Reisebericht aus dem modernen “Herz der Dunkelheit”: Gaza

Autorin: Rose MISHAAN
Rose Mishaan wurde in Brokklyn in einer jüdsischen Famile aus Syrien geboren. Sie studiert Jura an der Columbia University in San Franciscso und ist eine Aktivistin für ein freies Palästina.

Übersetzt von Schattenblick

Seit Jahren reisen junge Menschen, vornehmlich aus jenen Staaten, die als Verbündete Israels gelten, in die besetzten palästinensischen Gebiete, um die Menschen dort in ihrem Kampf gegen die Repressalien der israelischen Streitkräfte oder die Gewaltaktionen militanter jüdischer Siedler zu unterstützen. Nicht selten riskieren dabei solche ausländischen Menschenrechtsaktivisten, auch Internationale genannt, ihr Leben. Zur traurigen Berühmtheit gelangte Rachel Corrie, als sie am 16. März 2003 im Gazastreifen getötet wurde und im Anschluß an dem Vorfall Auszüge aus ihren Briefe an ihre Eltern über das an der Seite der Palästinenser Erlebte veröffentlicht wurden. Die erst 23jährige Studentin aus Olympia im US-Bundesstaat Washington wurde von einer Planierraupe einfach überfahren, als sie fahneschwenkend versuchte die Demolierung eines Wohnhauses im Grenzort Rafah durch die Israelis zu verhindern.

Von Ende Dezember 2008 bis Mitte Januar 2009 führten die israelischen Streitkräfte gegen die Hamas-Bewegung in Gaza eine brutale Militäroffensive durch, die mehr als 1300 Menschen, die allermeisten von ihnen Zivilisten, das Leben kostete. Im Februar reiste Rose Mishaan, Studentin des Hastings College of Law an der Universität Kaliforniens, als Mitglied einer Delegation der National Lawyer’s Guild nach Gaza. Am 16. März, dem Todestag Rachel Corries, hat Philip Weiss, ein in linken Kreisen der USA bekannter Kritiker der Politik Tel Avivs und Washingtons im Nahen Osten, den Bericht Mishaans von ihren Erlebnissen in Gaza auf seinem Blog Mondoweiss veröffentlicht. Den Bericht hatte Weiss als E-Mail mit der Bitte um Weiterverbreitung von Adam Horowitz erhalten, einem Freund Mishaans, der diese aus gemeinsamen Tagen bei der New Yorker Gruppe Jews Against the Occupation kennt. Wegen der Eindringlichkeit der Eindrücke der jüdisch-amerikanischen Jurastudentin veröffentlicht der Schattenblick die E-Mail in einer eigenen Übersetzung.

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Die Trümmer von Al-Zeytun. Foto Rose Mishaan

Es hat einen Monat gedauert, diese E-Mail zu schreiben. In jenem Monat habe ich einen Wirbelsturm an Emotionen auf der Suche nach einem Weg durchgemacht, die Dinge, die ich gesehen habe, zu verarbeiten. Ich habe es immer noch nicht geschafft. (weiterlesen…)

Reisebericht aus dem modernen "Herz der Dunkelheit": Gaza

Autorin: Rose MISHAAN
Rose Mishaan wurde in Brokklyn in einer jüdsischen Famile aus Syrien geboren. Sie studiert Jura an der Columbia University in San Franciscso und ist eine Aktivistin für ein freies Palästina.

Übersetzt von Schattenblick

Seit Jahren reisen junge Menschen, vornehmlich aus jenen Staaten, die als Verbündete Israels gelten, in die besetzten palästinensischen Gebiete, um die Menschen dort in ihrem Kampf gegen die Repressalien der israelischen Streitkräfte oder die Gewaltaktionen militanter jüdischer Siedler zu unterstützen. Nicht selten riskieren dabei solche ausländischen Menschenrechtsaktivisten, auch Internationale genannt, ihr Leben. Zur traurigen Berühmtheit gelangte Rachel Corrie, als sie am 16. März 2003 im Gazastreifen getötet wurde und im Anschluß an dem Vorfall Auszüge aus ihren Briefe an ihre Eltern über das an der Seite der Palästinenser Erlebte veröffentlicht wurden. Die erst 23jährige Studentin aus Olympia im US-Bundesstaat Washington wurde von einer Planierraupe einfach überfahren, als sie fahneschwenkend versuchte die Demolierung eines Wohnhauses im Grenzort Rafah durch die Israelis zu verhindern.

