Wir warn’s nicht II
Auch wenn’s langweilig ist, unserer Führungsclique immer wieder nachzuweisen, dass sie offenbar im Berliner Raumschiff den Kontakt zur Realität verloren hat sei nochmal auf eine Sache hingewiesen.
Im Zuge der herannahenden Krise wurde das klassische Programm gefahren: Leugnen, Beschönigen, vorsichtiges Einräumen, Beschwichtigen, Suche nach Sündenböcken. Lange sollte Deutschland von der Krise “abgekoppelt” sein, es sich nur um ein Problem amerikanischer Hypothekenbanken handeln. Dann waren zwar der gesamte Bankensektor aber bitteschön nur der amerikanische betroffen, unser Bankensyetm ist gegen solche Krisen gefeit, glaubt Glos. Als sich das nicht mehr halten ließ und die IKB unterzugehen drohte war es immer noch ein Einzelfall. Dann kamen die Landesbanken und plötzlich war aus der Hypothekenkrise ein Kreditkrise geworden, die sich aber auf gar keinen Fall auf die Realwirtschaft auswirken wird, weil die Konjunktur doch so robust und die Vollbeschäfftigung auch schon fast realiseirt sei. Doch dann die Erkenntnis: Kredite ? wie? die Wirtschaft braucht Kredite? Die Banken geben keine, weil sie ihre eigenen Verbindlichkeiten nicht bedienen können? Heißt das die Banken sind eigentlich pleite?
Wir brauchen ein Rettungspaket und zwar schnell! In einer Woche durchgepaukt und danach als politische Glanzleistung gefeiert. Finanzkrise gelöst -alles wird gut. Schuld waren übrigens die gierigen Banker und es müssen jetzt Regeln gemacht werden, damit sowas nie wieder vorkommt. Am besten denken sich die Leute die neuen Regeln aus, die beim letzten Mal auch schon keine haben wollten. Unsere Freunde vom Großkapital werden uns dabei helfen “eine gemeinsame Lösung” zu finden. Das klappt bestimmt. Die Bürger lassen sich nicht verunsichern von den Untergangspredigern und unsere Umfragen zeigen das auch (wir haben in verschiedenen Kaufhäusern gefragt und fast alle wollen was verschenken). Alles wird gut und wenn wir Glück haben, bleiben all die hässlichen Zahlen bis Weihnachten unter Verschluss, wäre ja auch zu schade um das Weihnachtsgeschäft. 2009 wird dann wie angekündigt das Jahr der schlechten Nachrichten.
Auch wenn jetzt alle ganz überrascht tun: Die Praktiken der Verbriefung von faulen Krediten, waren schon lange bekannt und wurden mit der tatkräftigen Unterstützung des Finanzministeriums organisiert. Es ist scheinheilig, wenn sich die Beteiligten heute wegen der offensichtlichen kriminellen Energie, die hierbei am Werk war, angewidert abwenden. Bereits 2003 berichtet das Handelsblatt über ein Treffen, bei dem beschlossen wurde, die IKB -inzwischen auf Staatskosten saniert und an eine Heuschrecke (lonestar) verschleudert- als “bad bank” zu benutzen um faule Kredite auszulagern. Albrecht Müller von den Nachdenkseiten hat die Fakten gesammelt.
Wie es aussieht zahlt der Bund seit 2000 die Wettschulden einiger privater Großbanken.