Erlkoenig

“Wenn Ihr Eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen, werdet Ihr sie brauchen, um zu weinen.” Sartre

Archiv ‘Neoliberalismus’

Die Null muss stehen

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Da is er wieder: Alle Jahre wieder träumen die Finanzminister vom ausgeglichenen Haushalt und auch Schäuble stellt in Aussicht, demnächst ohne Neuverschuldung auskommen zu wollen. Um dies zu erreichen plant er die gestzlichen Krankenkassen um ein paar Milliarden zu erleichtern, was darauf hinausläüft, das die sozialpflichtig Beschäftigten seine “Haushaltssanierung” bezahlen werden. Das kann er ruhigen Gewissens so machen, weil er sicher sein kann, dass seine Wählerschaft, die zu -warum auch immer-. einem großen Teil auch aus Arbeitern und Angestellten besteht und der jetzt zur Kassen gebeten wird, blöd genug sein wird, ihm zur geglückten “Sanierung” auch noch zu gratulieren. Der Deutsche mag einfach Leute, die ihn ausplündern und wird die Parteien, die dafür zuständig sind, sebstverständlich wiederwählen.

Geschrieben von willi

2014-03-11T15:15:03+00:00

Veröffentlicht unter Politik,Wirtschaft

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43 Millionen

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43 Millionen Menschen in Europa können sich, so berichten Hilfsorganisationen, nicht genug zu Essen leisten und müssen von Hilfsorganisationen und staatlichen Almosen am Leben gehalten werden, weil sie sonst schlichtweg vom Hungertod bedroht sind. Zeitgleich werfen wir die Hälfte der produzierten Nahrungsmittel einfach weg -leider nötig, weil die Preise sonst zu sehr verfallen- und überschwemmen Kontinente wie Afrika mit hochsubventionierten Nahrungsmittelexporten, allerdings stört uns in diesem Fall der Preisverfall weniger -schließlich sind es ja nur afrikanische Bauern, deren Existenzgrundlage dabei zerstört wird.

Fein, wie der Kapitalismus doch alles regelt und wie toll doch unsere, geradezu religiös verehrte “Marktwirtschaft” funktioniert. Den Rest übernimmt dann schon die Politik, mit Bankenrettungspaketen und einer alles verwüstenden Austritätspolitik für all die Länder, die ihren Bankern die fetten Ärsche retten müssten und nun von denselben Akteuren mit dem Kainsmal  “überschuldet” gebrandmarkt werden. Als Buße dürfen diese Länder ihre Wirtschaften nun tot sparen und die verordneten Kürzungen im Bereich von Löhnen, Renten und Sozialleistungen treffen wieder die, die schon vorher als Steuerzahler bluten mussten.

Freuen hingegen dürfen sich Leute wie Innenminister Friedrich: Wenn Europa sich so weiterentwickelt und die Zahlen der Menschen ohne Einkommen und Sozialversicherung -immerhin sind mittlerweile geschätzte 40% der Griechen ohne Krankenversicherung- so rasant weiter steigen, dürfte sich das “Flüchtlingsproblem” auf lange Sicht von selbst lösen. Welchen Sinn sollte es haben von einem Elend ins andere zu flüchten?

Aber kein Grund sich die Laune verderben zu lassen: Wir sind reicher als jemals zuvor und die Zahl der Millionäre in unserem Land ist gerade auf ein neues Rekordhoch geklettert. Daran wird sich auch nichts ändern, denn in Berlin reden nur noch die Parteien über eine Regierungskoalition, die sowohl alle Rettungspakete als auch alle Austeritätsmaßnahmen durchgewunken haben. Wenn sie also schon Millionär sind oder kurz davor sind, einer zu werden, besteht kein Grund zur Sorge -der deutsche Wähler hat in großer Eintracht dafür gesorgt, dass es ihnen auch in Zukunft gut gehen wird. Vielleicht zeigen sie sich erkenntlich und spenden bei Gelegenheit mal was für die örtliche Suppenküche.

Geschrieben von willi

2013-10-11T16:38:30+00:00

Kaum macht man’s richtig..

3 Kommentare

schon geit dat -sagt der Norddeutsche.

