Verschuldung, Hunger, Ausbeutung

Letztes Jahr stiegen wie verrückt die Preise für Lebensmittel. Der Grund war -so erklärte es unsere um Aufklärung allzeit bemühte Kanzlerin- weil die Chinesen jetzt auch Milch trinken und mehr essen, weil der Wohlstand ausgebrochen ist. Glücklicherweise haben sie irgendwann wieder damit aufgehört und die Rohstoffpreise gingen zurück.

Vielleicht hatte es aber auch mit Investoren zu tun, die immer auf der Suche nach einer lohnenden Geldanlage Kapital rund um den Globus bewegen und gerade den Immobilienmarkt verließen, als dieser begann ihnen um die Ohren zu fliegen.

Zumindest gehen die Überlegeungen von Eric Toussaint in diese Richtung, wenn er sich fragt, warum es auch im 21. Jahrhundert Hunger in der Welt gibt. Fakt ist, das die Spekulation mit Agrarrohstoffen die Lebenmittelpreise in die Höhe treibt und es zu der grotesken Situation kommt, dass z.B. Pensionsfonds der ersten Welt zum Hunger in der Dritten beitragen, wenn sie in diesen Märkte gehen.

All dies wäre ein kleineres Problem, wenn soetwas wie Versorgungssicherheit in den Ländern bestände, aber dass ist nicht gewünscht und überdies für viele Länder auch nicht mehr bezahlbar, weil die Schuldenlast so hoch und die Auflagen von IWF und Weltbank so streng sind, das nichts bleibt, um die Zustände zu verbessern.

Das ist durchaus möglich. Die grundlegende Lösung, um dieses vitale Ziel zu erreichen, wäre eine Politik, die Nahrungsmittelsouveränität und Agrarreformen schafft. Das heißt, Populationen sollten über eine lokale Produktion versorgt werden. Importe und Exporte sind zu begrenzen.
Nahrungsmittelsouveränität muss im Zentrum der politischen Entscheidungen von Regierungen stehen. Regierungen sollten ihren Schwerpunkt auf bäuerliche Familienbetriebe legen, die sich technisch auf den Anbau organischer Nahrungsmittel ausrichten. Das würde auch zu einer guten Nahrungsqualität für die Menschen führen: ohne Genpflanzen, Pestizide, Herbizide oder chemischen Dünger. Für dieses Ziel müssten 2 Milliarden Bauern ausreichend mit Land versorgt werden, auf dem sie arbeiten können. Das würde bedeuten, diese Bauern arbeiten für sich selbst und nicht mehr, um den Reichtum von Großgrundbesitzern, multinationalen Agrounternehmen und großen Lebensmittelketten zu vermehren. Staatliche Hilfen sollten bereitgestellt werden, die es den Bauern ermöglichen, ihr Land zu kultivieren, ohne es zu schädigen.

Um dies zu erreichen, braucht es Agrarreformen – sei es in Brasilien, Bolivien, Paraguay, Peru, in Asien oder bestimmten afrikanischen Staaten. Diese Agrarreformen müssten das Land neu verteilen, privaten Großgrundbesitz verbieten und öffentliche Hilfen für Bauern bereitstellen.

Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten die Situation zu verbessern: Man verbietet die Spakulation mit Agrarrohstoffen, zumindest wenn sie für dir Primärversorgung kritisch sind. Oder entschärft die Situation dadurch, dass man die Länder unabhängig macht, indem man ihre Fähigkeit zur Selbstversorgung wiederherstellt.


Zusammenfassung: Es muss Nahrungsmittelsicherheit geschaffen werden, und Agrarreformen müssen umgesetzt werden. Die Produktion industrieller Agrarkraftstoffe muss aufgegeben werden und die öffentliche Subventionierung für die Produzenten dieser Pflanzen gestrichen. Im (globalen) Süden müssen wieder öffentliche Nahrungsmittelreserven aufgebaut werden (vor allem in Form von Reis, Weizen, Mais usw.). Öffentliche Kreditanstalten für die Bauern und zur Regulierung der Lebensmittelpreise müssen wiedereingeführt werden. Es ist sicherzustellen, dass Menschen mit geringem Einkommen Zugang zu qualitativ hochwertiger Nahrung zu niedrigen Preisen haben. Der Staat muss garantieren, dass kleine Landwirte ihre Waren zu einem Preis verkaufen können, der zu einer merklichen Verbesserung ihrer Lebenssituation beiträgt. Staaten müssen in ländlichen Gebieten öffentliche Dienstleistungen (in den Bereichen ‘Gesundheit’, ‘Bildung’, ‘Kultur’) sowie öffentliche Samen-”Banken” usw. bereitstellen. Staatliche Stellen sind durchaus in der Lage, gleichzeitig für subventionierte Lebensmittelpreise für Konsumenten und für Warenpreise, die den Kleinproduzenten ein adäquates Einkommen bieten, zu sorgen.

