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Bildung ist schließlich Chefsache

Aber man kann sich nicht um alles kümmern. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die im Umgang mit “innovativen Finanzprodukten”  geübten HSH-Banker über Wasser bleiben. Wer braucht schon Bildung, wenn es Banken hat. Es gibt nun mal Zeiten, in denen sich die Wirtschaft auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren muss.

Wir müssen alle Opfer bringen; Tina; tabuloses Sparen und ach ja die Sache mit dem Verhältnissen über denen alle gelebt haben, insbesondere die fröhlichen Studenten in Lübeck.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,697207,00.html

Macht euch hübsch ihr Griechen

Es gibt eigentlich gar keinen Grund, übermäßig bestürzt zu sein, dass jetzt schon wieder Banken gerettet werden sollen, denn als man beschloss, aus der EU einen “dynamischen Wirtschaftsraum” zu machen sollte dies nichts anderes bedeuten, als optimale Renditebedingungen für Investoren zu schaffen.Das dies im Zweifel auch Bailouts, sprich die Sozialisation von Verlusten, bedeutet erscheint da nur folgerichtig- auch wenn das Geschäftsmodell der Staaten, im großem Stil als Kreditversicherer auftreten erst kürzlich richtig in Mode kommt, noch dazu dass ihre Versicherungsleistungen im Gegensatz zur privaten Konkurrenz für die Banken kostenlos sind.

Was den Investor interessiert sind niedrige Löhne möglichst niedrige Steuern auf den Kapitalertrag. Griechenland wird gerade dafür zurechtgemacht und dient gleichzeitig als Drohkullise für all die Europa-Träumer, die gedacht haben, das mit dem Wohlstand für alle sei ernst gemeint gewesen und der Aufschwung, den das billige Geld, das der Beitritt den Ländern verschaffte,  von Dauer.

Jetzt hat die Träumerei ein Ende und den Ländern dämmert, was es bedeuten könnte, wenn amerikanische Ratingagenturen den Daumen nach unten drehen und zum Schluss kommen, die Staaten seien nicht mehr kreditwürdig, weil ihre Volkswirtschaften nicht konkurrenzfähig sind. Plötzlich wird ihnen bewusst, dass der jahrelange Selbstbetrug der EU mit geschönten Zahlen und gefälschten Statistiken ein Ende hat und zwar in dem Moment, an dem große Finanzmarktakteure anfangen, Wetten auf den Untergang einzelner Akteure des “Erfolgsmodells EU” abzuschließen. Hastig werden irrwitzige Sparprogramme angeleiert, die signalisieren sollen, dass die Regierung die Lage unter Kontrolle hat und keine Skrupel, marktradikale Folterinstrumente auch gegen den Willen der Bevölkerung durch zu setzten.

Mit dem abschreckenden Beispiel “der Griechen” vor Augen lassen sich dann auch in anderen Ländern “Reformen” durchsetzten, die die Gesellschaften in puncto Kapitalverwertbarkeit weiter verbessern und man darf gespannt sein, was Schäuble aus dem Giftschrank zaubert, wenn die Wahl in NRW gelaufen ist. Das alles erinnert an Naomi Kleins “Schock-Strategie”, die im Groben so aussieht, das man Katastrophen wie die drohende Staatspleite dazu nutzt, weiteren Sozialabbau und Lohnsenkungen durchzusetzten, um Länder “wettbewerbsfähiger” zu machen, was nichts anderes heißt, als die Renditeaussichten für Investoren zu verbessern. Konkret stellt dies eine Abwärtsspirale dar, bei der die Staaten versuchen sich gegenseitig nieder zu konkurrieren.

Das dies zeitweilig Booms auslösen kann, zeigt das Beispiel des derzeit ebenfalls am Boden liegenden Irland. Als Steuerparadies und -zumindest anfänglich- Niedriglohnland wurde das Land zum Eldorade und “Place to be” für Banken und Konzerne im Euroraum, die reichlich Niederlassungen gründeten, aber im Rahmen der Finanzkrise in Scharen das Land wieder verließen. Zurück blieb ein Land in der Depression und jede Menge Schulden aus Investitionen von Leuten, die eine besserer Zukunft erwartet hatten und gehofft hatten, der Boom würde anhalten.

