28. Januar 2010, 11:47 PM
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Regelungen zum Post-Mindestlohn gekippt. Nicht das die Richter etwas gegen Mindestlöhne hätten, sondern aufgrund eines Formfehlers blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Regelung für nichtig zu erklären. Das Gericht bedauert diese Entscheidung ausdrücklich und weist darauf hin, dass das Ministerium im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens die Durchführung einer Anhörung versäumt habe, bei der die Betroffenen ihre Interessen darlegen können. Das hat das Spitzenpersonal des Ministeriums aber “irgenwie vergessen”. Kommt ja auch fast nie vor, dass Ministerien Gesetzentwürfe erarbeiten. Vielleicht ist hier auch der Grund zu suchen, warum die Ministerien zunehmend Hilfe bei Anwaltskanzleien und Unternehmensberatungen suchen, weil sie mittlerweile nur noch unfähige Leute in ihren Stäben sitzen haben, die zu blöd sind, ihren Job zu machen.
Die SPD, die seinerzeit das mit dem Gesetzentwurf betraute Arbeitsministerium inne hatte, kann sich jetzt rühmen, das ihre Inkompetenz damit von höchstrichterlicher Seite aktenkundig gemacht worden ist.
Ob dies alles nur auf Blödheit zurückzuführen ist, oder ob dies nur ein mieser Trick war, um die Leute um ihren Mindestlohn zu betrügen ist schwer zu sagen. Auffällig ist schon, dass die SPD Mindestlohn eigentlich nur dann gut findet, wenn sie in der Opposition ist oder anderweitig sicher sein kann, dass sie ihn nicht durchsetzen muss.
Die privaten Anbieter haben auch promt reagiert und senken die Löhne von 9,80€ auf 8,50€ und die SPD dürfte unter den Briefzustellern viele neue Freunde gefunden haben.
Die neoliberalen Claqueure freuen sich und schwärmen von Wettbewerb und Tausenden neuer Jobs. Unter dem Strich heißt das aber nur, dass wieder mehr Jobs zu Dumpinglöhnen entstehen, mehr Arbeitnehmer, die der Steuerzahler subventionieren muss, damit sie nicht verhungern, bloß weil sie einen Job haben. Job nicht verhungern. Diese Art der “Jobwunder” sind natürlich eine 1a Waffe gegen wegbrechende Steuereinnahmen und leere Sozialkassen.
Das Volk kann sich solche Pfeifen, die nicht ein Gesetz ordnungsgemäß verabschieden können, einfach nicht mehr leisten und sollte schnell was unternehmen, um sie los zu werden.