Von Ende Dezember 2008 bis Mitte Januar 2009 führten die israelischen Streitkräfte gegen die Hamas-Bewegung in Gaza eine brutale Militäroffensive durch, die mehr als 1300 Menschen, die allermeisten von ihnen Zivilisten, das Leben kostete. Im Februar reiste Rose Mishaan, Studentin des Hastings College of Law an der Universität Kaliforniens, als Mitglied einer Delegation der National Lawyer’s Guild nach Gaza. Am 16. März, dem Todestag Rachel Corries, hat Philip Weiss, ein in linken Kreisen der USA bekannter Kritiker der Politik Tel Avivs und Washingtons im Nahen Osten, den Bericht Mishaans von ihren Erlebnissen in Gaza auf seinem Blog Mondoweiss veröffentlicht. Den Bericht hatte Weiss als E-Mail mit der Bitte um Weiterverbreitung von Adam Horowitz erhalten, einem Freund Mishaans, der diese aus gemeinsamen Tagen bei der New Yorker Gruppe Jews Against the Occupation kennt. Wegen der Eindringlichkeit der Eindrücke der jüdisch-amerikanischen Jurastudentin veröffentlicht der Schattenblick die E-Mail in einer eigenen Übersetzung.

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Die Trümmer von Al-Zeytun. Foto Rose Mishaan

Es hat einen Monat gedauert, diese E-Mail zu schreiben. In jenem Monat habe ich einen Wirbelsturm an Emotionen auf der Suche nach einem Weg durchgemacht, die Dinge, die ich gesehen habe, zu verarbeiten. Ich habe es immer noch nicht geschafft. (weiterlesen…)

Iran – Israel

Interessanter Artikel mit einigen Hintergründen zum Verhältnis der beiden Staaten. Zur Zeit des Shahs galt der Iran als westlich orientiert und strategisch wichtiger Stützpünkt im Arabischen Raum. Damit hatte er einiges mit Israels gemein, das als Frontstaat Washingtons ebenfalls als westliche Bastion in Nahost galt.

Die Revolution 1979 betrachtete man offenbar nur als Unterbrechung und rechnete mit einer schnellen Rückkehr auf den alten prowestlichen Kurs. Doch es kam alles anders und Israel wandte sich 1992 verstärkt den Arabern zu und sich zunehmend vom Iran ab, der von da ab als potenzieller Exporteur einer islamischen  Revolution galt, die den ganzen Nahen Osten bedroht.

Dabei beinhaltete Rabins Konzept allerdings auch die Dämonisierung des Iran und vollzog damit eine drastische und unerwartete Neubewertung. Jossi Alpher, einer der engsten Berater Rabins, erklärte vier Tage nach dem Wahlsieg Bill Clintons im November 1992 laut New York Times: “Der Iran muss als Feind Nummer eins identifiziert werden.” Seither beschuldigen Israel und seine Verbündeten in Washington den Iran immer wieder, nach Nuklearwaffen zu streben. Schon im Oktober 1993 warnte Rabins Außenminister Schimon Peres die internationale Gemeinschaft, der Iran werde bis 1999 im Besitz einer Atombombe sein.

http://www.monde-diplomatique.de

Interessant ist, dass es seitdem immer wieder heißt, der Iran stände unmittelbar vor der Fertigstellung von Atomwaffen. “Die iranische Bombe kommt immer in fünf Jahren”

Noam Chomsky über Gaza

Chomsky beschreibt mit vielen Details die Hintergründe zum Angriff auf Gaza.

chomsky-gaza_2009 (pdf)

Gaza, Wahlkämpfe, Eskalationen

Der Saarbreaker hat einen Artikel veröffentlicht, der die Geschehnisse der Zeit vor dem Angriff Israels auf GAza beleuchtet. Demnach war der Krieg lange geplant und die Eskalation dahin allem Anschein kalkuliert .

Gaza: Gezielte Eskalation?

Von SaarBreaker am Mittwoch, 28. Januar 2009 – 19:21

Von Thomas Früh

Israel nutzte eine funktionierende Waffenruhe zur Kriegsvorbereitung. Dann ordneten der Verteidigungsminister und der Generalstabschef den Bruch des Waffenstillstands an. Ein Kriegsfahrplan, erstaunlich genau abgestimmt auf die Wahl und den Amtsantritt des neuen US-Präsidenten.

