Abgründe, Klemmen und andere schrecklichen Dinge

Mit täglichem Koalitionstheater,  Steuersenkungen für Parteispender und dem 83 sten Anlauf, die von der Kapitalverwertungsmachinerie nicht benötigten Menschen als Schmarotzer zu diffamieren und damit von der Tatsache abzulenken, dass die Wachstum-und-Beschäftigungs-Platte, die seit 30 Jahren auf dem Plattenteller sich dreht einen gehörigen Sprung hat, sind wir wieder mitten im Alltag angekommen.

Dabei waren das doch ungeheuerliche Ereignisse. Banken investieren in tolle innovative Finanzprodukte. Als klar wird, dass diese Finanzprodukte eher betrügerisch als innovativ sind, viele der Papiere nur wertloser Müll und zahllose Banken eigentlich bankrott sind, erpressen sich Banken, deren Bilanzsummen das BIP vieler ihrer Heimatländer locker in den Schatten stellt, die staatliche Rettung. Sollten sich die Staaten weigern  für die Schulden aufzukommen , so drohen sie, würde binnen Stunden alles zusammenbrechen.

Das schlimme Wort von der Kreditklemme machte die Runde und den Politikern steht der Angstschweiß auf der Stirn. Massenhaft zusammenbrechende Unternehmen und das auch noch kurz vor der Wahl ? Never ever!

Also her mit den staatlichen  Garantien und den Rettungsschirm aufgespannt. Rezession, Rezession ruft einer und die Zahlen sehen schlecht aus. Was wir brauchen ist ein Konjunkturpaket und vor allem jede Menge billiges Geld für die Banken, damit das alles auf Kredit bezahlt werden kann. Das Geld den Banken und die Schulden den Steuerzahlern, der jetzt den Gürtel noch enger schnallen darf. Einige wenige schaffen es sogar bis auf die Straße und in Island oder Lettland geht  die ein oder andere  Scheibe geht zu Bruch. Doch die Hauptakteure ficht das nicht an,  sie haben keine Zeit für so was und sind schon längst wieder damit beschäftigt, ihre Milliardengewinne in angemessene Boni um zu rechnen.

Für die Banken jedenfalls hat sich Sache bisher gelohnt. Ein paar Konkurrenten sind verschwunden oder konnten billig aufgekauft werden, sie Staaten haben einen Haufen Schulden bei den Banken und Geld zum Spielen ist mehr als reichlich vorhanden. Da lacht doch das Bankerherz und die ersten erneuern schon wieder ihre 25% Renditeversprechen.

Vielleicht geht die Geschichte ja später mal in die Lehrbücher ein, als gelungenes Beispiel dafür, wie Großbanken die Staaten in die Verschuldung trieben und damit ihre Verdienstmöglichkeiten und die der anderen Kapitalgeber dramatisch verbesserten oder dafür, wie man ein eigentlich kollabiertes Ponzi-Schema mit viel Geld  von arglosen kleinen Leuten, die das System nicht verstehen, und mit der Hilfe willfähriger Politikern,  nochmal auf eine neue Rund schickt.

Verluste sozialisieren – Gewinne privatisieren.

Vielleicht hätte es die Bürger stutzig machen sollen, als sich ihre angeblichen Volksvertreter gegenseitig dafür auf die Schulter klopften, das sie diesen unglaublichen Raubzug auf Kosten der Allgemeinheit binnen weniger Tage per Mehrheitsbeschluss besiegelten und den Bürgern als große Rettungstat verkauften. Ein Pyrussieg.

Der Bürger wird für all das zahlen, mit höheren Steuern und maroden oder geschlossenen öffentlichen Einrichtungen. Der Staat wird weiter der irrsinnigen Hoffnung hinterher jagen, er könne sich gesund sparen und versuchen, weitere Privatisierungen durchzusetzen, um mehr und mehr Kosten auf seine Bürger umzulegen.  Investoren, die an der ehemals geleisteten staatlichen Daseinsvorsorge verdienen wollen gibt es genug und das  dumme oder korrupte Politikern aussterben muss auch nicht befürchtet werden.

Die Zeit bringt eine gute Zwischenbilanz zur Finanzkrise.

