Alles Idioten?

Dhijad Jane -geiler Name. Allerdings nicht aus irgendeinem von der Homeland-Security gesponserten B-Movie, sondern der selbst gewählte Kampfname einer Konvertitin aus den Staaten. Der inzwischen Festgenommenen wird vorgeworfen, versucht zu haben einen schwedischen Karikaturisten umzubringen, der es gewagt hatte Mohammed als Hund zu zeichnen.

Es blieb beim Versuch -warum auch immer. Sie konnte festgenommen werden, nicht zuletzt weil sie in einschlägigen Internetforen und per Mail ihre Pläne ausgiebig breitgetreten hatte. Sicherheitsbehörden, die natürlich solche Foren überwachen konnten ihr so auf die Schliche kommen.

Die Geschichte wirft wieder einmal Fragen auf, die sich bei derart sensationellen Verhaftungen fast immer stellen.:

1. Sind alle Terroristen so bescheuert,  dass sie monatelang in öffentlichen Internetforen über ihre Pläne herumquasseln?

2. Oder sind die Sicherheitsbehörden so dämlich, dass ihnen nur die absoluten Blindgänger ins Netz gehen.

Auf jeden Fall scheint von der genialen, perfekt organisierten Al Quaida aus dem Jahr 2001 nicht mehr viel übrig zu sein, der es gelang, von afghanischen Höhlen aus die amerikanische Luftverteidigung auszuschalten und drei von vier gleichzeitig entführten Linienflugzeugen gezielt in Gebäude stürzen zu lassen und die eigentlich nur daran scheiterte, dass oben auf dem Trümmerhaufen der Twin-Towers der unversehrter Ausweis von einem der Entführer gefunden wurde, bzw. Ata’s zufällig Handgepäck liegen blieb.

Wahrscheinlich ergeht es Al Khaida nicht anders als den Unternehmen in Deutschland: Sie leiden an Fachkräftemangel. Es sind zwar genug Leute da, aber es überwiegen die  Dumpfbacken.

Geräuschvoll ins Hemd

Die Hauptaufgabe des Zentralrats der Juden in Deutschland besteht bekanntlich darin, hinter Allem und Jedem eine Verharmlosung des Holocausts zu sehen oder schlimmer noch womöglich sogar Antisemitismus. Angesichts einer satirischen Rede beim Starkbieranstich war es mal wieder soweit: Der Zentralrat hat sich pflichtgemäß laut ins Hemd gemacht und nach längerem Überlegen -zumindest bei einigen, weil es noch Menschen gibt, bei denen der Schuldreflex nicht zuverlässig funktioniert- hat man sich jetzt der Empörung angeschlossen und die Medien sprechen von einem Skandal.

Lustigerweise war von den betroffenen Politikern zunächst keiner auf die Idee gekommen, hier könnte was Schlimmes passiert sein. Gott sei Dank gibt’s den Zentralrat, sonst wäre es dabei geblieben und die Zuhörer hätten einfach nur gelacht. Der Kabarettist Michael Lerchenberg jedenfalls konnte über all das nicht lachen und zieht sich aus der Veranstaltung zurück.

Missverständnis

Die Damen kanadische Eishockeynationalmannschaft haben den Sinn von Olympia nicht verstanden und sich ausgelassen gefreut. Sehr zum Entsetzen von blutleeren IOC Funktionären, die befürchten, Sponsoren könnten betreten sein, wenn sie statt des polierten Hochglanzprodukts mit dem sie werben, zu viel von dem zu sehen bekommen, was Sport eigentlich ausmacht: Kraft, Leidenschaft, Teamwork, Spaß und ausgelassene Freude, wenn alles aufgegangen ist wofür man hart trainiert hat. Kurz: alles was Sesselpupser nicht ausstehen können und was nicht in die sterile Inszenierung dessen passt, was Sponsoren und Medien für Sport halten. Sport soll schon nach Action aussehen aber bitteschön nicht nach Schweiß riechen.

http://www.faz.net/

Wer stimmt wie ab?

Nettes Feature des ZDF: Abstimmungen visualisiert. Etwas lahm allerdings.

http://parlameter.zdf.de/

Propheten und Häretiker

Über kaum ein Thema lässt sich derzeit besser streiten als über den Klimawandel. Der Mainstream hat sich hier festgelegt und zu zweifeln ist verboten. Eine Wissenschaft aber, die es zulässt, das ihre Erkenntnisse in Glaubenskriegen missbraucht werden oder sich -schlimmere noch auf eine Seite stellt und alle Abweichler als Schwindler, Verschwörungstheoretiker oder als gekauft abqualifiziert,  hat ihr Metier längst hinter sich gelassen. Schließlich ist das Aufstellen von Hypothese konstitutiv für eine Wissenschaft und der Zweifel an der Richtigkeit des bisher angenommenen gradezu Pflicht und ein ganz entscheidendes Movens des wissenschaftlichen Fortschritts.