Das reicht aber nicht. Ohne einen Schuldenerlass auf breiter Front wird nichts gehen. Verschuldung ist letztlich effektiver als stehende Heere, wenn es darum geht, ein Land zu beherrschen und optimale Bedingungen für eine ungestörte Ausbeutung ,häufig durch die Großkonzerne der Ersten Welt, zu schaffen. Zahllose “failed States” insbesondere in Afrika belegen die Unmöglichkeit für viele Länder aus dem Teufelskreislauf aus Verschuldung und fehlenden Investitionen herauszukommen.

Zusammengefasst ist zu sagen, dass Verschuldung der wesentliche Mechanismus ist, mit dem der Kolonialismus der neuen Art operiert. Leidtragende sind die Menschen. Zu diesem Mechanismus kommen die historischen Verbrechen der reichen Länder hinzu: Sklaverei, Auslöschung indigener Populationen, koloniale Fesselung, Plünderung von Rohstoffen, der Biodiversität und des Wissens der Bauern (durch die Patentierung landwirtschaftlicher Anbauprodukte des Südens, siehe Basmati-Reis) zum Profit der multinationalen Agrokonzerne des Nordens. Geplündert werden auch kulturelle Werte. Kluge Köpfe wandern ab (brain drain) usw.. Das alles geschieht im Namen der Gerechtigkeit. Es wird Zeit, diese Herrschaftslogik durch eine Logik der Neuverteilung von Reichtum zu ersetzen.

Marx und Globalisierung

Globalisierung wird uns ja gerne als “neues” Phänomen verkauft, das uns der Konkurrenz zum Rest der Welt aussetzt und so als Bergründung für Lohndumping, Sozialabbau und Deregulierung benutzt wird. Solange der chinesische Wanderarbeiter für 1 Euro am Tag  arbeitet müssen wir uns halt mehr anstrengen, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Dabei ist der weltweite Handel -und um nichts anderes geht es letztlich- alles andere als neu.  Gewandelt haben sich nur die Methoden. War es zur Zeit des klassischen Kollionalismus noch nötig, Länder zu besetzen und im Schutz einer militärisch abgesicherten Besatzungsmacht zu versklaven und auszubeuten reichen heute die Instrumente des Finanzmarktes um ein Land gefügig zu machen. Schulden sind eine effektivere Besatzungsmacht als stehende Heere.  Haben die “Economic Hitman” das Land erst einmal in die Schuldenknechtschaft getrieben ist der Rest nur noch Formsache.

Hochverschuldete Länder haben keine andere Wahl, als die Politik von IWF und Weltbank zu akzeptieren. Den sicheren Staatsbankrott vor Augen sind sie gezwungen, einzuwilligen, wenn mittels dr gefürchteten “Reformen” des IWF ihre Wirtschaften sturmreif geschossen und geplündert werden. Es bleibt eine Wirtschaft übrig, deren einziger Zweck es noch ist, Gewinne für das Großkapital zu erwirtschaften und auf ewig im Hamsterad der Verschuldung sich abzustrampeln. Die Kollonialisierung ist abgeschlossen.

Das ist alles wie gesagt nichts Neues. Im kommunistischen Manifest aus dem Jahr 1848 steht folgendes:

Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. … Die Bourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarkts die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch gestaltet. … Die uralten nationalen Industrien sind vernichtet worden und werden noch täglich vernichtet. Sie werden verdrängt durch neue Industrien, deren Einführung eine Lebensfrage für alle zivilisierten Nationen wird, durch Industrien, die nicht mehr einheimische Rohstoffe, sondern den entlegensten Zonen angehörige Rohstoffe verarbeiten und deren Fabrikate nicht nur im Lande selbst, sondern in allen Weltteilen zugleich verbraucht werden. An die Stelle der alten, durch Landeserzeugnisse befriedigten Bedürfnisse treten neue, welche die Produkte der entferntesten Länder und Klimate zu ihrer Befriedigung erheischen. An die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige Abhängigkeit der Nationen voneinander.
Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterten Kommunikationen alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schießt, mit der sie den hartnäckigsten Fremdenhaß der Barbaren zur Kapitulation zwingt. Sie zwingt alle Nationen, die Produktionsweise der Bourgeoisie sich anzueignen, wenn sie nicht zugrunde gehn wollen; sie zwingt sie, die sogenannte Zivilisation bei sich selbst einzuführen, d.h. Bourgeois zu werden. Mit einem Worte, sie schafft sich eine Welt nach ihrem eigenen Bilde.
Manifest der Kommunistischen Partei (1848), Karl Marx

Gefunden habe ich das Zitat auf dieser, mehr als lesenswerten Seite.

