Archiv ‘Neoliberalismus’
Kaum macht man’s richtig..
schon geit dat -sagt der Norddeutsche.
Am Endes des Tunnels ist Licht hat SPON herausgefunden und meldet, dass deutsche Unternehmen wieder anfangen Interesse an Investitionen in der Südschine zu entwickeln. Lohndumping funktioniert also -wäre ja auch schade gewesen, wenn’s nicht so wäre. Armut ist gut für’s Kapital, solange sich jemand findet, der die Nachfrage nach den Produkten finanziert. Warum nicht die Chinesen oder die Inder? Abgesehen davon besitzt der größte Teil der Menscheit immer noch kein Auto -das kann so nicht bleiben.
Sollte sich aus dem zarten Interesse der hiesigen Investoren ein Trend entwickeln -egal ob real oder auch nur von den neoliberalen Propagandabuden hoch geschrieben- dann darf hier schon mal wieder über Reformen gesprochen werden, die die “Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland” verbessern und immer nur auf eines hinauslaufen: Arbeit muss billiger werden und deren Verfügbarkeit gesteigert. Und ja, dass mit dem Mindestlohn ist natürlich Gift für den Wettbewerb -wissen schon.
Dass werden sicher auch die Wähler so sehen und weiterhin brav hinter den Blockparteien hertrotten. Gejammert werden kann ja später in den Talkshows, wenn die Moderatorin ganz scheinheilig fragt, ob die Schere zwischen Arm und Reich den sozialen Frieden gefährdet, oder ob da gar ein europäischer Aufschwung an den Leuten vorbei geht.
Auf ins vereinigte Billiglohn-Europa -sonst kommen die Chinese oder die Inder und überholen uns.
No Child left behind
Diese dummen Sozen müssen wirklich jeden Scheiß abkupfern, den die Neocons jemals in die Welt gesetzt haben. Denen ist glatt zuzutrauen, dass sie es nicht nur bei der Parole belassen, sondern das Programm gleich mit kopieren. Was für ein peinlicher Haufen.
Schleiereule Steinmeyer im Tagesschauinterview:
“Dabei dürfe kein Kind zurückgelassen werden.”
Vielleicht hat aber auch nur ein PR-Berater herausgefunden, dass die Leute den Spruch toll finden. Immerhin ging die Kraft schon bei der letzten Landtagswahl damit hausieren.
Wegen des großen Erfolgs wieder im Programm
Von guten Dingen kann man nie genug haben und deshalb sollte man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern an der steigen Verbesserung weiterarbeiten. Gott sei Dank hat Deutschland kluge Ökonomen, die, wenn nötig, den “Reformstau” anmahnen und darauf drängen, den “Standort” Deutschland nach vorne zu bringen.
Unbedarfte neigen dazu, anzunehmen, es könnte schon reichen, nur einen Teil Europas soweit niederzukonkurrieren, dass wir denen schon Geld geben müssen, damit sie unsere Waren überhaupt noch kaufen können. Das ist natürlich naiv, denn es gibt auch in Europa schließlich immer noch Staaten, die noch nicht unterm Rettungsschirm leben und von uns ausgehalten werden müssen, damit sie nicht zusammenbrechen und als Kundschaft endgültig ausfallen.
Höchste Zeit also, mit der Agenda 2020 zu beginnen, denn hier wird immer noch viel zu wenig und zu kurz gearbeitet. Schließlich können wir uns auf Dauer keine Lohnstückkosten leisten die zur Folge haben, dass es hier noch Leute gibt, die dermaßen viel Lohn bekommen, dass sie davon tatsächlich leben können. Wozu gibt es schließlich so etwas wie Kombilöhne und Lohnsubventionen.
Es muss weiter liberalisiert werden, denn ohne die umfassende Deregulierung der Märkte – wie im Bereich des Finanzmarktes gesehen- sieht es mau aus mit Millardengewinnen für Banken und Konzerne und wie der Armuts- und Reichtumsbericht gezeigt hat, verfügen die oberen 10% Prozent lediglich über Zweidrittel des Gesamtvermögens -ein Zustand, den sich kein Land auf Dauer erlauben kann, will es nicht Gefahr laufen, dass seine Leistungsträger aus Angst vor dauerhafter Verarmung scharenweise das Land verlassen.
Aber keine Sorge, in Deutschland wird das nicht passieren, weil wir unsere “Topökonomen” haben. Die beraten die Bundesregierung und die schwäbische Hausfrau an ihrer Spitze, die uns auch ohne Glück, sicher noch eine Weile erhalten bleiben wird, wird ihnen sicher gerne zuhören, denn “Reformkanzlerin” hört sich für sie doch einfach zu gut an.