Es geht gar nicht darum, sich auf eine Seite zu schlagen,  sondern lediglich um die Gewissheit, dass unser jetziges Wissen über die Welt der aktuelle Stand der Irrtümer ist, der gerade so lange gültig hat, bis wir neue Irrtümer entdeckt haben, die,  hoffentlich, näher an der Wahrheit sind.

Für das Errichten von Scheiterhaufen jedenfalls ist die Wissenschaft nicht zu gebrauchen -eigentlich.

Bei Gerd Flegelskamp gibt’s ein schönes Video zum Thema Wissenschaft als Religionsersatz.

Tragödien, Komödien, Krimi und Horror

Gerd Flegelskamp braucht keinen Fernseher. Wozu auch.

Die neuen Schmarotzer: Alleinerziehende

Glaubt man FAZNet werden -falls sich deren Erkenntnisse herumsprechen-  wir bald neue Gesetze brauchen, die uns vor den Frauen schützen, die aufgrund fehlgeleiteter Wohlfahrtspolitik versuchen werden, sich ihr Auskommen aggressiv zusammenzuvögeln. Der Staat, so wird Deutschlands “klügster Professor” (BILD) zitiert, zahlt den Frauen regelrecht eine “Trennungsprämie” und schafft bekanntermaßen völlig falsche Anreize, die, auch dass ist den FAZnet-Lesern bestens bekannt, letztlich ja der Grund für die hohe Arbeitslosigkeit sind. (Wer will schon arbeiten, wenn es Löhne unterhalb von HartzIV gibt -was bekanntermaßen nicht etwa an zu niedrigen Löhnen liegt, sondern an den viel zu hohen Sozialleistungen ).

Toller Artikel, der nichts von den klassischen Missverständnissen der Konservativen in Bezug auf den Sozialstaat auslässt. Natürlich dürfen schlussendlich die Anklänge an das sloterdijksche Lamento des versklavten Leistungsträgers nicht fehlen.

Interessant bleibt das selektive Schmerzempfinden vieler Konservativer, die beim Kindergeld für Reiche, die ihre Racker wahrscheinlich auch staatliche Alimente durchbringen würden, eine erstaunliche Indolenz an den Tag legen, aber sofort ins Greinen verfallen, falls Transferleistungen an Arme gehen.

Was viele darüber hinaus auch wohl nie begreifen werden ist, dass Leistungen wie HartzIV, die über den Konsum eigentlich komplett in die Wirtschaft zurück fließen, dort  nicht nur die Einkommen von Immoblienbesitzern, sondern auch den Umsatz des Einzelhandels sichern und in Form von durch die Leistungempfänger entrichteten Steuern -auch wenn viele Kritiker offenbar noch nie von indirekten Steuern gehört haben- an den Staat zurück fließen.

Am Ende meinen die Kritiker es doch nur gut und beklagen, dass der Wohlfahrtstaat sein Bürger vorsätzlich versklavt und zu Abhängigen macht. Uns fehlt ganz einfach der Sinn für den Gewinn an Menschenwürde, der für den Hilfebedürftigen damit  verbunden ist, wenn er die Chance bekommt, aus freien Stücken zu verhungern.

Qualitätsjournalismus II

Das war ja klar,dass so etwas dabei herauskommen musste. Der FAZNet kommt natürlich als neoliberales Kampfblatt angesichts des Reichtums der Menschen sofort die Idee, dass hier doch Spielraum für weitere Kostensozialisierung vorhanden wäre.

Natürlich darf der Hinweis auf den “scharfen Wind” der Globalierung, den demographischen Wandel  und auf die wegen ungerechter Kostenbelastungen darbenden Wirtschaft nicht fehlen um das neoliberale Horrorszenario zu  vervollständigen.

Was ich bei alldem nicht verstehe, warum keiner darauf hinweist, dass die HartzIV”ler auch über erwähnenswerten Reichtum verfügen. Knapp 8 Mio, Leute, die im Schnitt auf minimal 52 Jahre -Arme sterben ja früher als andere- Anspruch auf HartzIV-Leistungen haben: da kommt so einiges an Reichtum zusammen…