Wie bestellt…

Das schwierige am Kampf gegen den Terror ist ja, dass er zu einem großen Teil im Geheimen stattfindet. Natürlich können unseren tapferen Agenten nicht sagen, was sie tun, sonst wären die geheimen Agent ja nicht mehr geheim. Die Bombardierung von Tanklastern und Hochzeitsgesellschaften ist ja nur der sichtbare Teil des Kampfes, bei denen sich Zivilisten nicht etwa zu Asche, sondern flugs zu Talibankämpfern verwandeln, die perfiderweise oft sogar sehr jung und vielfach sogar unbewaffnet sind, was beweist, wie schwer es für die Einsatzkräfte ist, in diesem “asymetrischen” Konflikt ist, Freund und Feind zu unterscheiden. Terroristen verkleiden sich als Frauen und Kinder und mischen sich unter die Bevölkerung, wer soll da noch durchblicken und wann überhaupt. Aber für so etwas gibt’s ja Untersuchungsausschüsse.

Nicht viel besser sieht es an der geheimen Front aus. Hier gibt’s Konvertiten, Terrorcampbesucher, Radikale und Söhne wohlhabender Eltern, die “dumme” Ideen haben. Was den Job der Schlapphüte zusätzlich erschwert, ist die offensichtliche Durchmischung der Terroristen mit den Geheimdiensten und umgekehrt. Ich wollte nicht tauschen mit einem Agenten, der heimlich sein Vaterland verteidigt und im Laufe seiner Tätigkeit immer wieder feststellen muss, dass offenbar Kollegen die Hände im Spiel hatten und die Terroristen mit Zündern versorgten oder ihren Sprengstoff austauschten. Stellen sie sich vor, sie arbeiten in einer Firma, in der sie niemanden trauen können!

Was die Damen und Herren da machen ist eine sehr schwere Arbeit, die unsere Anerkennung verdient. Wir sollten dann auch nicht allzu streng mit ihnen sein, wenn nicht immer alles klappt und zum Beispiel Informationen von Vätern potentieller Selbstmordattentäter nicht weitergeleitet werden.

Natürlich sieht das für die Geheimdienste jetzt wieder mal richtig doof aus und alle Welt muss glauben, hier seien nur Stümper am Werk.

  • zu blöd, dass ihnen der Attentäter lange bekannt war.
  • zu blöd auch, dass sich jetzt auch noch herausstellt, dass der Typ im Jemen war, gerade jetzt, nachdem bekannt wurde, das die USA ihre Bemühungen im Kampf für Frauenrechte und Coca-Cola auf den Jemen ausgeweitet haben.
  • total blöd auch, dass der Attentäter den Sprengstoff von Leuten bekommen hat, die vorher in Guantanamo inhaftiert waren und die nach ihrer Entlassung eine Al-Khaida  Filiale im Jemen aufgemacht haben. Dabei wollte Friedensnobelpreisträger Obama doch den Guantanamo gerade zu machen. Äh – die Häftlinge nach Utah verlegen, sobald wir wieder Geld haben.
  • wenn sich jetzt noch herausstellt, das der Attentäter eine Oma in Afghanistan hat, sehen die Geheimdienste richtig alt aus.

Die Sicherheitsdienste haben versagt heißt es, aber es gibt so etwas wie  Waffengleichheit: Während die Sicherheitsdienst Informationen nicht verarbeiten können, sind die Terroristen nicht in der Lage Bomben zu bauen, die funktionieren und abhören lassen sie sich  dann auch noch.

Im normalen Leben würde man wohl von unglaublicher Stümperei sprechen, aber wir sind ja im Krieg, da gelten andere Gesetze.

Ein paar Hintergründe zum Spektakel: http://www.hintergrund.de/index.php/globales/terrorismus/ist-der-taeter-ein-opfer-der-geheimdienste-zum-vereitelten-anschlag-auf-den-flug-253.html

Feinheiten -nichts für Laien

Mittlerweile kommt es immer mehr auf die Feinheiten an, weil nichts mehr so ist wie es war und wir vor einer “völlig veränderten Sicherheitslage stehen”. Das ist mehr was für Experten, weil Laien sich einfach nicht genügend auskennen, um zwischen Kriegen, Kampfeinsätzen, robusten bzw. zerbrechlichen Stabilisierungseinsätzen oder wehrhaftem Zelten wie z.B.  in Afghanistan zu unterscheiden.

