Erlkoenig

“Wenn Ihr Eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen, werdet Ihr sie brauchen, um zu weinen.” Sartre

Archiv ‘Merkel’

Umbesetzung

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Wenn man mit seinem Humanmaterial nicht zufrieden ist hilft letztlich nur eins: Austauschen. Wenn man die Meldungen so durchblättert zeigt sich allerorten dass wir hier zu einem großen Teil mit eher ungeeignetem Personal unterwegs sind und wenn dieses Land nicht bald an den Kosten für all die Versager ersticken will -und das können wir uns einfach nicht leisten, wie die beste aller Kanzlerinnen neulich in Davos noch einmal unmissverständlich klar gemacht hat- wird es auf Dauer unvermeidlich sein, dass die Regierung sich womöglich neue Untertanen suchen muss, die wesentlich belastbarer sind, als das was sich hier derzeit so tummelt.

Europa hat heute noch etwa sieben Prozent der Weltbevölkerung. Europa wird, wenn das Wirtschaftswachstum wieder etwas in Gang kommt, vielleicht wieder knapp 25 Prozent des Weltinlandsprodukts haben. Gleichzeitig hat Europa annähernd 50 Prozent der Sozialausgaben der Welt. Das heißt, wir können unseren Wohlstand wirklich nur dann halten, wenn wir innovativ sind und wenn wir uns an den Besten orientieren. (Merkel, Davos, 2013)

Los geht es bei der arbeitenden Bevölkerung. Immer mehr klagen über Stress am Arbeitsplatz und schlagen sich mit psychischen Erkrankungen herum. Dabei ist die Lage nicht schlimmer als früher ist sich Herr Hundt sicher, denn zum einen machen sich die Ätzte einen Sport daraus, laufend neue psychische Erkrankungen zu diagnostizieren, die es früher noch nicht gab. Zum anderen haben einige Leute ja auch privaten Stress. (Den man durch Mehrarbeit, außerhalb des privaten Umfelds, natürlich mindern könnte, aber wir wollen hier niemanden auf schlechte Ideen bringen…)
Der Arbeitgeberpräsident jedenfalls ist sich sicher, dass die Arbeit die Leute heute nicht viel kränker macht als früher.
Für den Standort Deutschland ist das natürlich ein Problem, wenn die Gesellschaft nicht nur langsam vergreist, sondern auch noch vorzeitig siech wird. Das stellt Bundesregierung und Kapital vor die stetig wachsende Herausforderung, den Wirtschaftsstandort, bei nachlassender Qualität in der Bevölkerungssubstanz, weiterhin mit tauglichem Humankapital zu versorgen.

Einfach auf die Zukunft zu hoffen scheint jedenfalls nicht so ratsam, denn auch der Nachwuchs zeigt zunehmend Qualitätsmängel. So stieg etwa die Zahl der ADHS-Diagnosen bei den unter 19 Jährigen zwischen 2006 und 20011 um 43%.
Da scheint nicht viel Brauchbares nachzukommen.

Eher düster sieht es auch an der echten Front aus: Wir haben kaum angefangen, beim militärischen Wettstreit um die Sicherheit der zukünftigen Rohstoffversorgen mit zu mischen und schon zeigt sich auch hier, dass wir über nur Material verfügen, dass bestenfalls zweitklassig ist.
Bei den Soldaten wird heftig gejammert. Man fühlt sich unsicher und überbelastet und das schon bei gerade mal einer Handvoll  Kriegsschauplätzen. Hinzu kommen Ausfälle durch posttraumatische Belastungsstörungen. Das gab’s früher so auch noch nicht und ist wahrscheinlich ebenso auf die gestiegene Kreativität von Medizinern beim Erfinden von Erkrankungen zurückzuführen wie die Burnouts bei den zivilen Arbeitsplätzen.

Es hilft nichts. Wenn die Ansprüche nicht geringer werden, die Bewohner aber immer Hinfälliger, wird unsere Regierung langfristig wohl nicht darum herum kommen, sich neue Untertanen zu suchen, die belastbar genug sind, damit dieses Land nicht aus der Spitzengruppe der Industrienationen herausfällt. Vielleicht sollten sie schon mal eine internationale Stellenanzeige aufgeben:

Wir, das Großkapital und die für sie tätige Bundesregierung suchen SIE!

Folgende Softskills sollten Sie mitbringen:

  • Zäh wie Leder
  • Hart wie Kruppstahl
  • Flink wie ein Windhund (Auf flink kommt es an, Windhunde sind genug da.)

