Archiv ‘Terror’
Terrorcamps. Achse des Bösen
Jordanien gehört jetzt auch zur Achse des Bösen, weil es Terrorcamps unterhält, in denen islamistische Kämpfer ausgebildet werden. Das Land ist damit eindeutig zu den Unterstützerstaaten des islamischen Terrorismus zu zählen und wird früher oder später von uns bombardiert werden müssen, weil es sonst zum Rückzugsgebiet für Terroristen zu werden droht.
Oh! -halt stop, stop -stimmt nicht. Islamistisch ist zwar richtig -zumindest deutet das Videomaterial aus Syrien darauf hin, auf dem immer wieder Kämpfer zu sehen sind, die pro abgegebenem Schuss mindestens einmal “Allahu akbar” rufen- aber das mit dem Terror ist falsch, denn es handelt sich um” Befreiungskämpfer”, die in Jordanien mit amerikanischer Hilfe ausgebildet werden.
Richtig muss es also heißen: Jordanien gehört zur Koalition der Willigen, einer Gemeinschaft von Staaten, die sich dem Kampf gegen den islamischen Terrorismus verschrieben haben.
Puh -gerade noch so die Kurve gekriegt. Ist aber auch nicht einfach…
Humor hat er ja
Das Barack Obama nicht übers Wasser gehen kann -was man angesichts der damals weltweit geschürten Euphorie anlässlich seiner ersten Kandidatur eigentlich annehmen musste- ist mittlerweile bekannt und so richtig mag man, angesichts des Weiterbestehens von Guantanamo und dem ausgeweiteten Drohnenterror nicht erkennen, warum er so viel anders sein soll als der berüchtigte George Dabbelyu, aber eines muss man ihm lassen: Er hat zweifellos Sinn für Humor:
„Jetzt, wo Venezuela ein neues Kapitel in seiner Geschichte beginnt, bleiben die USA weiterhin ihrer Unterstützung der demokratischen Prinzipien und der Achtung von Gesetz und Menschenrechten treu.“
Oder ist das gar eine Drohung?
Pünktlich
Der Bundestag wird das ISAF-Mandat verlängern, das im Laufe der Zeit so viele Wandlungen erlebt hat. Ging es anfangs noch darum, den Fürsten der Finsternis zu finden, erfand die Regierungspropaganda laufend neue Umschreibung für das, wofür dort Soldaten und in erster Linie Zivilisten ihr Leben lassen. Was gab es nicht alles: Mädchenschulen, Brunnen, Polizeiausbildung und natürlich irgendwie so etwas wie Demokratie einführen.
Bei so vielen Facetten kann man schon mal den Überblick verlieren und da kann der ein oder andere Reminder an den Zweck des Ganzen nicht schaden, denn immerhin ist der Mann, der die Bevölkerung mit dem Spruch, nach dem unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt wird, mittlerweile nicht mehr unter uns.
Ach ja, war da irgendwas mit “Kampf gegen den internationalen islamischen Terrorismus”? Wie gut, dass die Terroristen so nett waren, mal wieder einen Koffer auf einem Bahnhof stehen zu lassen, just als wollten sie die deutschen Bevölkerung noch mal daran erinnern, dass sie ja vom Terror bedroht sind.
Für die, die es dann immer noch nicht kapieren oder irritiert waren, weil die angebliche Bombe, wie sich herausstellte, nicht mal einen Zünder hatte und es sich somit nicht einmal um eine Bombe handelte, erhielten von den Sicherheitsbehörden und den frei lebenden Terrorexperten entsprechende Nachhilfe zum Verständnis, indem darauf hin gewesen wurde, dass es sich beim fehlenden Zünder nicht etwa um eine Stümperei von Schmalspurterroristen handelte, sondern vielmehr um eine perfide Machtdemonstration, die zeigen sollte, dass sie könnten wenn sie wollten.
Vielleicht muss man in Zukunft nur noch ein Schächtelchen mit einem Koranexemplar drin an belebten Plätzen zurück lassen, um als islamischer Terrorist in die Annalen einzugehen.
Die Terroristen waren vielleicht vielleicht zu blöd, einen Zünder einzubauen, aber eins waren sie sicher nicht: Unpünktlich
Kratzer
Die Älteren werden sich noch an das Ärgernis erinnern, was früher oder später nahezu jeden ereilte, der einen Plattenspieler besaß: Die Schallplatte hat einen Kratzer und mit einem dumpfen Rumpler springt die Nadel immer wieder zurück, mit der Folge, dass die Platte in einer Endslosschleife hängen bleibt.