Am Endes des Tunnels ist Licht hat SPON herausgefunden und meldet, dass deutsche Unternehmen wieder anfangen Interesse an Investitionen in der Südschine zu entwickeln. Lohndumping funktioniert also -wäre ja auch schade gewesen, wenn’s nicht so wäre. Armut ist gut für’s Kapital, solange sich jemand findet, der die Nachfrage nach den Produkten finanziert. Warum nicht  die Chinesen oder die Inder?  Abgesehen davon besitzt der größte Teil der Menscheit immer noch kein Auto -das kann so nicht bleiben.

Sollte sich aus dem zarten Interesse der hiesigen Investoren ein Trend entwickeln -egal ob real oder auch nur von den neoliberalen Propagandabuden hoch geschrieben-  dann darf hier schon mal wieder über Reformen gesprochen werden, die die “Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland” verbessern und immer nur auf eines hinauslaufen: Arbeit muss billiger werden und deren Verfügbarkeit gesteigert.  Und ja, dass mit dem Mindestlohn ist natürlich Gift für den Wettbewerb -wissen schon.

Dass werden sicher auch die Wähler so sehen und  weiterhin brav hinter den Blockparteien hertrotten. Gejammert werden kann ja später in den Talkshows, wenn die Moderatorin ganz scheinheilig fragt, ob die Schere zwischen Arm und Reich den sozialen Frieden gefährdet, oder ob da gar ein europäischer Aufschwung an den Leuten vorbei geht.

Auf  ins vereinigte Billiglohn-Europa -sonst kommen die Chinese oder die Inder und überholen uns.

Geschrieben von willi

2013-04-05T16:27:38+00:00

No Child left behind

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Diese dummen Sozen müssen wirklich jeden Scheiß abkupfern, den die Neocons jemals in die Welt gesetzt haben. Denen ist glatt zuzutrauen, dass sie es nicht nur bei der Parole belassen,  sondern das Programm gleich mit kopieren. Was für ein peinlicher Haufen.

Schleiereule Steinmeyer im Tagesschauinterview:

“Dabei dürfe kein Kind zurückgelassen werden.”

Vielleicht hat aber auch nur ein PR-Berater herausgefunden, dass die Leute den Spruch toll finden. Immerhin ging die Kraft schon bei der letzten Landtagswahl damit hausieren.

 

Geschrieben von willi

2013-03-10T21:24:05+00:00

Veröffentlicht unter Gefährliche Wirrköpfe,Politik

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Wegen des großen Erfolgs wieder im Programm

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Von guten Dingen kann man nie genug haben und deshalb sollte man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern an der steigen Verbesserung weiterarbeiten. Gott sei Dank hat Deutschland kluge Ökonomen, die, wenn nötig, den “Reformstau” anmahnen und darauf drängen, den “Standort” Deutschland nach vorne zu bringen.

Unbedarfte neigen dazu, anzunehmen, es könnte schon reichen,  nur einen Teil Europas soweit niederzukonkurrieren, dass wir denen schon Geld geben müssen, damit sie unsere Waren überhaupt noch kaufen können.  Das ist natürlich naiv, denn es gibt auch in Europa schließlich immer noch Staaten, die noch nicht unterm Rettungsschirm leben und von uns ausgehalten werden müssen, damit sie nicht zusammenbrechen und als Kundschaft endgültig ausfallen.

Höchste Zeit also, mit der Agenda 2020 zu beginnen, denn hier wird immer noch viel zu wenig und zu kurz gearbeitet. Schließlich können wir uns auf  Dauer keine Lohnstückkosten leisten die zur Folge haben, dass es hier noch Leute gibt, die dermaßen viel Lohn bekommen, dass sie davon tatsächlich  leben können. Wozu gibt es schließlich so etwas wie Kombilöhne und Lohnsubventionen.

Es muss weiter liberalisiert werden, denn ohne die umfassende Deregulierung der Märkte – wie im Bereich des Finanzmarktes gesehen- sieht es mau aus mit Millardengewinnen für Banken und Konzerne  und wie der Armuts- und Reichtumsbericht gezeigt hat, verfügen die oberen 10% Prozent lediglich über Zweidrittel des Gesamtvermögens -ein Zustand, den sich kein Land auf Dauer erlauben kann, will es nicht Gefahr laufen, dass seine Leistungsträger aus Angst vor dauerhafter Verarmung scharenweise das Land verlassen.

Aber keine Sorge, in Deutschland wird das nicht passieren, weil wir unsere “Topökonomen” haben.  Die beraten die Bundesregierung und die schwäbische Hausfrau an ihrer Spitze, die uns auch ohne Glück, sicher noch eine Weile erhalten bleiben wird, wird ihnen sicher gerne zuhören, denn “Reformkanzlerin” hört sich für sie doch einfach zu gut an.