Nicht viel einfacher ist es mit dem Export von Rüstungsgütern. Eigentlich heißt es, wie exportieren nicht in Krisengebiete, aber damit bringt man es nicht zu Rang drei im weltweiten Rüstungsexport. Auch muss hier muss fein unterschieden werden. So würde der unbedarfte, in der veränderten Sicherheitslage nicht hinreichend unterwiesene Laie  glauben, das Rüstungsexporte in den Nahen Osten keine gute Idee sind. Dem ist aber bei genauerer  Betrachtung nicht so.

In Wirklichkeit sind ja , wenn von Krisenregionen die Rede ist, verschiedene Länder, oder im weiteren Sinne  Landmassen gemeint, die verschiedene Staaten zugehörig sind. Meere sind was anderes. U-Boote bewegen sich ja bekanntlich nicht an Land, wodurch eine völlig andere Situation entsteht, die natürlich dem entsprechend ganz anders zu bewerten ist.

Hinzu kommt, das beim Exportgeschäft die Gewinnabsicht ein entscheidender Faktor ist, so dass auch hier beim Wegfall dieses Faktors eine völlig andere Situation entsteht, die natürlich dem entsprechend ganz anders zu bewerten ist.

Es spricht also gar nichts dagegen, U-Boote, die als Abschussrampen für Atomraketen benutzt werden können,  an Israel zu liefern, sofern diese damit nicht an Land herum fahren und wir diese wie üblich zum großen Teil verschenken.

Langweilige Wahrheit

Zeitungen müssen Geld verdienen und mit den anderen Medien verhält es sich nicht viel anders. Der Verleger braucht Auflage -oder moderner- SI (Siteimpressions), damit die Werbekunden bereit sind, den Preis für Anzeigen zu zahlen.

Auflage lässt sich am besten mit Krawall und Propaganda machen, wie eine berühmte Zeitung mit  vier Buchstaben seit Jahrzehnten beweist. Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten sagt man in der Branche. Wen interessiert da schon die Wahrheit, wenn das Spektakel viel mehr einbringt. Es ist natürlich viel spannender,  beim Umgang mit dem Islam die alten Frontlinien, die schon damals falsch waren, wieder aufzumachen als sich mit albernen Details zu beschäftigen. Hier ist Freiheit, Demokratie und Wohlstand, dort Unfreiheit, Terrorismus und Armut.

Hauptsache unser Weltbild stimmt und wir wissen, dass wir die Guten sind.  Unerschütterlich im Glauben, fest an der Seite der USA, die seit mehr als hundert  Jahren im selbstlosen Einsatz dem Rest der Welt versuchen Freiheit und Demokratie oder auch einfach nur Zivilisation zu bringen.

Freiheit und Demokratie wird  dabei vorzugsweise per Luftfracht geliefert, die am Boden explodiert. Mit Krieg gewinnt man die Herzen derer, die sich dann irgendwann Demokraten nennen dürfen und später am Nationalfeiertag die ehren dürfen, die dabei leider zu Tode befreit wurden.

Kein Land der Welt gibt mehr Geld für Waffen und den Unterhalt ihrer die Welt umspannenden Militärstützpunkte aus als die USA. Böse Zungen behaupten, es gehe dabei gar nicht um Demokratie und verweisen gerne auf eine lange Reihe von Diktatoren, denen man in den Sattel half, auch wenn dafür der ein oder andere demokratisch gewählte Präsident  über die Klinge springen musste. Am bekanntesten dürfte hier wohl chiles Allende und -aus einer gewissen Aktualität heraus-  der Iraner Mossadegh sein, die beide mit Hilfe der USA beseitigt und durch Diktatoren ersetzt wurden, die besser zu den amerikanischen Interessen passten. All das ist eigentlich bekannt, kratzt aber offenbar nicht im geringsten an der moralischen Integrität als weltbefreiende Großmacht. Guido Knopp sei Dank wissen wir natürlich, dass das alles böse Verleumdungen von Kommunisten oder ähm Terroristen sind.

