Erlkoenig

“Wenn Ihr Eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen, werdet Ihr sie brauchen, um zu weinen.” Sartre

Archiv ‘Ponzi Sheme’

Gestern war Dienstag

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Gestern war ja Dienstag…

Damit ist eigentlich alles gesagt und ehrlich gesagt kann ich das ganze Geschwafel zur Verschleierung des wahrscheinlich größten Raubzugs, den die Geldverleiher jemals auf Kosten der Allgemeinheit angezettelt haben, nicht mehr hören. Solange die Finanzierung der Gemeinwesen von privaten Geldgebern abhängt bleiben die Staaten deren Knechte und man kann sich das ganze Gesäusel von Freiheit und Demokratie getrost sparen, denn die beruhen letztlich auf  nichts anderem als der Gnade der Gläubiger, die in dem Augenblick erlischt, wenn die ihre Profite gefährdet sehen. Was dann kommt sehen wir jetzt und lässt sich am ehesten mit der Schutzgelderpressung vergleichen, wie sie die Mafia praktiziert: “Sichert unsere Profite oder wir lassen eure Länder untergehen.”

Das ist nicht schön und sieht natürlich auch nicht gut aus, wie man derzeit an endlosen Rettungsgipfeln und den zahlreichen Lügen darüber erkennen kann, wen es denn nun eigentlich zu retten gilt: Die Griechen?, den EURO?, das Finanzsystem? oder doch die deutsche Exportwirtschaft?
Deshalb soll es ja auch  Zukunft mit dem ESM ein Einrichtung geben, die das alles diskret im Hintergrund regelt, damit unsere Spitzenpolitiker nicht mehr gar so erbärmlich aussehen, wenn sie sich mal wieder vor den Banken in den Staub werfen und versprechen müssen, den Bürgern in Zukunft noch mehr Geld ab zu pressen, damit die Geldverleiher ihre Paläste auch in Schuss halten können. Dann sieht die EU wieder schön aus. Wir können Merkel und Sarkozy wieder mit den  blauen Sternenfähnchen zuwinken, während die Jungs vom ESM die Drecksarbeit verrichten und die Völker mit den Folterwerkzeugen aus Junckers Keller malträtieren.

Wir gehen tollen Zeiten entgegen.

Kleiner Nachtrag: Pofalla hat hoffentlich schon ein paar Betablocker eingeworfen, denn die wird er brauchen, da sein spezieller Freund Bosbach angekündigt hat, bei der nun anstehenden Abstimmung über den erweiterten ESFS erneut dagegen zu stimmen, weil er keine Lösung darin sieht. Bosbach will sich ja angeblich in Kürze aus der Politik zurückziehen und braucht deshalb weder alles blind abnicken, was die Fraktion so vorschlägt, noch seine Hände in Unwissenheit waschen, wie es viele Kollegen tun, denen es nicht zu blöd ist, zuzugeben, dass sie gar nicht wissen, worüber da eigentlich abgestimmt wird.

Geschrieben von willi

2011-10-26T13:03:10+00:00

All In

2 Kommentare

Jawoll! Endlich werden mal richtige Beträge aufgerufen. Mit Milliarden kommt man ja nicht weit heutzutage. Merkel, Schäuble und Sarkozy  gehen davon aus, das zwei Billionen reichen sollten.

Das wird die Vermögenden freuen, das die Zinsen ihrer Staatsanleihen jetzt von allen Europäern erarbeitet werden und sie sich nicht mehr mit den eh nur herumstreikendene Griechen oder mit den Spaniern und ihren spinnerten Träumen von echter Demokratie und Jobs für mehr als zwei Drittel der jungen Leute abplagen müssen. Ab sofort haben sie die Garantien der 6 verbliebenen EU-Einzahler, dass sie alles bezahlen wollen.

Damit ist die Krise endgültig vorbei -oder glaubt jemand, dies sei nicht die endgültige, absolut ultimative und definitive Rettung des Finanzsystems. Also Schluss mit der Ketzerei. Die Steuerzahler haben den Zockern gezeigt was eine Harke ist.

Geschrieben von willi

2011-10-19T10:43:22+00:00

Veröffentlicht unter Wirtschaft

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We told you so

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Schäuble möchte irgendwann private Anleger an den “Rettungspaketen” beteiligen. Seit geraumer Zeit nun schon winkt der Wolfgang mit dem Zaunpfahl und lässt immer wieder mitteilen, dass die, die sich trotz all der Warnungen immer noch nicht von ihren griechischen Staatsanleihen getrennt haben irgendendwann demnächst am Arsch sind.
Zunehmend haben die ein Einsehen und trennen sich nach und nach von ihren Anleihen und wenn es so weiter läuft wird  -Überraschung !- kein privater Anleger mehr da sein, den man beteiligen könnte und damit hätte man dann auch diese Kosten erfolgreich sozialisiert.

Geschrieben von willi

2011-06-16T09:47:54+00:00

Fallschirm

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Das Geldverdienen wäre den Großbanken fast verleidet worden, als ihnen beim Platzen der amerikanischen Immobilenblase zu dämmern begann, dass sie auf einem riesigen Berg wertloser Derivate zu sitzen gekommen waren. Bekanntlich musste daraufhin in sehr kurzer Zeit in dramatischen Nachtsitzungen die Erkenntnis reifen, dass die Verursacher des Spektakels allesamt systemrelevant und deshalb sakrosankt sind und deshalb unbedingt gerettet werden mussten.

Das musste damals alles sehr schnell gehen und die Geschichte war nichts für schwache Nerven. Um ein Haar wäre dabei sogar die gute Stimmung beim Geburtstag des Herrn Ackermann im Kanzleramt, seines Zeichens Chef der Deutschen Bank, gefährdet gewesen. Bekanntlich nahm alles ein gutes, genau genommen ein dickes Ende, das dann auf die Steuerzahler zu kam. Es fehlte zwar nicht an Geschrei, von wegen der Staat lasse sich nicht erpressen und man müssen den Spekulanten das Handwerk legen usw., doch unterm Strich gelang eine saubere Sozialisierung der Verluste und selbst die größten Banker-Pfeifen kamen mit angemessenem Schmerzensgeld aus der Nummer raus.