Was sie erwartet:

  • Vollständige Auslastung  -Nie wieder Langeweile!
  • Schlechte Bezahlung mit der gesicherten Aussicht auf Altersarmut. (Klare Perspektiven!)
  • Das Angebot, Ihren Lebensabend ordentlich sediert, mit fremdsprachlichen Pflegehelfern zu verbringen. (Kein Rumgequatsche oder Gesellschaftsspiele – sondern Entspannung pur!)

Wenn sie sich von dieser Herausforderung angesprochen fühlen und Sie nach einer Möglichkeit suchen, sich bei mäßigem Wetter (8,2 °C Durchschnittstemperatur, 760 l/m² Regen, 1550 Sonnenstunden pro Jahr) gepflegt tot zu arbeiten, dann senden sie Ihre Bewerbungsunterlagen an die Bundesregierung. Bitte fügen Sie auch ein Gesundheitszeugnis und -sofern vorhanden- Nachweise über trotz Krankheit abgeleistete betriebliche Arbeitstage an.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung

Bundeskanzleramt
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Postanschrift:
11012 Berlin

 

Geschrieben von willi

2013-01-29T18:43:40+00:00

Es ist nicht das wonach es aussieht…

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“Ich kann alles erklären! es ist nicht das, wonach es aussieht!” Das ist ein Standardsatz, der immer dann aufgesagt wird, wenn der Eine den Anderen in flagranti erwischt und gehört zum Standardrepertoire von Komödien. Allein was fehlte gestern in Brüssel war der obligatorische eingespielte Lacher, damit auch der letzte Idiot merkt, dass das ganze ein Witz ist.

Bevor Frau Merkel sich nach Brüssel aufmachte, hatte sie noch großzügig ihr Ableben als Gegenleistung für die Einführung von Eurobonds in Aussicht gestellt, weil -so nennt man das heute- sie den Narrativ, es gäbe keine Vergemeinschaftung der Schulden von Europa, unter allen Umständen aufrecht erhalten will.
Nichts anderes passiert aber seit geraumer Zeit: Da wird alles und jeder “gerettet”, der irgendwelchen Anlegern Geld schuldet. Anfangs waren es die -”systemrelevanten”- Banken, dann folgten die Staaten, die die  ”Rettung” der Banken bezahlt haben und jetzt sind wieder die Banken an der Reihe.

Zum Zeitpunkt der ersten Bankenkrise waren es die Staaten, die die Schulden der Zocker dem Steuerzahler überantwortet haben. In Ländern wie Irland etwa stieg durch diesen Wahnwitz die Staatsverschuldung von 25% des BIP -ja, Irland war mal Musterland!- auf 122% des BIP. Nach dieser ersten Aktion waren die Staaten als “Rettungsvehikel” verbrannt und ein neues Vehikel muss her, das die Schulden übernimmt und den Gläubigern versichert, dass kein Schuldner ausfallen wird. Mit jedem Schritt war jeweils die Hoffnung verbunden, die “Märkte” mögen sich beruhigen, doch den Anlegern wurde schnell klar, dass noch mehr drin ist, wenn sie Zweifel anmelden, was dann auch promt geschah und sich in immer schlechteren Ratings manifestierte.

Mittlerweile ist man an dem Punkt angelangt, supranationale Vehikel -auch “Stabilisierungmechanismus” genannt-  zu schaffen, die sicherstellen, dass letztlich alle für alles haften. Auf die Spitze getrieben mit einem ESM, der im Endeffekt nichts weiter darstellt als ein blanco check für die Anleger. Verkauft wird das Ding als der große Wurf und Meilenstein in der politischen Vereinigung Europas. In Wahrheit wird nur der Zugriff auf alle Steuerzahler Europas als Absicherung für die Anleger organisiert, die so animiert werden sollen, den Eurostaaten weiterhin Geld zu leihen. Für die trügerische Hoffnung, das Ganze könnte funktionieren opfert man dabei kurzerhand die Haushaltshoheit der Einzelstaaten, was einem Putsch gleichkommt, allerdings mit dem harmlosen Ausdruck der “Stärkung der europäischen Gemeinschaft” und Gründung der “Fiskalunion” verkauft wird. Stattdessen wird ein jeder Gerichtsbarkeit entzogenes, supranationales Gebilde geschaffen, das als Lobby der Anleger dieser Welt fungieren wird. Er wird den Völkern Europas die Medizin verabreichen, die nach Meinung der Anleger und deren Reditewünschen gerade die richtige ist. Da Deutschland ja so ungemein erfolgreich ist, werden dabei europaweite Niedriglöhne und die Verarmung der Massen herauskommen.