Aktuell heißt der Schleudersitz der Geschichte die “Achse des Bösen” und wer darauf Platz zu nehmen hat entscheiden ganz allein die Vereinigten Staaten. Die Kriterien sind dabei beliebig und sind einer gewissen Mode unterworfen. Beim Irak waren es frei erfundenen “Massenvernichtungswaffen”, Afghanistan wurde als Hort von Terroristen gebrandmarkt und wird dafür bis heute bombardiert und beim Iran reicht das Gerücht, es gäbe ein Atomwaffenprogramm.  Die irakischen Massenvernichtungswaffen erwiesen sich als Fiktion und  bis dato sind keine Beweise aufgetaucht, die die Verbindung 9/11-Bin Laden-Afghanistan belegen, aber die USA halten sich mit solchen Kleinigkeiten nicht auf. Sie brauchen es auch nicht und können völkerrechtswidrige Angriffskriege nach belieben entfesseln, egal wie haarsträubend der Vorwand sein mag. Die USA erkennt den internationalen Gerichtshof in den Haag nicht an und hat verfügt, das kein amerikanischer Staatsbürger sich je vor ihm verantworten muss. Freilich haben nur sie diesen Freifahrtschein -  Kriegsverbrecher sind immer nur die anderen – die USA genießt Immunität.

Es stört aber nicht großartig, dass einer der Hauptakteure der Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs entzogen ist. Zwar ist das Gericht damit nichts mehr als ein peinliches Kasperletheater und dient lediglich als Bühne für politische Schauprozesse, doch was ist schon vollkommen?

Eigentlich wäre es die Aufgabe der Medien als gerne beschworene vierte Kraft der Demokratie auf solche Widersprüche hinzuweisen und in einer besseren Welt hätte man der Willkür der Großmacht die Maske heruntergerissen und die Fratze der Imperialistischen Hegemonialmacht sichtbar gemacht, doch nicht bei uns. Sobald es um amerikanische Interessen geht setzt bei dem allergrößten Teil unserer Medien sofort die Duldungsstarre ein und man lässt es sich “so richtig besorgen”.  Keine Propaganda ist mies genug, als dass sie nicht bereitwillig in die Welt hinaus geblasen wird.

Das Aufkommen des “embeddet Journalist”  während des zweiten Irakkriegs hat Symbolcharakter und offenbahrt die ganze Korruption des Medienmainstreams und ihre verhängnisvolle Kumpanei mit der Macht. Während es früher noch zum Ethos des Journalisten gehörte, sich nicht gemein zu machen mit dem worüber berichtet wurde,  ist man heute “mittendrin statt nur dabei”.  Hauptstadtjournalisten machen gar keinen Hehl daraus, das die wichtigsten Dinge im Hinterzimmer geschehen und man sich die Zugehörigkeit zum Kreis erst verdienen muss. Kritik gehört da allerdings gerade nicht zu den Dingen, die den Aufstieg befördern.  Das Ergebnis sind dann so unsägliche Schleimereien wie die “Sommerinterviews”, die wir derzeit geliefert bekommen, bei denen man sich fragt, warum die Damen und Herren Journalisten nicht gleich bei einer Werbeagentur anheuern.

Nähe und Einvernehmen ist wichtig heute. Es dient der Auflage und dem Fortkommen des Journalisten. Ein niedliches Beispiel dafür lieferte unlängst Thomas Roth von der ARD, der zur Zeit des Georgienkriegs sein Putininterview solange zerstückelte, bis der russische Kriegsschuldige fertig gestrickt war. Leider flog er damit auf, was ihn aber keineswegs als Journalisten diskreditierte, sonder im Gegenteil erst preiswürdig machte. Als Wiedergutmachung sendete die ARD dann das ungekürzte Interview zu nachtschlafender Zeit.