Zu blöd  oder zu  korrupt? Die Nachdsenkseiten zur HGAA.

Stresstest

Wer bei sich bemerkt, dass der Blutdruck  bei folgenden Auszug aus einem Gutachten der Uni-Berlin zu Riesterverträgen stark zunimmt,

So müsse ein 30-jähriger Riester-Fondssparer mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von 52 500 Euro 92 Jahre alt werden, um seine eigenen Beiträge samt Zinsen als Rente ausgezahlt zu bekommen.
Ein derzeit 30-jähriger Mann hat nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes eine Lebenserwartung von 78 Jahren, Frauen sterben im Durchschnitt mit 83 Jahren. Es sei besonders für Männer “sehr schwierig, so alt zu werden, dass sich die Riester-Rente lohnt”, sagt Jaeger.
Nur Geringverdiener profitieren nach den Berechnungen mit hoher Wahrscheinlichkeit. Ein 30-jähriger Versicherter mit zwei Kindern und nur 18 000 Euro Bruttojahreseinkommen müsse bei Abschluss einer Riester-Rentenversicherung mindestens 71 Jahre alt werden, um seine Beiträge zurück zu bekommen. Steigt das Einkommen aber, dauere es deutlich länger. Nach Berechnung von Professor Jaeger muss ein 30-Jähriger mit zwei Kindern und einem Bruttojahreseinkommen von 36 000 Euro schon 88 Jahre alt werden, bis sich die Versicherung lohnt.

Handelsblatt

der sollte nochmal über seinen Riestervertrag nachdenken, weil es sein kann, dass er sich die Dinge zu sehr zu Herzen nimmt, um alt genug zu werden, damit sich der Riester lohnt.

Eigentlich eine ganz normale Kalkulation, denn bei Versicherungen geht es natürlich -wie sich häufig schon an den prächtigen Gebäuden erkennen lässt- nur sehr bedingt um das Wohl der Versicherten. Das Geschäftsmodell basiert letztlich auf der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten, die im Ergebnis darauf hinauslaufen müssen, dass der Versicherte glaubt, dass Risiko sei höher als das von der Versicherung kalkulierte.  Demnach ist der beste Freund der Versicherung die Angst, wie sich an den fortlaufenden Kassandrarufen zum Altersarmut und ewig notleidenden Sozialsystemen unschwer erkennen lässt. Der beste Weg, Altersarmut auch wirklich massenhaft hinzubekommen ist natürlich, die Löhne möglichst niedrig und die Arbeitslosigkeit möglichst hoch zu halten, was in den letzten 20 Jahren  -siehe ausufernder Niedrieglohnsektor und Zeitarbeit-  sehr gut gelungen ist und im Moment deutet nichts darauf hin, dass sich daran in den nächsten Jahren viel ändert.

Das Ausbluten der Sozialsysteme spielt natürlich den Versicherungsunternehmen in die Karten, die es sehr gut verstehen, sich die Angst des Einzelnen vor Armut und Krankheit nutzbar zu machen. Eltern wollen später nicht ihren Kindern auf der Tasche liegen und möchten im Alter nicht in einem der letzten bis dahin verbliebenen öffentlichen Aufbewahrungsanstalten für Alte landen, wo sie  dann den “Pflegenotstand”  live erleben können, weil ja der aufs Minimum verschlankte Staat sparen muss -gesetzt den Fall es gibt überhaupt noch so etwas wie staatliche Altersheime.

Hübsch natürlich, wenn sich die Politik bereit erklärt, den Versicherungen für ihre Riesterverträge noch reichlich Steuergeld in den Rachen zu stopfen, was für die Finanzindustrie doppelt gut ist: Zum einen verbleibt, wie das Gutachten zeigt, der grösste Teil der Zuschüsse nach allen Wahrscheinlichkeiten der Versicherungsmathematik ohnehin bei den Akteuren der Finanzindustrie, zum zweiten  sind die Zuschüsse ein idealer Köder für die Kundschaft, die glaubt, sie bekäme durch die Zuschüsse etwas geschenkt -das sie dafür ein biblisches Alter erreichen müsste, verrät der nette Mann von der Versicherung natürlich nicht.