Wie seit Beginn der Finanzkrise läuft es auf die Sozialisierung von Schulden bei privaten Anlegern hinaus. Darum geht es bei Staatsanleihen ohnehin, aber durch die angestrebte “Bankenunion” wird dies auch noch auf die Schulden privater Banken ausgedehnt. Das hätte man mit der Einführung von Eurobonds inclusive Bankenrettungspaketen auch direkt haben können, aber dann hätte es vielleicht so ausgesehen wie es ist und es gäbe da nichts mehr zu erklären. Abgesehen davon kann Frau Merkel so doch noch richtig alt werden.

Geschrieben von willi

2012-06-29T12:15:11+00:00

Chefsache: Demographie

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Merkel erklärt die demographische Entwicklung zur Chefsache und beruft einen Demographiegipfel ein. Das kann nichts Gutes bedeuten, außer das es vielleicht die Umfragewerte verbessert, weil die Kanzlerin mal wieder “was anpackt”.
So macht man Politik: Man baut einen möglichst bedrohlichen Popanz auf und schickt die Lobbyisten in die Talkshows, wo sie der verängstigten Bevölkerung in düstersten Farben den fast sicher bevorstehenden Untergang des Abendlandes prophezeien, wenn “die Politik nicht bald reagiert”. Das tut sie dann auch irgendwann und macht dann im grellen Licht der Kameras ein spektakuläre Großbaustelle auf, die mal “Gipfel” mal “Runder Tisch”  oder gar “Welt -haste nicht gesehn-Gipfel” heißt.

Das schöne an solchen Veranstaltungen ist, dass das Thema zu dem Zeitpunkt -vorausgesetzt die PR hat funktioniert- soweit vorbereitet ist, dass die Damen und Herren aus dem aufgeregten Medienzirkus wissen, was sie zum Thema zu sagen haben, um dem Ganzen die angemessene, staatstragende Wichtigkeit zu verleihen. Zur Bestätigung dürfen dann wieder ein paar Experten interviewt werden, die noch mal auf den dramatischen Handlungsbedarf hinweisen und darauf, dass sie ja schon lange gesagt haben, dass hier was gemacht werden müsse.

Das “Demographie-Problem” ist etwas, dass so genial ist, dass man es auf der Stelle erfinden müsste, wenn’s das nicht schon gäbe. Es ist geradezu eine Wunderwaffe, mit der sich diverse Umverteilungsmaßnahmen zu Gunsten des Kapitals nicht nur sehr gut, weil anscheinend “alternativlos”, durchsetzen lassen, sondern praktischerweise dafür auch noch viel Applaus ernten lässt, weil man ja  angeblich so nachhaltig denkt und das Überleben der Sozialsysteme sichert. So lässt sich z.B  prima verkaufen, dass alle länger Arbeiten müssen (faktisch eine Rentenkürzug) und doch bitteschön “private Vorsorge” betreiben sollen. Dafür kann man dann auch schon mal der Versicherungswirtschaft Milliarden in Form von “Zuschüssen zur Riesterrente” in den Rachen werfen. (Die kaufen davon dann z.B.  Staatsanleihen von Staaten, die später wegen Überschuldung “gerettet” werden müssen, damit die Versicherer nicht hops gehen -aber das ist eine andere Geschichte…).

