Zwischenbilanz

In letzter Zeit ertappe ich ich mich immer häufiger dabei, dass ich bei der Suche nach Quellen statt eines aktuellen Artikels auch ebenso auf  ältere Posts verweisen könnte, in denen eigentlich nichts anderes steht. Demnach beläuft sich die Bloggerei zunehmend auf das repetierende Beschreiben von Auswüchsen des immer gleichen Wahnsinns, der -so würde ich die Dinge zusammenfassen- im Grund auf  drei  Säulen steht.

1. Das kapitalistische System (im Holzschnitt)

Es geht im wesentlichen darum, Kapital zu investieren und dabei Gewinne zu erzielen. Es braucht Arbeiter, die zum einen die Produkte erzeugen und zum anderen auch kaufen. Mit den gezahlten Löhnen wird eine Nachfrage geschaffen, die freilich auch theoretisch nicht ausreicht, um alle produzierten Waren aufzukaufen, weil die Verkaufspreise natürlich auch den Gewinn abwerfen müssen. Mit anderen Worten reicht die Lohnsumme nicht aus, um die Verkaufspreise zu erzielen -den Idealfall vorausgesetzt, dass alle Waren abgesetzt werden sollen, denn auf Halde zu produzieren wäre Unsinn. Schon an diesem Punkt scheitert das liberale Modell des Marktes, weil sich unter Berücksichtigung des Gewinns kein Gleichgewicht mehr einstellen kann, was aber der Theorie nach  der Fall sein soll.

Es fehlt also letztlich die Nachfrage, um alle Produkte abzusetzen.Eine vordergründige Lösung für das Problem ist der Export -von dem wir -nebenbei bemerkt, exzessiv  Gebrauch machen. Die andere Möglichkeit ist der Kredit, weil letztendlich ist es ja “nur” das Geld, das fehlt und  für die Nachfrage ist es ohne Belang, wo dieses Geld herkommt -Hauptsache es kauft. Wir sind hiermit an der ersten Stelle angekommen, an der im System immer Geld fehlt.

Geht alles gut, erzielen die Unternehmen Gewinne und wenn sie die Arbeiter in Form von Lohnerhöhungen Teil haben lassen lässt sich ein Weile ein dynamisches Gleichgewicht halten, das bei mäßig wachsender Verschuldung aller Beteiligten eine Zeit lang fortgeführt werden kann. In diesem Zustand befanden wir uns zur Zeit des Wirtschaftswunders  bis in die 70er Jahre hinein.

Unternehmen konkurrieren miteinander und lässt man da als Gesetzgeber den Dingen freien Lauf wird jedes Unternehmen versuchen, aus ihren Ressourcen das Maximum heraus zu pressen. Mitarbeiter werden bei minimaler Bezahlung maximal belastet und auch alle anderen Ressourcen werden bis zur Grenze ausgepresst. Die Folge des unbegrenzten Konkurrierens  ist das herunterkonkurrieren von Sozial- und Umweltstandards sowie des Lohnniveaus. Der deregulierte Markt lässt den überleben, der den größten Druck auszuüben bereit ist. Es kommt zum Dumping.

Dieser Effekt wird erleichtert,wenn ein Überangebot an Beschäftigungssuchenden besteht, wie es ab den 70er Jahren mit dem Aufkommen der Massenarbeitslosigkeit zunehmend der Fall war. Traditionell war es das Ziel der Arbeiterbewegungen gewesen, zu verhindern, dieser Konkurrenz zum Opfer zu fallen und als reiner “Kostenfaktor” gesehen zu werden. Eine steigende Arbeitslosigkeit drängt aber die Arbeiterbewegungen zunehmend in die Defensive und aus Lohnforderungen wird der Verzicht auf Lohnerhöhungen bis hin zu Kürzungen, die hingenommen werden, in der Hoffnung, Arbeitsplätze zu erhalten, über denen das Damoklesschwert der Rationalisierung oder der Produktionsverlagerung steht.