Niemand weiß, was im Kopf unseres Innenministers so vor sich geht, aber es drängt sich der Verdacht auf, das dort etwas verbaut sein muss, was den altmodischen Schallplatten nahe kommt. Früher gab es auch mal Sprechpuppen, in denen kleine Schallplatten verbaut waren, die es der Puppe ermöglichten, immer und immer wieder ihr Sprüchlein auf zu sagen. Ist Friedrich vielleicht eigentlich eine Sprechpuppe?
Man weiß es nicht aber was man so von ihm hört klingt in etwa so:
Im Kampf gegen den Terrorismus hält Bundesinnenminister Friedrich eine Ausweitung der Sicherheitsgesetze für notwendig. –rumpel–Im Kampf gegen den Terrorismus hält Bundesinnenminister Friedrich eine Ausweitung der Sicherheitsgesetze für notwendig. –rumpel– Im Kampf gegen den Terrorismus hält Bundesinnenminister Friedrich eine Ausweitung der Sicherheitsgesetze für notwendig. etc.
Arrgh -treten wir einfach mal dagegen. Oh geht weiter!
Darüber hinaus sprach sich der Innenminister für eine Ausweitung der Videoüberwachung und für die Vorratsdatenspeicherung aus. Die Behörden bräuchten mehr Instrumente, um die Bürger effizient zu schützen, sagte der CSU-Politiker. –rumpel– Darüber hinaus sprach sich der Innenminister für eine Ausweitung der Videoüberwachung und für die Vorratsdatenspeicherung aus. Die Behörden bräuchten mehr Instrumente, um die Bürger effizient zu schützen, sagte der CSU-Politiker.–rumpel–Darüber hinaus sprach sich der Innenminister für eine Ausweitung der Videoüberwachung und für die Vorratsdatenspeicherung aus. Die Behörden bräuchten mehr Instrumente, um die Bürger effizient zu schützen, sagte der CSU-Politiker….
Oh Mann, die Platte ist im definitiv im Eimer, da hilft nur noch weg schmeißen.
Waidmanns Heil
Da wird der Friedensnobelpreisträger wohl bald Überstunden machen müssen, damit die Abschussliste auf dem neuesten Stand bleibt. Nachdem Pakistan neulich verkündet hat, dass sie im Namen der Aussöhnung mit ihrem Nachbarn alle ehemalige Talibankämpfer auf freien Fuß setzen will, haben die USA heute bekannt gegeben, dass sie ihre Exekutionsoperationen per Drohne in Pakistan fortführen wird.
Man sollte bei der Aktion Pakistans daher vielleicht nicht von Freilassung, sondern lieber von Auswilderung sprechen, denn die gewährte Freiheit könnte sich für die Talibankämpfer schnell als Danaergeschenk entpuppen, wenn sie feststellen, dass sie in pakistanischen Knästen sicherer sind als unter dem Damoklesschwert der Todesliste einer Weltmacht, die weltweit Leute einfach zum Tode verurteilt und diese Urteile dann auch gleich vollstreckt. Dazu Bedarf es weder Beweise, noch einer Gerichtsverhandlung. Man befindet sich schließlich im Krieg und da reicht es vollkommen aus, wenn der Geheimdienst der Meinung ist, bei der Zielperson es handele sich um einen Terroristen. Anschließen folgt dann nur noch ein kurzes Statement für die Presse, in dem betont wird, von welch enormer Wichtigkeit der Getötete für al-Qaida oder irgendeiner anderen, sich im Status der Ungnade befindenden Organisation war. Besonders verbreitet: Die rechte Hand von $Oberschurke und da kann es schon mal vorkommen, dass ein Mann wie etwa Bin Laden einen ganzen Lastwagen voll davon hat.
Eine saubere Sache und eine Technik, die fasziniert. Die Drohnen sind mittlerweile so ausgereift, dass sich die von ihren Sprengköpfen zerfetzen Opfer nahezu automatisch in Terroristen verwandeln -außer es wurden mal wieder nur Frauen und Kleinkinder getroffen. Auch gibt es natürlich immer mal wieder Einzelfälle, wo Zivilisten einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Das ist blöd aber auch Chirurgen verschnibbeln sich manchmal.