Am tollsten ist dabei die große Sehnsucht des Staats nach Kindern. Zwar braucht die keiner und das Geld für ihre Ausbildung möchte man auch am liebsten einsparen, aber das System braucht ständig neue Idioten, die sich in ihm vergeblich abstrampeln -denn ohne Volk keine Rendite und keine glücklichen Investoren mehr, die gerne ihr Kapital ins Land tragen. Hier liegt die eigentliche Angst, die die Politik umtreibt: Derzeit planiert Deutschland mit seiner mächtigen Wirtschaftskraft und den vielen fleißigen Bürgern, die sich teilweise für Hungerlöhne in ihm abrackern, halb Europa, aber wird sich das auf Dauer halten lassen oder müssen wir befürchten, von anderen Ländern, deren  Bevölkerung im Schnitt jünger ist, eines Tages  ausgekontert zu werden?
Einstweilen halten wir mit Europas größtem Niedriglohnsektor und stetiger Verlängerung der Arbeitszeit noch die Stellung, aber die anderen Länder ziehen bereits nach, indem auch sie das Rentenalter anheben und den Druck auf die Löhne erhöhen. Diese unheilvolle Konkurrenz der Staaten um die Gunst der Investoren passt aber nicht so richtig in das schöne Bild vom “vereinigten Europa”, das alle so toll finden. Deshalb kann man sich hier nicht einfach hinstellen und den Leuten zu verklickern versuchen, dass sie gefälligst rentabler/billiger werden müssen, damit wir auch morgen noch oben auf sind. Da klingt “Demographiegipfel” zugegeben doch viel vornehmer.
Links zum Thema:
Gerd  Flegelskamp
Gerd Bosbach

Kleiner Nachtrag: Das mit dem Nachwuchs bleibt wohl schwierig. Die jungen Leute behalten die Hosen an  -ergab nun eine Umfrage und daddeln lieber mit dem Handy. :-)

Geschrieben von willi

2012-04-25T15:04:28+00:00

Berliner Wunder

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Volker Pispers erklärt mal kurz, welches Wunder tatsächlich in Berlin gerade stattfindet. Das Jobwunder ist es nicht.

Berliner Wunder

Geschrieben von willi

2012-03-10T21:28:39+00:00

Veröffentlicht unter Literatur,Medien,Politik

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Gute Selbsteinschätzung

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Da muss man der Frau Schröder zugestehen, dass sie -bei Politikern selten genug zu sehen- über eine gute Selbsteinschätzung verfügt. Sie ist gegen eine verbindliche Quotenregelung für Frauen. Sie selbst ist ein gutes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn man auf Teufel komm raus Quoten einhalten muss, denn dass sie es ins Kabinett schaffte lag weniger daran, dass sie sich wegen übermäßiger Kompetenz aufdrängte -als Junges Mädchen für den dicken Oggersheimer geschwärmt und nicht wie andere Mädchen Hanni und Nanni gelesen zu haben, scheint da eher eine Rolle gespielt zu haben- als an der Tatsache, dass sie zum hessischen Landesverband gehört, dem für das Stillhalten Roland Kochs in der Kanzlerfrage ein Kabinettsplatz zur Belohnung zustand. Und eine Frau als Familienministerin, inzwischen sogar mit privatem Anschaungsmaterial ausgestattet, macht sich eh besser -auch wenn es bei ihr noch weit ist bis zu einer von der Leyen, die sich angeschickt hatte, das vermeintliche demographische Risiko der Sozialversicherungen im Alleingang zu beseitigen.

Merkel schaffte es mit ihrer Ernennung gleich zwei Quoten zu erfüllen und das Ergebnis ist nicht gerade geeignet, Quotenregelungen gut zu finden…

Geschrieben von willi

2012-03-06T19:39:41+00:00

Veröffentlicht unter Gesellschaft,Politik

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Lerneffekt

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Wir brauchen einen neuen Präsidenten und natürlich soll es diesmal ein guter sein, damit das Amt wieder von jemanden ausgeübt wird, der als “moralische Instanz” fungieren kann. Mit erstaunlicher Aufrichtigkeit sind die Parteien nun zu dem Schluss gekommen, dass es da wohl besser wäre, keinen aktiven Parteipolitiker zu nominieren. Alle Achtung vor soviel Ehrlichkeit.

Aber woher nehmen, wenn all die politischen Seilschaften, die sich sonst immer gegenseitig die Dienstwagen zuschanzen, nicht in Frage kommen? Allzu groß scheint der Andrang  obendrein auch nicht zu sein, was beim Verschleiß der letzten Jahre und der jüngsten Treibjagd auf den letzten Kandidaten allerdings nicht besonders erstaunlich ist.  Es muss also jemand sein, der keinen Dreck am Stecken hat, weil sich der Job sonst schnell als Schleudersitz erweisen könnte, falls derjenige plötzlich beim erlauchten Damenkränzchen von Angie, Liz und  Friede in Ungnade fallen sollte.