Zum Ansporn und als Hinweis darauf, dass dieses Land erst ziemlich aber noch nicht völlig fertig ist, zwei Schaubilder:

 

http://www.jjahnke.net
Da geht noch was!

Geschrieben von willi

2013-03-10T17:35:32+00:00

Das war es dann wohl mit der Schweiz

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Die Schweiz will die Managergehälter deckeln. Offenbar haben die nicht so viele kluge Ökonomen wie wir, sonst wüssten sie, dass nun alle guten Leute -also die echten Leistungsträger-  wegen der bescheidenden Verdienstmöglichkeiten in Scharen das Land verlassen werden. Das wird die die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz ruinieren und das Land sicher binnen 10 Jahren auf die Stufe eines Entwicklungslands zurückwerfen. Das sich dann noch Spitzenleute wie ein Schrempp oder ein Ron Sommer  in die Schweiz verirren, werden die sich da dann wohl endgültig abschminken müssen.

Geschrieben von willi

2013-03-04T04:05:44+00:00

Veröffentlicht unter Politik,Wirtschaft

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Dankend abgelehnt

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Oh  oh -die Italiener haben sich gründlich verwählt und nebenbei sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, was sie vom Goldman Sachs – Mann Monti halten,  indem sie ihm nur 9% der Stimmen gaben. Sieht schwer danach aus als hätten die Italiener keine Lust mehr weiter am, “unabdingbare Reformen” genannten Masenverarmungsprogramm Teil zu nehmen.

Das ist ein klares Zeichen von jugendlicher Unzurechnungsfähigkeit und Wunderglaube im Fortgeschrittenen Stadium weiß SPON zu berichten. Das Chaos ist ausgebrochen sagen die Jungs aus der Finanzetage und Italien jetzt unregierbar.
Das sieht nach Popcorn aus für die nächsten Wochen.

Wesentlich entspannter scheint man da in Griechenland zu sein,  wo man offensichtlich davon ausgeht, dass die Trojka, die dieser Tage wieder zu Besuch kommt, um die Regierung zu kontrollieren, die sich die Griechen letztes Jahr wählen durften, zwar wieder Rummosern aber am Ende auch weiterhin die Gläubiger nicht hängen lassen und die nächsten Hilfszahlungen auf den Weg bringen wird.  Bankenrettungsroutine eben und den Griechen ist bei 26% Arbeitslosigkeit (62% bei den unter 24 jährigen) auch irgendwie der Reformeifer abhanden gekommen.

Sieht fast so aus, als seien Italiener und Griechen nicht mehr bereit, sich weiterhin  für die neoliberalen Glücksversprechen der Trojka malträtieren zu lassen.

Geschrieben von willi

2013-02-26T19:49:43+00:00

Veröffentlicht unter Politik,Wirtschaft

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Schwarz-Gelb-Grün-Ral 3007 wählen

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= Ral 3007 oder auch schwarzrot, stellvertretend für die SPD

Auf gar keinen Fall die Linken wählen, denn dies führt unweigerlich zum sofortigen Untergang der Zivilisation. Wenn schon nicht die 100% – Besteuerung uns erledigt -oder waren es 75?, egal-  dann würde  spätestens die 30 Stundenwoche uns alle vernichten. Das sagen alle angesehen Ökonomen, die wichtig sind -also alle, die in den Talkshows herumlungern, die Regierung beraten, oder in den von Industrie und Arbeigeberverband gesponserten Instituten Hof halten. Und die müssen es wissen, schließlich sind das die einzig wahren Wirtschaftsexperten.

Zwar waren bei denen, die das Manifest zur 30 Stunden-Woche unterschrieben haben, auch reichlich Ökonomen dabei, aber die sind vom anderen Ufer und haben keine Ahnung. Da ist sogar einer dabei -Bontrup oder so- der hat doch allen Ernstes mal gesagt, die Volkswirtschaftler sollten vielleicht mal bei Marx was lesen. Pah! – da kann man mal sehen, was für Traumtänzer  das sind: Die haben noch nicht mal registriert, dass die DDR untergegangen ist. Marx! -lächerlich. Weiterlesen… »

Geschrieben von willi

2013-02-11T21:14:30+00:00