Terror
Der Schrecken des Terrors liegt im wesentlichen darin, nicht kalkulierbar zu sein. Im Prinzip kann jeder zu jeder Zeit Opfer einer Terroraktion werden, je nachdem was die Strategen gerade so für opportun halten. Diese Beschreibung passt ziemlich genau zu dem, was die USA mit ihren weltweiten Drohnenangriffen veranstalten.
Kommen die Geheimdienste zum dem Schluss, dieses oder jenes Land sei ein Schurkenstaat, ist es mit der Sicherheit und der Gültigkeit elementarer Grundsätze des Rechts in dem Land vorbei und über Leben und Tod entscheidet ab sofort ein tausende Kilometer weit entfernt sitzender Operator, der nur die Liste eines Friedensnobelpreisträgers abarbeitet und dessen Daumen auf dem roten Knopf eines Joysticks liegt. Früher nannte man das “vogelfrei”.
Das ist eine tolle Sache und man darf davon ausgehen, dass einem die Sympathien der jeweiligen Bevölkerung in den betroffenen Ländern nur so zufliegen -oder wie es auch heißt : “Winning Hearts and Minds”.
Hier wird Terror mit Terror vergolten. Da muss man kein Hellseher sein um davon auszugehen, dass dieser “Krieg” noch sehr lange andauern wird.
Pastor Gauck war Panzer segnen
Pfaffen waren schon immer gut für die Moral der Truppe und wenn’s ums Töten ging fällt ihnen auch meistens ein frommer Segen ein, der dem Schlachten den richtige Sinn gibt. Aber Herr Pastor ist unzufrieden mit dem Volk, dem der rechte Sinn für’s Verheizen von Kindern fremder Eltern für die Staatsräson irgendwie abgeht.
Viel zu sehr haben sie sich, so findet der Herr Pastor von der Gewalt distanziert, was nicht einer gewissen Ironie entbehrt, spülte doch gerade die gewaltfreie Abstimmung der DDR-Bürger mit den Füßen auf den ostdeutschen Straßen einen wie ihn nach oben, der lieber in der Sakristei in Ruhe abwartete, wohin der Wind sich denn nun dreht, um dann später um so theatralischer sein Fähnchen raus zu hängen und an seiner persönlichen Legende als führender Freiheitskämpfer zu stricken. Jetzt ist der “Präsident der Herzen” und erklärt die Soldaten, die weltweit Deutschlands Freiheit verteidigen, auch wenn Afghanen oder somalische Piraten da gewisse Verständnisprobleme haben, zu “Mut-Bürgern”, die ihr Leben für Frieden und Freiheit riskieren.
Wie immer geht es hier auch nicht ohne das Dritte Reich und Herr Gauck hält die kategorische Ablehnung von Krieg und Gewalt als Reaktion auf Naziherrschaft und Weltkrieg für falsch und sieht darin im Gegenteil eine Verantwortung begründet, sich für die Freiheit einzusetzen -auf der richtigen Seite versteht sich. Das Töten ist also nicht per se schlecht, sondern unter Umständen sogar verdienstvoll, auch wenn der spaßverliebte Pöbel das nicht einsehen will.
Um die Einsicht zu verbessern gibt’s seit jeher Pfaffen und Politiker.
” … Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg”, sagte Göring achselzuckend. “Warum sollte irgendein armer Landarbeiter im Krieg sein Leben aufs Spiel setzen wollen, wenn das Beste ist, was er dabei herausholen kann, dass er mit heilen Knochen zurückkommt. Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Russland, noch in England, noch in Amerika, und ebenso wenig in Deutschland. Das ist klar. Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. … das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.” (S. 270)
Herrmann Göring:18. April 1946
Aus: Nürnberger Tagebuch / von G.M. Gilbert. Ehemaliger Gerichts-Psychologe beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. Aus dem Amerikanischen übertragen von Margaret Carroux … – Fischer: Frankfurt a.M., 1962. – 455 S.
Bewerbungstips
Fachkräftemangel gibt’s nicht nur hier, sondern auch Al-Quaida mangelt es an Nachwuchs. Dabei ist die Arbeit dort durchaus reizvoll: Abwechslungsreich, internationale Umgebung, moderate Arbeitszeiten und neben solchen Kleinigkeiten wie dem Wegfall der regelmäßigen Rasur bestehen beste Aufstiegschancen, weil regelmäßig Führungskräfte von westlichen Drohnen zerfetzt werden und ersetzt werden müssen.
