Langweilige Wahrheit

Zeitungen müssen Geld verdienen und mit den anderen Medien verhält es sich nicht viel anders. Der Verleger braucht Auflage -oder moderner- SI (Siteimpressions), damit die Werbekunden bereit sind, den Preis für Anzeigen zu zahlen.

Auflage lässt sich am besten mit Krawall und Propaganda machen, wie eine berühmte Zeitung mit  vier Buchstaben seit Jahrzehnten beweist. Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten sagt man in der Branche. Wen interessiert da schon die Wahrheit, wenn das Spektakel viel mehr einbringt. Es ist natürlich viel spannender,  beim Umgang mit dem Islam die alten Frontlinien, die schon damals falsch waren, wieder aufzumachen als sich mit albernen Details zu beschäftigen. Hier ist Freiheit, Demokratie und Wohlstand, dort Unfreiheit, Terrorismus und Armut.

Hauptsache unser Weltbild stimmt und wir wissen, dass wir die Guten sind.  Unerschütterlich im Glauben, fest an der Seite der USA, die seit mehr als hundert  Jahren im selbstlosen Einsatz dem Rest der Welt versuchen Freiheit und Demokratie oder auch einfach nur Zivilisation zu bringen.

Freiheit und Demokratie wird  dabei vorzugsweise per Luftfracht geliefert, die am Boden explodiert. Mit Krieg gewinnt man die Herzen derer, die sich dann irgendwann Demokraten nennen dürfen und später am Nationalfeiertag die ehren dürfen, die dabei leider zu Tode befreit wurden.

Kein Land der Welt gibt mehr Geld für Waffen und den Unterhalt ihrer die Welt umspannenden Militärstützpunkte aus als die USA. Böse Zungen behaupten, es gehe dabei gar nicht um Demokratie und verweisen gerne auf eine lange Reihe von Diktatoren, denen man in den Sattel half, auch wenn dafür der ein oder andere demokratisch gewählte Präsident  über die Klinge springen musste. Am bekanntesten dürfte hier wohl chiles Allende und -aus einer gewissen Aktualität heraus-  der Iraner Mossadegh sein, die beide mit Hilfe der USA beseitigt und durch Diktatoren ersetzt wurden, die besser zu den amerikanischen Interessen passten. All das ist eigentlich bekannt, kratzt aber offenbar nicht im geringsten an der moralischen Integrität als weltbefreiende Großmacht. Guido Knopp sei Dank wissen wir natürlich, dass das alles böse Verleumdungen von Kommunisten oder ähm Terroristen sind.

Aktuell heißt der Schleudersitz der Geschichte die “Achse des Bösen” und wer darauf Platz zu nehmen hat entscheiden ganz allein die Vereinigten Staaten. Die Kriterien sind dabei beliebig und sind einer gewissen Mode unterworfen. Beim Irak waren es frei erfundenen “Massenvernichtungswaffen”, Afghanistan wurde als Hort von Terroristen gebrandmarkt und wird dafür bis heute bombardiert und beim Iran reicht das Gerücht, es gäbe ein Atomwaffenprogramm.  Die irakischen Massenvernichtungswaffen erwiesen sich als Fiktion und  bis dato sind keine Beweise aufgetaucht, die die Verbindung 9/11-Bin Laden-Afghanistan belegen, aber die USA halten sich mit solchen Kleinigkeiten nicht auf. Sie brauchen es auch nicht und können völkerrechtswidrige Angriffskriege nach belieben entfesseln, egal wie haarsträubend der Vorwand sein mag. Die USA erkennt den internationalen Gerichtshof in den Haag nicht an und hat verfügt, das kein amerikanischer Staatsbürger sich je vor ihm verantworten muss. Freilich haben nur sie diesen Freifahrtschein -  Kriegsverbrecher sind immer nur die anderen – die USA genießt Immunität.

Es stört aber nicht großartig, dass einer der Hauptakteure der Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs entzogen ist. Zwar ist das Gericht damit nichts mehr als ein peinliches Kasperletheater und dient lediglich als Bühne für politische Schauprozesse, doch was ist schon vollkommen?