Meistens bleiben die Erfolge aus und die Jobs sind trotzdem weg und durch den Verzicht bekommt der Entlassene am Ende noch weniger Arbeitslosengeld. Mit der Agenda 2010 wurde die Drohkulisse noch einmal deutlich verstärkt, weil nun für jeden klar ist, dass 12 Monate Arbeitslosigkeit ausreichen werden, um alles zu verlieren. Ein Jahr ohne Job ist schnell rum, denn bei einem -wenn auch nur noch zur Hälfte in der Statistik ausgewiesenen- Heer von ca. 6 Millionen Arbeitslosen ist das Angebot an Arbeitskräften mehr als groß.
Es zeigt sich, dass immer weniger Leute gebraucht werden, um die Güter zu produzieren, die auch tatsächlich verkauft werden können. Für den Rest bleibt HartzIV, mies bezahlte Jobs bei Zeitarbeitsfirmen oder Mc-Jobs mit Aufstockung vom Amt. Unübersehbar ist diese Entwicklung auch an unseren Innenstädten, wo immer mehr alteingesessene Fachgeschäfte verschwinden und durch irgendwelche Ramschläden und Billig-Discounter abgelöst werden. Steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Reallöhne ziehen eine ohnehin vernachlässigte Binnennachfrage immer weiter runter und der Teufelskreis von Entlassungen wegen mangelnder Nachfrage und der darauf folgenden Einkommensverluste schließt sich.

Um das System stabil und die Menschen friedlich zu halten bedarf es immer höherer sozialer Transferleistungen, weil die Löhne zu niedrig und die Jobs zu knapp sind. Mittlerweile gelten etwa 12% der Bevölkerung als arm, aber statt darüber nachzudenken, warum dieses Wirtschaftssystem für einen wachsende Anzahl der Menschen keine Chancen auf Wohlstand bietet wird darüber gestritten, ob die statistischer Erhebungsmethode wohl sinnvoll ist, oder gar darauf hingewiesen, dass es dem Armen hier im Vergleich zu dem in Bangladesh doch sehr gut gehe.

Hier kommt der Sozialstaat ins Spiel, denn man kann die Arbeitslosen natürlich nicht verhungern lassen und ein hungriger wütender Mob, der womöglich den ein oder anderen Unternehmer an den ein oder anderen  Laternenmast hängt, ist natürlich indiskutabel und dem gedeihlichen Wirtschaften ernsthaft abträglich. Um dies zu verhindern wurde der Sozialstaat geschaffen, der sich aus unerfindlichen Gründen großer Geringschätzung erfreut gerade auch von denen, die potentiell von ihm gerettet würden. Mir scheint, dass vielen nicht so ganz klar ist, welch große Bedeutung ein funktionierender Sozialstaat für den Frieden in einer Gesellschaft hat.

Für die Unternehmen, bedeutet der Sozialstaat, dass ihnen vom Steuerzahler ein Mindestumsatz garantiert wird, weil er verhindert, dass all die Loser, die unser hochtechnisierter Kapitalismus zur Erwirtschaftung seiner Renditen nicht mehr benötigt, nicht komplett als Konsumenten ausfallen. Hier werden nicht “faule” Arbeitslose subventioniert, sondern Industrie, Handel und Besitzer von Mietshäusern. Dieser Tatbestand befindet sich leider weit jenseits des beschreitbaren intellektuellen Horizonts von Industrie- und Arbeitgeberverbänden, vielen Mainstreamökonomen und einem großen Teil der Medien, die unisono auf dem Sozialstaat, respektive den vom System Weggeworfenen herum trampeln. Leider teilt auch ein beträchtlicher Anteil der sogenannten “Masse” diese Einschätzung und so finden sich die Gewinner des Systems und die Loser von morgen in Dummheit vereint im selben Boot wieder.  Hier haben wir eine weitere Stelle, an der das Geld fehlt, weil zwar der Staat einen Mindestumsatz sichert, der Arbeitslose aber kein vollwertiger “Verbraucher” mehr ist und was noch schlimmer ist, keine Kreditwürdigkeit besitzt.

