Das christliche Abendland kommt einfach nicht zu Ruhe. Hatten die Schweizer erst kürzlich per Volksentscheid erfolgreich verhindert, dass ihr Land mit Minaretten zugebaut wird, folgt promt der nächste Anschlag der Islamisten auf die christliche Zivilisation. Jetzt wollen sie uns Weihnachten verbieten -wer kann da noch gegen eine Truppenaufstockung in Afghanistan sein? Der Mann, der dies fordert ist Scheich Jussuf al-Karadawi, Leiter eines islamischen Forschungsinstituts in Doha.
Ein wenig Genugtuung ist schon dabei, wenn ich sehe, dass die Araber auch so ihre Probleme mit Radikalen haben, die eigene Forschungsinstitute unterhalten und völlig bescheuerte Vorschlägen machen. Bei uns unterhalten die bekloppten Radikalen Wirtschaftsinstitute und regelmäßig erfreuen sie uns mir irgendwelchen abgefahrenen Vorschlägen, die uns endlich auf den Weg der wirtschaftlichen Glückseligkeit führen sollen. In den letzten Jahrzehnten haben wir zwar immer knapp die Auffahrt verpasst -aber wenigstens stimmt die Richtung.
Das Volk, nennt diese Leute auch in einem Anflug von Sarkasmus gerne “Wirtschaftsweise”, was leider regelmäßig von Politikern und Journalisten missverstanden wird und sie zur Annahme verleitet, es könnte sich um irgendetwas von Sinn und Verstand handeln. Diese Woche leistete Wolfgang Franz, Leiter des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, seinen Betrag zur Unterhaltung und forderte, Hartz IV um 30% zu kürzen, damit die Schmarotzer endlich motiviert werden, einen der Jobs anzunehmen, die es zwar nach wie vor nicht gibt aber unsere Wirtschaftsinstitute beschäftigen sich ja auch weniger mit Wirtschaft als mit Kaffeesatz und gelebter Satire.
Ein schöner Beitrag auch von der Vereinigung der bayrischen Wirtschaft (vbw) die bis 2015 3 Millionen unbesetzte Arbeitsplätze sieht. So wie die Entertainer im Fernsehen sich ihre Gags selber ausdenken und sich dafür Gagschreiber halten, hat sich die vbw das alles auch nicht selbst ausgedacht, sondern dafür die Prognos AG beauftragt. Dies sei der richtigen Platzierung von Lorbeeren wegen erwähnt.
Bei alldem Gelächter muss ganz ernsthaft auf die schuldhafte Verstrickung des Konsumenten hingewiesen werden, der sich nach Lohnverzicht und Kurzarbeit auch noch eine Kaufzurückhaltung auferlegt hat und so den Aufschwung abzuwürgen droht. Hier muss wahrscheinlich einen neue Strafsteuer her, damit das endet.
Es bleibt demnach dabei, dass die größte Gefahr für die deutsche Wirtschaft vom Beharren der abhängig Beschäftigten auf Bezahlung ausgeht und die Außendienstler der Unternehmen auf den internationalen Messen hauptsächlich damit beschäftigt sind, Kunden zu vertrösten, da wir wegen Arbeitkräften, die heute schon unlustig und bald schon gar nicht mehr da sind, leider nicht soviel produzieren können wie wir verkaufen könnten. Tragisch.
Weil Beipackzettel so gut vor der fahrlässigen Einnahme von Medikamenten schützen, dass die Pharmaindustrie eigentlich immer kurz vor der Pleite steht, soll es so etwas in Zukunft auch für Geldanlagen geben -so jedenfalls möchte das unsere oberste Verbraucherschützerin. Frau Aigner ist ja nebenher auch noch für Landwirtschaft zuständig…
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