Witziger Vorstellung: Marx zusammen mit Heiner Geißler bei Attac ;-)

Blindheiten der Mainstreamökonomie

Die aktuelle Krise der Wirtschaft ist auch eine der Wirtschaftslehre. Sie beruht auf Modellen, die einfach die ökonomische Wirklichkeit nicht realistisch  abbilden. Trotzdem ficht das die meisten Ökonomen nicht an und auch die enorme Streuung ihrer Prognosen. die empirisch gesehen knapp oberhalb der Trefferquote liegt,  die sich mit Kaffesatzleserei erzielen lässt.

Jürgen Kremer, selbst Wirtschaftsprofessor, stellt in seinem Aufsatz  über die blinden Flecken der Volkswirtschaftslehre dar, warum die Mainstreamökonomie in der Krise ist und woran es ihr mangelt.  So fehlt das Verständnis für einige wichtig Zusammenhänge, ohne die weder korrekte Analyse, noch die Bereitstellung von Handlungsanweisungen möglich sind.

Beim Prozess der Globalisierung befinden wir uns in
einer solchen Situation. Obwohl uns viele Ökonomen etwas
anderes glauben machen wollen, gibt es in der Standard-
Volkswirtschaftslehre bisher kein ausreichendes Verständ-
nis wirtschaftlicher Zusammenhänge, um auf dieser Basis
brauchbare Handlungsanweisungen ableiten zu können.
Skandalöserweise gibt es in der Volkswirtschaftslehre nicht
einmal ein Modell eines langfristig stabilen Wirtschaftssy-
stems. Obwohl uns deren Vertreter häufig — und gelegent-
lich mit bemerkenswerter Arroganz — ihre Meinungen und
Prognosen als wissenschaftlich fundierte Wahrheiten zum
Besten geben und obwohl die Verwendung mathematischer
Formeln ihr ein wissenschaftliches Antlitz verleiht, muss
festgestellt werden, dass sich die Volkswirtschaftslehre in
einem katastrophalen intellektuellen Zustand befindet. Ins-
besondere ist sie keine Wissenschaft, wie noch ausgeführt
werden wird.

Kremer zeigt, anhand eines Beispiels, wie gravierende Fehler bei den Grundannahmen nicht zu einer Revision der Theorie führen, sondern man einfach weitermacht und sieht hier die Wissenschaftlichkeit der Disziplin grundsätzlich  in Frage gestellt, zu deren Voraussetzung die Widerspruchsfeiheit einer Theorie gehört.Zudem stellt sich seiner Ansicht nach auch die frage, wie sinnvoll und realistisch Modelle sind, die von dauerhaftem exponentiellen Wachstum ausgehen.

In diesem Artikel wird die These vertreten, dass brauchbare Prognosen und eine vernünftige Steuerung des Wirtaschaftsgeschehens schon alleine deshalb nicht möglich sind, weil kein volkswirtschaftliches Modell für eine langfristig stabile Wirtschaftsordnung existiert. Kaum jemand wird einer Gruppierung, die die Welt für eine Scheibe hält, zur Erkundung des Weltraums zutrauen, und so sollte auch keiner Disziplin, die zeitlich
unbegrenztes exponentielles Wachstum für realisierbar hält, eine Steuerung unseres Wirtschaftsgeschehens überlassen werden.

Anschließend zeigt Kremer, warum unser derzeitiges Wirtschaftssyte zum Wachsen verurteilt ist und wie sich über das Zinssytem ein Umverteilungsmechanismus von unten nach oben ergibt, der dazu führt, dass die unteren 80% der Einkommen Nettozahler des Systems sind.

Schließlich schildern er anhand der Verschuldung der Dritte Welt Länder, wie Staaten vorsetzlich in die Verschuldungsfalle gelockt und so mittels IWF und Weltpank kolonialisiert werden.

Wirklich lesenswert und auf den Punkt.