Ein trauriges Bild auch beim Krieg Israels im Gaza. Israels, dass ja bekanntlich nur über eine Verteidigungsarmee verfügt und seit 60 Jahren zum Wohle der Palästinenser deren Häuser mit Bulldozern niederreißt, damit sie endlich ins schöne Ghetto übersiedeln können, wo sie es dann, wie im dicht besiedelten Gazastreifen, nicht mehr so weit bis zum Nachbarn haben, was natürlich viel schöner ist. Allerdings werden die Palästinenser von Terroristen regiert, was die freilich nicht wissen können, denn was eine frei gewählte Regierung und was Terroristen sind entscheidet Israel und die USA. Die Palästinenser hatten sich verwählt und wurden dafür zur Strafe wochenlang bombardiert. In unseren Medien regte sich nicht der Hauch eines Zweifels an der Berechtigung der Strafaktion. Ein schönes Beispiel für die einmalig schräge Weltsicht liefert die Schilderung der Bombardements, bei denen überwiegend Zivilisten ums Leben kamen.  Würde irgendjemand außer den USA oder Israel derart exzessiv zivile Ziele angreifen (trauriger Höhepunkt war der Beschuss von mehreren UN-Einrichtungen), wäre der Aufschrei der Empörung riesig gewesen. Doch bei den Israelis ist es etwas anderes. Man bombardiert nicht wahllos Zivilisten -das sieht nur so aus-, sondern die Hamas versteckt sich unter der Zivilbevölkerung und missbraucht sie als “menschliche Schutzschilde”.  Was soll man da machen. Natürlich war ganz allein die Hamas Schuld an allem und Israel handelte in Notwehr. Unsere Medien verbreiteten unhinterfragt israelische Propaganda und luden jeden professionellen Lügner ein, der sie wiederholte. Andersdenkende wurden bei Plassberg oder anderen “Diskussionssendungen”  hingerichtet und als Antisemiten gebrandmarkt. Die Indolenz, was das Schicksal der Palästinenser angeht, dauert übrigens bis heute an.

Mittlerweile muss man den Eindruck haben, dass nicht nicht nur bei Springer unterschrieben wird, alles zu verschweigen, was den Interessen der USA oder Israel schaden könnte. Der Rest scheint aus freien Stücken mitzumachen, vielleicht reicht aber auch ein Blick in die Eigentumsverhältnisse der Medienkonzerne um zu verstehen, dass man mit  einer anderen Meinung nicht allzu weit kommt.

Ein schönes Beispiel liefern zur Zeit  die Geschehnisse im Iran. Da werden Wahlen abgehalten, die  ungefähr das Ergebnis der einzig verlässlichen Umfrage vor der Wahl widerspiegeln. Da der Iran aber gerade auf der Achse des Bösen sitzt und immer noch brav kolportiert wird, er wolle Atombomben bauen, obwohl selbst der CIA mittlerweile eingeräumt hat, dass dem wohl nicht so ist, kann es sich nur um Wahlbetrug handeln. Zwar ist bekannt, dass die USA seit geraumer Zeit versuchen, das Land von innen heraus zu destabilisieren und der Kongress kürzlich dafür nochmal 400 Mio Dollar bewilligt hat, doch das ficht keinen an. Auch nicht die Tatsache, dass die Demonstranten auf den Bildern ihre Transparente nicht etwa in der Landessprache Faarsi, sondern in englischer Sprache beschriften, was schon irgendwie merkwürdig ist, löst keine Verwunderung aus.

Diese Blindheiten passen in die lange Reihe von Lügen, die immer wieder bereitwillig wiederholt werden, auch dann noch, wenn längst klar ist, dass es Lügen sind. So wird selbst heute noch Mahmud Ahmadinedschad gerne unterstellt, er wolle Israel vernichten und alle Juden ins Meer treiben, obwohl er das nie gesagt hat.

So strickt der Medienmainstream täglich an seinem bizarren Panoptikum, dass er als Wirklichkeit verkauft und wer heute wissen will, was gerade passiert, versucht aus anderen Quellen sich ein Bild zusammenzusetzen (Blogs, ausländische Zeitungen etc.).

Trotzdem finden sich zuweilen auch noch kluge Worte und leisere Töne.

In der SZ fragt sich der ägyptische Schriftsteller Alaa Al-Aswani ob der Westen den Islam hasst und kommt zu dem Schluss, dass sich die Frage nicht beantworten lässt, weil er sich nicht mit dem Islam beschäftigt, sondern nur mit seinem Zerrbild. Er zeigt auf, dass Tote nicht gleich Tote sind und Unterschiede gemacht werden, die der Politik dienen, der Wahrheit aber abträglich sind:

Während der jüngsten Unruhen in Iran wurde eine junge iranische Frau namens Neda Sultan von einem Unbekannten erschossen. Ihr Tod war schon bald eine Spitzenmeldung der internationalen Medien. Westliche Politiker bewegte ihr Tod so sehr, dass selbst Präsident Obama den Tränen nahe war. Ein paar Wochen später wohnte eine ägyptische Frau namens Marwa Al-Shirbini in Dresden den Gerichtsverhandlungen gegen einen Mann bei, der sie rassistisch beschimpft hatte, weil sie einen Hidschab getragen hatte. Als das deutsche Gericht ihn dafür zu einer Strafe von 2800 Euro verurteilte, drehte der Mann durch und griff Marwa und ihren Mann mit einem Messer an. Marwa starb sofort, ihr Mann wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. Menschliches Leben sollte in jedem Falle gleichwertig sein und die Trauer, die Marwas Familie über ihren Tod empfand, war nicht geringer als die Trauer, welche die Familie der iranischen Frau Neda empfand.