Doch wer dachte, es bleibe bei leeren Versprechungen und vagen Absichtserklärungen sieht sich getäuscht, denn zumindest was die Erpressung angeht macht soll jetzt Ernst gemacht werden. Es wird geplant, sich nie wieder von Banken erpressen zu lassen und stattdessen lieber freiwillig zu zahlen. Realisiert werden soll das Ganze über die Einrichtung eine europäischen Währungsfonds, der Not leidenden Staaten helfen soll, von denen gerade der erste das Behandlungszimmer betreten hat, währen im Wartezimmer noch diverse andere Kandidaten herumsitzen.

Zwar sieht der Vertrag von Maastricht nicht vor, dass die EU Staaten aus der Patsche hilft, die sich nicht an die Stabilitätskriterien halten und denen dann irgendwann das Geld ausgeht, aber es geht ja auch nicht primär um die Hilfe für in stabilitätspolitische Ungnade gefallene Mitgliedsstaaten, sondern eigentlich um einen neuen Rettungsschirm für Investoren, die sich natürlich angesichts der explodierenden Staatsverschuldung vieler Länder ernsthaft fragen, ob nicht schon der ein oder andere Schuldner “subprime” ist und nach dem Platzen der Immobilienblase womöglich die ganz große Bondblase hochgeht. (Die ersten Wetten hierzu laufen ja bereits.)

Das möchte man natürlich nicht erleben und da das Finanzwesen mit seinen ungedeckten Währungen eh reine Vertrauenssache ist, braucht es eine Auffangmöglichkeit für den Fall der Fälle. Wo kämen wir hin, wenn die Zentralbanken über die Validität von Staatsanleihen nachdenken müssten und wie soll sonst das Ponzischema des Kreditwesens weiterlaufen?

Ein europäischer Währungsfond, ausgestattet mit ähnlichen Folterwerkzeugen, wie die des großen Bruders IWF, deren “Erfolgsliste” totsanierter Volkswirtschaften mittlerweile eine stattliche Länge aufweist, soll in Zukunft die Stabilität der Eurozone sicherstellen.

Im Moment wird eifrig an einem Konzept gebastelt und die Aussichten, dass die Kanzlerin bald vor die Presse treten und stolz die Gründung eines Europäischen Fond für Wachstum, Wohlstand und Stabilität vorstellen darf sind gut. Sicher wird auch davon die Rede sein, dass man einen wirksamen Schutz gegen die Spekulation und die Gier der Finanzmärkte geschaffen hat und dergleichen Schönes mehr.

Die Idee eines Europäischen Währungsfonds (EWF) stammt nicht aus der Politik, sondern von den Ökonomen Daniel Gros und Thomas Mayer. Gros ist Leiter des in Brüssel ansässigen Centre for European Policy Studies (Ceps). Mayer ist seit kurzer Zeit Chefvolkswirt der Deutschen Bank.

Wenn der Chefvolkswirt der deutschen Bank mit an Bord ist muss man sich ja keine Sorgen machen, denn was gut ist für die deutsche Bank ist bekanntlich auch gut für Deutschland -sonst hätte sich Angie die Geburtstagsparty  für Joe ja auch schenken können.

Geschrieben von willi

2010-03-12T15:49:41+00:00

ZAF: Die Politik-Soap kommt

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Das wurde aber auch Zeit. Jetzt kommt endlich die Dayly Soap zur Finanzkrise und ermöglicht es den Zuschauern mit Peer und Angie mitzufiebern, wenn es wieder mal darum geht, Unsummen für die Finanzindustrie zu versenken.

Das wird bestimmt spannend, wenn Peer wieder denkt, er habe alles im Griff und das schlimmste sei überstanden aber dann klingelt plötzlich das Telefon. Wieder ein Investor, der Opfer der skrupelosen Papierschnitzeldealer geworden ist. Ein großer Teil seiner Gewinne aus dem letzten Privat Equity-Deal, einem grandiosen Buy-Out mit anschließender Zerschlagung des Unternehmens,  ist in dubiosen Derivaten Investiert, die sich nicht mal mehr verpackt verkaufen lassen. Er ist zu spät ausgestiegen und der ganze Kram nun wertlos.  Dabei wollte er doch nur sein Geld ein wenig für sich arbeiten lassen – warum auch nicht. Bei 25% Rendite. Sein Banker kann nichts für ihn tun, verweist aufs Kleingedrukte und ist mittlerweile eh abgefunden und raus aus dem Job.

Peer ist alarmiert und besorgt: Noch ein Rettungsschirm? ein Hilfspaket? Was könnte für ihn rausspringen. Ein neuer Job vielleicht, falls er die Wahl nicht überlebt? Nach kurzem Überlegen greift er zum Telefon und wählt eine Nummer…

Abspann. Wen ruft Peer an? Kann er helfen? Schalten sie auch morgen wieder ein…

ZAF hat das Plakat zur Sendung schon fertig.

Geschrieben von willi

2009-05-18T16:48:59+00:00

Pranger 13052009

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Zinsen (13.5.2009)

Zinsen werden heute mit der größten Selbstverständlichkeit kassiert und gezahlt, weil jeder davon ausgeht, dass Zinsen zum Wirtschaftsleben einfach dazugehören. Dabei gibt es keinen größeren Sprengsatz für das Wirtschaftsleben, als eben diese Zinsen.

Angefangen hat das zu einer Zeit, als die Menschheit von Viehzucht gelebt hat. Wer eine Kuh für ein Jahr verleiht, dem entgeht die Milch, welche die Kuh in dieser Zeit gegeben hat. Außerdem bekommt er eine Kuh zurück, die ein Jahr älter ist, also an Wert verloren hat. Dafür möchte er natürlich einen Ausgleich haben, eben die Zinsen. Schon für Ackerbauern sieht die Angelegenheit anders aus: Wer Getreide verleiht, bekommt nach einem Jahr Getreide aus der neuen Ernte zurück. Hätte er sein Getreide nicht verliehen, wäre es von Mäusen gefressen worden, es wäre ausgetrocknet, hätte an Wert verloren. So bekommt er nach einem Jahr seinen gesamten Wertverlust ersetzt. Wieso sollte er dann auch noch Zinsen erhalten?