Schon im Juni 2008 bereitete Israel den Angriff auf Gaza vor, wie die israelische Tageszeitung Haaretz am 28. und 31. Dezember unter Hinweis auf nicht näher genannte Militärkreise berichtete. Demnach habe Verteidigungsminister Ehud Barak die Anweisung erteilt, Informationen über Angriffsziele in Gaza zu sammeln. Zeitgleich handelte Israel unter Vermittlung Ägyptens einen sechsmonatigen Waffenstillstand mit der Hamas aus. Barak begründete das zweigleisige Vorgehen damit, dass eine Waffenruhe der Hamas zwar eine Atempause verschaffe, Israel für die Vorbereitung einer Militäroperation jedoch ebenfalls Zeit benötige, so Haaretz (1, 2).

Am 19. Juni trat der Waffenstillstand in Kraft. Israel und Ägypten sagten zu, die seit Mitte 2007 anhaltende Blockade Gazas schrittweise zu lockern (3, 4, 5, 6, 7). In den Folgemonaten hielt die Hamas ihre Verpflichtungen weitgehend ein: Während zuvor noch 150 bis 250 Kassam-Raketen pro Monat auf israelischem Gebiet einschlugen, waren es im Juli drei Raketen, im August sechs, im September eine und im Oktober zwei. Keine einzige davon richtete Personen- oder Sachschaden an (8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17).

gaza-kassams-pro-monat-2008

Zahl der im Süden Israels eingeschlagenen Kassam-Raketen pro Monat.
Beginn und Bruch der Waffenpause sind deutlich erkennbar.

Diese Statistik belege, so Professor Nancy Kanwisher vom MIT in Boston, dass die Hamas einen Waffenstillstand wirksam kontrollieren und einhalten könne (18). Haaretz berichtete von Fällen, in denen die Hamas bei Verletzungen des Waffenstillstands eingriff. Zum Beispiel habe sie am 10. Juli drei Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden festgenommen, die auf die Erschiessung eines unbewaffneten Palästinensers durch Israel mit zwei Kassams reagierten (19). Das dem israelischen Militär nahe stehende Intelligence & Terrorism Information Center stellte fest: “Die Hamas sorgte dafür, dass der Waffenstillstand eingehalten wird” (20). Doch obgleich die Hamas ihren Teil der Vereinbarung einlöste, lockerten weder Ägypten noch Israel die völkerrechtswidrige Blockade.

Am 4. November, als die Weltöffentlichkeit auf die US-Präsidentschaftswahl schaute, wurde die funktionierende Waffenruhe von Israel massiv gebrochen: Auf Anordnung von Verteidigungsminister Barak und Generalstabschef Gabi Ashkenazi drang ein Militärkommando, begleitet von Helikoptern, Drohnen und einem Militärbulldozer, in den Gaza-Streifen ein und umstellte ein Wohnhaus. Es kam zu einer Explosion, die das Gebäude zerstörte. Ein Palästinenser starb, mehrere wurden verletzt. Die Reaktion: eine Salve Mörsergranaten in Richtung Israel. Noch am gleichen Tag folgte ein israelischer Luftangriff, dem sechs Palästinenser zum Opfer fielen. Am 5. November gingen 30 Kassam-Raketen auf unbewohnte Flächen in Israel nieder. Haaretz kommentierte: “Wenn die Hamas will, kann sie mit einiger Genauigkeit auf das Zentrum von Sderot zielen” (21, 22).

Offenbar wollte die Hamas eine weitere Eskalation vermeiden. Indes entwickelte sich aus dem israelischen Militäreinsatz eine Gewaltspirale, die die Waffenpause in den folgenden Wochen pulverisierte. Unter Hinweis auf den nun wieder häufigen Raketenbeschuss — im November 126, im Dezember 98 Raketen (20) — startete Israel unmittelbar nach Weihnachten den Angriff auf Gaza. Nach 20 Tagen einer “Operation”, die über 1.300 Menschen in dem abgeriegelten Gebiet tötete, kündigt Israel den Abzug seiner Militärmaschinerie an. Das Timing ist frappierend: Bruch des Waffenstillstands am Tag der US-Präsidentschaftswahl, danach militärische Eskalation bis zum Krieg und schließlich Truppenrückzug just zur Amtseinführung des US-Präsidenten.