Falls es Deutschlands bekanntester Fliesenlegen bis zu einem Denkmal bringen sollte, darf man wohl relativ sicher sein, dass als Standort nur der Vorplatz eines der prachtvollen Konzernzentralen der Finanzindustrie in Frage kommt.

Vis à vis könnten sie dann Rösler aufstellen, als Initiator der kapitalgedeckten Pflegeversicherung, dem der Coup gelang,  die Bürger per Gesetz zum Abschluss von Versicherungverträgen zu zwingen.

Ulrike Hermann über den Charme des staatlichen Rentensystems

Ein schöner Artikel, der sich mit dem Zusammenhang zwischen Finanzkrise, kapitalgedeckter Altersvorsorge und den Renditeträumen der Finanzindustrie befasst. Was die Neoliberalen einfach nicht begreifen wollen, ist, dass Geld umlaufen muss. Geld, dass angelegt wird, wird nicht für Konsum ausgegeben, was aber nötig wäre, um eine realwirtschaftliche Rendite zu ermöglichen. Kapital, dass sich nicht sinnvoll verwerten lässt braucht kein Mensch. Um aber die Renditeversprechen trotzdem einlösen zu können, bleibt nur das Casino, das man dann wie in den Staaten nicht mehr zumachen kann, weil sonst die Rentenfonds kollabieren.

Man darf bei alldem nicht vergessen, was eine der Ursachen für diese Geldschwemme ist: nämlich dass die Menschen weltweit gezwungen werden, für ihr Alter zu sparen. Schon deswegen ist eine staatliche Rentenversicherung weniger riskant. Gefährliche Kapitalüberhänge entstehen hier gar nicht erst, weil nichts zurückgelegt wird. Stattdessen setzt die Umlagefinanzierung auf die Solidarität der Generationen, die sich gemeinsam das vorhandene Volkseinkommen teilen.

gefunden über: www.egon-w-kreutzer.de/

Schiffe, Kekse und Häuser in Spanien

Bei Frank Meyer beschreibt jemand vom Bankhaus Rott, was all diese Dinge gemeinsam haben: Geld, das da ist und angelegt sein will. Wenn denn die wirkliche Welt, mit wirklicher Nachfrage nicht ausreicht, gibt man das Geld halt für Dinge aus, die zwar niemand braucht, für die aber jemand bereit ist, Geld auszugeben, weil er hofft so mehr davon zurück zu bekommen. Das geht super  –eine Weile.

Schöner Artikel über einen reichlich absurden Betrieb, dessen Aufrechterhaltung wir uns gerade sehr viel Geld kosten lassen. Lesenswert.

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Wachstum wird alle Probleme lösen

Das Ende der Krise wird ja schon überall eingeläutet und man kann  dazu übergehen, die alten Gesänge von Wachstum und Wohlstand wieder anzustimmen. Wenn interessiert schon, das genau das Scheitern dieses ewigen Versprechens letztlich der Grund für die Krise ist. Exponentielles Wachstum -und darum geht es- erfordert einen immer größer werdenden Zuwachs, weil sich die Bezugsgröße ständig erhöht.

Es ist schon erstaunlich: Da wird seit Jahrzehnten das Wachstum als Allheilmittel angepriesen und parallel dazu  steigt die Massenarbeitslosigkeit und da wo sie sinkt tut sie es wegen des Abmarsches der Arbeitslosen in prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Billigjobs. Eigentlich müsste ein Blinder sehen, das hier etwas nicht stimmt. Aber wie Brecht schon mal sagte, muss eine Lüge nur groß genug sein, damit sie geglaubt wird.
Selbst wenn man den mehr als zweifelhaften Wachstumsbegriff mal außen vor lässt, für den zum Beispiel die Produktion von haltbaren Produkten einfach keinen Sinn macht,  für den es aber sehr wohl Sinn macht,  neuwertige Produkte nach Möglichkeit direkt nach der Anschaffung zu verschrotten,  muss man mal grundsätzlich nach den Bedingungen dieses Allheilmittels fragen.