Es fehlt die Motivation, die Dinge richtig zu stellen. Klar ist es viel interessanter über radikale Interpreten des Koran zu berichten, die der Meinung sind andersgläubige seien Todfeinde und gehörten umgebracht. Friedfertigkeit liefert keine guten Schlagzeilen. (Die Sprache verrät hier den Zweck: Der Leser soll geschlagen werden um danach leicht benommen vom Schreck den Rest lesen und bitteschön auch glauben.)

Der Westler wird all das lesen und keineswegs die Wahrheit finden. Er wird nicht herausfinden, dass die Frau des Propheten 19 und nicht neun Jahre alt war. Er wird nicht herausfinden, dass der Islam Männern und Frauen gleiche Rechte und Pflichten gibt. Er wird nicht herausfinden, dass jeder, der jemanden tötet, in den Augen des Islam alle Menschen getötet hat. Er wird nie herausfinden, dass der Gesichtsschleier Niqab nichts mit dem Islam zu tun hat, sondern ein Brauch ist, der mit dem Geld aus dem Golf aus einer zurückgebliebenen Wüstenkultur zu uns gekommen ist. Der Westler wird nicht herausfinden, dass die wahre Botschaft des Islam Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit ist, dass er die Freiheit des Glaubens garantiert, dass alle die glauben wollen, glauben dürfen, und alle die, die nicht glauben wollen, nicht müssen, und dass Demokratie ganz essentiell ist für den Islam, weil kein moslemischer Herrscher sein Amt ohne die Zustimmung und die Wahl der Moslems bekleiden darf. Können wir es dem Westler letztlich vorhalten, wenn er den Islam für eine Religion der Rückständigkeit und des Terrorismus hält?

Der Westler könnte aber seinen Kopf benutzen und nicht blind alles glauben, was ihm vorgesetzt wird, auch wenn diese Form der Medienkompetenz nicht besonders erwünscht ist. Sie ist notwendig.

Reisebericht aus dem modernen “Herz der Dunkelheit”: Gaza

Autorin: Rose MISHAAN
Rose Mishaan wurde in Brokklyn in einer jüdsischen Famile aus Syrien geboren. Sie studiert Jura an der Columbia University in San Franciscso und ist eine Aktivistin für ein freies Palästina.

Übersetzt von Schattenblick

Seit Jahren reisen junge Menschen, vornehmlich aus jenen Staaten, die als Verbündete Israels gelten, in die besetzten palästinensischen Gebiete, um die Menschen dort in ihrem Kampf gegen die Repressalien der israelischen Streitkräfte oder die Gewaltaktionen militanter jüdischer Siedler zu unterstützen. Nicht selten riskieren dabei solche ausländischen Menschenrechtsaktivisten, auch Internationale genannt, ihr Leben. Zur traurigen Berühmtheit gelangte Rachel Corrie, als sie am 16. März 2003 im Gazastreifen getötet wurde und im Anschluß an dem Vorfall Auszüge aus ihren Briefe an ihre Eltern über das an der Seite der Palästinenser Erlebte veröffentlicht wurden. Die erst 23jährige Studentin aus Olympia im US-Bundesstaat Washington wurde von einer Planierraupe einfach überfahren, als sie fahneschwenkend versuchte die Demolierung eines Wohnhauses im Grenzort Rafah durch die Israelis zu verhindern.

Von Ende Dezember 2008 bis Mitte Januar 2009 führten die israelischen Streitkräfte gegen die Hamas-Bewegung in Gaza eine brutale Militäroffensive durch, die mehr als 1300 Menschen, die allermeisten von ihnen Zivilisten, das Leben kostete. Im Februar reiste Rose Mishaan, Studentin des Hastings College of Law an der Universität Kaliforniens, als Mitglied einer Delegation der National Lawyer’s Guild nach Gaza. Am 16. März, dem Todestag Rachel Corries, hat Philip Weiss, ein in linken Kreisen der USA bekannter Kritiker der Politik Tel Avivs und Washingtons im Nahen Osten, den Bericht Mishaans von ihren Erlebnissen in Gaza auf seinem Blog Mondoweiss veröffentlicht. Den Bericht hatte Weiss als E-Mail mit der Bitte um Weiterverbreitung von Adam Horowitz erhalten, einem Freund Mishaans, der diese aus gemeinsamen Tagen bei der New Yorker Gruppe Jews Against the Occupation kennt. Wegen der Eindringlichkeit der Eindrücke der jüdisch-amerikanischen Jurastudentin veröffentlicht der Schattenblick die E-Mail in einer eigenen Übersetzung.