Natürlich kommen jetzt die Kapitalisten mit dem schönen Satz: Selber essen macht fett. Natürlich wird das nicht so direkt und eindeutig verständlich gesagt, sondern das Bild vom bemitleidenswerten Darlehensgeber beschworen, der die eigene Familie darben lässt, um dem Nachbarn in schwerer Not zu helfen, und damit ein Anrecht auf eine kleine Belohnung hat. Vom großen Kapitalisten, der zwanzig Bauern für sich schuften lässt, selbst keinen Finger krümmt und von den abgepressten Zinsen herrlich und in Freuden lebt, wird hingegen nur selten gesprochen. Und wenn doch, dann nur von bösen Kommunisten oder noch böseren Antisemiten.

Um das Wesen und die Sprengkraft der Zinsen zu beschreiben, komme ich leider nicht ohne Zahlen aus. In der folgenden Tabelle führe ich das bekannte Beispiel vom “Josephspfennig” auf. Man nimmt dabei an, dass der biblische Joseph dem Sohn seiner Frau (die eigene Vaterschaft wird ihm per Indizienbeweis abgesprochen) bei dessen Geburt ein Sparbuch eingerichtet habe, mit einem einzigen Pfennig bzw. einem Cent als Startguthaben. In der Tabelle habe ich aufgeführt, wie schnell der kleine Jesus bei welcher Verzinsung Euro-Millionär geworden wäre, also 100 Millionen Cent auf seinem Konto angesammelt hätte.


Ein Prozent Zinsen, das gibt es auf ein Sparbuch in schlechten Zeiten, wie wir sie derzeit unter Angela Merkel erleben. Gelegentlich gibt es sogar noch weniger, 0,75 Prozent oder 0,50 Prozent. Das andere Ende, die zehn Prozent, sind weniger, als die meisten Menschen in Merkel-Deutschland für einen Dispokredit berappen müssen. Da werden gerne mal 13,75 Prozent genommen und richtig teuer wird es, wenn das Dispolimit überschritten wird, dann werden daraus 18,5 Prozent oder noch mehr.

Nimmt man die Verzinsung von Bundesanleihen, die fünf Prozent, so hätte die Familie derer von Nazaret kurz nach dem Ende des weströmischen Imperiums ein Vermögen von 374,5 Millionen Euro besessen, die Jahr für Jahr 18,725 Millionen Euro Zinsen abwerfen und so für ein auskömmliches Leben sorgen. Das heißt, während im Rest der Welt sich die Bauern die Finger blutig schuften, hätte dieser auserwählte Clan dank des einen gut angelegten Cents die ganzen folgenden Jahrhunderte hindurch schwer reich und ohne Arbeit prassen können.

Ich weiß, es handelt sich dabei um ein Gedankenmodell, ich lasse es auch gleich mit der Realität kollidieren. Stellen wir uns vor, Ihr Urgroßvater hätte nicht einen Pfennig, sondern gleich 1.000 Goldmark in zehnprozentigen Staatspapieren angelegt. Gehen wir in obige Tabelle, ergäbe das nach hundert Jahren 12.527.380 Goldmark. Nur, leider, wurde die “Goldmark” 1923 im Verhältnis eins zu einer Billion abgewertet, selbst wenn es damals schon zwölfeinhalb Millionen gewesen wären, die Inflation hätte das Vermögen vollständig vernichtet.

Der Josephs-Quadrans (ein Viertel As, die damals kleinste römische Münze) wäre schon unter den römischen Kaisern entwertet worden, denn schon diese Herrschaften erlagen dem Zauber der Inflation. Das funktionierte damals nach dem gleichen Prinzip wie heute: man prägte höhere Werte auf die Münzen. Was zu Zeiten von Augustus noch aus reinem Silber geprägt worden war, hat 300 Jahre später kein Silber mehr gesehen, obwohl rein formal der gleiche Wert darauf gestanden hat.

Damit wären wir bei einem weiteren Argument für Zinsen angelangt: Da das Geld fortwährend an Welt verliert, müssen Geldbesitzer, die ihr Geld verleihen, für diesen Verlust entschädigt werden. Das ist jedoch ein Zirkelschluss: Zinsen vermehren Geld, mehr Geld entwertete das vorhandene Geld, die Geldentwertung erfordert Zinszahlung.

Ich komme auf diesen Mechanismus noch zurück, ich möchte vorher noch auf eine üble Praxis der Antike eingehen, die vereinzelt bis in die Neuzeit fortgesetzt worden ist: die Steuerpacht. Rom hat seine Provinzen oft an Steuerpächter überlassen. Der Steuerpächter hat dem Senat eine Steuerzahlung in festgelegter Höhe zugesichert und diese Steuern aus der eigenen Tasche bezahlt. Das hat er natürlich nicht aus Menschenfreundlichkeit getan, sondern er hat die Steuern bei seiner Provinzbevölkerung wieder eingetrieben, mit Zins und Zinseszins. Es war damals üblich, dass ein römischer Adliger arm das Amt eines Stadthalters übernommen hat, um nach fünf Jahren schwer reich wieder nach Rom zurückzukehren. Dort wurde er oft genug vor Gericht gestellt, um ihm den Reichtum wieder abzunehmen. 48 Prozent Zinsen pro Jahr für die vorgestreckte Steuer wurden damals nicht als sittenwidrig angesehen, und wollte oder konnte die Provinz nicht zahlen, kam die römische Armee zum Inkasso.

Falls Sie sich jetzt an Kredithaie erinnert fühlen – ja, das ist richtig. Das ist Antike pur, es funktioniert heute so gut wie damals. Sogar die kräftigen Männer, die bei Bedarf das Geld eintreiben, gibt es noch. Nur die Schwerter und Rüstungen sind außer Mode gekommen.

Zinsen haben für den, der sie erhält, die angenehme Eigenschaft, dass er Einnahmen erzielt, ohne dafür zu arbeiten (“Leistungsloses Einkommen”). Für den, der sie bezahlen muss, ist damit die unangenehme Eigenschaft verbunden, dass er mehr arbeiten, mehr leisten muss, um die Zinsen zu bezahlen (“Zinsknechtschaft”).