Eigentlich wäre es die Aufgabe der Medien als gerne beschworene vierte Kraft der Demokratie auf solche Widersprüche hinzuweisen und in einer besseren Welt hätte man der Willkür der Großmacht die Maske heruntergerissen und die Fratze der Imperialistischen Hegemonialmacht sichtbar gemacht, doch nicht bei uns. Sobald es um amerikanische Interessen geht setzt bei dem allergrößten Teil unserer Medien sofort die Duldungsstarre ein und man lässt es sich “so richtig besorgen”.  Keine Propaganda ist mies genug, als dass sie nicht bereitwillig in die Welt hinaus geblasen wird.

Das Aufkommen des “embeddet Journalist”  während des zweiten Irakkriegs hat Symbolcharakter und offenbahrt die ganze Korruption des Medienmainstreams und ihre verhängnisvolle Kumpanei mit der Macht. Während es früher noch zum Ethos des Journalisten gehörte, sich nicht gemein zu machen mit dem worüber berichtet wurde,  ist man heute “mittendrin statt nur dabei”.  Hauptstadtjournalisten machen gar keinen Hehl daraus, das die wichtigsten Dinge im Hinterzimmer geschehen und man sich die Zugehörigkeit zum Kreis erst verdienen muss. Kritik gehört da allerdings gerade nicht zu den Dingen, die den Aufstieg befördern.  Das Ergebnis sind dann so unsägliche Schleimereien wie die “Sommerinterviews”, die wir derzeit geliefert bekommen, bei denen man sich fragt, warum die Damen und Herren Journalisten nicht gleich bei einer Werbeagentur anheuern.

Nähe und Einvernehmen ist wichtig heute. Es dient der Auflage und dem Fortkommen des Journalisten. Ein niedliches Beispiel dafür lieferte unlängst Thomas Roth von der ARD, der zur Zeit des Georgienkriegs sein Putininterview solange zerstückelte, bis der russische Kriegsschuldige fertig gestrickt war. Leider flog er damit auf, was ihn aber keineswegs als Journalisten diskreditierte, sonder im Gegenteil erst preiswürdig machte. Als Wiedergutmachung sendete die ARD dann das ungekürzte Interview zu nachtschlafender Zeit.

Ein trauriges Bild auch beim Krieg Israels im Gaza. Israels, dass ja bekanntlich nur über eine Verteidigungsarmee verfügt und seit 60 Jahren zum Wohle der Palästinenser deren Häuser mit Bulldozern niederreißt, damit sie endlich ins schöne Ghetto übersiedeln können, wo sie es dann, wie im dicht besiedelten Gazastreifen, nicht mehr so weit bis zum Nachbarn haben, was natürlich viel schöner ist. Allerdings werden die Palästinenser von Terroristen regiert, was die freilich nicht wissen können, denn was eine frei gewählte Regierung und was Terroristen sind entscheidet Israel und die USA. Die Palästinenser hatten sich verwählt und wurden dafür zur Strafe wochenlang bombardiert. In unseren Medien regte sich nicht der Hauch eines Zweifels an der Berechtigung der Strafaktion. Ein schönes Beispiel für die einmalig schräge Weltsicht liefert die Schilderung der Bombardements, bei denen überwiegend Zivilisten ums Leben kamen.  Würde irgendjemand außer den USA oder Israel derart exzessiv zivile Ziele angreifen (trauriger Höhepunkt war der Beschuss von mehreren UN-Einrichtungen), wäre der Aufschrei der Empörung riesig gewesen. Doch bei den Israelis ist es etwas anderes. Man bombardiert nicht wahllos Zivilisten -das sieht nur so aus-, sondern die Hamas versteckt sich unter der Zivilbevölkerung und missbraucht sie als “menschliche Schutzschilde”.  Was soll man da machen. Natürlich war ganz allein die Hamas Schuld an allem und Israel handelte in Notwehr. Unsere Medien verbreiteten unhinterfragt israelische Propaganda und luden jeden professionellen Lügner ein, der sie wiederholte. Andersdenkende wurden bei Plassberg oder anderen “Diskussionssendungen”  hingerichtet und als Antisemiten gebrandmarkt. Die Indolenz, was das Schicksal der Palästinenser angeht, dauert übrigens bis heute an.