Neben der Bedeutung für die Existenzsicherung hatte der Staat traditionell die Aufgabe, eine allgemeine Daseinsvorsorge bereit zu stellen. Der Hintergrund war der Gedanke, das nach Möglichkeit jedem Bürger gewisse Dinge zur Verfügung stehen sollen. So befanden sich Dinge wie Straßen Strom- und Wasserversorgung, Gesundheitsversorgung und ähnliche Dinge lange in staatlicher Hand. Man wollte verhindern, dass Dinge, die jeder braucht in die Hände privater Profitinteressen geraten und dann Dinge passieren wie in den Staaten, in denen fast 50 Millionen Menschen keine Krankenversorgung haben. Bekanntlich haben wir diesen Pfad, der von einem gesundem Misstrauen zum Kapital geprägt ist, längst verlassen und riesige, von den Bürgen geschaffene Vermögen an “Investoren” verschleudert und zahlen zum Dank Rekordpreise z. B. für unseren Strom und finanzieren statt “eigener” Betriebe jetzt die Gewinne der Energiekonzerne -sehr zur Freude ihrer Aktionäre.

Dies hat mit der Tatsache zu tun, dass in einem kapitalistischen System die großen immer größer werden, mit anderen Worten damit, dass sich das Kapital immer weiter akkumuliert. Riesige Unternehmen erzielen riesige Gewinne -was bei einer so “übersichtlichen” Konkurrenz wie dem Strommarkt z.B. auch gar nicht so schwer ist, selbst wenn man so eine Farce wie eine “Strombörse” unterhält. Der Erfolg der Investoren hat aber noch einen anderen Nebeneffekt, nämlich der, dass sich immer weiter wachsende Kapitalberge ansammeln, die irgendwie nach lukrativen Anlagemöglichkeiten suchen, die die Realwirtschaft in dem Umfang trotz aller Globalisierung gar nicht hergibt. Für dieses Geld gibt es all die hübschen Erfindungen des Kapitalmarkts und ihre “innovativen” Finanzinstrumente mit  ihren 25% Renditen. Um diese Zockerei zu optimieren hat man in den vergangen Jahren wie verrückt die Finanzmärkte dereguliert, um das Spielfeld für eine Finanzmafia zu bereiten, die mit immer höheren Einsätzen spielt und bei Verlusten die Staaten dazu erpresst, die Schäden zu bezahlen und zwar nicht nur die Verluste der Zocker, sondern auch die der dadurch verursachten Wirtschaftskrise. Hier  wird ein Gemeinwesen unter tätiger Mithilfe der Regierung restlos ausgeplündert. Gäbe es eine Staatsanwaltschaft, die sich für das Recht interessiert müsste es eigentlich Anklagen hageln. Interessant ist, dass hier ganz und gar nicht das Geld fehlt, sondern viel zu viel vorhanden ist. Der Grund ist, dass der Kapitalismus eine riesige Umverteilungsmaschine ist, die nur eine Richtung kennt: von unten nach oben. Durch Steuer- und Sozialpolitk kann der Staat gegensteuern und je weniger er es tut, desto schneller geht die originäre Umverteilung von statten. Die letzten Jahrzehnte zeigen ganz deutlich, wie “Reformen”, die darauf  hinauslaufen, den Kapitalismus zu deregulieren -was FTP-Idioten auch als “Wachstumsbremsen lösen” bezeichnen, dazu führen, dass Unternehmensgewinne ebenso steigen wie die Armut. Am oberen Ende steigt die Zahl der Milliardäre, während am unteren Ende der Verteilungspyramide das Heer der Mittellosen immer größer wird. Dies ist systembedingt, weil wir es mit Systemen zu tun haben, in dem die Gewinne konzentriert und die Kosten sozialisiert werden, wie am Beispiel der Bankenrettungen aktuell überdeutlich zu erkennen.

Der Kapitalismus funktioniert nur, wenn man ihn mit strengen Regeln an die Kette legt. (Wer Lust hat kann bei den Zitaten nach Keynes suchen, der das Misstrauen in den Kapitalismus schön formuliert hat.)

Eigentlich ist unser Wirtschaftssystem ein Vehikel, mit dem wir herum kommen und ein bisschen was von der Welt sehen wollten. Stattdessen versuchen wir einen Rennwagen zu fahren mit dem wir im nur uns nur im Kreis bewegen können und der zu allem Überfluss auch noch ständig aus der Kurve fliegt.

Der Kapitalismus muss schon aus dem Grunde wachsen, weil er ständig neue Nachfrage braucht und wie angenehm könnte doch die Welt sein, wenn man keine Werbung ertragen müsste, die mit ihrem penetranten Geschrei immer versucht, diese Nachfrage zu schaffen.

