Daniel Barenboim macht nicht nur am Dirigentenpult, sondern auch politisch von sich reden. Als er 2001 in Israel bei einem Gastspiel der Berliner Staatskapelle einen Orchesterauszug aus Wagners Tristan und Isolde (als Zugabe) zur Aufführung brachte, wurde er mit heftiger Kritik bedacht (Musik von Richard Wagner darf faktisch – wegen der antisemitischen Haltung des Komponisten und der Verwendung seiner Musik im Nationalsozialismus – in Israel nicht öffentlich aufgeführt werden). Einige Mitglieder des Erziehungskomitees der Knesset wollten Barenboim deshalb zur kulturellen Persona non grata erklären lassen, was letztlich jedoch keine Mehrheit fand.
Zusammen mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said († 25. September 2003) setzt er sich durch gemeinsame Konzerte jüdischer und arabischer Musiker im Rahmen des von den beiden 1999 begründeten West-Eastern Divan Orchestra sehr für eine Annäherung der verfeindeten Volksgruppen im Nahostkonflikt ein. Das Orchester setzt sich aus jungen Musikern aus Israel, den palästinensischen Autonomiegebieten, Libanon, Ägypten, Syrien, Jordanien und Spanien zusammen. Im August 2005 spielte das Orchester ein vielbeachtetes Konzert in Ramallah, das in vielen Ländern live im Fernsehen übertragen wurde. Quelle: Wikipedia
Das Projekt der beiden zeigt wie es gehen kann. Sie waren verrückt genug, diese Idee zu haben und hatten den Mut und die Ausdauer es auch tatsächlich in die Tat umzusetzten. So sitzen junge Leute zusammen und machen Musik, statt -wenn es nach ihren Regierungen ginge – aufeineinander zu schießen.
Aus der Programmnankündigung bei Phoenix:
1999 gründeten Daniel Barenboim und der inzwischen verstorbene Schriftsteller Edward Said dieses ungewöhnliche Ensemble in der damaligen Kulturhauptstadt Weimar, und von Anfang an war der Musikfilm-Regisseur Paul Smaczny mit der Kamera dabei. Aus einer Fülle von ebenso bewegenden wie brisanten Beobachtungen hat er einen Film gezaubert, von dem die “Frankfurter Allgemeine” schreibt, “…ein Filmkunstwerk, das man gesehen haben muss, weil es – ähnlich wie es dem Berliner Philharmonikerfilm ‘Rhythm is it’ gelang – selbst eine große Portion von der explodierenden Lebensfreude transportiert.”
Dokumentation von Paul Smaczny (2006)
Dem ist nichts hinzuzufügen.
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