Mittlerweile muss man den Eindruck haben, dass nicht nicht nur bei Springer unterschrieben wird, alles zu verschweigen, was den Interessen der USA oder Israel schaden könnte. Der Rest scheint aus freien Stücken mitzumachen, vielleicht reicht aber auch ein Blick in die Eigentumsverhältnisse der Medienkonzerne um zu verstehen, dass man mit  einer anderen Meinung nicht allzu weit kommt.

Ein schönes Beispiel liefern zur Zeit  die Geschehnisse im Iran. Da werden Wahlen abgehalten, die  ungefähr das Ergebnis der einzig verlässlichen Umfrage vor der Wahl widerspiegeln. Da der Iran aber gerade auf der Achse des Bösen sitzt und immer noch brav kolportiert wird, er wolle Atombomben bauen, obwohl selbst der CIA mittlerweile eingeräumt hat, dass dem wohl nicht so ist, kann es sich nur um Wahlbetrug handeln. Zwar ist bekannt, dass die USA seit geraumer Zeit versuchen, das Land von innen heraus zu destabilisieren und der Kongress kürzlich dafür nochmal 400 Mio Dollar bewilligt hat, doch das ficht keinen an. Auch nicht die Tatsache, dass die Demonstranten auf den Bildern ihre Transparente nicht etwa in der Landessprache Faarsi, sondern in englischer Sprache beschriften, was schon irgendwie merkwürdig ist, löst keine Verwunderung aus.

Diese Blindheiten passen in die lange Reihe von Lügen, die immer wieder bereitwillig wiederholt werden, auch dann noch, wenn längst klar ist, dass es Lügen sind. So wird selbst heute noch Mahmud Ahmadinedschad gerne unterstellt, er wolle Israel vernichten und alle Juden ins Meer treiben, obwohl er das nie gesagt hat.

So strickt der Medienmainstream täglich an seinem bizarren Panoptikum, dass er als Wirklichkeit verkauft und wer heute wissen will, was gerade passiert, versucht aus anderen Quellen sich ein Bild zusammenzusetzen (Blogs, ausländische Zeitungen etc.).

Trotzdem finden sich zuweilen auch noch kluge Worte und leisere Töne.

In der SZ fragt sich der ägyptische Schriftsteller Alaa Al-Aswani ob der Westen den Islam hasst und kommt zu dem Schluss, dass sich die Frage nicht beantworten lässt, weil er sich nicht mit dem Islam beschäftigt, sondern nur mit seinem Zerrbild. Er zeigt auf, dass Tote nicht gleich Tote sind und Unterschiede gemacht werden, die der Politik dienen, der Wahrheit aber abträglich sind:

Während der jüngsten Unruhen in Iran wurde eine junge iranische Frau namens Neda Sultan von einem Unbekannten erschossen. Ihr Tod war schon bald eine Spitzenmeldung der internationalen Medien. Westliche Politiker bewegte ihr Tod so sehr, dass selbst Präsident Obama den Tränen nahe war. Ein paar Wochen später wohnte eine ägyptische Frau namens Marwa Al-Shirbini in Dresden den Gerichtsverhandlungen gegen einen Mann bei, der sie rassistisch beschimpft hatte, weil sie einen Hidschab getragen hatte. Als das deutsche Gericht ihn dafür zu einer Strafe von 2800 Euro verurteilte, drehte der Mann durch und griff Marwa und ihren Mann mit einem Messer an. Marwa starb sofort, ihr Mann wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. Menschliches Leben sollte in jedem Falle gleichwertig sein und die Trauer, die Marwas Familie über ihren Tod empfand, war nicht geringer als die Trauer, welche die Familie der iranischen Frau Neda empfand.

Es fehlt die Motivation, die Dinge richtig zu stellen. Klar ist es viel interessanter über radikale Interpreten des Koran zu berichten, die der Meinung sind andersgläubige seien Todfeinde und gehörten umgebracht. Friedfertigkeit liefert keine guten Schlagzeilen. (Die Sprache verrät hier den Zweck: Der Leser soll geschlagen werden um danach leicht benommen vom Schreck den Rest lesen und bitteschön auch glauben.)