Auf einen solchen Boom setzten auch die “harten Einschnitte”, die jetzt den Griechen verordnen werden und neben vielen Ausrufezeichen in den Schlagzeilen steht gleichzeitig der erhobene Zeigefinger, weil doch die Griechen “über ihre Verhältnisse” gelebt haben.

Auch wir haben das angeblich getan und auch hier liegen die Blut Schweiß und Tränen-Reden bereits fertig in der Schublade und Schäuble wird sie herausholen, wenn die NRW-Wahl gelaufen ist.

Wenn die “Märkte” die Stirn runzeln ist es die Aufgabe der Politiker, das nationale Schaufenster neu zu dekorieren. Wie so etwas aussehen kann wird der IWF am Beispiel Griechenland allen, die es sehen wollen, vormachen: Löhne und Staatsausgaben runter, Privatisierung von allem, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Denn eigentlich geht es nur darum:

Dass der Euro seine uneingeschränkte Tauglichkeit als eine Währung beweist, in der möglichst viel Akkumulation des weltweiten Finanzkapitals stattfindet, dafür ist den Euro-Ländern kein Opfer groß genug – und zwar Opfer derer, deren gesellschaftliche Aufgabe ohnehin in nichts anderem besteht, als durch ihre Arbeit das in Euro bilanzierte Kapital zu vermehren. Den Damen und Herren Arbeitnehmern wird vorgerechnet, dass „ihr Euro“ in ihren Händen allemal zu viel sei, dass ihre Löhne zu hoch, ihre Rentenansprüche zu teuer seien, dass sie länger zu arbeiten und den Gürtel enger zu schnallen hätten, weil ihr Konsum, also die Ausgaben für ihr tägliches Leben, die Stabilität des Euro gefährde.
In der Durchsetzung dieses Standpunkts hat sich Deutschland unter den EU-Staaten bislang besonders hervorgetan: durch eine in der Euro-Zone beispiellose Senkung der Lohnkosten, und nicht zuletzt durch einen mittels der „Agenda 2010“ durchgesetzten Niedriglohnsektor. Und die deutschen Gewerkschaften haben dabei vorbildlich mitgemacht: Ihnen ist kein Lohn zu niedrig, wenn es gilt, mit möglichst rentablen Arbeitsplätzen dem deutschen Kapital internationale Konkurrenzvorteile zu verschaffen.
Von diesem Standpunkt der unbedingten Opferbereitschaft des eigenen Volks für die Kreditwürdigkeit der Nation und die kapitalistische Durchschlagskraft ihres Geldes verlangt nun Frau Merkel von der griechischen Regierung die radikale und schnellstens durchzusetzende Verarmung ihres Volkes – und zwar mit exemplarischer Härte, damit den anderen Pleitekandidaten der Euro-Zone – Portugal, Irland, Spanien, Italien – gleich klar wird, dass auch für sie kein Weg vorbei führt an dem anstehenden europaweiten Volksverarmungs­programm zwecks Rettung des Euro als Geschäftsmittel des Finanzkapitals.

Quelle:http://www.gegenstandpunkt.de/

Guido’s Erkenntnisse

Da soll noch mal einer sagen, die FDP sei nicht lernfähig. Nach einem knappen halben Jahr auf der Regierungsbank ist Guido dahinter gekommen, dass es Zeit wird, Maßnahmen zu ergreifen, die das Land vor der beeindruckenden wirtschaftlichen Inkompetenz seiner Parteigenossen schützt und hat vorgeschlagen, die Hoheit über den Bundeshaushalt doch lieber in andere Hände zu legen.