Die beste aller Zinswelten

Ein weiteres Argument für Zinsen ist, sie seien der Anreiz für den Kapitalbesitzer, sein Geld nicht in der Schatulle zu lassen, sondern es in den Kreislauf der Wirtschaft zu geben. Nehmen wir eine Goldwährung, die Dukaten. Golddukaten gibt es wirklich, das sind kleine, dünne Münzblättchen, die 3,45 Gramm Gold enthalten. Der aktuelle Preis für eine beträgt etwa 75 Euro. Das heißt, 20 Dukaten (netto) genügen, um einen Monat lang auskömmlich zu leben. Bekommen Sie 25 Dukaten, mästen Sie mit dem Überschuss Ihr Sparschwein. Die Münze besteht aus einer Goldlegierung, sie läuft nicht an, sie rostet nicht, wenn Sie konsequent sparen, besitzen Sie nach 30 Jahren 1.800 Dukaten, ohne je einen Cent Zinsen erhalten zu haben. Von dem Geld könnten Sie siebeneinhalb Jahre wie bisher weiterleben, Sie hätten die sicherste Rente von allen.

Jetzt kommt ein sehr wortgewandter Mann von der Sparkasse zu Ihnen und jagt Ihnen Angst ein. Jeder Einbrecher in der ganzen Stadt wäre hinter Ihrem Sparschwein her, wenn Sie das Tierchen verstecken, würden Ihre Kinder das niemals finden und sollte Ihr Haus abbrennen, müsste man ewig in den Trümmern suchen. Es sei doch viel besser, das Geld ihm anzuvertrauen. Im Tresor der Sparkasse läge es so viel sicherer, da würde jeder Einbrecher scheitern. Ihre Erben wüssten jederzeit, wo das Geld aufgehoben ist, und sollte Ihr Haus abbrennen, der Tresor der Sparkasse würde das nicht einmal merken. Und während Sie sich noch fragen, was Sie für diese Dienste bezahlen müssen, eröffnet Ihnen der Schlipsträger, das alles sei nicht nur kostenlos, die Sparkasse würde Ihnen sogar noch Geld dafür bezahlen, dass sie Ihr Geld sicher aufbewahrt.

Das klingt so gut, dass Sie sich ärgern, dass der nette Herr nicht schon vor 30 Jahren bei Ihnen aufgetaucht ist. Was Sie nicht sofort sehen, sind die Nebenbedingungen. Der Anzugträger möchte nämlich bezahlt werden, der Tresor der Sparkasse kostet Geld, das Gebäude, in dem der Tresor steht, kostet Geld, die Leute, die in der Sparkasse arbeiten, kosten Geld, der Chef, der dort nicht ganz so viel arbeitet, kostet mehr Geld, sogar die Putzfrau, die jeden Abend mit ihrer Hutnadel den Tresor öffnet, um dort das Geld abzustauben, kostet Geld.

Jetzt raten Sie einmal, wer das Geld bezahlt, das diese Sparkasse kostet? Nicht Herr Müller aus Berlin oder Scheich Alimente bin Dschihad aus Weitfortistan, sondern SIE. Bleiben wir bescheiden, wir haben eine Goldwährung, es gibt keine Inflation. Sie bekommen ein Prozent Zinsen, derjenige, der sich Ihr Geld von der Sparkasse leiht, zahlt fünf Prozent. Sie bekommen pro Jahr 18 Dukaten, der Entleiher zahlt 90 Dukaten und von den 72 Dukaten Differenz lebt die Sparkasse.

Aber wieso zahlen Sie diese 90 Dukaten, obwohl Sie gar nicht der Entleiher sind? Der Entleiher ist der Bäcker, bei dem Sie Ihre Brötchen kaufen. Der Bäcker muss die Zinsen wieder hereinholen, deshalb schlägt er das Geld auf den Preis der Brötchen auf. Diese Brötchen kaufen nicht nur Sie, sondern auch Ihr Metzger, der das Geld, das er für die Zinsen in den Brötchen bezahlen muss, auf seine Wurst drauflegt. Sie bezahlen also über den Metzger einen weiteren Anteil an Zinsen Ihres Bäckers. Ihr Vermieter kauft ebenfalls diese Brötchen, er schlägt den Preis auf die Miete auf. Er geht zum selben Metzger, also… Mit anderen Worten: Die Sparkasse arbeitet nicht so kostenlos, wie der Schlipsträger Ihnen eingeredet hat, sondern greift kräftig in Ihre Tasche. Ihre Altersvorsorge reicht jetzt nicht mehr 90 Monate, sondern nur noch 80 Monate, weil die Sparkasse Ihnen so prächtig hilft.

Wir haben keinerlei Geldentwertung, wir haben kein leistungsloses Einkommen (höchstens den Sparkassendirektor), wir haben keine wirkliche Zinsknechtschaft (der Bäcker schlägt die Zinsen ohne Probleme auf seine Brötchen um). Trotzdem sind 12,5% Ihrer Altersversorgung weg. Weil Ihr Sparschwein das nicht getan hätte, braucht es auch keinen Anzug und keine Krawatte.

In der Realität geht es noch weitaus schlimmer zu: Ungefähr 90 Prozent der Bevölkerung der BRD bezahlen mehr an Zinsen für Andere, als sie selbst an Verzinsung für Ihr Kapital erhalten. Nur zehn Prozent verdienen mit Zinsen Geld. Anders ausgedrückt: Neun Menschen müssen mehr arbeiten, im Hamsterrad die Zinsen erwirtschaften, die der zehnte genüsslich einstreicht. Interessanter Weise dies dieselben Zahlen, die den Merkel-”Aufschwung” kennzeichnen: 90% der Bevölkerung hat während dieser “guten” Jahre Vermögen verloren, nur 10% haben gewonnen, also von der ganzen Merkelei profitiert.

Die reale Zinswelt

Im täglichen Leben bezahlen wir nicht mit wertstabilen Dukaten, sondern mit bedrucktem Papier, auf dem als Wertangabe “Euro” steht. Dieser schöne Euro ist ein enger Verwandter von Honeckers Aluchips, der von Westlern gerne als Spielgeld bezeichneten Mark der DDR. Wobei die DDR sogar noch seriöser gearbeitet hat, denn deren Währung wurde vom Staat kontrolliert und stabilisiert, der Euro unterliegt dem freien Spiel der Kräfte. Seit seiner Einführung hat der Euro im Schnitt 60% seines Wertes verloren – in den Jahren 2002 bis 2009. Mein Verleger wollte das Buch “Die spirituelle Welt” für 27,95 Euro herausbringen. Ich habe ihn auf 24,95 Euro heruntergehandelt und das als überschaubaren Preis angesehen. Das ist heute ein gängiger Buchpreis, aber es sind 48,78 DM. “Optisch” wäre der Preis damals 49,80 DM gewesen – und ich gebe zu, selbst als gut bezahlter Softwareingenieur habe ich zu DM-Zeiten nur wenige Bücher in dieser Preisklasse gekauft.