Der Westler wird all das lesen und keineswegs die Wahrheit finden. Er wird nicht herausfinden, dass die Frau des Propheten 19 und nicht neun Jahre alt war. Er wird nicht herausfinden, dass der Islam Männern und Frauen gleiche Rechte und Pflichten gibt. Er wird nicht herausfinden, dass jeder, der jemanden tötet, in den Augen des Islam alle Menschen getötet hat. Er wird nie herausfinden, dass der Gesichtsschleier Niqab nichts mit dem Islam zu tun hat, sondern ein Brauch ist, der mit dem Geld aus dem Golf aus einer zurückgebliebenen Wüstenkultur zu uns gekommen ist. Der Westler wird nicht herausfinden, dass die wahre Botschaft des Islam Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit ist, dass er die Freiheit des Glaubens garantiert, dass alle die glauben wollen, glauben dürfen, und alle die, die nicht glauben wollen, nicht müssen, und dass Demokratie ganz essentiell ist für den Islam, weil kein moslemischer Herrscher sein Amt ohne die Zustimmung und die Wahl der Moslems bekleiden darf. Können wir es dem Westler letztlich vorhalten, wenn er den Islam für eine Religion der Rückständigkeit und des Terrorismus hält?

Der Westler könnte aber seinen Kopf benutzen und nicht blind alles glauben, was ihm vorgesetzt wird, auch wenn diese Form der Medienkompetenz nicht besonders erwünscht ist. Sie ist notwendig.

Neusprech in Krisenland

Einige glauben ja, der Zusammenbruch des Wirtschafts und Finanzsystems wäre  absehbar gewesen und war immer nur eine Frage der Zeit. Tatsächlich ist es so,  dass ein  Wirtschaftssystem wie der Kapitalismus irgendwann wegen Überschuldung zu vieler Marktteilnehmer kollabiert. Unser Geld und Finanzsystem funktioniert nur, wenn sich fortlaufend neue Schuldner finden, die sich in noch größerem Umfang verschulden . Dies ist eine Fahnenstange, die wie alle irgendwann zu ende ist. Interessant war demnach nur die Frage, wann es soweit ist.  Die Krisen an den Finanzmärkten in den letzten beiden Dekaden,  haben sich in Umfang und Intensität immer weiter gesteigert.  Der Ablauf ist dabei immer gleich: Da ist etwas, dass Zukunft hat und in das zu investieren es sich lohnt.  Eine immer größer werdende Menge an  Kapital fließt in den neuen Hype, egal ob es sich dabei  um “Tigerstaaten” “Schwellenländer” “dot.com” oder wie zuletzt um amerikanische Immobilien handelt. Diese Spiel ist nach wie vor das Gleiche wie bei der berühmten Tulpen-Hausse im 17. Jhd. Irgendwann ist ein Punkt erreicht,  wo das ganze absurd wird und den ersten Teilnehmern dämmert, das all die Gewinne, nur noch auf dem Papier bestand haben und in Wirklichkeit aber nicht mehr zu realisieren sind. Der Moment ist gekommen, sobald sich niemand mehr findet, der morgen mehr für die Anteile bietet als ich heute bezahlt habe. Die Blase platzt und der Wert der Anteile stürzt ab. Wer zu spät aussteigt verliert in kürzester Zeit sein Vermögen und beschließt beim nächsten mal früher aus zu steigen.

Gehandelt wird aber nicht nur mit Aktien, sonder mit allen möglichen Wertpapieren. Im Prinzip mit allem, was einen Preis hat, der sich ändern kann. Mit anderen Worten: Alles was Hoffnung auf Gewinn verspricht.  So sind denn die ganzen Papierchen mit den drei Buchstaben (z.B. ABS, CDS, CDO, MBS usw.) im Prinzip Wetten auf die Zukunft. Wer wettet kann auch mal daneben liegen und wenn der Einsatz sehr hoch war droht vielleicht auch mal der Untergang.

Manchmal sind die “Opfer” solcher Fehlspekulationen prominente Institutionen wie große Banken oder Hedgefonds, die soviel Geld -meist über Kredite- bewegt haben, dass man bei Ihrem Untergang eine Kettenreaktion befürchtet. Dann wird der Laden mit Steuergeldern oder manchmal auch mittels eines privaten Fonds gerettet.  Man gelobt Besserung, will mehr und besser kontrollieren und das Spiel geht von vorne los. Die nächste Blase kann aufgepumpt werden.