In der “Rheinischen Post” forderte Westerwelle stärkere Eingriffs- und Kontrollrechte für die europäische Statistikbehörde, damit die Zahlenangaben der Mitgliedsländer “handfest” überprüft werden könnten. Mehr Mitsprache der EU bei den nationalen Haushaltsplanungen hatte Mitte April bereits EU-Währungskommissar Olli Rehn gefordert.

Dass er dabei ausgerechnet auf die Idee kommt, den Jungs aus Brüssel das Feld zu überlassen lässt erahnen, wie groß die Verzweiflung sein muss. Ganz ohne gute Ratschläge konnte es dann doch nicht abgehen und so empfiehlt unser Guido den Kommissaren, doch das deutsche Binnenkonjunkturabwürge-Programm namens “Schuldenbremse” europaweit zur Anwendung zu bringen. Das wir bestimmt ganz toll.

Fachkräftemangel

Der Branchenverband sieht einen dramatischen Fachkräftemangel auf das Land zukommen und nennt ach ganz offen die Gründe: Bei der aktuell miesen Bezahlung und den schlechten Arbeitsbedingungen wandern immer mehr Fachkräfte ins Ausland ab.

Nach Schätzungen fehlen bereits jetzt 50.000 Fachkräfte für die Pflege älterer Menschen. Grund für den steigenden Bedarf sei nicht nur die alternde Gesellschaft: Pflegekräfte wanderten auch zunehmend ab ins Ausland, weil dort bessere Arbeitsbedingungen lockten, so Greiner.

Natürlich hat der Verband eine Lösung parat: Eine Greencard für ausländische Interessenten und weißt darauf hin, dass man sich dabei nicht zu sehr um solche Kinkerlitzchen wie Sprachkenntnisse kümmern sollte. Wer braucht schon Pfleger, die einen verstehen -schließlich geht’s doch nur ums Arsch abwischen.

Werden eigentlich aus Funktionären zwangsläufig Arschlöcher oder nur Arschlöcher vorzugsweise Funktionäre?

Profed Fools

Die französische Finanzministerin Legardes dürfte nun auch den letzten Zweifel über die Dummheit deutscher Politiker und die Borniertheit deutscher Wirtschaftsverbände beseitigt haben.

Was eine sinnvolle Diskussion über Wirtschaftspolitik hätte werden können, bei der es um Fragen wie die Sinnhaftigkeit von Exportweltmeisterschaft und Leistungsbilanzdefiziten oder darum hätte gehen können, wie der Erfurter Friseur mit der Konkurrenz auch China fertig werden könnte, blieb leider im Ansatz stecken.

TINA heißt es nur. Amen. *facepalm*

Prekären Menschenmüll aushungern

Die FAZ ist ja die Klagemauer der Leistungsträger. Hier können sie sich mal richtig darüber ausweinen, dass ja der Sozialstaat dieses Land ruiniert und es wie schön es doch wäre, wenn nur alle alle so wären wie sie: leistungsbereit und den klugen Kopf hinter einer guten Zeitung verborgen.

Sekundiert werden sie in ihren Ressentiments dabei immer wieder mal von dem ein oder anderen Großkopferten aus der Wissenschaft, jenen Talkshowprofessoren, die man aus dem Fernsehen kennt. Mittlerweile gehört auch Heinsohn zum illustren Kreis dieser “talking heads”. In letzter Zeit ist Heinsohn vor allem dadurch aufgefallen, dass er der Angst der leider gebärfaulen Oberschicht, eine Flut dummer Unterschichtbabys könnte sie und ihren Wohlstand hinweg spülen, eine Stimme verleiht.