Aber es ist noch etwas anderes, das die Dynamik und den Vordergründigen Erfolg des Kapitalismus befeuert: Das Geldsytem

Das Geldsystem (auch Holzschnitt)

Es ist absolut erstaunlich, wie wenige eigentlich wissen, wie unser Geld funktioniert. Dabei ist es das zentrale Element der Wirtschaft und wer verstehen will, wie das Ganze funktioniert sollte hier anfangen. Allerdings sei jeder gewarnt, der sich eingehender damit beschäftigt, dass es seinem Seelenfrieden wahrscheinlich nicht zuträglich ist, wenn er versteht, wie unser Geld funktioniert. Henry Ford  war sich sicher, dass über Nacht eine Revolution ausbrechen würde, wenn die Leute verstünden, wie das Geldsystem funktioniert.

Ich führe das hier nicht weiter aus, sondern verweise auf all die Infos, die schon in diesem Blog liegen und das Geschehen im Detail erläutern. (Link) Entscheidender Punkt ist, dass es sich bei dem allergrößten Teil der Geldmenge nicht um richtiges Geld handelt, sondern um umlaufende Schulden, die dementsprechend mit Zinsen belastet sind. Geld kommt ausschließlich in Form von Krediten in den Umlauf. Kredite haben die Eigenart, dass sie mit Zinsen belastet werden. Dieser Zins wird aber nicht mit dem Kredit in Umlauf gebracht, so dass am Ende auch hier das Geld fehlt, um den Zins zu entrichten. Die Einzige Möglichkeit den nötigen Zins aufzutreiben ist es, mittels Kredit neues “Geld” in Umlauf zu bringen. Aggregiert betrachtet sieht man sofort, dass es sich hier um einen Kettenbrief handelt, der nicht abreißen darf. Ohne neue Kredite lassen sich die alten nicht bezahlen oder es drohen Abschreibungen -oder man findet eine dumme Regierung- die die Verluste übernimmt. Paradoxerweise erschafft die Bank mit dem Kredit, die der Geldnot ein Ende setzen soll den Mangel an Geld gleich mit und damit das System existieren kann muss es ständig weiter wachsen.

Selten erwähnt wir auch die Tatsache, dass ja das Schaffen von Geld in privaten Händen liegt, nämlich den Geschäftsbanken vorbehalten ist, die aus ihrem Guthaben bei der Zentralbank per Mausklick Geld schaffen. Dies hat dramatische Konsequenzen,weil so die Banken eine ungeheure Macht bekommen. Im Schulunterricht kommt  allerdings nicht  vor, dass es z.B. in den Staaten erbitterte Kämpfe um das Recht gab, Geld in Umlauf zu bringen, das über Jahrhunderte ein staatliches Privileg war.

Ebenso wie das kapitalistische System bewirkt das Geldsystem eine Umverteilung von unten nach oben. Dort wo schon viel Geld ist kommt mehr hinzu und der Rest jagt den fehlenden Prozenten nach, die er braucht, um seine Schulden zu bezahlen. So stehen den Guthaben immer die gleiche Menge an Schulden gegenüber und an den Statistiken der Vermögensverteilung kann jeder ablesen, in welchem Stadium wir uns befinden. Das Spiel ähnelt sehr stark dem bekannten Monopoli, bei dem auch am Ende der gewinnt, der über das größte Kapital, die meisten gewinnbringenden Assets verfügt.

Sowie sich im ganz normalen Betrieb des Kapitalismus das Kapital durch die Rendite akkumuliert, vergrößert sich durch den Zinseffekt letztlich auch das Finanzkapital. Beide Systeme sind so konstruiert, dass sich letztlich immer mehr in immer weniger Händen konzentriert.

Aufgabe verantwortlicher Politik wäre es, diese beiden Systeme -wenn man sie dann schon nicht beseitigen will- davon abzuhalten, die Menschen, die in ihm leben zu vernichten. Völlig außen vor, dass die Dritte Welt den Aufstieg der ersten bezahlt hat, aber außer Hunger und Elend nichts dafür bekommen hat. Wenn ich dann lese, dass beim Welternährung- Gipfel nichts herum gekommen ist, außer ein paar blumige Erklärungen, ist auch klar, das Ziegler Recht hat, wenn er vermutet, dass uns der Hunger der Anderen egal ist und unsere Profite allemal wichtiger.