Wachstum bedeutet in unserem System immer Verschuldung und damit die beständige Suche nach neuen validen Schuldnern. Der Kapitalismus hat nämlich das Problem, dass die zur Herstellung der Güter gezahlten Löhne nie ausreichen, um die produzierten Güter zu kaufen.  Aus diesem Dilemma gibt es im Prinzip nur zwei Auswege: Man versucht neue Märkte außerhalb des jeweiligen Wirtschaftsraums zu erschließen,  also zu exportieren oder finanziert die notwendige Nachfrage durch Verschuldung – oder man macht beides.

Beides hat seine Grenzen, wie man zur Zeit sehen kann. War der amerikanische Markt über Jahre hinweg die “Lokomotive” der Weltwirtschaft, weil sich die Konsumenten bereitwillig weiter und weiter Verschuldeten geht das Spiel gerade zu ende, weil es keine hinreichende Anzahl neuer Schuldner gibt,  die die alten Schulden ablösen können. Die Kreditblase ist geplatzt und immer mehr Schuldner fallen aus, der Schuldenturm kracht zusammen.

Von anderer Seite droht ebenfalls Ungemach: Platt gesagt basiert unsere Wirtschaft darauf, Rohstoffe zu Gütern zu verarbeiten und sie möglichst zu “verbrauchen” mit anderen Worten, schnell in Müll zu verwandeln. Wenn nötig beschleunigen wir diesen Vorgang, indem wir Abwrackprämien zahlen, damit die Bürger fahrtüchtige Autos in die Schrottpresse fahren und neue kaufen. Ein kleiner Teil der Rohstoffe wird eventuell recycled, aber der Rest ist inklusive der Energie, die für die Herstellung aufgebracht werden musste, iist  unwiederbringlich verloren. So etwas funktioniert auf Dauer nur bei unbegrenzten Ressourcen, die definitiv nicht vorhanden sind. Im Gegenteil ist das Ende billiger Energie in Form fossiler Brennstoffe absehbar, von den Umweltproblemen, die ihre Verbrennung mit sich bringt ganz zu schweigen.

Wir haben es also mit mindestens zwei Grenzen zu tun, die dringen dazu raten, sich über den Nutzen dieses Wachstums Gedanken zu machen. Denn eines ist offensichtlich: Nachhaltigkeit ist etwas anderes. Das Problem der Überschuldung lässt sich wenn gar nichts geht durch eine radikale Abwertung der Währung erreichen, ob durch Hyperinflation oder Währungsrefom ist im Prinzip egal, weil es nur darum geht, Schulden wie Guthaben zu “vernichten”.

Wer heute noch vom Wachstum als Allheilmittel redet ist entweder ein Idiot oder Politiker -manchmal auch beides.

Schadow Banking

Paddy Hirsch erklärt, den Unterschied zwischen dem klassischen Bankkredit und der Beschaffung von Kapital auf dem Kapitalmarkt. Daran wird auch deutlich, warum die Regierungen mit aller Macht versuchen, wieder einen Markt für die als “toxic” verschriehenen Assets zu schaffen.


Shadow banking from Marketplace on Vimeo.

Damals…wird man später sagen.

Damals interviewten Redakteure von Wirtschaftsmagazinen Philosophen und fragten diesen, warum sie und keiner ihrer Kollegen die Krise vorausgesehen haben, wenn es doch soviele gab, die sie prophezeiten.

Frage: Aber dann stellt sich doch die Frage: Warum hat niemand reagiert? Wirtschaftsjournalisten waren es kaum, die sich kritisch zeigten. Herr Sloterdijk, Sie sagen, es gab viele andere. Warum hat man Sie nicht gehört? Nicht erhört?

Sloterdijk: Auf diese Frage gibt es zwei Antworten. Die erste heißt: Die Wirtschaftskommentatoren sind großteils “eingebettete Journalisten” – sie schreiben dem Tagesbefehl gemäß und ziehen mit ihrer Truppe ins Feld. Für sie wären Argumente gegen den Mainstream beruflicher Selbstmord. Die zweite Antwort lautet: Die Handelnden auf dem Gebiet der Finanzmarktspekulation leben völlig außerhalb der Hörweite der analytischen Intelligenz. Sie sind von ihren Spielen berauscht und haben keine freien Kapazitäten für alternative Gedanken. Soviel ich weiß, nahmen sich auch die Konquistadoren keine Zeit für Ethikseminar.