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Jean Ziegler:Das tägliche Massaker des Hungers

Ziegler, ein profilierter Kämper für eine gerechte Wirtschaftordnung in einer Rede am 30.11.08 in Wien:

Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind auf diesem Planeten. Jeden Tag sterben 100.000 Menschen am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen. 923 Millionen Menschen – einer auf sechzehn, denn wir sind heute 6,3 Milliarden auf der Welt – sind permanent schwerstens unterernährt. Sie sind invalide durch permanente schwerste Unterernährung! (Zahlen aus dem World Food Report 2007, veröffentlicht im April 2008). Und derselbe World Food Report sagt, dass die Weltlandwirtschaft in der heutigen Entwicklungsphase ihrer Produktionskräfte, ohne genetisch veränderte Nahrung, 12 Milliarden Menschen normal ernähren könnte (d.h. mit 2.700 Kilokalorien pro erwachsenem Individuum und Tag). Wir sind 6,3 Milliarden! Praktisch die doppelte Zahl der Menschen könnte normal ernährt werden. Es gibt also keine Fatalität.
Die Folge der industriellen, technologischen, elektronischen Revolution hat die Produktionskräfte der Menschheit unglaublich gesteigert. Heute ist der objektive Mangel besiegt und die Fatalität eliminiert. Ein Kind, das heute am Hunger stirbt, wird ermordet.

weiter…
locale Kopie
Das unsere Witschafts und Handelstruktur zu Hunger und Tod führt ist eigentlich nichts Neues und erinnert uns daran, dass wir schon aus moralischen Gründen das jetzige System überwinden müssen. Der unstillbarer Hunger nach Ressourcen, dass ein System, dass darauf basiert, möglicht viele Rohstoffe zu Müll und Dreck zu verarbeiten, also zu ver-brauchen, wird uns ganz sachliche Gründe aufzwingen, es zu verändern.

Die dazu passende Diagnose der “Erkrankung”

John Perkins: Confessions of an economic Hitman

Imperien werden, so Perkins, heute nicht mehr mit Besatzungsarmeen realisiert, sondern mit Wirtschaftspolitik. Über Verschuldung lassen sich fremde Staaten wesentlich effektiver beherrschen als mit den klassischen Methoden des alten Imperialismus. Die Aufgabe der Hitman in diesem Zusammenhang ist es, die Führer der Staaten dazu zu zwingen, ihre Länder im Rahmen von Großprojekten wie Flughäfen ,Großkraftwerke oder anderen Projekten zu verschulden.

John Perkins war einer dieser Hitmen und hat seine Erlebnisse in einem Buch veröffentlicht. (Besprechung) In einem Vortrag legt er die Kernaussagen seines Buchs dar und schildert, wie die Koloniserung im Zeitalter von IWF und Weltbank vor sich geht. An andrer Stelle hatte ich schon mal auf Stiglitz hingewiesen, der beim IWF rausflog, als er begann Fragen zu stellen. Es geht darum, die Herrschaft der großen Unternehmen, die nach Ansicht Perkins die Politik bestimmen, zu zementieren.

Dies ist der erste Teil eines Vortrags, den Perkins 2006 vor der VFP National Convention gehalten hat. Den Rest gibt es unter http://video.google.com (unter related die weiteren Teile aussuchen).

Sehr sehenswerter Vortrag.

Geißler in der TAZ

Heiner Geißler, Ex-CDU-Generalsekretär und ATTAC-Mitglied -ja sowas geht wirklich, denn manchmal kommt mit dem Alter auch die Weisheit- heute im Interview in der TAZ:

TAZ: Manche sehnen sich nach Friedrich Merz.

Wer heute in einem Buch mehr Kapitalismus fordert, der hat sich aus einer ernsthaften Debatte abgemeldet.

TAZ: Das Buch ist ein Bestseller.

Mag sein. Die Berühmtheit manches Zeitgenossen hängt oft mit der Dummheit seiner Bewunderer zusammen.

So ist wohl.

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/cdu-muss-kapitalismus-bekaempfen/

Don’t cry for me Argentina…

Eigentlich war es ja Evita, die auf dem Balkon steht,  öffentlich Reue zeigt und damit die Massen  zu Tänen rührt. Mir fiel auf, dass die Argentinische Regierung wegen akuter Geldnot kürzlich die privaten Pensionfonds verstaatlicht hat. Eine Aktion wie diese passt zum wirtschaftlichen Auf und Ab einen Landes, deren Bewohner immer wieder mal alles verloren haben, weil das Geld aus ging oder auszugehen drohte. Und auch dieses mal ist es wahrscheinlich der Grund für die Enteignung, denn dem Staat fehlt  das Geld für den Schuldendienst. Wenn alles nichts nützt könnte es schnell wieder düster aussehen. Es könnte dann wieder an der Zeit sein, auf den Balkon hinaus zu gehen und um Verzeihung zu bitten.