Die Westmark hatte bei ihrer “Geburt” einen Referenzwert, die Ostmark nur den Zwang des Staates, dieses Zeug als Zahlungsmittel zu verwenden. Bei der guten alten D-Mark hieß die Referenz Dollar und die Referenz des Dollars war Gold. Diese doppelte Referenzierung wurde 1971 aufgehoben, statt dessen wurde eine lockere Bindung an einen realen Wert eingeführt. Die Mark “floatete” gegenüber dem Dollar, sie wurde also zum Tageskurs gehandelt, und der Dollar floatete gegenüber dem Erdöl. Das Rom der Neuzeit, die USA, hielt und hält mit ihren Legionen die Erdölprovinzen besetzt, ihre Steuerpächter sind die arabischen Potentaten, die dank des Erdöls sagenhaft reich geworden sind.

Der Euro ist mit den schlechtesten Eigenschaften beider Welten ausgestattet. Wie bei der Ostmark besteht sein innerer Wert aus dem Zwangsdiktat des Staates, dieses Zeug als Zahlungsmittel zu verwenden. Wie bei der Westmark ist der Euro ein Schuldgeld, das durch einen doppelten Buchungsvorgang in die Welt gesetzt wird. Jeder Euro entsteht auf eine Weise, die ein Physiker namens Stephen Hawking beschreibt, um ein Schwarzes Loch auszudünnen: Es gibt einen positiven Euro (Guthaben) und einen negativen Euro (Schulden). Kämen beide zusammen, würde sie sich auflösen und verschwinden. Der Trick ist, beide zu trennen. Das Guthaben wird irgendwo verbucht, die Schulden woanders. Das so aus dem Nichts geschaffene Geld wandert weiter, von Konto zu Konto, die Schulden häufen sich ebenfalls irgendwo an.

Während für Hawking ein Teilchen entkommt, das andere im Schwarzen Loch verschwindet, also in der Bilanz das Schwarze Loch um dieses Teilchen erleichtert wurde, verschwindet der negative Bruder des Euros nicht. Er bleibt in der Bilanz stehen und er wird verzinst. Das Schwarze Loch der Zinswelt verschwindet nicht, es wächst mehr und mehr an. In der realen Zinswelt werden aus 1.800 Euro Guthaben und 1.800 Euro Schulden nach einem Jahr 1.818 Euro Guthaben und 1.890 Euro Schulden. Da die Konten ausgeglichen werden müssen, steht die Differenz von 72 Euro ebenfalls als Guthaben in den Büchern, allerdings nicht bei demjenigen, der das Geld verliehen hatte, sondern bei der Bank, als deren Gewinn.

Im Beispiel mit den Dukaten wäre das nicht gegangen, denn hätte man für diese Differenz reale Dukaten benötigt, die kleinen, dünnen Blättchen aus Gold. Mit Papiergeld ist das keinerlei Problem. Wobei Papiergeld der falsche Ausdruck ist, denn das gedruckte Geld ist nur eine Erscheinungsform des tatsächlichen Geldes, gewissermaßen die sichtbare Spitze des Eisbergs. Das “wirkliche” Geld ist virtuell, existiert als Bits und Bytes in den Computern der Banken. Geld zu fabrizieren ist so leicht, wie Zahlen in einen Taschenrechner eintippen, Guthaben und Schulden verteilt der Rechner der Bank entsprechend. Wir kennen längst das Verhältnis: Neun Zinsknechten steht ein auserwählter Guthabenbesitzer gegenüber. Neun Arme bezahlen einen Reichen, damit dieser noch reicher wird.

Reichtum

Wirklicher Reichtum entsteht nicht durch Arbeit oder Leistung, das gehört zu den großen Lügen unserer Gesellschaft. Es gibt hin und wieder ein paar Ausnahmen, den Erfinder mit einer bahnbrechenden Entdeckung, den Künstler, der Millionen Platten verkauft. Doch der normale Erfinder wird finanziell ausgehungert, bis er seine Erfindung für ein paar Brosamen hergeben muss, der normale Künstler wird nicht gefördert und durch die Medien gereicht, sondern kann froh sein, wenn er durch kleine Auftritte sein Leben fristen kann.

Wirklicher Reichtum entsteht, indem man anderen Leuten das Geld abnimmt. Das Rothschild-Manöver nach der Schlacht von Waterloo war ein offener Betrug: Er hat verbreiten lassen, Napoleon hätte gesiegt, damit eine Börsenpanik ausgelöst und so billig eingekauft. Als sich die Wahrheit herausstellte, schossen die Aktien in neue Höhen und der Reichtum der Rothschilds wurde sprichwörtlich. Heute vollziehen sich die Börsenmanipulationen unauffälliger, hinter den Kulissen. Ob Enron oder em.tv, es gibt Leute, die haben damit richtig Geld verdient, als die Blase aufgepumpt wurde, und rechtzeitig verkauft, bevor sie geplatzt ist.

Bei der Deutschen Telekom wurde das Geld der kleinen Anleger eingesammelt, dann in die USA transferiert und die Aktienkurse brachen zusammen. Bei Lehman Brothers wurden deutschen Rentnern ach so sichere Zertifikate aufgeschwatzt, die heute wertlos sind. Der aktuell größte Börsenbetrüger Madoff hat 50 Milliarden Dollar “vernichtet”. Aber, wie Rothschild richtig erklärt hat, das Geld ist nicht weg, das hat jetzt nur ein Anderer. Jemand, der dadurch reich geworden ist. Es ist gewiss ein reiner Zufall, dass das Bindeglied zwischen Rothschild, der Deutsche Telekom (“Ron Sommer”), den Lehman Brothers und Bernie Madoff die jüdische Religion der Akteure ist. Ein überzeugendes Argument zur Haltlosigkeit des Antisemitismus’ ist es allerdings auch nicht.