Eine Sternstunde aber wie macht man einem Autisten klar, das er ein Autist ist? Wenn weiterhin die “Experten” wie Sinn und Konsorten aus ihren absurden Theoriegebäuden heraus munter vor sich hin orakeln dürfen, die Politiker dies für bare Münze nehmen und Publikationen wie das Managermagazin die Absonderungen für wahr halten, wird sich nichts ändern. Da bleiben Einwürfe wie die von Sloterdijk folgenlos.

Blindheiten der Mainstreamökonomie

Die aktuelle Krise der Wirtschaft ist auch eine der Wirtschaftslehre. Sie beruht auf Modellen, die einfach die ökonomische Wirklichkeit nicht realistisch  abbilden. Trotzdem ficht das die meisten Ökonomen nicht an und auch die enorme Streuung ihrer Prognosen. die empirisch gesehen knapp oberhalb der Trefferquote liegt,  die sich mit Kaffesatzleserei erzielen lässt.

Jürgen Kremer, selbst Wirtschaftsprofessor, stellt in seinem Aufsatz  über die blinden Flecken der Volkswirtschaftslehre dar, warum die Mainstreamökonomie in der Krise ist und woran es ihr mangelt.  So fehlt das Verständnis für einige wichtig Zusammenhänge, ohne die weder korrekte Analyse, noch die Bereitstellung von Handlungsanweisungen möglich sind.

Beim Prozess der Globalisierung befinden wir uns in
einer solchen Situation. Obwohl uns viele Ökonomen etwas
anderes glauben machen wollen, gibt es in der Standard-
Volkswirtschaftslehre bisher kein ausreichendes Verständ-
nis wirtschaftlicher Zusammenhänge, um auf dieser Basis
brauchbare Handlungsanweisungen ableiten zu können.
Skandalöserweise gibt es in der Volkswirtschaftslehre nicht
einmal ein Modell eines langfristig stabilen Wirtschaftssy-
stems. Obwohl uns deren Vertreter häufig — und gelegent-
lich mit bemerkenswerter Arroganz — ihre Meinungen und
Prognosen als wissenschaftlich fundierte Wahrheiten zum
Besten geben und obwohl die Verwendung mathematischer
Formeln ihr ein wissenschaftliches Antlitz verleiht, muss
festgestellt werden, dass sich die Volkswirtschaftslehre in
einem katastrophalen intellektuellen Zustand befindet. Ins-
besondere ist sie keine Wissenschaft, wie noch ausgeführt
werden wird.

Kremer zeigt, anhand eines Beispiels, wie gravierende Fehler bei den Grundannahmen nicht zu einer Revision der Theorie führen, sondern man einfach weitermacht und sieht hier die Wissenschaftlichkeit der Disziplin grundsätzlich  in Frage gestellt, zu deren Voraussetzung die Widerspruchsfeiheit einer Theorie gehört.Zudem stellt sich seiner Ansicht nach auch die frage, wie sinnvoll und realistisch Modelle sind, die von dauerhaftem exponentiellen Wachstum ausgehen.

In diesem Artikel wird die These vertreten, dass brauchbare Prognosen und eine vernünftige Steuerung des Wirtaschaftsgeschehens schon alleine deshalb nicht möglich sind, weil kein volkswirtschaftliches Modell für eine langfristig stabile Wirtschaftsordnung existiert. Kaum jemand wird einer Gruppierung, die die Welt für eine Scheibe hält, zur Erkundung des Weltraums zutrauen, und so sollte auch keiner Disziplin, die zeitlich
unbegrenztes exponentielles Wachstum für realisierbar hält, eine Steuerung unseres Wirtschaftsgeschehens überlassen werden.

Anschließend zeigt Kremer, warum unser derzeitiges Wirtschaftssyte zum Wachsen verurteilt ist und wie sich über das Zinssytem ein Umverteilungsmechanismus von unten nach oben ergibt, der dazu führt, dass die unteren 80% der Einkommen Nettozahler des Systems sind.

Schließlich schildern er anhand der Verschuldung der Dritte Welt Länder, wie Staaten vorsetzlich in die Verschuldungsfalle gelockt und so mittels IWF und Weltpank kolonialisiert werden.

Wirklich lesenswert und auf den Punkt.

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