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Bildung ist schließlich Chefsache

Aber man kann sich nicht um alles kümmern. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die im Umgang mit “innovativen Finanzprodukten”  geübten HSH-Banker über Wasser bleiben. Wer braucht schon Bildung, wenn es Banken hat. Es gibt nun mal Zeiten, in denen sich die Wirtschaft auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren muss.

Wir müssen alle Opfer bringen; Tina; tabuloses Sparen und ach ja die Sache mit dem Verhältnissen über denen alle gelebt haben, insbesondere die fröhlichen Studenten in Lübeck.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,697207,00.html

Kurz und knapp

Die Bürger können nur hilflos zusehen, wie die Regierungen ihre Steuergelder dem Großkapital in den Arsch blasen und nun gerade dabei sind,  den Volkswirtschaften mit selbstmörderischen Sparprogrammen den Rest zu geben. Während die professionellen Glaskugelstreichler aus den sogenannten Wirtschaftsinstituten seit Monaten den Silbertstreif am Horizont wienern, steigen weiterhin die Kosten,  die der Staat als Reparaturbetrieb des Kapitalismus -andere Aufgaben hat er eigentlich nicht- aufbringen muss.

Nach zunächst 480 Milliarden zur Rettung der Banken man bei 750 Milliarden zur Rettung “unseres Euros”  angekommen und Buiter, Chefökonom der Citybank, glaubt, dass die Summe nur für ein Jahr reicht. Ob es schlimm kommt ist fraglich, sicher hingegen ist, dass die Politik -trotz allen Gefasels vom Primat- gar nichts unternimmt, um den Wahnsinn zu beenden. Selbst das Verbot von Leerverkäufen besteht aus so vielen Ausnahmen, dass sich im Grunde gar nicht ändert. Der Beitrag fasst die Geschichte kurz und knapp zusammen.


Sie rettet weiterhin schlecht investierte Gläubiger vor dem Fallieren,  die im Wissen um ihre Unantastbarkeit, daraufhin ihre Einsätze erhöhen, was die Kosten für ihre Rettung in die Höhe treibt und ihnen astronomische Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit einbringt. Wie bescheuert muss man sein, um ein solches System für rettungswürdig zu halten????

Endlich Ruhe in Deutschland

Michel kann sich wieder hinlegen. Es wird in Zukunft keine nervtötenden Debatten um Rettungsschirme und “Wir-stabilisierenden-jetzt-mal-eben-das Banken-, Finanz- oder Eurosystem (nicht zutreffendes bitte streichen) mehr geben, sondern in Zukunft wird die EU-Kommission unser Geld einfach direkt verpulvern, indem sie für in Not geratene Mitgliedsländer Kredite aufnimmt, damit die Investoren keine Angst um ihre Staatsanleihen haben müssen.

Egon Kreutzer beschreibt das so:

Also: Die Damen und Herren Märkte pumpen ein Land voll mit Krediten und schaffen damit neues Geld, das aus dem vollgepumpten Land sehr schnell als “Gewinn” aus Exportgeschäften auf die Konten der Damen und Herren Märkte fließt. Da das Geld nun den Märkten gehört, und nicht mehr den Schuldnern, können die Schuldner nicht tilgen. Ergo borgt sich die EU jetzt das Geld von den Damen und Herren Märkten und wirft es ihnen unmittelbar wieder in den Rachen, um die Altschulden des niederspekulierten Mitgliedsstaates zu begleichen und nimmt dafür alle 500 Millionen Europäer in Haftung, ohne dass die dazu auch nur Piep sagen dürfen.

Für unsere Parlamentarier ist das ein bisschen Schade, weil sie nun ein Thema weniger haben, mit dem sie ihre Wichtigkeit in Szene setzen setzen können und sich nach wichtigen, dramatischen Entscheidungen, wie dem erfolgreichen Verabschieden von milliardenschweren Rettungspaketen für Großinvestoren , gegenseitig zu ihrer “Handlungsfähigkeit” gratulieren können.