Die Medien

Von der Konzeption her sollen die Medien eine kritische Öffentlichkeit ermöglichen und so die “vierte Kraft” sein, die eine Demokratie am Leben hält. Dies kann es aber nur geben, wenn es so etwas wie Unabhängigkeit und Vielfalt gibt. Die Realität sieht leider so aus, dass alle wesentlichen Medien wenigen großen Konzernen gehören, deren Zielsetzung natürlich  der Profit ist, denn das ist der Sinn von Konzernen. Es ist einfach nicht anzunehmen, dass sich die Unternehmen selbst das Wasser abgraben, was sie tun würden, wenn sie z.B. zu kritisch über Unternehmen berichten, die gleichzeitig wichtige Anzeigenkunden sind. Auch darf man es für unwahrscheinlich halten, dass der große Medienkonzern die Politik, die den großen Konzernen nützt, kritisiert.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk -installiert von den Siegermächten zwecks Unterhaltung und Umerziehung der Massen-  dient und diente von der Konzeption her der Systemstabilisierung. Die sogenannten “gesellschaftlich relevanten Gruppen” üben ihren Einfluss auf die Sender aus und sollte es eine Revolution geben würde sie dort wahrscheinlich gar nicht oder mit viel Verspätung gemeldet werden ;-) . Brisantes -sofern überhaupt gesendet-  ist längst in den 3.,  4. oder 5. Programmen entschwunden und findet sich auf nächtlichen Sendeplätzen wieder. Information hat da nur noch Alibifunktion.

Allen Medien gemein ist die ausdrückliche Geringschätzung was die Vermittlung von Zusammenhängen angeht und nicht nur in diesen Tagen, da sich der Fall der Mauer zum zwanzigsten Mal jährt, zeigt sich  der Beitrag, den die Medien zur Legendenbildung und dem Transport der herrschenden Ideologie beitragen. Was in der Gegenwart nicht mehr gebogen werden konnte wird dann von Leuten wie Knopp in irgendwelchen pseudoaufklärerischen Formaten auf Linie getrimmt. Wahrscheinlich muss nur man ein paar Dinge selbst erlebt haben, um zu bemerken, wie sehr alles zu einem historischen Melodram zusammen gekleistert wird.

Eingebettet sind die kärglichen Restbestände an brauchbarer Information in ein  seichtes Meer von trivialer Unterhaltung, dass nur im Zustand fortgeschrittener Abgestumpftheit zu ertragen ist, der sich freilich bei hinreichendem Konsum ganz automatisch und zügig einstellt. Als Transporter für umfassende Verblödung funktionieren die Medien bestens. Wer sich einen Eindruck erschaffen möchte, wie viel die Informationen unserer Medien noch wert sind braucht nur das Web nah frei verfügbaren Hintergrundinformationen abzusuchen. Er wird feststellen, das Hintergründe selten bis gar nicht recherchiert werden und hauptsächlich Agenturmeldungen und Pressemitteilungen abgeschrieben werden. Kommt ein neues Thema auf geben schnell einige wenige Alpha-Journalisten die grobe Richtung vor und ab da wird nur noch nach gebetet. Schnell ist festgelegt, wer die Guten und wer die Bösen Jungs sind -außer bei Amerikanern und Israelis, weil die immer zu den Guten gehören. Der Rest ist schwarz und weiß. Wer Genaueres erfahren will ist hier falsch.