Wichtig ist, dass er Jurist sein sollte, denn wie gerade zu beobachten gilt es selbst beim Rücktritt seine Worte juristisch wasserdicht zu wählen. Eine unbedachte Formulierung kann da sehr teuer werden und den Verlust des Ehrensolds bedeuten, der unweigerlich dahin ist, wenn man aus persönlichen und nicht aus politischen Motiven zurücktritt. Allem Anschein hat Wulff aber auch hier “rechtlich” alles richtig gemacht und darf die Kohle einsacken.

Das Dumme ist, dass der Mann oder die Frau all die Gesetzte unterschreiben soll, mit der das Parteiengesindel gerade die Kosten für die verunglückten Investitionsentscheidungen der Finanzindustrie sozialisiert und ganz nebenbei die Reste der Demokratie entsorgt.  Nicht auszudenken, wenn da plötzlich jemand Bedenken hätte, ob es z.B. statthaft sein könnte, Institutionen wie den ESM zu errichten, der das Haushaltsrecht der nationalen Regierungen aushebelt ohne dafür auch nur irgendwie demokratisch legitimiert zu sein.

Vielleicht sollte man dem derzeitigen Trend folgen und sich wie in Griechenland und Italien für einen Funktionär entscheiden. Es muss ja nicht gleich einer von Goldman Sachs sein, aber ein Jörg Assmussen könnte es schon tun;-).

 

 

Geschrieben von willi

2012-02-18T19:15:04+00:00

Veröffentlicht unter Politik

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Gestern war Dienstag

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Gestern war ja Dienstag…

Damit ist eigentlich alles gesagt und ehrlich gesagt kann ich das ganze Geschwafel zur Verschleierung des wahrscheinlich größten Raubzugs, den die Geldverleiher jemals auf Kosten der Allgemeinheit angezettelt haben, nicht mehr hören. Solange die Finanzierung der Gemeinwesen von privaten Geldgebern abhängt bleiben die Staaten deren Knechte und man kann sich das ganze Gesäusel von Freiheit und Demokratie getrost sparen, denn die beruhen letztlich auf  nichts anderem als der Gnade der Gläubiger, die in dem Augenblick erlischt, wenn die ihre Profite gefährdet sehen. Was dann kommt sehen wir jetzt und lässt sich am ehesten mit der Schutzgelderpressung vergleichen, wie sie die Mafia praktiziert: “Sichert unsere Profite oder wir lassen eure Länder untergehen.”

Das ist nicht schön und sieht natürlich auch nicht gut aus, wie man derzeit an endlosen Rettungsgipfeln und den zahlreichen Lügen darüber erkennen kann, wen es denn nun eigentlich zu retten gilt: Die Griechen?, den EURO?, das Finanzsystem? oder doch die deutsche Exportwirtschaft?
Deshalb soll es ja auch  Zukunft mit dem ESM ein Einrichtung geben, die das alles diskret im Hintergrund regelt, damit unsere Spitzenpolitiker nicht mehr gar so erbärmlich aussehen, wenn sie sich mal wieder vor den Banken in den Staub werfen und versprechen müssen, den Bürgern in Zukunft noch mehr Geld ab zu pressen, damit die Geldverleiher ihre Paläste auch in Schuss halten können. Dann sieht die EU wieder schön aus. Wir können Merkel und Sarkozy wieder mit den  blauen Sternenfähnchen zuwinken, während die Jungs vom ESM die Drecksarbeit verrichten und die Völker mit den Folterwerkzeugen aus Junckers Keller malträtieren.

Wir gehen tollen Zeiten entgegen.

Kleiner Nachtrag: Pofalla hat hoffentlich schon ein paar Betablocker eingeworfen, denn die wird er brauchen, da sein spezieller Freund Bosbach angekündigt hat, bei der nun anstehenden Abstimmung über den erweiterten ESFS erneut dagegen zu stimmen, weil er keine Lösung darin sieht. Bosbach will sich ja angeblich in Kürze aus der Politik zurückziehen und braucht deshalb weder alles blind abnicken, was die Fraktion so vorschlägt, noch seine Hände in Unwissenheit waschen, wie es viele Kollegen tun, denen es nicht zu blöd ist, zuzugeben, dass sie gar nicht wissen, worüber da eigentlich abgestimmt wird.

Geschrieben von willi

2011-10-26T13:03:10+00:00

Fragen über Fragen

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Die Wut steigt und irgendwann wird öffentliches Kabarett als Ventil nicht mehr ausreichen, um all die Wut und den Frust in zivilisierten Bahnen zu halten.

Geschrieben von willi

2011-10-02T03:06:33+00:00