Eine beeindruckende Demonstration des Primats der Politik, die damit den Spekulanten ein beinhartes “Spekulation gegen den Euro lohnt sich immer” vor den Latz geknallt haben. Davon müssen sich die Finanzgauner erst einmal erholen! Endlich ist Ruhe; Die Weltmeisterschaft kann kommen und das Sommermärchen beginnen.

Also wenn ich Spekulant wäre würde ich ja zweigleisig fahren und einerseits hoch verzinste Staatsanleihen kaufen und gleichzeitig auf den Untergang des Landes wetten -aber so etwas würden die bestimmt nie machen…

“Deutschland wird zahlen sagte man in den zwanziger Jahren. Deutschland zahlt heute, Maastricht ist der Versailler Vertrag ohne Krieg.“

„Le Figaro“ die Dinge treffsicher auf den Punkt. Das Zitat wurde am 19. September 1992 in der Tageszeitung „Die Welt“ dickgedruckt auf der ersten Seite veröffentlicht.

Substanz wäre ja da

Falls noch jemand Zweifall hatte, ob man die Finanzmarktakteure höher besteuern darf oder nicht: Nicht nur ihre Bäuche sind wohlgenährt, sondern selbst ihre Finger mittlerweile so fett, dass die Tastaturen ihre Computer schon zu klein werden und sie versehentlich Kursstürze auslösen. Wir sollten zu ihrer Sicherheit vielleicht doch eine Börsenumsatzsteuer einführen…

Vielleicht war das aber auch alles ganz anders

Die EU macht mobil und zwar general

An markigen Worten fehlt es  nicht, wie immer eigentlich, wenn die Politiker es den Spekulanten so richtig zeigen wollen. Sarkozy spricht von einer Generalmobilmachung Europas gegen die Finanzmärkte und einem System, dass bis zur Öffnung der Märkte kommende Woche stehen soll und “das keine Fragen offen lässt”.

Armee und Bewaffnung freilich sehen aus wie immer, wenn unsere Politiker mal wieder durch “entschiedenes” Handeln “klare Signale setzen” wollen: Sie nehmen einen Haufen Geld ihrer Steuerzahler in die Hand und bewerfen damit alles, was ihnen unter die Augen kommt. Die anvisierten Opfer des aggressiven Vorgehens sind wieder einmal die großen Akteure der Finanzwelt, die seit Ausbruch der Finanzkrise und damit dem Beginn des “entschiedenen Vorgehens der Politik gegen die Gier der Finanzmärkte”, mit mieser PR und satten Gewinnen zurechtkommen müssen. Ein weiterer kleiner Trost der Gescholtenen sind die Boni, die wenigstens weitgehend wieder den alten Stand erreicht haben.

Die Drohungen sind furchtbar: Kommissare wollen prüfen ob weitere Regulierungen nötig sind und die Experten werden die hässlichen Details ggf. abklären. Bis Montag jedenfalls soll ein System stehen, das “ernst genommen werden wird”. (Bislang war auf Seiten der Finanzmarktakteure anscheinend wohl nur Gelächter gehört worden (?)). Offenbar wird es, so vermutet man, eine Euroanleihe geben, deren Werthaltigkeit vom Fleiß der europäischen Steuerzahler verbürgt wird.

Ach ja. Der Sinn des Ganzen.

Schließlich geht es um alles. “Wir werden den Euro verteidigen, was immer dafür nötig ist”, sagt Kommissionspräsident José Manuel Barroso. “Der Euro ist Europa und Europa ist der Frieden”, so die noch dramatischen Worte von Sarkozy.