So rettete man sich von Blase zu Blase und vertagte die Lösung -wenn man den Kollaps und den Reset des Systems als Lösung betrachten will- auf den Sankt Nimmerleinstag. Verändert wurde dabei aber immer nur die Fallhöhe, an das Fallen selber wollte man lieber nicht denken. Mittlerweile sieht es so aus, als sei der Tag der Abrechnung gekommen: Wenn die Insider ,sprich die Banken, sich schon kein Geld mehr leihen wollen, weil sie sich nicht mehr vertrauen,  werden sie ihre Gründe haben. Diese Gründe werden in ihren Büchern stehen, die sie zu öffnen sich so hartnäckig weigern. Aus unerfindlichen Gründen soll der Staat aber den Finanzinstitutionen, die zu einem großen Teil nur deshalb nicht als pleite gelten, weil sie ihre toten Kredite in den Büchern als lebend bilanzieren dürfen, weiterhin Geld geben, damit sie dem sterbenden Patienten Kapitalismus  noch einmal Leben einhauchen,  indem sie ihn mit neuen Krediten versorgt.

Wer das Zeug,  das damit produziert werden soll, kaufen soll ist unklar. Allerdings entspricht das der neoliberalen Logik, wonach etwas gekauft wird weil es da ist und nicht weil es gebraucht wird.  Es ist die selbe Logik, mit Arbeitslose für ihre Arbeitslosigkeit schuldig gemacht werden und nicht die Tatsache,  das es einfach zu wenig Jobs gibt.

Mein Vermutung ist die,  dass die Eliten nicht so doof sind und ihnen durchaus klar ist, was gerade passiert und anfangen sich ein zu graben. Wenn das Wirtschaftssytem in diesem Jahr  zerbröselt,  Dollar und Euro im Nirvana entschwinden,  wird das nicht ohne Probleme abgehen und man muß damit rechnen,  dass viele,  die heute noch glauben, sie könnten in der Krise in relativer Sicherheit überwintern und auf Besserung warten,  plötzlich auf dem Trockenen sitzen.  Die Politik der letzten Jahren hat schon mal vorgebaut und was den Aufbau von öffentlichen Suppenküchen angeht muß man ja auch nicht bei Null anfangen,  es gibt ja schon die Tafeln.

Trotzdem zeigen Erfahrungen aus Ländern wie Island, Griechenland oder auch verschiedenen Baltikstaaten, dass es unangenehm werden könnte, wenn die Leute anfangen zu begreifen, das sie beschissen worden sind. Was passiert, wenn sich herausstellt, dass die Altersvorsorge nur noch Luft ist und klar wird,  dass der Ruhestand auf ein Leben in  Armut hinausläuft?  Was passiert, wenn die Unsummen an Geld, die derzeit ins marode System fließen auf die Gütermärkte treffen, die Inflation Fahrt aufnimmt und die Leute merken, dass die Preise ihren Einkommen davonlaufen?

Eine dramatische Erhöhung der Geldmenge löst in aller Regel wenn sie auf eine rückläufige Produktion stößt – so wie aktuell-  eine Hyperinflation aus. Inflation war bis dato immer der letzte Rettunganker innerhalb des Systems, um der Verschuldung Herr zu werden. Sie ist soetwas wie eine versteckte Steuer,  die für alle, die keine Sachwerte besitzen absolut verheerend wirkt, weil sie durch den Wertverlust des Geldes um alles gebracht werden, was sich noch haben. Vor diesem Hintergrund wirkt die aktuelle Debatte um die Enteignung eines Aktionärs der HRE  geradezu lächerlich.  Inflation enteignet täglich und millionenfach.

Die Gesetze zur inneren Sicherheit haben nür vordergründig mit Terrorismus zu tun. Nicht die Gefahr vor den angeblich allgegenwärtigen Islamistischen Fundamentalisten ist der Grund für die Errichtung eines Überwachungsstaats, sondern die Angst der Eliten vor dem Mob, dem plötzlich dämmert, dass er mal wieder der Verlierer ist, die ganze Zeit belogen wurde und nun die Rechnung für die Parties der Eliten zahlen soll.

Vielleicht sehe ich das alles aber auch zu schwarz und das Ganze ist ein Missverständnis, weil ich den Dingen falsche Namen gebe. Die Zeit hat jedenfalls schon mal eine Wörterbuch erstellt, dass alles ins rechte Licht rückt.