Reichtum entsteht durch Umverteilung. Als die Sowjetunion zerfallen ist, fielen die meisten Russen in ein finanzielles Nichts. Ein paar, die zufällig ebenfalls der von Gott so offensichtlich gesegneten mosaischen Religion anhingen, wurden zu milliardenschweren Oligarchen. Die Abwicklung der DDR wurde dank des damals verantwortlichen Staatssekretärs Horst Köhler zu einem überaus einträglichen Geschäft für die westdeutschen Banken. Für den damals entstandenen Schaden zahlen wir alle noch unseren Solidaritätszuschlag.

Reichtum erzeugt Zinseinnahmen und Zinseinnahmen sorgen für noch mehr Reichtum. Die Umverteilung durch Zinsen funktioniert nach den gleichen Prinzipien, durch die größere Vermögen angehäuft worden sind: Das Geld von vielen Leuten wird in einer Hand konzentriert. Das können arme Leute sein, wie die von den Oligarchen ausgeraubten Russen, die deutschen Rentner mit Lehman-Zertifikaten oder die Telekom-Opfer. Es können genauso gut reiche Leute sein, wie bei den Börsenmanipulationen der Rothschilds oder dem betrügerischen Schneeballsystem von Madoff.

Geld in den “richtigen” Händen ist eine brutalere Vernichtungswaffe als alle Atombomben. Geld stürzt ganze Völker in Armut, Hunger und Elend. Der Reichtum des Südens hat den amerikanischen Bürgerkrieg ausgelöst, die Befreiung der Sklaven hat keinen interessiert, sie wurde zu Propagandazwecken nachgeschoben. Geld, die wachsende Präsenz deutscher Produkte auf den Weltmärkten, führte zum ersten Weltkrieg, um die Handelskonkurrenz auszuschalten. Geld, das Ausscheren des mittellosen Deutschen Reiches aus dem von den Finanzhäusern kontrollierten Welthandel, führte zum zweiten Weltkrieg. Raubkriege wurden als brutalste Vernichtungskriege geführt, denen nachträglich ein humanitäres Mäntelchen umgehängt worden ist.

Zinsen bedeuten leistungsloses Einkommen für einige Wenige, für die durch göttliche Gnade Auserwählten. Zinsen bedeuten Knechtschaft für Milliarden, die dadurch ausgebeutet werden und unablässig im Hamsterrad rennen müssen. Schlimmere Diktaturen, als der Nationalsozialismus je hätte werden können, werden von der “Gemeinschaft der zivilisierten Völker” mühelos toleriert, wenn sich ein Raubkrieg gegen sie nicht lohnt, die Siegesbeute zu gering ist.

Der Holocaust ist heute nicht nur eine neue Religion mit eigenen Heiligen und eigenen Teufeln, sondern zugleich eine registrierte Schutzmarke. Wenn es jemand wagt, Holocaust™ für eigene Zwecke zu verwenden, zum Beispiel als “Abtreibungs-Holocaust” oder “Hunger-Holocaust”, begehren die Rechteinhaber der Handelsmarke (das hochgestellte “TM” steht für “Trademark”) auf. Das ist nicht anders, als würde jemand seine Limonade “Orangen-Coca-Cola” nennen. Mit den toten Armeniern im ersten Weltkrieg ist kein Geld zu verdienen, mit den Opfern von Stalin, Mao und Pol Pot ebenfalls nicht, nur mit Holocaust™ funktioniert das. Hier wird Geld schnell eingetrieben, aber nur ganz gemächlich und nach umfassender Prüfung an die Opfer verteilt. Und sollte in der Zwischenzeit Geld verloren gehen, weil sich jene, die das Geld verwalten, daran bedienen, wird eben nachgefordert. Die biologische Grenze, das altersbedingte Ableben der Opfer, wird durch “Traumatisierung” der Kinder und Enkel ins Unendliche hinausgeschoben.

Das Pyramidenspiel

Neun Arme bezahlen einen Reichen, neun Reiche bezahlen einen Superreichen, neun Superreiche bezahlen einen in der wirklichen Hochfinanz. Der Aufbau gleicht einer Pyramide, in der Reichtum und Macht auf Kosten der tieferen Ebene nach oben geschaufelt werden. Zinsen lassen neue Schulden entstehen, Schulden bedeuten neue Guthaben. Der Bäcker im Dukatenbeispiel hat seine Schuldzinsen auf die Brötchen umgeschlagen. Im Lauf des Pyramidenspiels entstehen immer mehr Schulden, für die Zinsen eingefordert werden. Diese neuen Schulden erfordern mehr und mehr Zinsen, die wieder bei den Brötchen landen. Es gibt Schätzungen, wie hoch der Zinsanteil bei einem solchen Brötchen heute ist – sie beginnen bei 25%.

60% Wertverfall beim Euro seit dessen Einführung im Jahr 2002, 80% bis 90% Wertverfall der D-Mark von 1948 bis 2001. Nehmen wir den Goldpreis als Maßstab, auch wenn dieser massiv manipuliert wird, um den Wertverfall des Geldes zu kaschieren, dann hat unser Geld seit 1971 neun Zehntel seines Wertes verloren. Vereinfacht ausgedrückt, sind unsere Preise zehnmal höher als 1971. Das zeigt an, dass der Zinsanteil in unseren Waren bei 90% liegt. Gut, ich müsste von Zinsen und Schulden sprechen, aber wir reden hier von Sollzinsen. Schauen Sie mal in die Tabelle, die ich oben angeführt habe. Aus einer einzigen geliehenen Mark sind nach 50 Jahren 106,72 Mark geworden – der Zinsanteil beträgt über 99%.

Es sind Zahlenspiele, Abstraktionen der realen Welt. In der realen Welt fallen Schuldner aus, Forderungen müssen abgeschrieben werden. Uneinbringliche Schulden sind unauszahlbare Guthaben, das heißt, wenn die Schulden wegfallen, werden mit ihnen die Guthaben vernichtet. Das verringert den Zinsanteil wieder. Selbst ganze Heere von akribischen Buchhaltern wären nicht in der Lage, den exakten Zinsanteil eines einzigen Produktes zu ermitteln, weil die Zinsen in allen Posten enthalten sind, in allen Einzelteilen, in der aufgewendeten Arbeitskraft. In einem simplen Produkt wie einem Bleistift stecken die Zinsen des Frühstücksbrötchens der Arbeiter, die Zinsen des Lkw, der die Materialien anliefert, die Zinsen der Fabrikhalle, die Zinsen des Baggers, mit dem die Fundamente dieser Fabrikhalle ausgehoben wurden…

Zu Beginn des Pyramidenspiels sind die Fundamente, die “Armen” stark, weil die Umverteilung noch nicht begonnen hat. Reiche, Superreiche und Hochfinanz sind aus dem gleichen Grund noch nicht besonders reich, die Pyramide ist somit flach. Im Verlauf des Spiels werden die Fundamente mehr und mehr geschwächt, dafür wird die Pyramide steiler und steiler. Das geht solange, bis die Pyramide schließlich einstürzt. Die Baumeister im alten Ägypten haben das leidvoll erfahren. Schauen Sie ruhig mal unter “Knickpyramide” nach, wie damals das Problem gelöst worden ist.