Zum Werk des Friedens wird auch gehören, dass die Länder die Sanierung ihrer Haushalte beschleunigen. Die Griechische Regierung macht gerade vor wie so etwas geht. Auf den ersten Blick mag man sich fragen, was für ein merkwürdiger Frieden das sein mag, der mit dem kollektiven Gürtel-enger-schnallen der Bürger in Europa befördert wird, doch hey, wenn ein Gauner wie Blankfein von Goldman Sachs behaupten kann, er verrichte Gottes Werk, ohne dass er wegen offensichtlich verlustig gegangenen Verstandes abgeholt wird – warum sollten brennende Banken in Athen nicht Teil eines Friedenswerks sein können.

Bedenke:Diese Welt ist komplett verrückt und man sollte sich nicht unnütz das Leben damit erschweren, dass man mit gesunden Menschenverstand herangeht.

Der nächste Dominostein wackelt

Portugal ist erneut runtergeratet worden und hat nun gute Aussichten, den Griechen im Schulnerturm bald Gesellschaft zu leisten. Die Regierung Portugals versucht durch Sparprogramme den bösen Zinsdrachen zu beruhigen, damit dieser es nicht sofort verbrennt, doch den Menschen im Land fehlt -wohl zurecht- das Zutrauen und haben erst einmal einen Streik ausgerufen.

Während Merkel noch zögert und härteste Daumenschrauben für die Griechen fordert, haben die Finanzmärkte schon mal den Einsatz erhöht und die Bonds der Helenen als “Junk” eingestuft. Der Spaß wird für die noch solventen Staaten immer  teurer.

Langsam könnte den Herrschaften auffallen, dass auf es auf Dauer nicht reicht, alle Problem dadurch lösen zu wollen, dass man den Bürgern noch mehr Geld abknöpft, um es den Banken zu geben, die sich verspekuliert haben. Da aber nach Ansicht unserer weisen Regierung die Banken -um deren Forderungen es schließlich geht- für die Haftung nicht in Frage kommen, wird man  wohl das Spiel bis zum bitteren Ende so weiter machen: Investoren investieren und wenn der Schuldner am Ende ist -ob jetzt ein amerikanischer Immobilienbesitzer oder ein europäischer Staat, ist im Grunde wurscht- am Ende werden die Geldgeber gerettet, die anderen holt das Inkassobüro. Boni für die Banker, wegen der tollen Renditen und höhere Abgaben für die Bürger, um die Bailouts zu bezahlen.

Ein tolles System, das wir da haben. Sollten wir unbedingt erhalten -schließlich ist es völlig ausreichend, wenn es den oberen 10% gut geht und der Rest dafür arbeiten geht, damit dies so bleibt.

Es kommt wie es immer kommt und worauf wir uns nach der Wahl wohl auch freuen dürfen:

Dazu sollen Sozialausgaben gekürzt, Steuererleichterungen für bestimmte Gruppen abgeschafft und die jährlichen Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst unter der Inflationsrate gehalten werden. Zudem will das Finanzministerium durch Privatisierung von Staatseigentum sechs Milliarden Euro Schulden abbauen. Die Post ist eines der Unternehmen, das von den Privatisierungsplänen betroffen wäre. Das Sparprogramm ist auf vier Jahre angelegt.

Abbau des Sozialstaates und Verschleuderung von Volksvermögen, um die Herren des Geldes bei Laune zu halten. Die gehen einstweilen schon mal in die Sachwerte und harren der Dinge, die da kommen mögen -ob neue Währung oder was auch immer.

Es geht dahin

Die finanziell siechen Griechen werden gerettet d.h. die Banken haben nach dem ersten Coup, der ihnen durch über das Downrating der Griechen zunächst erst mal höhere Zinsen für ihre Staatsanleihen eingebrachte, diese Woche den zweiten Bigpoint gemacht und sich ihren Bailout gesichert. Griechenland wird also nicht pleite gehen und ihre Forderungen sind jetzt durch den Fleiß und den Arbeitswillen der EU-Bürger abgesichert. Es hätte gar nicht besser laufen können.