Hintergründe:

dramatische-kernschmelze.html

wirtschaftquerschuss.blogspot.com/einfache-wahrheiten.html

wirtschaftquerschuss.blogspot.com/financial-armageddon.html

wirtschaftquerschuss.blogspot.com/rettung-frs-bankensystem.html

http://images.zeit.de/Pleitestaat

Tricks und Terror

Terror, so wird immer wieder gesagt, sei die Waffe des kleinen Mannes. Dies mag stimmen, aber längst nicht immer. Terrorismus ist der  Blancoscheck für jede Regierung, jede Macht, sich über Recht und Gesetz, sei es staatliches oder das Völkerrecht hinwegzusetzten. Der zweifelhafte “Notwehr-Tatbestand” ,der Israels Einschreiten im Gaza rechtfertigten sollte,  demonstrierte eindrucksvoll, wie “nützlich” Terror für die Mächtigen sein kann, um eigene Ziele durchzusetzten. Terror ist überall. Kaum ein Regime, ob autoritär oder wie auch immer demokratisch, das nicht gegen Terroristen kämpft. Selbst für uns bietet der “Kampf gegen den Terrorismus”  die Gelegenheit dem Vorsatz, von deutschen Boden möge nie wieder Krieg ausgehen abzuschwören und unsere “Verteidigungsarmee” überall auf der Welt einzusetzen, weil unser Land bedroht ist.

Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch, wieviel Propaganda und Diskussion es erforderte, deutsche Truppen  im ehemaligen Jugoslawien aufmarschieren zu lassen. Der damalige Verteidigungsminister Scharping musste seine Planschereien mit der Gräfin immer wieder unterbrechen, um vor die Presse zu treten und das düstere Bild von serbischen Nationalisten, Völkermord und Vertreibung aufleben zu lassen. Später stellte sich daraus, dass das meiste bestenfalls sehr einseitig und vieles davon sogar glatt gelogen war. Zwar interessierte dass im Nachhinein kaum noch jemanden, obwohl der WDR einen Film mit dem Titel “Es begann mit einer Lüge” (Inhalt) dazu machte, der die schändlichen Lügereien aufdeckte. Übrigens  hatten die Serben dabei das Pech, dass rein zufällig kurze Zeit vorher durch eine Veränderung der vertraglichen Grundlagen der NATO, die politischen Vorraussetzungen für Angriffsaktionen wie die auf Belgrad geschaffen worden waren. Das muss man wohl für Weitsicht halten…

Der Terror entzieht sich weitgehend der journalistischen Recheche und lässt sich daher weit aus besser instrumentalisieren. Angst funktioniert besser als Moral, mit einem diffusen Gefühl der Bedrohung lässt sich mehr ereichen als  mit moralischer Empörung. Zwar ist das deutsche Volk immer gerne politisch korrekt, doch die Tatsache, dass wir täglich tausende in der dritten Welt verrecken lassen weil wir unsren Wohlstand erhalten wollen  und wir Folterungen in den USA hingenommen haben nagt ein wenig am Gefühl, auf der richtigen Seite zu sein.

Heute verteidigen wir unser Land auf der ganzen Welt gegen “Terroristen”, die zu einem beträchtlichen wahrscheinlich nur ungefähr wissen, wo Deutschland überhaupt liegt. Wenn es keine Terroristen gäbe, müsste man sie schnell erfinden und genau das wurde auch immer wieder gemacht. Solch eine Vermutung sprengt die Vorstellungskraft des normalen Zeitungslesers, der doch annehmen soll, dass er genauso zu den Guten gehört, wie der Staat in dem er lebt.

Dem schweizer Historiker Ganser, der seit Jahren auf dem Gebiet der verdeckten Kriegsführung forscht und mit seinen Enthüllung über Gladio für Aufsehen gesorgt hat, verdanken wir einige Einblicke in die Zusammenhänge zwischen politischen Zielen von Geheimdiensten und vermeintlich terroristischen Anschlägen.  Wer sich eingehender mit dem Thema beschäfftigt stellt schnell fest, mit welch beeindruckender krminellen Energie Politik gemacht wird und wurde, dass nicht davor zurückgeschrekt wird, Zivilisten zu “opfern” um die “richtige Stimmung” zu erzeugen.