Don’t cry for me Argentina

(Evita:)
It won’t be easy, you’ll think it strange
When I try to explain how I feel
that I still need your love after all that I’ve done

You won’t believe me
All you will see is a girl you once knew
Although she’s dressed up to the nines
At sixes and sevens with you

I had to let it happen, I had to change
Couldn’t stay all my life down at heel
Looking out of the window, staying out of the sun

So I chose freedom
Running around, trying everything new
But nothing impressed me at all
I never expected it to

Chorus:

Don’t cry for me Argentina
The truth is I never left you
All through my wild days
My mad existence
I kept my promise
Don’t keep your distance

And as for fortune, and as for fame
I never invited them in
Though it seemed to the world they were all I desired

They are illusions
They are not the solutions they promised to be
The answer was here all the time
I love you and hope you love me

Don’t cry for me Argentina

(chorus)

Have I said too much?
There’s nothing more I can think of to say to you.
But all you have to do is look at me to know
That every word is true

Eigentlich passiert hier ja etwas Ähnliches: Die Spitzen aus Finanzwelt und Industrie geben sich beim Steuerzahler die Klinke in die Hand, beaduern aufrichtig, geloben Besserung und wollen Geld. Bislang , so scheint es, klappt der kurze Ausflug Richtung Canossa in der Regel. Was danach mit dem Geld geschieht sieht man an den saftigen Boni für das Management (zumindest sind in den Staaten so etwa 70 der 700 Milliaden in  Ausschüttungen für Angestellte gegangen). Der Rest befeuert den immer noch wachsendem Handel mit Derivaten.

Don't cry for me Argentina…

Eigentlich war es ja Evita, die auf dem Balkon steht,  öffentlich Reue zeigt und damit die Massen  zu Tänen rührt. Mir fiel auf, dass die Argentinische Regierung wegen akuter Geldnot kürzlich die privaten Pensionfonds verstaatlicht hat. Eine Aktion wie diese passt zum wirtschaftlichen Auf und Ab einen Landes, deren Bewohner immer wieder mal alles verloren haben, weil das Geld aus ging oder auszugehen drohte. Und auch dieses mal ist es wahrscheinlich der Grund für die Enteignung, denn dem Staat fehlt  das Geld für den Schuldendienst. Wenn alles nichts nützt könnte es schnell wieder düster aussehen. Es könnte dann wieder an der Zeit sein, auf den Balkon hinaus zu gehen und um Verzeihung zu bitten.

Don’t cry for me Argentina

(Evita:)
It won’t be easy, you’ll think it strange
When I try to explain how I feel
that I still need your love after all that I’ve done

You won’t believe me
All you will see is a girl you once knew
Although she’s dressed up to the nines
At sixes and sevens with you

I had to let it happen, I had to change
Couldn’t stay all my life down at heel
Looking out of the window, staying out of the sun

So I chose freedom
Running around, trying everything new
But nothing impressed me at all
I never expected it to

Chorus:

Don’t cry for me Argentina
The truth is I never left you
All through my wild days
My mad existence
I kept my promise
Don’t keep your distance

And as for fortune, and as for fame
I never invited them in
Though it seemed to the world they were all I desired

They are illusions
They are not the solutions they promised to be
The answer was here all the time
I love you and hope you love me

Don’t cry for me Argentina

(chorus)

Have I said too much?
There’s nothing more I can think of to say to you.
But all you have to do is look at me to know
That every word is true

Eigentlich passiert hier ja etwas Ähnliches: Die Spitzen aus Finanzwelt und Industrie geben sich beim Steuerzahler die Klinke in die Hand, beaduern aufrichtig, geloben Besserung und wollen Geld. Bislang , so scheint es, klappt der kurze Ausflug Richtung Canossa in der Regel. Was danach mit dem Geld geschieht sieht man an den saftigen Boni für das Management (zumindest sind in den Staaten so etwa 70 der 700 Milliaden in  Ausschüttungen für Angestellte gegangen). Der Rest befeuert den immer noch wachsendem Handel mit Derivaten.