Thilo ist langweilig

Der Job bei der Bundesbank scheint Sarrazin ziemlich an zu öden und überleben kann er offenbar nur, wenn er seinen Namen regelmäßig in den Schlagzeilen sieht. Gesagt hat er wie immer nichts von Bedeutung, nur so’n bisschen Hetze gegen Ausländer, Arme und andere, die sich nicht wehren können und an die sich der unerschrockene Thilo herantraut.

Dabei hätte er doch bei seinen  Bankerkkollegen reichlich Anschauungsmaterial und Gelegenheit sich über Schmarotzer, Abzocker und Asoziale aufzuregen. Aber das würde ja Mut erfordern. Er gehört zu denen die sich über den Applaus all der anderen Feiglinge und Dummköpfe erfreuen können und sich ganz groß vorkommen, wenn sie in aller Öffentlichkeit unter tosendem Applaus ein Ameise zertreten. Bei allem was größer ist ist die Hose dann voll.

Nur damit keine Missverständnisse aufkommen…

Nachdem Westerwelle vorgelegt hat, möchte die NRW-SPD vermeiden, dass der Eindruck entsteht,  sie würde sozialer denken als der Spassmobilist, der es wenigstens geschafft hat damit seine eigenen Umfragewerte in den Keller zu schicken.

In Person ihrer Spitzenkanditatin Kraft lässt sie verlauten, man solle doch Langzeitarbeitslose zu gemeinütziger Arbeit haranziehen. Aber weil ja die SPD eine sozialdemokratische Partei ist, sollen die natürlich nicht Schnee wegräumen, sondern in Sportvereinen und Altersheimen arbeiten.  Das ist natürlich was anderes…

Harte Prüfung

Wenn die Bezahlung “im Regelfall deutlich unter 3 Euro liegt” so die Bundesanstalt für Arbeit, solle zumindest eine harte Prüfung veranlasst werden um zu klären, ob es sich womöglich um sittenwidrige Entlohnung handele. Damit weicht die BA von dem bisherigen Verständnis des Bundesarbeitsgerichts ab, wonach Löhne dann als sittenwidrig anzusehen sind, wenn sie mehr als 30% unter dem Tarif-  oder ortsüblichen Lohn liegen. So macht die BA ihrem Ruf, die Wirtschaft mit billigen Lohnsklaven zu versorgen wieder einmal alle Ehre.

Die HartzIV-Gesetzgebung dient ja unter anderem  dem Zweck, aus verhältnismäßig teuren Facharbeitern billige Lohnsklaven zu machen. Wer länger als ein Jahr arbeitslos ist verliert nicht nur sein Vermögen -übrig bleibt lediglich das sogenanntes “Schonvermögen”-  sondern auch die Anerkennung jedweder Ausbildung. Die Zumutbarkeitsregelungen verlangen, dass der Arbeitslose jeden ihm angebotenen Job annehmen muss, will er nicht riskieren, dass die Arge seine Leistungen kürzt, was in der Regel existenzbedrohend ist, weil HartzIVer eben nicht in Saus und Braus leben, sondern irgendwie versuchen, mit den maximal 359 € zu überleben.

Wer sich z.B. für seine akademische Ausbildung hoch verschuldet hat, weil der goldene Löffel im Mund bei der Geburt nicht mitgeliefert wurde und nicht riskieren wollte, die Regelstudienzeit wegen zu vieler Nebenjobs zu überschreiten, kann  Pech haben und darf versuchen, seine Schulden als Billiglöhner abzuarbeiten. Da die Absolventen in der Regel keinen Anspruch auf ALG1 haben, wandern sie  direkt ins HartzIV-Paradies und unterliegen den Zumutbarkeitsregelungen sofort. Wer nicht ganz schnell den Einstieg in einen angemessenen Job findet biegt in den Mc-Job ab, der für viele auch schnell zur Einbahnstraße wird, weil spätestens nach einem Jahr die frischen Absolventen auf den Markt stürmen, die nicht den Makel haben, seit einem Jahr nicht mehr “im Thema” zu sein.

Hochqualifizierte Jobs bringen es in der Regel mit sich, dass der Arbeitnehmer sich ständig weiter bildet, um nicht irgendwann auf lauter überholten Fertigkeiten zu sitzen, die niemand mehr braucht, weil die Entwicklung sie obsolet gemacht hat. In einer solchen Situation reicht ein Jahr im Callcenter oder als Taxifahrer unter Umständen schon aus, um aus einem kostspielig ausgebildeten Akademiker einen dauerhaften Billiglöhner zu machen, der erkennen muss, das seine Ausbildung sich für ihn zur Fehlinvestition entwickelt. Warum sollte ein Unternehmen auch jemanden einstellen, der das letzte Jahr mit dem Braten von Burgern verbracht hat, wenn er auch Leute haben kann, die frisch von der Uni oder aus dem Job bei der alten Firma kommen und “auf dem Laufenden” sind?