Die Armen sind unser Unglück

Maßnahmen wie Zwangssterilisationen oder Euthanasie sind ja leider immer noch verboten, aber das muss ja niemanden davon abhalten, andere Wege der Geburtenkontrolle  oder der Förderung sozialverträglichen Ablebens zu suchen. Eine Möglichkeit ist -und dass schlägt der Professor vor- Sozialhilfe maximal 5 Jahre lang zu zahlen -über die gesamte Lebenszeit gesehen. Wer also länger auf Hilfe angewiesen ist muss sehen wo er bleibt. So kann man natürlich auch Geburtenkontrolle betreiben. Als leuchtendes Vorbild ist da die USA zu sehen, so der Professor und verweist auf den Rückgang der Sozialhilfeempfänger, nachdem die damalige Clintonregierung diese Idee umsetzte. Konsequent wäre da natürlich, die Sozialhilfe komplett abzuschaffen und dann aus der Statistik, die nach kurzer Zeit einen Rückgang der Sozialhilfeempfänger auf Null ausweisen wird stolz auf den durchschlagenden Erfolg zu verweisen. Ganz großer Sport.

Braindrain

Das reicht aber noch nicht, um das Land zu retten, weil ja so viele angeblich so leitungsbereite das Land verlassen. (Auf die Idee, dass die Leute vielleicht hier abhauen, weil sie den Leistungkrampf und das Gefasel von Leuten wie Westerwelle, Sarrazin und Heinsohn satt haben kommt freilich keiner.) Eine Lösung sieht er in qualifizierter Einwanderung. Statt irgendwelcher Dummdödel lieber Ingenieure importieren. Die Option, die angehenden Leistungsträger per Geburt selbst zu produzieren besteht leider nicht, weil die leistungsträgerisch tätigen Damen sich im Alter ihrer Gebärfähigkeit um ihre Karriere kümmern müssen und ihre Männer überdies mit der FAZ-Lektüre beschäftigt sind. Die Überlegung, ob nicht Leihmutterschaften von Unterschichtfrauen eine Lösung sein könnte- den fruchtbar sind sie ja, die Schlampen- stellt der Professor nicht an, aber dem Tenor nach käme das wegen des aller Voraussicht nach minderwertigen Genmaterials wohl eh nicht in Frage.
Wir müssen uns einfach dazu durchringen, den unproduktiven Menschenmüll, der nichts besseres zu tun hat, als sich mit verhütungslosem Rumficken und Fernsehen zu beschäftigen, los zu werden. Da es uns nicht erlaubt ist, das Problem einer sinnvollen Endlösung zuzuführen und die Schmarotzer einfach in die nächste Müllverbrennungsanlage zu fahren, müssen wir halt nach anderen Lösungen suchen. Aushungern könnte eine sein.

Thilo ist langweilig

Der Job bei der Bundesbank scheint Sarrazin ziemlich an zu öden und überleben kann er offenbar nur, wenn er seinen Namen regelmäßig in den Schlagzeilen sieht. Gesagt hat er wie immer nichts von Bedeutung, nur so’n bisschen Hetze gegen Ausländer, Arme und andere, die sich nicht wehren können und an die sich der unerschrockene Thilo herantraut.

Dabei hätte er doch bei seinen  Bankerkkollegen reichlich Anschauungsmaterial und Gelegenheit sich über Schmarotzer, Abzocker und Asoziale aufzuregen. Aber das würde ja Mut erfordern. Er gehört zu denen die sich über den Applaus all der anderen Feiglinge und Dummköpfe erfreuen können und sich ganz groß vorkommen, wenn sie in aller Öffentlichkeit unter tosendem Applaus ein Ameise zertreten. Bei allem was größer ist ist die Hose dann voll.

Nur damit keine Missverständnisse aufkommen…

Nachdem Westerwelle vorgelegt hat, möchte die NRW-SPD vermeiden, dass der Eindruck entsteht,  sie würde sozialer denken als der Spassmobilist, der es wenigstens geschafft hat damit seine eigenen Umfragewerte in den Keller zu schicken.

In Person ihrer Spitzenkanditatin Kraft lässt sie verlauten, man solle doch Langzeitarbeitslose zu gemeinütziger Arbeit haranziehen. Aber weil ja die SPD eine sozialdemokratische Partei ist, sollen die natürlich nicht Schnee wegräumen, sondern in Sportvereinen und Altersheimen arbeiten.  Das ist natürlich was anderes…