Quellenverzeichnis

Beginn Kriegsvorbereitung

(1) Haaretz 28.12.2008: IAF strike followed months of planning
http://www.haaretz.com/hasen/spages/1050448.html

(2) Haaretz 31.12.2008: Disinformation, secrecy and lies: How the Gaza offensive came about - http://www.haaretz.com/hasen/spages/1050426.html

Vereinbarung Waffenstillstand

(3) International Herald Tribune 17.6.2008: Hamas says Gaza truce deal with Israel clinched, set to go into effect early Thursday
http://www.iht.com/articles/ap/2008/06/17/africa/ME-GEN-Israel-Palestinians.php

(4) AFP 17.6.2008: Israel and Hamas reach Gaza truce deal
http://afp.google.com/article/ALeqM5hukjcPqlKWELiz7UrWb2phN6r9uQ

(5) Wiredispatch 17.6.2008: INTERVIEW-Gaza truce deal to end Israel blockade – Meshaal – http://wiredispatch.com/news/?id=216603

(6) Haaretz 18.6.2008: World welcomes Gaza truce, urges sides to fulfill obligations
http://www.haaretz.com/hasen/spages/993918.html

(7) Haaretz 8.8.2008: PRC: Open crossings within 3 weeks or we’ll end Gaza truce
http://www.haaretz.com/hasen/spages/1009594.html

Einhaltung Waffenstillstand

(8) Haaretz 10.7.2008: Hamas arrests Gaza rocket squad after two Qassams hit Negev - http://www.haaretz.com/hasen/spages/1000881.html

(9) Haaretz 12.7.2008: Qassam hits western Negev in new Gaza truce violation
http://www.haaretz.com/hasen/spages/1001305.html

(10) Haaretz 6.8.2008: Ex-Gaza Strip settlers hold rally, vowing to return to their homes – http://www.haaretz.com/hasen/spages/1009189.html

(11) Haaretz 9.8.2008: Gaza militants fire Qassam rocket into western Negev – http://www.haaretz.com/hasen/spages/1009906.html(12) Haaretz 11.8.2008: Israel to shut Gaza border crossings following Qassam strike - http://www.haaretz.com/hasen/spages/1010544.html

(13) Haaretz 19.8.2008: Barak orders Gaza crossings closed after Qassam hits Negev – http://www.haaretz.com/hasen/objects/pages/PrintArticleEn.jhtml?itemNo=1013095

(14) Haaretz 25.8.2008: Israel to shut Gaza border crossings following Qassam strike - http://www.haaretz.com/hasen/objects/pages/PrintArticleEn.jhtml?itemNo=1015144

(15) Haaretz 15.9.2008: Gaza crossings shut after Qassam attack - http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=1020988

(16) Haaretz 21.10.2008: Gaza militants fire Qassam into W. Negev after month-long lull - http://www.haaretz.com/hasen/spages/1030209.html(17) Haaretz 30.10.2008: Israel shuts Gaza crossings after Qassam hits west Negev http://www.haaretz.com/hasen/spages/1032858.html

Bewertung Waffenstillstand, Bruch und Eskalation

(18) Nancy Kanwisher in “The Huffington Post” 6.1.2009: Reigniting Violence: How Do Ceasefires End?
http://www.huffingtonpost.com/nancy-kanwisher/reigniting-violence-how-d_b_155611.html?view=print

(19) Haaretz 10.7.2008: Hamas arrests Gaza rocket squad after two Qassams hit Negev – http://www.haaretz.com/hasen/spages/1000881.html

(20) Intelligence and Terrorism Information Center: The Six Months of the Lull Arrangement - http://www.terrorism-info.org.il/malam_multimedia/English/eng_n/pdf/hamas_e017.pdf

(21) Haaretz 05.11.2008: IDF kills Hamas man in Gaza clash
http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=1034307

(22) Haaretz 13.11.2008: Avoiding a worst-case scenario
http://www.haaretz.com/hasen/spages/1037237.html

Hinweis: Die Weitergabe dieses Artikels von Thomas Früh ist unter der Voraussetzung, dass der Text unverändert bleibt und der Autorenname: Thomas Früh genannt wird, ausdrücklich erwünscht.

