Der Ösi weiß es besser
Über den Sozialstaat zu debatieren ist ja ein richtiges Hobby bei uns. Keine Krise ohne die immer gleichen Phrasen vom Wohlfahrtsstaat und der sozialen Hängematte, in der sich die Unwilligen ausruhen und alimentieren lassen. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass nur ganz wenige wirklich wollen können, das es ihn nicht gibt.
Robert Misik vom österreichischen Standard bringt das schön auf den Punkt.
Schließlich ist diese Debatte, wie die vorherigen Durchgänge auch, lediglich ein Ablenkungsmanöver, weil es unseren Politfuzzies lieber ist, die Leute mit wilden Prügeleien mit dem Popanz “Sozialstaat” zu unterhalten -unschwer daran zu erkennen, dass man es mit der Wahrheit dabei nicht so genau nimmt und Zahlen notfalls erfunden werden, wenn die Realität gerade nicht zum Spruch passt- , als eine Debatte darüber zu führen, welche Wohltat es für die Banken darstellt, dass die Staaten sich bei ihnen Geld leihen müssen und sie zu allem Überfluss ihnen noch Rettungsschirme finanzieren, falls es den Bankstern mit dem anstrengungslosen Wohlstand nicht schnell genug geht.
Bei den Transfers, die das kapitalistische System von unten nach oben, anders gesagt, von den Besitzlosen zu den Besitzenden, ganz automatisch vollzieht geht es um Summen, gegen die unsere Aufwendungen für das schäbige HartzIV, lächerliche Peanuts darstellen.
Ließe man dem Ganzen freien Lauf würde unser System seinen Endpunkt viel schneller erreichen, der dem Spielende beim Monopoly stark ähnelt: Einer besitzt nahezu alle Sachwerte und der Rest kann nicht mehr zahlen, weil er keine Einkunftsmöglichkeiten mehr besitzt. Da aber von den ewigen Gewinnern das Spiel selber als sakrosankt erklärt worden ist werden wir immer und immer wieder Diskussionen wie diese führen, die am eigentlichen Thema vorbei gehen.