Zum Ansporn und als Hinweis darauf, dass dieses Land erst ziemlich aber noch nicht völlig fertig ist, zwei Schaubilder:
http://www.jjahnke.net
Da geht noch was!
Das war es dann wohl mit der Schweiz
Die Schweiz will die Managergehälter deckeln. Offenbar haben die nicht so viele kluge Ökonomen wie wir, sonst wüssten sie, dass nun alle guten Leute -also die echten Leistungsträger- wegen der bescheidenden Verdienstmöglichkeiten in Scharen das Land verlassen werden. Das wird die die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz ruinieren und das Land sicher binnen 10 Jahren auf die Stufe eines Entwicklungslands zurückwerfen. Das sich dann noch Spitzenleute wie ein Schrempp oder ein Ron Sommer in die Schweiz verirren, werden die sich da dann wohl endgültig abschminken müssen.
Dankend abgelehnt
Oh oh -die Italiener haben sich gründlich verwählt und nebenbei sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, was sie vom Goldman Sachs – Mann Monti halten, indem sie ihm nur 9% der Stimmen gaben. Sieht schwer danach aus als hätten die Italiener keine Lust mehr weiter am, “unabdingbare Reformen” genannten Masenverarmungsprogramm Teil zu nehmen.
Das ist ein klares Zeichen von jugendlicher Unzurechnungsfähigkeit und Wunderglaube im Fortgeschrittenen Stadium weiß SPON zu berichten. Das Chaos ist ausgebrochen sagen die Jungs aus der Finanzetage und Italien jetzt unregierbar.
Das sieht nach Popcorn aus für die nächsten Wochen.
Wesentlich entspannter scheint man da in Griechenland zu sein, wo man offensichtlich davon ausgeht, dass die Trojka, die dieser Tage wieder zu Besuch kommt, um die Regierung zu kontrollieren, die sich die Griechen letztes Jahr wählen durften, zwar wieder Rummosern aber am Ende auch weiterhin die Gläubiger nicht hängen lassen und die nächsten Hilfszahlungen auf den Weg bringen wird. Bankenrettungsroutine eben und den Griechen ist bei 26% Arbeitslosigkeit (62% bei den unter 24 jährigen) auch irgendwie der Reformeifer abhanden gekommen.
Sieht fast so aus, als seien Italiener und Griechen nicht mehr bereit, sich weiterhin für die neoliberalen Glücksversprechen der Trojka malträtieren zu lassen.
Schwarz-Gelb-Grün-Ral 3007 wählen
= Ral 3007 oder auch schwarzrot, stellvertretend für die SPD![]()
Auf gar keinen Fall die Linken wählen, denn dies führt unweigerlich zum sofortigen Untergang der Zivilisation. Wenn schon nicht die 100% – Besteuerung uns erledigt -oder waren es 75?, egal- dann würde spätestens die 30 Stundenwoche uns alle vernichten. Das sagen alle angesehen Ökonomen, die wichtig sind -also alle, die in den Talkshows herumlungern, die Regierung beraten, oder in den von Industrie und Arbeigeberverband gesponserten Instituten Hof halten. Und die müssen es wissen, schließlich sind das die einzig wahren Wirtschaftsexperten.
Zwar waren bei denen, die das Manifest zur 30 Stunden-Woche unterschrieben haben, auch reichlich Ökonomen dabei, aber die sind vom anderen Ufer und haben keine Ahnung. Da ist sogar einer dabei -Bontrup oder so- der hat doch allen Ernstes mal gesagt, die Volkswirtschaftler sollten vielleicht mal bei Marx was lesen. Pah! – da kann man mal sehen, was für Traumtänzer das sind: Die haben noch nicht mal registriert, dass die DDR untergegangen ist. Marx! -lächerlich. Weiterlesen… »
Manchmal reicht ein Satz
Die ganze Absurdität dieser EU in einem Satz untergebracht:
Durch eine neue EU-Richtlinie für Verbraucherrechte können Onlineshops in Deutschland die kostenlose Rücksendung abschaffen.
Da freue ich ich mich doch als Verbraucher, wenn die Damen und Herren lange für meine Rechte gekämpft und endlich durchgesetzt haben, dass ich Retouren, die ich bis dato immer sehr missmutig kostenfrei zurückgeschickt habe -immer versucht, ein wenig Bares mit dazu zu packen- nun endlich sebst bezahlen kann.
Oberleistungsträgerspitzenversammlung
Da will man natürlich dazu gehören:
“Der Anblick all dieser reichen und bedeutenden Leute an einem einzigen Ort, denen noch dazu ein Haufen berühmter Intellektueller aufwartet – das weckt sogar bei völlig zynischen Beobachtern den gleichen Gedanken: Kommt die Revolution, stellen wir diese Leute als erste an die Wand.” Paul Krugman 2000 zum Treffen in Davos