6a00d8341cc8ad53ef0112796d38a428a4500pi
Die Trümmer von Al-Zeytun. Foto Rose Mishaan

Es hat einen Monat gedauert, diese E-Mail zu schreiben. In jenem Monat habe ich einen Wirbelsturm an Emotionen auf der Suche nach einem Weg durchgemacht, die Dinge, die ich gesehen habe, zu verarbeiten. Ich habe es immer noch nicht geschafft. (weiterlesen…)

Reisebericht aus dem modernen "Herz der Dunkelheit": Gaza

Autorin: Rose MISHAAN
Rose Mishaan wurde in Brokklyn in einer jüdsischen Famile aus Syrien geboren. Sie studiert Jura an der Columbia University in San Franciscso und ist eine Aktivistin für ein freies Palästina.

Übersetzt von Schattenblick

Seit Jahren reisen junge Menschen, vornehmlich aus jenen Staaten, die als Verbündete Israels gelten, in die besetzten palästinensischen Gebiete, um die Menschen dort in ihrem Kampf gegen die Repressalien der israelischen Streitkräfte oder die Gewaltaktionen militanter jüdischer Siedler zu unterstützen. Nicht selten riskieren dabei solche ausländischen Menschenrechtsaktivisten, auch Internationale genannt, ihr Leben. Zur traurigen Berühmtheit gelangte Rachel Corrie, als sie am 16. März 2003 im Gazastreifen getötet wurde und im Anschluß an dem Vorfall Auszüge aus ihren Briefe an ihre Eltern über das an der Seite der Palästinenser Erlebte veröffentlicht wurden. Die erst 23jährige Studentin aus Olympia im US-Bundesstaat Washington wurde von einer Planierraupe einfach überfahren, als sie fahneschwenkend versuchte die Demolierung eines Wohnhauses im Grenzort Rafah durch die Israelis zu verhindern.

Von Ende Dezember 2008 bis Mitte Januar 2009 führten die israelischen Streitkräfte gegen die Hamas-Bewegung in Gaza eine brutale Militäroffensive durch, die mehr als 1300 Menschen, die allermeisten von ihnen Zivilisten, das Leben kostete. Im Februar reiste Rose Mishaan, Studentin des Hastings College of Law an der Universität Kaliforniens, als Mitglied einer Delegation der National Lawyer’s Guild nach Gaza. Am 16. März, dem Todestag Rachel Corries, hat Philip Weiss, ein in linken Kreisen der USA bekannter Kritiker der Politik Tel Avivs und Washingtons im Nahen Osten, den Bericht Mishaans von ihren Erlebnissen in Gaza auf seinem Blog Mondoweiss veröffentlicht. Den Bericht hatte Weiss als E-Mail mit der Bitte um Weiterverbreitung von Adam Horowitz erhalten, einem Freund Mishaans, der diese aus gemeinsamen Tagen bei der New Yorker Gruppe Jews Against the Occupation kennt. Wegen der Eindringlichkeit der Eindrücke der jüdisch-amerikanischen Jurastudentin veröffentlicht der Schattenblick die E-Mail in einer eigenen Übersetzung.

6a00d8341cc8ad53ef0112796d38a428a4500pi
Die Trümmer von Al-Zeytun. Foto Rose Mishaan

Es hat einen Monat gedauert, diese E-Mail zu schreiben. In jenem Monat habe ich einen Wirbelsturm an Emotionen auf der Suche nach einem Weg durchgemacht, die Dinge, die ich gesehen habe, zu verarbeiten. Ich habe es immer noch nicht geschafft. (weiterlesen…)

Nachschub

Was macht man am besten, wenn man gerade einen Krieg geführt hat und das Zielgebiet in Schutt und Asche liegt? Richtig wiederaufbauen. Schließlich gibt’s nichts langweiligeres als auf Ruinen herumzuballern.