Allerdings empfiehlt sich auch hier wie bei anderen Jobangeboten eine gute Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch, denn auch bei den Glaubenskriegern warten auf den Bewerber wie überall eventuell kitzlige Fragen, auf die man besser vorbereitet sein sollte. Eine falsche Antwort kann auch hier ganz schnell das Ende bedeuten. So sollten Bewerber die Frage, ob sie mit bereits Erfahrungen mit Selbstmordanschlägen haben, nicht mit einem scheinbar evidenten, glatten “Nein” beantworten, weil dies gemeinhin als klares Indiz für mangelnde Berufserfahrung angesehen wird, was zumeinst eine Absagen nach sich zieht.
Leider geben die einschlägigen Bewerbungsratgeber für diesen speziellen Fall wenig bis gar nichts her und die Bewerber sind beim Umschiffen dieser Klippe vollkommen auf sich gestellt. Vielleicht könnte der ansonsten um hilfreiche Infos stets bemühte SPON-Karriereratgeber sich des Themas mal annehmen.
Btw.:Weiß jemand ob die auch Assessmentcenter veranstalten?
MBA Justitia
Die USA demonstrieren weiterhin, wozu vernünftige, westliche Rechtssysteme in der Lage sind, wenn man sich nur ein wenig Mühe geben, die Möglichkeiten moderner Technik bei seiner Durchsetzung zu nutzen. Ein moderner Staat wie die USA, der soviel Wert auf Recht und Ordnung legt, dass er verhältnismäßig mehr Staatsbürger einknastet als jedes andere Land dieser Erde, gibt sich nicht damit zufrieden, rein Quantitativ auf auf Platz eins zu stehen, sondern möchte auch durch Effizienz überzeugen. Während man sich andernorts noch mit so überholten Dingen wie dem Verhaften, und Verhören mutmaßlicher Täter und sogar mit langwierigen Gerichtsverhandlungen aufhält, für die man auch noch ggf. Zeugen beschaffen muss und die dann oft nicht das gewünschte Ergebnis liefern, weil windige Advokaten die Wahrheit solange verdrehen, bis kein zweifelsfreies Urteil mehr möglich ist, erledigt der moderne Rechtsstaat amerikanischer Prägung alles in einem Abwasch.
Der Delinquent wird in Abwesenheit zum Terroristen erklärt und nach erfolgreicher Klassifizierung beschaffen weltweit operierende Spezialeinheiten die Zielkoordinaten für die Operator am Computer, die dann umgehend eine saubere Hinrichtung inclusive Einäscherung des Verbrechers vornehmen. Durch den Einsatz ferngelenkter Drohnen wird so nicht nur die Effizienz des Rechtssystems dramatisch gesteigert, sondern nebenbei auch noch eine erweiterte Form der Sippenhaft verwirklicht, wie sie etwa das Alte Testament oder auch die Nazis in Deutschland kannten. Denn durch die beeindruckende Sprengkraft der Fernlenkwaffe wird nicht nur die Zielperson ausgelöscht, sondern auch alle anderen, die sich zur Zeit der Vollstreckung in der Nähe befinden.
Die aktuelle räumliche Nähe zum Vollstreckungszeitpunkt als Schuldkriterium erspart den Behörden die mühsame Aufklärung von Familenverhältnissen, was, besonders in Ländern mit schlecht entwickelter Bürokratie, mitunter sehr zeitintensiv und eine echte Pein sein kann. Außerdem passt es gut in den vielfach zu beobachtenden Trend moderner Gesellschaften, in denen die Bedeutung von Familienstrukturen rückläufig ist.
Antiquierte Staaten wie das NS-Regime hatten sich noch damit herumgeärgert, die Angehörigen mutmaßlicher Widerstandskämpfer -die aus der verqueren Sicht des diktatorischen Systems natürlich nichts weiter als Terroristen waren- in Konzentrationslager zu schicken. Viel Aufwand für eine nur bedingt endgültige Lösung. Hinzu kommt, dass geschriebenes Gesetz umgesetzt wurde und somit auch subalterne Kräfte des Regimes die Sippenhaft verhängen konnten.
Die heutigen USA sind da weiter und überlassen solche Entscheidungen lieber Barack Obama, der “Change” kann und als aktueller erster Mann des Staates in einer langen Reihe von lauter ehrenhaften Männern steht, die mal US-Präsidenten waren. Doch nicht nur dies bürgt für sein gerechtes Urteil -der Mann ist schließlich auch noch Friedensnobelpreisträger.
Gerechter geht es wohl kaum.