Eine Erkenntnis, die für ein demokratisch verfasstes Gemeinwesen schwer zu ertragen ist, aber zur Konseqenz haben muss, nicht bedingslos alles zu glauben, was an Verlautbarungen zu Terroranschlägen verbreitet wird. Dafür funktioniert das Geschäft mit dem Terror zu gut. Oder hätte irgendjemand vor zehn Jahren geglaubt, die Bundeswehr gehöre an den Hidukusch und die Büerger überwacht? Wohl kaum.

Die Frage nach dem qui bono -wem nützt es- stellt sich damit zwangläufig immer wieder und verlangt nach Antworten.

Gefährdete Gefährder

Dombrowski und Pelzig und die Absurdität des Überwachungsstaates. Beispiele wie Zumwinkel belegen leider, die sarkastische  Unterstellung,dass der Rechtsstaat nur für Rechtsbrecher gilt: Während im Strafreht die Unschuldsvermutung noch Gültigkeit hat, stehen alle anderen unter Generalverdacht.

Allerdings hinkt der Vergleich mit Zumwinkel ein wenig, weil dieser offenbar vom Elitenbonus profitierte, der zu seltsamen Schwierigkeiten im Verfahren, wie verstrichenen Fristen und dubiosen Absprachen führt, während beim “Normalen” dem Buchstaben des Gesetzes unbedingt Geltung verschafft werden muss.


Georg Schramm und Erwin Pelzig Der Unterschied zwi… – MyVideo

INSM “Neue soziale Marktwirtschaft”

Eigentlich schon fast vergessen aber natürlich immer noch aktiv. Das Video sagt mehr als viele Worte über die Lügen und Verdrehungen dieser Initiative.

Festzuhalten bleibt dabei: Unsere Medien verraten nicht aus welcher Ecke ihre scheinbar neutralen Wissenschaftler kommen, bei denen es sich tatsächlich aber um Mietmäuler der INSM handelt , und unsere Politiker legen ebensowenig dar, wer ihnen ihre vorgeblichen Weißheiten eingeflüstert hat auch wenn die Sprache sie häufig verrät oder weiß jemand wer alles im “Beraterstab” von Merkel sitzt? Höchstens das Ex-Siemenschef Pierer wegen diverser Korruptionfälle irgendwann nicht mehr mitmachen durfte.

Journalismus verkommt zur Propagandashow und die Polik geht im Sumpf des Lobbyismus und der Korruption unter. Das ist die traurige Wahheit und wenn wir keinen Weg finden, diese Schmarotzer zu stoppen werden wir mit ihnen und durch sie untergehen.

Btw: Die INSM ist nur eine von zahllosen Gesellschaften, die sie im “Umfeld der Politik und Kommunikation” tätig sind. Früher hieß das Propaganda.
http://www.weissgarnix.de/?p=806

INSM "Neue soziale Marktwirtschaft"

Eigentlich schon fast vergessen aber natürlich immer noch aktiv. Das Video sagt mehr als viele Worte über die Lügen und Verdrehungen dieser Initiative.

Festzuhalten bleibt dabei: Unsere Medien verraten nicht aus welcher Ecke ihre scheinbar neutralen Wissenschaftler kommen, bei denen es sich tatsächlich aber um Mietmäuler der INSM handelt , und unsere Politiker legen ebensowenig dar, wer ihnen ihre vorgeblichen Weißheiten eingeflüstert hat auch wenn die Sprache sie häufig verrät oder weiß jemand wer alles im “Beraterstab” von Merkel sitzt? Höchstens das Ex-Siemenschef Pierer wegen diverser Korruptionfälle irgendwann nicht mehr mitmachen durfte.

Journalismus verkommt zur Propagandashow und die Polik geht im Sumpf des Lobbyismus und der Korruption unter. Das ist die traurige Wahheit und wenn wir keinen Weg finden, diese Schmarotzer zu stoppen werden wir mit ihnen und durch sie untergehen.

