Roland Koch, sonst meist damit beschäftigt, Parteispenden zu jüdischen Vermächtnissen um zu deklarieren oder mißliebige Journalisten ab zu sägen, hat sich im unermüdlichen Einsatz zum Wohl unseres Landes die Mühe gemacht und einen Vorschlag unterbreitet, wie die Massenarbeitslosigkeit besiegt werden kann.
Bekanntlich sind ja in der Regel die Leute selber Schuld, wenn sie ihren Job verlieren und die Jobs, die verloren gehen sind ja nicht deshalb weg weil die Renditemöglichkeiten anderswo besser waren, sondern weil die meisten abhängig Beschäftigten trotz Globalisierung einfach nicht von von der liebgewordenen Angewohnheit lassen wollen, von einem Fulltime-Job zu erwarten, dass sie davon ihr Überleben finanzieren können.
Derart fahrlässiges Verhalten untergräbt die Arbeitsmoral und kann natürlich nicht ungestraft hingenommen werden. Wer geht schon gerne Arbeiten mit der Gewissheit im Hinterkopf, dass die HartzIV-Schmarotzer es in den Einkaufszentren des Landes von ihren 359€, mit denen sie jeden(!) Monat überhäuft so richtig krachen lassen, während er selber wieder ein paar unbezahlte Überstunden dranhängen darf.
Damit diese ein Ende hat und auch das stundenlange Herumlümmeln der HartzIV-Empfänger vor ihren fast kleinwagengroßen Plasmabildschirmen endlich aufhört, will Koch, dass die Schmarotzer Zwangsarbeit verrichten. Keine Leistung ohne Gegenleistung. Schließlich können können nicht mehr jedes unwerte Leben… äh… jeden Drückeberger durchfüttern.
Die entwickelten Gesellschaften haben sich zwar in Organisationen wie der IL0 zusammengetan und sich dazu verbindlich verpflichtet, jede Form der Zwangsarbeit zu bekämpfen, doch erfordert die Einhaltung einer solchen Verpflichtung ein gewisses Mass an Anstand und Respekt vor Recht und Gesetz. Das ein Widerling wie Koch mit solchen Kategorien nichts anzufangen weiß, überrascht niemanden, der auch nur ein wenig von der “Karriere” des hessischen Ministerpräsidenten mitbekommen hat.
Die Jobs aber von denen Koch da faselt, sind gar nicht da und selbst die von ihm genannte öffentliche Beschäftigung würde erfordern, dass die von 30 Jahren Steuererleicherung und Alimentierung der Wirtschaft restlos ausgebluteten öffentlichen Hände die Beschäftigten bezahlen können. Aber davon sind sie weiter entfernt den je. Zwar gäbe es genug zu tun, es fehlt halt nur das Geld. Natürlich wäre es wünschenswert, das die Betreuung von Alten und Kranken verbessert würde, doch auch die gewollt ruinierten Sozialsysteme verfügen nicht mehr über die Mittel, um diese Jobs zu finanzieren.
All das interessiert Politker wie Koch nicht. Ein wenig Bashing reicht- mal sind es die Ausländer mal die Arbeitslosen. Ausgrenzungen statt Lösungen. Teile und herrsche.
Von diesem offenbar restlos realitätsresistenten Politikganoven ist keine Hlfe zu erwarten -im Gegenteil: sie werden alles nur noch schlimmer machen. Nach Jahrzenten des Wohlstands haben wir es geschafft, das die Armut wieder Einzug in dieses Land gehalten hat und statt etwas gegen die Ursachen dieser krassen Ungleichheit zu unternehmen, beschränken sich unsere Politiker darauf, die Deklassierten für ihr Unglück zu bestrafen. Sie lassen sich dafür feiern, dass sie es geschafft haben, den Bankbetrügern innerhalb einer Woche fast eine halbe Billion hinterher zu werfen, um ihnen ihre Verluste zu ersetzen und alles was ihnen zu den um ihre Jobs gebrachten Arbeitslosen einfällt ist Zwangsarbeit. Das ist nicht nur erbärmlich, das ist regelrecht zum kotzen.
Wer wählt solche Politiker?
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