Der Zusammenbruch der Zinspyramide steht unmittelbar bevor. Mögen es nun Monate oder tatsächlich Jahre sein, der Überschuss an Geld und Vermögen wird aufgelöst, indem sich beides gegenseitig vernichtet. Bei Stephen Hawking verschwinden die gegen poligen Teile im Schwarzen Loch, das auf diese Weise immer mehr an Substanz verliert, bis es schließlich explodiert. Das Ergebnis beider Bilder ist gleich: Bei der Pyramide werden die unteren Schichten zerdrückt und die Spitze stürzt in sich zusammen, beim Schwarzen Loch ist die Entwicklung einer explodierenden Atombombe vergleichbar. Die Atombombe ist im Maßstab zum Schwarzen Loch jedoch nicht mehr wie das Aufflackern eines Streichholzes gegenüber einer tatsächlichen Atombombe.

Zinsfreie Wirtschaft

Eine zinsfreie Wirtschaft ist denkbar, aber sie ist auch eine reichtumsfreie Wirtschaft. Wenn jemand gerade soviel besitzt, um sich und seine Familie komfortabel zu ernähren, fehlt ihm das Kapital, um einen Betrieb zu gründen. Er hat auch nicht soviel Gold und Geld herumliegen, das man ihn durch Zinsen dazu motivieren müsste, das Geld aus dem Sparschwein gegen Zinsen “arbeiten” zu lassen. Erst die Umverteilung, die Anhäufung des Reichtums in den Händen derer, die das Geld zuvor den Anderen abgenommen haben, schafft solche Vermögen. Und erst diese Vermögen schüren den Drang, sich durch weitere Ausbeutung ständig zu vermehren.

Zinsfrei kann nur ein wertstabiles Geld sein, denn wenn der Wert des Geldes verfällt, sind wir bei dem Bild der Kuh, die mit der Zeit an Wert verliert. Es gibt das “umlaufgesicherte” Geld, das an Wert verfällt. Es wird unter dem Begriff “Freigeld” als Lösung angepriesen. Dieses Geld hat eine eingebaute Inflation. Nach einem festgelegten Zeitpunkt verliert es fünf Prozent an Wert, deshalb ist es nicht sinnvoll, dieses Geld zu bunkern. So soll der Geldumlauf angekurbelt werden und damit die Wirtschaft aufblühen. Verfallendes Geld treibt die Menschen jedoch dazu, es schnellstens in nicht verfallende Werte umzuschichten. Verfallendes Papier in beständiges Gold – und schon ist die großartige Idee ausgehebelt.

Die Idee mit dem Verfallgeld haben wir in Deutschland schon mal bis ins Extrem ausprobiert: 1923 wurden die Löhne täglich ausgezahlt, die Frauen warteten vor den Werkstoren und stoben davon, um einzukaufen, solange das Geld noch einen gewissen Restwert behalten hatte. Wer damals zögerte, den bestrafte die Inflation. Der einzige Unterschied zwischen Freigeld und Hyperinflation besteht darin, dass dieses Freigeld seinen nominalen Wert behält. Wenn der “Januar-Schein” im Februar nur noch 50 “Geld” wert ist, muss man im Februar trotzdem 200 “Geld” in Januar-Scheinen hinlegen, auch wenn die Waren nur 100 “Geld” in Februar-Scheinen kostet.

Unverfallbares, wertstabiles Geld wäre beispielsweise Gold, die oben schon erwähnten Dukaten. Gehen wir davon aus, dass jeder mit gleich viel Geld anfängt – oder besser, mit gleich wenig. Damit würde niemand das Kapital haben, um eine Fabrik zu bauen. Der sozialistische Ansatz ist, diese Fabrik vom Staat bauen zu lassen und damit eine Art “Staatskapitalismus” einzuführen. Die Fabrik wäre ein volkseigener Betrieb. Wenn der Staat es anschließend fertig bringt, den Betrieb nicht von Parteifunktionären leiten zu lassen, sondern von Fachleuten, und wenn er den Gewinn nicht radikal abschöpft, sondern die Früchte der Arbeit denen belässt, die sie im Schweiße ihres Angesichts geschaffen haben, könnte das funktionieren.

Die andere Alternative wäre ähnlich einer Kommandit-Gesellschaft, eine Konstruktion, bei welcher der Staat als Komplementär auftritt und die Arbeiter Kommanditisten sind. Je länger jemand bei einer Firma arbeitet, um so höher ist seine Kommandit-Einlage. Im Ruhestand wird diese Anlage wieder schrittweise aufgelöst, ersetzt somit die betriebliche Rente.

Diese Ansätze beschreiben Möglichkeiten, sie regeln nur leider nicht den wichtigsten Punkt: die menschliche Gier. Hätte man den alten Rothschild für seinen Betrug aufgehängt und das ergaunerte Geld zurück verteilt, wir würden heute in einer ganz anderen Welt leben. Statt dessen beugten sich alle der so entstandenen Geldmacht. Die Geldmacht hat heute die Weltherrschaft erlangt, ein sicheres Zeichen für den Niedergang einer Gesellschaft. Der Kaiserthron im alten Rom wurde erschachert, der Platz im Weißen Haus in Washington ebenso. Genügend Geld spült die Volksvertreter in die Parlamente, Geld hievt seine Strohpuppen auf die Fernsehschirme, Geld bestimmt die Nachrichten.