Nochmal Israel

Eigentlich sollte es nur ein kurzer Kommentar werden beim Spiegelfecher

Was die Israelis im Gaza veranstalten kann man eigentlich nur als Völkermord bezeichen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in GB oder den USA auch jede Menge kritische Stimmen, die das auch genauso sehen. (Da wird der ein oder andere Passus im Arbeitsvertrag der Journalisten wohl nicht vor kommen). Das unsere Regierung außer dem peinlichen Statement der Kanzlerin dazu nicht viel zu sagen hat, hat sicher auch mit voreilendem Gehorsam und der Angst vor der Antisemitismuskeule zu tun, die schon die ein oder andere Karriere beendet hat. Zudem sitzen wir ja im Glashaus, weil auch wir auf Basis der gleichen absurden Logik der Präventivverteidung unser Land in Afghanistan und sonstwo auf der weiten Welt vor Angriffen beschützen und dabei nicht einmal angegriffen wurden -die sauerländer Friseure und Michael Ballack mal außen vor. Mit welcher Begründung soll etwas was uns recht ist, für Israel nicht billig sein?
Komischerweise steigt die Anzahl der Terroristen mit unseren Bemühungen, sie zu bekämpfen. Gaza ist nicht aber Tibet oder das Kosovo und Israel oder die USA sind nicht Serbien, Irak, China oder Rußland. Die UN mag die reinste Demokratie sein, faktisch spiegelt sie die “Weltordnung” wider und das Völkerecht gilt nicht für alle gleichermaßen (z.B. werden wir nie einen Amerikaner in Den Haag vor Gericht stellen können ). Laien wie ich vertun sich mal schnell, weil sie sich nicht auskennen: manchmal sieht für den Laien alles nach einem Angriffskrieg aus, ist aber nur Notwehr oder Präventivverteidigung; da glaubt man, man habe es mit klarem Volkerechtsbruch zu tun, weil wahllos Zivilisten abgeschlachtet, dabei werden nur Terroristen bekämpft, die sich gemeinerweise unter der Zivilbevölkerung verstecken und sie als “menschliche Schutzschilde” benutzen (in Afghanisten verstecken sich die TAliban in Hochzeitsgesellschaften, was nicht weniger geschmacklos ist), dann wiederum müssen wir eingreifen, weil die demokratisch gewählte Regierung von was weiß ich, von antidemokratischen Feinden bedroht ist, oder wie jetzt, feststellen, dass ein Volk auch so blöd sein kann und sich -wie hier geschehen- lauter Terroristen ins Parlament wählt -wer konnte das ahnen.
Was ich damit sagen will: wir, die wir gezwungen sind diesem Treiben mehr oder weniger tatenlos zuzusehen, werden doch nach Strich und Faden verarscht und man muß schon ein sehr kurzes Gedächnis haben, um nicht dahinterzukommen. Israel will ganz Palästina für sich haben und versucht die Palästinenser mit seiner Apartheitspolitik (O-Ton Jimmy Carter) in alle Winde zu vertreiben. Wenn dabei auch Gasvorkommen in ihre Hände fallen, um so besser. In anderen Länder hieß sowas schon mal etnische Säuberung und führte zu NATO-Angriffen.
Wir, als Erbschuldige, lassen sie gewähren und erklären die Sicherheit Israels zum Teil unserer Staatsräson (Es gibt Länder in die man Angie besser nicht reisen lassen sollte). Die USA braucht Israel als Bauernopfer und Unruhestifter, denn jeder Araber, der Israel für das hassenswerteste Objekt der Gegend hält wir sich nicht mit seinem korrupten Marionettenregime beschäftigen, von denen es in der Gegend reichlich gibt. Der Deal ist simpel: Israel genießt Narrenfreiheit und darf alles bombardieren, was es dessen für würdig erachtet, egal in welchem Land. Wenn’s Ärger in der UNO gibt legt die USA ihr Veto ein und fertig. Manchmal schlagen sie über die Stränge und die USA mus sich enthalten, damit es echt aussieht, aber was kratzen Israel UN-Resolutionen (müssten knap 90 sein, die sie seit Staatsgründung kassiert haben). Solange das ÖL fließt ist so eine bisschen Zauber in Nahos eine feine Sache, bietet es doch jederzeit die Möglichkeit je nach Opportunität Konflikte rauf und runterzufahren. Wer bei dem Spiel nicht mit macht landet schnell auf der Achse des Bösen und wird angegriffen (Syrien, Iran). Das Ganze ist ein Spiel um Macht und Rohstoffe, für dass sich alles mögliche instrumentalisieren lässt.