Es ist nicht schwer zu erkennen

Im wesentlichen sind das die drei Säulen, die ein System am laufen halten, das eigentlich unhaltbar ist, weil es im Grunde jeden Anspruch an Ethik und Moral, den wir als Gesellschaft gerne immer wieder gelten gemacht sehen wollen unterminiert.  Unsere Gesellschaft basiert auf  Ausbeutung menschlicher und natürlicher Ressourcen und hat, so wie wir es betreiben nur das eine Ziel, nämlich die Reichen reicher zu machen und die Armen – zwangsläufig- ärmer.  Freiheit und  Menschenrechte  sind nur schöner Schein, süßes Wortgeklingel für Festtage. Die schönen Tage sind vorbei. Was jetzt noch kommt wird hässlich. Die oberen 10% besitzen etwa 2/3 des gesamten Vermögens und werden sich den Rest auch noch holen. Die unteren 10% sind übrig und müssen von denen, die noch gebraucht werden am Leben gehalten werden. Gebraucht wird noch die Mittelschicht, die mit ihrer Arbeit die Wertschöpfung realisiert und die Gewinne, die von einer zunehmend parasitären,  leistungslosen Elite in Form von Renditen abgeschöpft werden. Die Mittelschicht verliert aber immer mehr an die Schicht der Loser und der Effekt ist, das es für sie immer knapper wird, weil sie ja immer mehr durchfüttern müssen. Sie wird wie zu allen Zeiten glauben, dass die Armen der Klotz am Bein sind, dabei sind es eigentlich die Reichen, die sie aussaugen. Divide et impera.

Wer glaubt, diese Sicht sei vielleicht zu negativ möge sich nur das Schicksal des Sozialstaats vor Augen halten. Für die meisten ist er lästige Verpflichtung, der man nachkommen muss, will man sich nicht den Vorwurf der  Barbarei gefallen lassen. Die kapitalistische Leistungsreligion kennt kein Recht, sonder nur Verdienste, die man durch bedingungslose Unterwerfung unter das System erwirbt.  Der Umgang mit der Tatsache, dass es ja nicht für alle reicht – ja nicht reichen kann zeigt, wie dünn die  Lackschicht ist, die diese Kultur von der Barbarei trennt. Wir haben überhaupt kein Problem damit, alles unter Finanzierungsvorbehalt zu stellen und die erklären die Belange der Wirtschaft zur Religion, der sich alles unterzuordnen hat. Definiert man Faschismus als den Versuch, alle Belange einer Gesellschaft unter einer alles überlagernde und überragende Idee zu stellen, sind wir längst im Faschismus angekommen. Es gibt kaum einen größeren Makel als den der Unwirtschaftlichkeit. Die kapitalistische Verwertbarkeit ist der Faktor an dem sich der Wert vom Unwert trennt. Mit der Agenda 2010 ist längst ist die Lohnsklaverei und die Zwangsarbeit wieder eingeführt. Wer sich nicht bereit erklärt, auch für einen Hungerlohn zu arbeiten wird von den Argen herunter gekürzt und erst jetzt scheint es, als würde die Justiz dieser Art von Existenzvernichtung nach etlichen Jahren der Schikane einen Riegel vorschieben wollen.

Fazit

All diese Dinge liegen eigentlich offen zu Tage und jeder kann es wissen, der es wissen will. Ich wollte es auch wissen und habe deshalb diesen Blog angefangen. Wir steuern ganz klar in die 20/80 Gesellschaft, bei der die oberen 20% größtenteils leistungslos von den übrigen 80% leben.

Jetzt aber macht mich das Ergebnis ehrlich gesagt ein wenig ratlos und der Sinn will mir nicht so recht einleuchten, der darin liegen könnte,  täglich immer und immer wieder aufzuzeigen, dass das was wir hier Treiben ein Wahnsinn ist. Ein klitzekleiner Teil interessiert sich überhaupt dafür, was in diesem Land vor sich geht und wenn nach drei Jahrzehnten vergeblichen  Herumdokterns am System weder die Massenarbeitslosigkeit, noch die Verarmung eines immer größer werdenden Teil der Bevölkerung nicht als deutlicher Hinweis gesehen wird, dass es so wohl nicht funktioniert und stattdessen gar nicht oder schwarz-gelb gewählt wird, muss ich ernsthaft bezweifeln, dass noch eine signifikante Anzahl der Deutschen bei hinreichendem Verstand ist.

Ich jedenfalls werde jetzt eine Pause einlegen, weil mir die Zeit fehlt, weiterhin so viel zu bloggen und ich im Moment auch keine Lust mehr habe, ständig zu wiederholen, was ich hier umrissen habe. Also danke ich allen, die hier mitgelesen und kommentiert haben und sage mal bis später. Man liest sich.

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