Experten wie der unsinnige Professor Sinn und andere Marktradikalinskis sehen natürlich, dass die Arbeitslosigkeit hoch ist und wissen natürlich auch, dass dies nur daran liegt, das Arbeit in Deutschland zu teuer ist. Nicht etwa das Fehlen von mindestens 5 Millionen Jobs ist das Problem, sondern das Heer von unwilligen Arbeitslosen, die einfach ihre Vorstellung von einer Arbeit, die sie auch ernährt, partout  nicht aufgeben wollen. Allen Ernstes gehen die Marktreligiösen davon aus, man müsse nur weit genug runter mit den Löhnen und schon stellt sich automatisch Vollbeschäftigung ein.  Folgerichtig preisen sie denn auch die Explosion des Billigjobsektors und sprechen von der “Jobmaschine” Agenda 2010. Heute arbeiten 17,5% der Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Das gleichzeitig Millionen von Vollzeitarbeitsplätzen verschwunden sind ist ihnen freilich bis heute nicht aufgefallen und man fragt sich, auf welchem Stern die Herren Professoren wohl unterwegs sein könnten. Doch während man früher noch alle möglichen Irren einfach weg sperrte, bieten heute die Medien die Gelegenheit, besonders unterhaltsame Wahnsinnige in Talkshows zu präsentieren, wo sie ihre wirren Theorien unter’s Volk bringen dürfen. Einzig die Regierungen scheinen noch nicht ganz mitbekommen zu haben, womit sie es zu tun haben und geben weiterhin Millionen von Steuergeldern  für “Gutachten” aus, die diese Wirrköpfe aus ihrem Kaffeesatz zusammen rühren.

Dank der tätigen Mithilfe Deutschlands “klügsten Professors” und seiner neoliberalen Talkshowkomplizen kann Deutschland stolz darauf sein, dass sehr viele gut ausgebildete Leute mies bezahlt werden. Leitung soll sich lohnen.

Quelle: http://www.jjahnke.net

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Rezept

Westerwelle weigert sich offenbar immer noch seine Medikamente zu nehmen und rennt weiter Amok.  Weiß jemand, wo er das Rezept hingelegt hatte?

Wieso eigentlich keine Arbeitslager für Hartzer?  Wann geht eigentl ich endlich der erste Niedriglöhner  los und “befreit” die Allgemeinheit vom ersten Leistungserschleicher?

Ich könnte kotzen.  Gilt Volksverhetzung eigentlich nur für Rechte?

Hohlkörper

Die Selbsternannte Freiheitsstatue von Deutschland hat sich zum BVG – Urteil geäußert und befürchtet und befürchtet spätrömische Dekadenz.

Freiheitsstatuen wie die vor New York  zum  Beispiel, sind bekanntlich innen hohl und man kann im Innenraum Treppen errichten, auf denen Touristen hochlaufen können um dann, oben angekommen,  die Aussicht zu genießen.

Manchmal streicht der Wind über das Bauwerk und es gibt komische Geräusche von sich.

Outsourcing

So wie es aussieht räumen gerade viele Leute ihre Schubladen auf und entdecken CDs,  auf denen sich überraschenderweise Steuerdaten befinden. Das ist für sie natürlich erfreulich,  hatten doch schon viele Besitzer der zu versilbernden Silberlinge  den Glauben an die Fünktionstüchtigkeit des Geschäftsmodells Datenklau verloren und sich über die womöglich unnütz  eingegangenen Risiken geärgert.

Auch den Behörden in Freiburg wurden jetzt brisante Bankdaten angeboten. 500000 € soll der Spaß Kosten und die CDU ist sogar dafür, die Daten zu kaufen.  Allein die FTP ziert sich, was nun überhaupt nicht zu verstehen ist: Schließlich ist dieser Deal doch eine schönes Beispiel für erfolgreiche Privatisierung von Staatsaufgaben und somit eine prima Gelegenheit, für die Verschlankung staatlicher Behörden durch Outsourcing.

Statt dass sich teuere Staatsbedienstete von Amts wegen und noch dazu mit offenbar labiler Gesundheit wie in Hessen mit den Steuerbetrügern (Mediensprech: “Steuersündern”) herumschlagen,  schreibt das Ministerium einen pauschalen Anteil der so eingetriebenen Steuern als Kopfgeld aus und überlässt die Ermittlungsarbeitet dem Markt der offenbar unterbezahlten Mitwisser. Diese können dann per Verhandlung ermitteln, welche Seite der Beteiligten mehr Geld auszugeben bereit ist, um an die Daten zu kommen und sich entsprechend marktgerecht entlohnen lassen.  So würden nicht nur ein Teil  staatlichen Aufgaben privatisiert -was ja bekanntlich eh viel besser ist-  sondern auch noch dafür gesorgt, dass die Steuergerechtigkeit ihren käuflichen Charakter beibehält.