Mach Geld! Mach mehr Geld! Mach noch mehr Geld! – So lautet ein Motto der “Scientology Church”. Dieser Spruch könnte genauso an jeder wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät stehen oder in jedem internen Besprechungszimmer einer Bank hängen. Wer das Können besitzt, eigene Dinge aufzubauen, tut das. Wer dieses Können nicht besitzt, kann sich nur erheben, indem er die Bauten der Anderen niederreißt. Der wortgewandte Vertreter, der seinen Opfern Geld für überteuerte und untaugliche Produkte abschwatzt, wird sogar in einer zinsfreien Gesellschaft sein Unwesen fortsetzen. Das Geld der katholischen Fugger hat ebensolches Unglück gestiftet, wie das Geld der jüdischen Rothschilds. Das Verbot des Zinsnehmens steht in der Tora, in der Bibel und im Koran – trotzdem haben Juden, Christen und Muslime ihre Mitmenschen ausgebeutet und Zinsvermögen angehäuft.

Weder Religion noch Ethik haben die Ausbeutung anderer Menschen verhindert. Zinsknechtschaft und Sklavenhaltung, die inneren, niederen Triebe der Menschen haben die Mitmenschen zu allen Zeiten unterworfen. Solange der eine Mensch des anderen Wolf ist, brauchen wir auf eine zinsfreie Wirtschaft nicht zu hoffen.

© Michael Winkler

Geschrieben von willi

2009-05-18T08:27:06+00:00

Die nächste Runde. Bitte machen sie ihren Einsatz.

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Lucas Zeise stellt in der FTD fest,  das sich Bush und Obama in puncto Wirtschaftspolitik die Hand geben können. Es gibt bei beiden einen Spirtus Rector, der im Hinergrund herumgeistert: Goldman Sachs.

Obamas Finanzminister Timothy Geithner fällt nur auf den ersten Blick aus dem Rahmen. Weil die Republikaner sich jetzt in der Opposition befinden, skandalisieren sie im Moment die in Bushs Regierungszeit arrangierte Doppelrolle Stephen Friedmans als Aufsichtsrat bei Goldman Sachs und zugleich Aufsichtsrats-Chairman bei der Fed New York, jener wichtigsten Untergliederung der Notenbank, der Geithner als Chef der Exekutive vorstand. Paulsons Plan vom letzten September, 700 Mrd. $ willkürlich und ohne nähere Kontrolle des Parlaments an die großen Banken zu verteilen, stammt aus der Fed New York. Geithners Maßnahmen, die Spekulation mit faulen Krediten durch viel Staatsknete wieder in Gang zu setzen, stammt – nun ja, von Geithner oder von der Fed New York oder direkt von Goldman Sachs.

Es soll hier nicht behauptet werden, andere Banken hätten keinen Einfluss auf die Wirtschaftspolitik. Nur ist der von Goldman Sachs auch personell besonders augenfällig. Die Bank trägt traditionell erhebliche Beiträge für den Wahlkampf der beiden Großparteien bei. Sie setzt dabei auch regelmäßig aufs richtige Pferd. Anders ausgedrückt: Wem Goldman Sachs mehr Geld zukommen lässt, der gewinnt die Wahl. Das war bei Clinton so, das war bei Bush so, und das ist nun auch bei Obama so.

So ist sichergestellt, dass im Casino auch für die nächste Runde noch genügend Geld da ist. Offenbar hält man es für klug, den Banken diePolitik zu überlassen. Da soll noch einer behaupten, dass man aus Schaden klug würde.

Geschrieben von willi

2009-05-13T11:27:52+00:00

Organisierte Kriminalität

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»Was ist der Überfall auf eine Bank gegen die Gründung einer Bank? Bankraub ist eine Unternehmung von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.« Bertold Brecht Bei organisiertem Verbrechen assoziiert man landläufig als erstes die Mafia. Viele Leute können sich soetwas wie “white-collar-criminals” schlecht vorstellen und die Milde die unsere Gerichte bei der Beurteilung von Wirtschaftskriminellen an den Tag legen, befördert den Erkenntnisfortschritt auch nicht gerade.  Dementsprechend fällt es schwer, irgendwelche Manger oder Bankvorstände mit so häßlichen Dingen wie Veruntreuung,  Betrug oder Raub in Verbindung zu bringen. Irgendwie wollen die guten Tischmanieren, das erlesene Tuch, das sie tragen nicht zu schnöden “Kapitalverbrechen” passen. Dabei handelt es sich bei dem was gerade hier abläuft um den wahrscheinlich größten Raubzug aller Zeiten, der jemals an der Allgemeinheit verübt wurde. Banken haben im großen Stil Kunden und Anleger betrogen und lassen sie auch noch durch Rettungsmassnahmen und Garantien gleich doppelt dafür zahlen.  Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Das ist ungefähr so, als würde man Wegelagerern,  die vom Ausrauben der Vorbeifahrenden leben und nun in Not geraten sind, Geld geben, damit sie auch weiterhin ihrem Treiben nachgehen können und nicht in die Verlegenheit kommen es mit ehrlicher Arbeit versuchen zu müssen.  Natürlich ist das übertrieben, denn in Wahrheit ist ja mit der Allimentierung eine Auflage verbunden. Im Rahmen einer Selbstverpflichtung erklären sich die Räuber bereit,  in Zukunft gelegentlich auch mal Nachsicht zu üben und nicht mehr alle komplett auszurauben,  sondern den ein oder anderen Groschen den Opfern zu belassen. Das ist ungefähr der Nenner, auf den sich die Geschichte, die in den drei verlinkten Artikeln bringen lässtt. Sie enthalten nicht wirklich viel Neues, sind aber sehr gut und verständlich geschrieben, so dass auch der Laie versteht in welchen Dimensionen hier beschissen wird und dass die Finanzmärkte ein Naturreservat für Betrüger, Hasardeure und Abzocker sind. Hier sind Geschätspraktiken erlaubt, die von so ziemlich allen AGBs, die man  aus der Realwirtschaft ḱennt, augeschlossen werden. Falls noch Infobedarf bei einzelnen Begriffen besteht : http://www.erlkoenig-blog.de?s=marketplace http://www.t-blog.de/blog/systemische-erpressung http://www.t-blog.de/blog/aus-dem-gleichgewicht http://www.t-blog.de/blog/aus-dem-gleichgewicht-ii-1 http://www.t-blog.de/blog/aus-dem-gleichgewicht-iii

Geschrieben von willi

2009-04-27T13:43:59+00:00