Btw: Die INSM ist nur eine von zahllosen Gesellschaften, die sie im “Umfeld der Politik und Kommunikation” tätig sind. Früher hieß das Propaganda.
http://www.weissgarnix.de/?p=806

Ludwig Erhard rettet die Welt

Frau Merkel hat es in der Neujahrsansprache deutlich gesagt: In Deutschland ist alles besser weil wir eine soziale Marktwirtschaft haben und erst wenn alle sowas haben, wird es keine Krisen und vereinzelte Exzesse wie in jüngster Zeit mehr geben. Diese Auffassung ist soweit von der Realität entfernt, dass eigentlich nur absolute Ahnungslosigkeit oder Drogenkonsum in Frage kommen, um diese Ansicht zu untermauern. Die jüngsten Äußerungen zum Nahostkonflikt(Tenor:Palistinenser sind die Alleinschuldigen des Konflikts) unterstreichen den Eindruck eine dramatischen Realitätsverlustes der Bundesangie und wirft die Frage auf, ob Vielfliegrei vielleicht Nebenwirkungen hat, von denen man bisher nichts wusste,

Die soziale Marktwirtschaft ist eine Fiktion, mit der man seit Jahr und Tag hausieren geht, weil der Begriff Marktwirtschaft in Deutschland einen guten Klang hat und mit Ludwig Erhard, Aufschwung und Wohlstand assoziert ist. Dabei ist das, was Vereinigungen wie INSM oder andere dubiose Gesellschaften, die den Begriff Marktwirtschaft in ihrem Namen untergebracht haben, im Schilde führen, denkbar weit weg von dem, was dem passionierten Zigarreraucher vorgeschwebt hat. Das stört aber nicht weiter, weil es diesen Vergeinigungen nicht wirklich um solziale Marktwirtschaft geht, sondern nur um den Kredit, den der Begriff immer noch hat. Groteskerweise sind gerade die, die ihn fortwährend im Munde führen die Totengräber dieser Konzeption. In den letzten 20 Jahren wurde die soziale Marktwirtschaft peu a peu zu Grabe getragen nachdem ein kleines bisschen davon umgesetzt worden war.

Zu Erinnerung:

So wollte ich jeden Zweifel beseitigt wissen, dass ich die Verwirklichung einer Wirtschaftsverfassung anstrebe, die immer weitere und breitere Schichten unseres Volkes zu Wohlstand zu führen vermag. Am Ausgangspunkt stand da der Wunsch, über eine breitgeschichtete Massenkaufkraft die alte konservative soziale Struktur endgültig zu überwinden.
Ludwig Erhard

Heute beschränkt sich das Verständnis darauf, das sozial bedeutet, das es überhaupt soetwas wie Sozialversicherung gibt und man müsste sich dabei eigentlich eher auf Bismarck denn auf Erhard beziehen. Während es für Bismarck um die Bekämpfung der Sozialisten ging wollte Erhard errreichen, dass die klassische Trennung der Gesellschaft in die Gruppe der Vermögenden einerseits und der Habenichtse andrerseits überwunden wird und ein auf die ganze Breite der Gesellschaft verteilter allgemeiner Wohlstand sich einstellt. Details sind hier nachzulesen.

Neoliberale reklamieren trotzdem den Begriff der sozialen Marktwirtschaft für sich und wenn eine Bundeskanzlerin, die sich nach Kräften auf der Seite der Zerstörer der sozialen Marktwirtschaft betätigt hat, jetzt sich als Jeanne d`Arc derselben generiert und sich anschickt, mit dieser Heilsbotschaft den Rest der Welt zu beglücken,entbehrt das nicht einer gewissen Ironie.

Aber eigentlich wollte ich nur auf diesen Beitrag hinweisen. Der Oeffinger Freidenker setzt sich mit einem Betrag des Ex-Bild Chefredakteurs auseinander, der heute für WMP Eurocom AG tätig ist, eine Vereinigung, die den alten Wein der INSM ind neuen Schläuchen oder ,mit einem Wort, neoliberale Propaganda unter die Leute bringt. Der Freidenker vergießt eine Träne für den armen Ludwig der für die miesen Begriffspielereien der Neoliberalen herhalten muss.

Auch weissgarnix hat da so seine Ansichten zu dem Ganzen.

3 % weniger Wachstum…

Bis gerade dachte ich wir erlebten eine Rezession. Is aber gar nicht und liegt wohl an falscher Nachrichtenrezeption meinerseits –>zu viel schlechte Blogs etc.

In Wirklichkeit haben wir 3 % weniger Wachstum; wieviel jetzt übrigbleibt wurde leider nicht mitgeteilt. Danke liebes Heute-Journal für die Aufklärung.

Dazu passend: Volker Pispers

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