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Mosaik

Neue bahnbrechende Erkenntnisse aus der Wissenschaft: womöglich wird das Menschenbild des Homo Oeconomicus nicht ganz der Wirklichkeit gerecht. Ein Professor erregt internationales Aufsehen mit Experimenten, die darauf hindeuten, dass der Mensch nicht nur auf die Maximierung seines Eigennutzes aus ist, sondern, dass auch Dinge wie Gefühle oder Vertrauen eine Rolle spielen könnten.

Es ist doch schön, mit welch einfachen Dingen man Wirtschaftsexperten einen Freude machen kann. OK, was der Professor da zusammen mit anderen Experten herausgefunden haben will hätte man auch von der Marktfrau erfahren können oder vom kleinen Gemüsehändler um die Ecke. Selbst Profifußballer, die beim ihrem  alten Verein bleiben, obwohl sie woanders mehr verdienen könnte,  hätten da hilfreiche Hinweise geben können.

Das holzschnittartige Menschenbild ist ja nur ein Teil der grauenhaften Simplifizierungen, mit denen die derzeit gängige Wirtschaftswissenschaft arbeitet. Und wenn es der gemeinsamen Anstrengungen von Psychologen, Neurowisenschaftlern und Genetikern bedarf, um herauszufinden, dass der Mensch mehr ist als ein rein zweckrationales Wesen, das nur seinen eigenen Vorteil kennt, lässt das tief blicken und wirft die Frage auf, ob Wissenschaft und Fachidiotie noch zu unterscheiden sind. Ein kurzer Blick in die Geschichte der Religionen, der Philosophie oder auch der Kunst hätte  genügt, um die Frage zu beantworten, ob ein derart simples Menschenbild stimmen kann.

Wenn Forschungen wie diese “internationales Aufsehen” erregen, dann lässt sich erahnen, in welch einem grauenhaften Autismus die Einzeldisziplinen gefangen sind.  Mich erinnert das an ein Gleichnis aus dem Religionsunterricht, beim es darum ging, dass einige Blinde, die jeder für sich einen anderen Teil eines Elefanten gerade berühren, zu beschreiben versuchen, wie ein Elefant aussieht.

Man hätte natürlich auch einfach mal hier nach schauen können.