen theoretisch auch hier möglich wäre -wenn auch wohl nicht in den Ausmaßen.
Bad news are good news sagen Medienzyniker. Allerdings muss man einschränkend hinzufügen, dass dieser Satz nur gilt, wenn es gelingt, einen Bezug zum Medienkonsumenten auf dem Sofa herzustellen, der konkret genug ist, das es ihn gruselt. Es geht um das “wir”, das herzustellen ist und um das “was”, das uns da anzugehen hat.
Wenn sich irgendwo rivalisierende Gangs gegenseitig umbringen ist das nicht weiter interessant. Töten sie aber einen unbescholtene Bürger, also einen von “uns”, ist das eine Nachricht, aus der sich was machen lässt.
Deshalb macht es auch keinen Sinn, etwa über das tägliche Massensterben von Hungernden zu berichten, denn unsere Kühlschränke sind in der Regel gut gefüllt, da fällt es schwer, sich mit den Opfern zu identifizieren. Schließlich leben wir in der Ersten und nicht in der Dritten Welt und unser Alltag hat zu wenig mit dem ihrigen zu tun, als dass man sich wirklich Betroffen fühlen mag.
Natürlich stimmt das so nicht, aber um das zu bemerken müsste man sich mit ein paar Zusammenhängen beschäftigen, aber das ist nicht das, worum es im schnellen Geschäft der Medien beim Kampf um Auflagen und Quoten geht. Sie interessieren sich für die Endpunkte des Geschehens, wenn die -häufig zwar absehbare, aber eben in ihrem langsamen wenig Fortschreiten einfach uninteressante- Entwicklung ihren Kulminationspunkt erreicht und das Drama schließlich seinen Lauf nimmt. Normales Verhungern ist erst dann wieder interessant, wenn eine Dürre hinzu kommt.
Nordamerika ist zwar geografisch gesehen weiter entfernt als Afrika, aber wir gehören zur gehören zur Gruppe der westlichen Industrienationen und sind Kunden der dort beheimateten Medienkonzerne, die in ihrer absoluten Präsenz unseren Blick auf die Welt bestimmen. In deren Augen aber liegt die Ostküste der USA uns immer noch näher als etwa Afrika -selbst wenn Mali seit neuestem “vor unserer Haustür” liegt.
IM Gregor -mal wieder.
Ist wieder Wahlkampf und man fischt mal wieder im Trüben. Verschwundene SED-Millionen gab’ schon letzte Woche (BILD), höchste Zeit mal wieder eine IM-Story auszugraben. Man sollte den ganzen Stasischrott einfach verbrennen. Wer seine Akte sehen wollte, hatte 20 Jahre Zeit dafür -der Rest wird nur noch gebraucht, um windige Geschichten zu stricken, mit denen man vielleicht dem eine oder anderen am Zeug flicken kann. Das ist ermüdend, langweilig und mir will nicht einfallen, wem das nützen sollte.

