Outsourcing

So wie es aussieht räumen gerade viele Leute ihre Schubladen auf und entdecken CDs,  auf denen sich überraschenderweise Steuerdaten befinden. Das ist für sie natürlich erfreulich,  hatten doch schon viele Besitzer der zu versilbernden Silberlinge  den Glauben an die Fünktionstüchtigkeit des Geschäftsmodells Datenklau verloren und sich über die womöglich unnütz  eingegangenen Risiken geärgert.

Auch den Behörden in Freiburg wurden jetzt brisante Bankdaten angeboten. 500000 € soll der Spaß Kosten und die CDU ist sogar dafür, die Daten zu kaufen.  Allein die FTP ziert sich, was nun überhaupt nicht zu verstehen ist: Schließlich ist dieser Deal doch eine schönes Beispiel für erfolgreiche Privatisierung von Staatsaufgaben und somit eine prima Gelegenheit, für die Verschlankung staatlicher Behörden durch Outsourcing.

Statt dass sich teuere Staatsbedienstete von Amts wegen und noch dazu mit offenbar labiler Gesundheit wie in Hessen mit den Steuerbetrügern (Mediensprech: “Steuersündern”) herumschlagen,  schreibt das Ministerium einen pauschalen Anteil der so eingetriebenen Steuern als Kopfgeld aus und überlässt die Ermittlungsarbeitet dem Markt der offenbar unterbezahlten Mitwisser. Diese können dann per Verhandlung ermitteln, welche Seite der Beteiligten mehr Geld auszugeben bereit ist, um an die Daten zu kommen und sich entsprechend marktgerecht entlohnen lassen.  So würden nicht nur ein Teil  staatlichen Aufgaben privatisiert -was ja bekanntlich eh viel besser ist-  sondern auch noch dafür gesorgt, dass die Steuergerechtigkeit ihren käuflichen Charakter beibehält.

Markt,  Privatisierung, Bürokratieabbau und  Korruption -eigentlich alles da was FDP-Politiker glücklich machen müsste.

Die einzige Erklärung die ich mir vorstellen kann ist die, dass die FDP ihr Geschäftsmodell,  die Steuergerchtigkeit mit finanziellen Zuwendungen zu beeinflussen, in Gefahr sieht.

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