Markt,  Privatisierung, Bürokratieabbau und  Korruption -eigentlich alles da was FDP-Politiker glücklich machen müsste.

Die einzige Erklärung die ich mir vorstellen kann ist die, dass die FDP ihr Geschäftsmodell,  die Steuergerchtigkeit mit finanziellen Zuwendungen zu beeinflussen, in Gefahr sieht.

Preisfrage

Zwei Meldungen:

Duisburg ist praktisch pleite und hat jetzt ein 300 Seiten Papier mit Sparvorschlägen zusammengestellt, das unter der Bezeichnung “Tränenliste” durch die Medien geistert und die auf den Rückzug der Kommune aus all den Dingen hinaus läuft, die eine Stadt zu einem Gemeinwesen machen, wie Bibliotheken, Schwimmbäder und andere öffentliche Einrichtungen.

Ackermann ist überzeugt, der Wirtschaft gehe es wieder gut -wie immer eigentlich immer, sofern seine Bude Milliardengewinne macht, ganz unabhängig davon ob aus  Geschäften mit Schrottpapieren, die sie arglosen Kunden aufschwatzen oder -über Bande- aus Bankenrettungsplänen. Übrigens stammt die Meldung aus den Börsennachrichten der ARD, die Tag für Tag ihren Zuschauern  weiß zu machen versucht, steigende Aktienkurse hätten etwas mit ihrem Wohlstand  und dem Zustand der Realwirtschaft zu tun.

Wie lange wird es noch brauchen, bis bei den Leuten der Groschen fällt und sie dahinter kommen, dass sie gerade von einer abgehobenen Plutokratie, die ehrliche Arbeit nicht kennt und die gar nicht mehr weiß wohin mit all ihrem Geld, bis aufs Hemd ausgplündert werden?

Wer die erste Meldung liest, kann auch direkt erkennen, wohin die Reise geht: Die Stadt Duisburg zieht den Verkauf verschiedener Einrichtungen in Erwägung und hoppla!,  da fällt den Superreichen doch noch was ein, wie sie ihr Geld sinnvoll los werden: Der Aufkauf ehemals mit Steuergeldern finanzierten öffentlichen Einrichtungen für ‘n Appel und ‘n Ei, denn die Kommunen stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen verkaufen. Super System: der Bürger wird mittels Rettungsschirmen für verunfallte Zocker nicht nur seiner aktuellen und zukünftigen, sondern durch die Verschleuderung öffentlichen Eigentums auch seiner ehemaligen Steuergelder beraubt und alles landet in den gleichen, schwerreichen Händen.

Nur zu Erinnerung, bei wem sich die Bürger für diesen Schwachsinn bedanken dürfen: CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne, in Teilen sogar auch bei den Linken, nämlich da, wo sie ihre “Politikfähigkeit” in heillosen Koalitionen in erster Linie damit unter Beweis stellen, dass sie neoliberale Sparpolitik abnicken.

Damit die Laudatio nicht zu kurz ausfällt, sollten die Bürger die Verdummungsmedien der Konzerne ebensowenig vergessen wie die von ihren Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Medien, die von Früh bis Spät das Loblied vom Schlanken Staat und dem Wachstum durch enger geschnallte Gürtel gesungen haben und es immer noch tun.

Die vom Steuerzahler geretteten “Investoren” haben noch Zeit für das Bäuerchen nach dem Festmal, dass ihnen in Form von Rettungplänen und Bad Banks bereitet wurde und können nun in aller Ruhe zusehen, wie der Tisch durch den Zerfall der öffentlichen Haushalte mit Sachwerten gedeckt wird, die sie sich anschließend als Dessert einverleiben können.

Der Bürger kann nur hilflos zusehen und die unter ihnen, die schlichteren Gemüts sind glauben ernsthaft, sie würden von HartzIV-Betrügern ausgenommen. Was für ein bitterer Witz.

Haushaltssanierung

In Spanien kann man sich schon mal anschauen, wie es aussieht, wenn dem Staat das Geld ausgeht und das Tafelsilber in Form von Privatisierung öffentlicher Institutionen verhökert wird. Um die Ausgaben zu senken möchte Spanien die Feuerwehren privatisieren -was die Feuerwehrleute verständlicherweise nicht so toll finden.

Es entwickelt sich eine Straßenschlacht zwischen Feuerwehr und Polizei, was wohl eher selten passiert. Vielleicht treten die beiden Parteien bald wieder zusammen gegen das Militär an, wenn man später dazu übergeht,  die Polizei zu privatisieren. Das nennt man dann wohl Bürgerkrieg.