Eigentlich muss man Mitleid mir dem Roland haben, schließlich ist er als Neoliberaler in seinen Möglichkeiten, die Welt halbwegs zu verstehen sehr eingeschränkt. Ständig strafen die Modelle die Wirklichkeit Lügen und es ist nicht ganz einfach sich zurechtzufinden.
Roland hat halt so seine ganz eigene Sicht auf die Dinge im Allgemeinen und den Arbeitsmarkt im Besonderen. So glaubt er, dass wir nur deshalb keine Vollbeschäftigung haben, weil viele Leute einfach keine Lust haben zu arbeiten und wenn man mal überlegt ist es ja auch tatsächlich sehr schwierig heutzutage als Unternehmer noch jemand zu finden, der wirklich arbeiten will.
Die Unternehmen müssen sich heute damit zufrieden geben, das die Leute nur 10 Stunden Woche arbeiten wollen und sind daher gezwungen, einen Vollzeitjob in viele kleine Teilzeitjobs auf zu splitten, damit überhaupt noch hier gearbeitet wird. Ein anderes Problem ist die Unsitte vieler Arbeitnehmer, sich von vorne herein nicht richtig auf die Arbeit bei einer bestimmten Firma einzulassen und stattdessen lieber zu Zeitarbeitsfirmen zu gehen, damit sie nicht zu lange im selben Laden arbeiten müssen. All das schmerzt natürlich die deutschen Unternehmer und wenn sie dann dem Roland ihr Leid klagen macht ihm das schon sehr zu schaffen.
Unser Roland war schon immer ein Freund des Brutalstmöglichen und so lag es nahe, dass man die offensichtlich faulen Arbeitslosen notfalls zwingen muss, damit sie endlich arbeiten gehen. Irgendjemand muss ihm dann wohl erklärt haben , dass es so etwas wie Zumutbarkeitsregeln gibt, wonach ein HartzIV-ler ohnehin jeden Job annehmen muss und gekürzt wird, wenn er sich weigert.
Vielleicht hat der Roland das auch schon mal gewusst und die Information ist nur unglücklich in der Gedächtnislücke gelandet, in der rechts neben den jüdischen Vermächtnissen noch ein bisschen Platz war. Auf jeden Fall versteht er jetzt nicht so ganz, warum sich alle so aufgeregt haben, wenn er doch nur gefordert hat, was ohnehin schon längst Gesetz ist. Tatsächlich hätte es gereicht, festzustellen, dass er mal wieder nur dumm daher geredet hat, ohne irgend etwas kapiert zu haben, wie das bei Neoliberalen so üblich ist und danach wäre man zur Tagesordnung über gegangen.
Jetzt, wo alle geläutert sind, wollte aber der gute Roland nicht als ahnungsloser Depp stehen bleiben, sondern korrigiert seine Aussage dahingehend, dass die Arbeitslosen nur deshalb keine vollen Stellen annehmen, weil die Zuverdienstmöglichkeiten nicht ausreichen. Ziel müssen es aber sein, so meint Roland, Anreize zu schaffen, die die Arbeitslosen motivieren, vollwertige Jobs anzunehmen. Damit wäre dann die Welt des Roland Koch wieder heile und es darf weiter überlegt werden, wie man denn die Verweigerungshaltung der Arbeitslosen überwinden könnte -denn nur daran hapert es ja bekanntlich.
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