Alles richtig gemacht

Die Untersuchungen zur Bombardierung der beiden Tanklastwagen am 4. September haben ergeben, dass der Einsatz gerechtfertigt war, zumindest sieht sich die Bundeswehr entlastet:

In dem Bericht hieße es zudem, dass es zwischen 30 und 40 getötete und verletzte Zivilisten gegeben haben könnte. “Das bestätigt nicht, dass durch den Luftschlag unbeteiligte Personen getötet wurden”, sagte jedoch Schneiderhan.

Beeindruckendes  Untersuchungsergebnisergebnis und von so überwältigender Evidenz, dass der Bericht sofort als streng geheim klassifiziert wurde. Schneiderhahn stellt also fest, dass nicht sichergestellt sei, dass unbeteiligte Personen umgekommen sind. Stimmt, die,  die umkamen, waren ja Teil des Geschehens und daher naturgemäß Beteiligte und sind ja gerade deshalb jetzt tot. Nach der abstrusen Logik der Militärs waren sie zunächst einmal Beteiligte und daher zu Tötende. Ob sie Zivilisten waren lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen, spielt aber bei der Metamorphose, die alle Getöteten durchlaufen und die sie im Todesfall ohnehin erst einmal zu Taliban werden lässt, auch gar keine Rolle.

Das ist halt das Schöne, wenn die Beteiligten ihr Treiben selber untersuchen und Berichte darüber anfertigen: Es kommt garantiert nichts dabei heraus, was die Institution oder Ihr Tun in Frage stellt. Den Rest erledigt dann die semantische Haarspalterei der Propaganda.

Es geht um Krieg, es geht ums Töten von vermeintlichen Feinden -alles andere ist Geschwätz, das nur das Morden verschleiern und die Illusion von Zivilisation innerhalb der Tötungsmaschinerie aufrecht erhalten soll. Es wäre schon viel gewonnen, wenn man die Dinge wenigstens beim Namen nennt, selbst auf die Gefahr hin, dass dem Fernsehzuschauer das Abendessen nicht mehr richtig munden will, während er die Tagesschau verfolgt.

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