George Galloway ganz deutlich:

ARD cancled Sendung zu Gaza

Es ist offenbar die Zeit der offenenen Briefe: Dieser ist an die ARD gerichet, die kurzfristig eine Sendung zu Gaza aus dem Programm nahm. Sieht man sich die Gästeliste an, hätte es sogar interessant werden können. Aus unerfindlichen Gründen fand aber die ARD eine Sendung zum Thema Freitod interessanter, immerhin hat sich kürzlich ein Milliadär vor einen Zug geworfen. Ah ja.

http://www.steinbergrecherche.com/09rundfunk.htm#Will

Die wenigen Zeilen, die Frau Anne Will uns und vielen anderen Menschen als Grund der Absetzung in ihrem mail vom 12. Jan., 13.57 Uhr, genannt hat, werfen mehr Fragen auf als offene Fragen zu beantworten. Uns ist zwar das Verfahren bis zur endgültigen Entscheidung für das Thema der Woche sehr wohl bekannt. Es fällt uns jedoch sehr schwer, dem von Anne Will genannten Grund für die Absetzung zu folgen, weil
- erstens das Palästinathema bis zum 8. Januar in Fernsehprogrammankündigungen zu sehen war und erst ab dem 9. Januar ohne Begründung verschwand,
- zweitens die ausgewählten Teilnehmer sicherlich nicht eingeladen werden, bevor die Themenauswahl entschieden ist, und hier wissen wir definitiv, dass Rupert Neudeck, Daniel Barenboim und Sumaya Farhat-Naser eingeladen worden waren und letztere sogar in Deutschland angereist war,
- drittens ein politisch hoch brisantes und aktuelles Thema nicht so ohne weiteres zu Gunsten eines zeitlosen Themas einfach fallen gelassen wird,
- und weil viertens eine Redaktion in aller Regel sich hütet, zunächst eine so prominente Besetzung wie die o. g. Personen sowie Joschka Fischer und Avi Primor einzuladen, um sie dann ohne irgend einen schwerwiegenden Grund wieder auszuladen,
- und weil fünftens und letztlich derartige Entscheidungen, soweit uns bekannt ist, in der Regel Mittwochs endgültig feststehen, die Ausladung aber in diesem Falle am Donnerstag, dem 08. Januar, ausgesprochen worden ist.

Zum Brief…

Übrigens versteht auch Pispers das nicht.

Gegenwind für Israel, wenn auch nur von ausländischen Medien.

Wer sich ein Bild machen will, was in der Welt vor sich geht tut gut daran, ich auch mal bei ausländischen Medien umzusehen, insbesondere wenn es um Israel und dessen Angriffskrieg in Gaza geht.

Die BBC befragt einen Sprecher zum Beschuss eines UN-Gebäudes in GAZA, das den Militärs als solches bekannt war.

Oder die Frage, warum die Armee das Rote Kreuz drei Tage lang daran hinderte der Zivilbevölkerung zu helfen.

Auch Robert Fisk, der seit zweieinhalb Jahrzehnten aus der Region beichtet findet deutliche Worte, die man in unseren -offenbar durch Erbschuld erblindeten Medien- vergeblich sucht.

Israel hat also wieder einmal die Pforten der Hölle für die Palästinenser geöffnet. Vierzig Zivilisten, die in einer Schule der Vereinten Nationen Zuflucht suchten, sind tot, drei weitere starben in einer anderen Schule. Nicht schlecht für die Arbeit einer Nacht in Gaza, vollbracht von der Armee, die an die „Reinheit der Waffen“ glaubt. Aber warum sollten wir uns darüber wundern?

Haben wir die 17.500 Toten – fast alles Zivilisten, die meisten von ihnen Frauen und Kinder – vergessen, die das Ergebnis von Israels Invasion in den Libanon im Jahr 1982 waren? Die 1.700 palästinensischen Zivilisten, die während des Massakers in Sabra und Shatila getötet wurden? Das Massaker in Qana in einem UN-Stützpunkt mit 106 getöteten libanesischen zivilen Flüchtlingen, mehr als die Hälfte von ihnen Kinder? Das Massaker an den Flüchtlingen von Marwahin, denen die Israelis im Jahr 2006 befohlen hatten, ihre Häuser zu verlassen, und die dann von der Besatzung eines israelischen Hubschraubers abgeschlachtet wurden? Die 1.000 Toten während derselben Bombardierung und Invasion des Libanon im Jahr 2006, fast alle von ihnen Zivilisten? zum Artikel local copy