Nicht ganz überraschend schlitterten die Griechen durch gestiegene Zinsen weiter in den Abgrund und dürfen sich jetzt ernsthaft als “subprime” bezeichnen. Eigentlich war es nur ein Frage der Zeit, bis die Griechen Probleme bei der Geldbeschaffung haben würden.  EU und IWF haben  also beschlossen, dass es noch zu früh wäre die Bondblase platzen zu lassen und werden den Helenen jetzt Geld geben. Ein wenig ärgerlich schon, dass die Griechen es nicht mehr bis zur Wahl in NRW geschafft haben und nun die Wähler mit ansehen  dürfen, wie die Bundesregierung wieder Milliarden an Trost spendenden Steuergeldern für die Sorgen von Großbanken mobilisieren muss, damit das Kredit-Kartenhaus nicht zusammenstürzt.

Das macht  natürlich keinen guten Eindruck und will nicht so recht in das Bild der mutigen Kanzlerin passen, die doch so gerne gestärkt aus der Krise hervorgehen wollte und die nun stattdessen wiedereinmal von den Finanzmarktakteuren am Nasenring durch die Manege geführt wird. Dem entprechend heftig werden die Bürger Griechenlands zu leiden haben, wenn die EU und der IWF ihre Maßnahmen ergreifen, die unter dem Euphemismus “Hilfsprogramme” gehandelt werden. Unter dem Motto “die griechische Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen”  startet dann der Ausverkauf, denn schließlich muss die Staatsquote runter und das geht am besten mit der Privatisierung all dessen, was sich noch in öffentlichen Händen befindet. Als Vorbild können hier zahlreiche Dritte Welt Länder dienen, wo Konzerne die Herrschaft über viele Einrichtungen des öffentlichen Bedarfs übernommen haben.

Zeitgleich kommt die G20 Konferenz zu dem Schluss, dass es ganz gut sein könnte, wenn man die Aufsicht über Großbanken und Hedgefonds ein wenig verbesserte. Auf Beschlüssen konnte man sich freilich nicht einigen aber laut Herrn Asmussen, den wir da am Start hatten -genau d e r Asmussen, dem die Deregulierung der Finanzmärkte immer so am Herzen lag- könnte es auf eine Bankenabgabe hinauslaufen, wie sie hierzulande bereits diskutiert wird, und die bekanntlich in weniger als 150 Jahren das Geld zusammensparen würde, was wir in den letzten Jahren zur Rettung des Finanzsystems zum Fenster hinausgeworfen haben.

Is’ eh’ alles Schnee von gestern und Herr Weber von der Bundesbank sieht schon überall Erholung. So wird sich auch in Zukunft noch auf dem Kapitalmarkt ein wenig Geld verdienen lassen und überhaupt: Warum sollen sich  die Herren des Großen Geldes mit  Kollateralschäden aufhalten, wo doch mittlerweile klar geregelt ist, wer den ganzen Irrsinn bezahlt.

Und der Markt regelt’s doch!

Sowohl die Aufsichtsbehörden, als auch das Finanzministerium wussten offenbar genau, dass Lehman kurz vom Untergang stand. Allerdings haben sie aus unerfindlichen Gründen beschlossen, doch lieber nichts zu unternehmen und später den Schortsellern die Schuld für den Zusammenbruch der Bank zu geben, die an ihrer Stelle bei den windigen Bankern das Licht ausknipsten. Offenbar gab es mehr Leute, die wussten wie die Dinge im Laden standen…

Der ein oder andere mag sich noch daran erinnern, wie die SEC (US-Börsenaufsicht) mehrfach beim Schneeballkönig Bernie Madhoff durch die Büros gekrabbelt waren, ohne etwas Auffälliges zu finden. Auch hier lag eigentlich alles offen zu Tage, allein zu handeln “vergaßen” die Kontrolleure wohl. Schwer darin immer nur dumme Zufälle und rätselhaftes Versagen zu sehen.