Drei Milliarden Dollar für den Gaza-Streifen werden bei der Geberkonferenz in Scharm al-Scheich zusammenkommen. Damit kommt die Weltgemeinschaft zum ersten Mal komplett für den Sachschaden eines Krieges auf – um die Hamas zu besiegen. Denn Elend spielt den Militanten in die Hände.Quelle:spon

Besprochen wurde alles mit allen möglichen Parteien, unter andrem mit dem abgewählten Fatah-Führer Abbas. Nicht beteiligt ist die aktuelle gewählte Hamas-Regierung die man weiterhin für Terroristen hält. Die Palästinenser haben dummerweise die falsche Regeierung gewählt.

Offen ist noch, ob Israel und Ägypten Zugang zum blockierten Gaza gewähren. Beide wollen natürlich Frieden in Nahost, können sich das aber offenbar besser vorstellen, wenn die Palästinenser in Ruinen hausen oder obdachlos sind.

Die Hamas will man nicht beteiligen, weil das den Extremismus bestärkt. Ähnliches wird aber nicht erwartet, wenn man die Palästinenser im Dreck sitzen lässt. So sieht wohl Friesensfortschritt aus.

Offener Brief: Löschen Sie den Namen meines Großvaters in Yad Vashem

Jean-Moïse Braitberg, ein französischer Autor jüdischer Herkunft, bittet den Präsidenten des Staates Israel, den Namen seines Großvaters Moshe Brajtberg in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem löschen zu lassen.
Erstveröffentlichung: February 23, 2009 “Le Monde”

Sehr geehrter Herr Präsident des Staates Israel,

ich schreibe Ihnen, damit Sie die zuständigen Verantwortlichen anweisen, in der (Holocaust-)Gedenkstätte Yad Vashem, die der Erinnerung an die jüdischen Opfer des Faschismus geweiht ist, den Namen meines Großvaters Moshe Brajtberg, der 1943 in Treblinka vergast wurde, zu löschen – ebenso die Namen der anderen Mitglieder meiner Familie, die im Zweiten Weltkrieg bei der Deportation in verschiedene (Konzentrations)lager der Nazis gestorben sind. Herr Präsident, ich bitte Sie, meinem Anliegen zu entsprechen, weil sich in meinen Augen Israel durch das, was in Gaza geschehen ist, und was dem arabischen Volk Palästinas seit nunmehr sechzig Jahren angetan wird, als Zentrum des Gedächtnisses an die Verbrechen an Juden und an der ganzen Menschheit disqualifiziert hat.

Quelle: http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP04809_260209.pdf

Iran – Israel

Interessanter Artikel mit einigen Hintergründen zum Verhältnis der beiden Staaten. Zur Zeit des Shahs galt der Iran als westlich orientiert und strategisch wichtiger Stützpünkt im Arabischen Raum. Damit hatte er einiges mit Israels gemein, das als Frontstaat Washingtons ebenfalls als westliche Bastion in Nahost galt.

Die Revolution 1979 betrachtete man offenbar nur als Unterbrechung und rechnete mit einer schnellen Rückkehr auf den alten prowestlichen Kurs. Doch es kam alles anders und Israel wandte sich 1992 verstärkt den Arabern zu und sich zunehmend vom Iran ab, der von da ab als potenzieller Exporteur einer islamischen  Revolution galt, die den ganzen Nahen Osten bedroht.

Dabei beinhaltete Rabins Konzept allerdings auch die Dämonisierung des Iran und vollzog damit eine drastische und unerwartete Neubewertung. Jossi Alpher, einer der engsten Berater Rabins, erklärte vier Tage nach dem Wahlsieg Bill Clintons im November 1992 laut New York Times: “Der Iran muss als Feind Nummer eins identifiziert werden.” Seither beschuldigen Israel und seine Verbündeten in Washington den Iran immer wieder, nach Nuklearwaffen zu streben. Schon im Oktober 1993 warnte Rabins Außenminister Schimon Peres die internationale Gemeinschaft, der Iran werde bis 1999 im Besitz einer Atombombe sein.

http://www.monde-diplomatique.de

Interessant ist, dass es seitdem immer wieder heißt, der Iran stände unmittelbar vor der Fertigstellung von Atomwaffen. “Die iranische Bombe kommt immer in fünf Jahren”