Nächster Akt

Na endlich! Wie neulich schon vorhergesagt haben wir mal wieder einen Al-Khaida Führer umgebracht -diesmal im Jemen.

Offensive gegen Islamisten

Die Regierungstruppen hatten im vergangenen August eine Militäroffensive begonnen, um die Rebellen zu entwaffnen, denen sie Kontakte zum Iran nachsagt. Aufgeschreckt durch internationale Kritik an ihrer wenig erfolgreichen Strategie im Kampf gegen Al- Kaida verstärkt die jemenitische Regierung zudem ihre Razzien gegen militante Islamisten.

Die staatliche Nachrichtenagentur Saba meldete, die Polizei habe während einer nächtlichen Razzia in der südöstlichen Provinz Schabwa den Kommandeur einer lokalen Zelle des Terrornetzwerks, Abdullah al-Mehdar, getötet. Die Beamten hätten erst das Haus von Al-Mehdar im Majfaah-Bezirk umstellt. Anschließend kam es zu einem Gefecht, bei dem nach jemenitischen Medienberichten vier Menschen verletzt und vier Verdächtige festgenommen wurden.

Sieh einer an -bei den Rebellen handelt es sich um Al-Khaida Terroristen die zu allem Überfluss auch noch Kontakt zum Iran haben sollen. Wusste ich’s doch: Iran gehört zur Achse des Bösen und sie ünterstützen Al-Khaida. Schlimm genug, dass sie schon so gut wie Atombomben haben,  so wie es jetzt aussieht wird dann auch wohl bald auch Al-Khaida über Atombomben verfügen. Oh Gott oh Gott!

Unterdessen wird der Plot um den Doppelagenten, der sich neulich mit einigen CIA in die Luft sprengte noch um einige Facetten reicher . Da es ja nicht sein kann, dass die cleveren Jungs von der CIA auf einen 08/15 Doppelagenten reinfallen wird noch rasch noch seine Legende erweitert und man vermutet mittlerweile,  dass er auch an den Anschlägen von Madrid beteiligt war.

Er war also wahrscheinlich kein normaler Doppelagent, sondern schon eher so einer aus der super-duper-doppelnull-Kategorie. Beeindruckend.

Wenn ich bedenke, was uns dieser ganze Propagandamüll und die Folgen, die er hat, uns materiellund immateriell kostet, weil so viele Leute die ganzen Räuberpistolen ernst nehmen, könnte ich  kotzen.

Web 2.0,84

Nicht das mich das jetzt übermäßig überrascht hätte…
Ihr Beitrag:

“Marktkonforme”Arbeitnehmer.
Nur mal so als Gedanke: könnte es sein, das die Löhne zu niedrig sind? Und könnte es -auch nur mal so als Gedanke – vielleicht sein, dass es bei dem was dem DIW (aka. Industrie- Arbeitgeberverband) so unter dem Bergriff Arbeit vorschwebt, gar nicht um Einkommen zum Auskommen geht, sondern hauptsächlich um Disziplinierung -oder woher die Empörung, wenn sich der Arbeitnehmer  “marktgerecht” verhält.Ich verstehe das gar nicht. Da reden immer alle vom Markt, aber anscheinend gilt das nicht für Arbeitnehmer, oder liegt das Problem darin, dass eine Erhöhung der HartzIV-Sätze de facto eine Erhöhung des Mindestlohns, der bei uns durch den schamhaften Abstand zu HartzIV definiert ist, bedeuten würde??

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Rette deine Freiheit

Ein schöner Spot, der ganz gelassen den Hype um die Stoppschilder von der Laien’s  zerlegt.

Die Truppe um Zensursula kann gar nicht genug Gegenwind bekommen.

Zensursula – We told you so…

Ihren Namen Zensursula  hat die von der Leyen ja nicht umsonst und mittlerweile hat sie sich ja anscheinend sogar an diesen Namen gewöhnt. Die Aussichten, dass sie auch weiterhin diesen Namen verdient sind wirklich gut, hat sie doch im Interview konkretisiert, worum es bei der ganzen Sache geht.

abendblatt.de: Sie argumentieren, Grundregeln unserer Gesellschaft müssten online wie offline gelten. Warum sperren Sie dann nicht auch Internetseiten, die Nazipropaganda verbreiten oder Gewalt gegen Frauen verherrlichen?

Von der Leyen: Mir geht es jetzt um den Kampf gegen die ungehinderte Verbreitung von Bildern vergewaltigter Kinder. Der Straftatbestand Kinderpornografie ist klar abgrenzbar.20Doch wir werden weiter Diskussionen führen, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten. Sonst droht das großartige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann. Wo die Würde eines anderen verletzt wird, endet die eigene Freiheit. Welche Schritte für den Schutz dieser Grenzen notwendig sind, ist Teil einer unverzichtbaren Debatte, um die die Gesellschaft nicht herumkommt.

Das entspricht ziemlich genau dem, was die Gegner des unsäglichen Gesetzes gegen Kipo im Internet immer prophezeit haben. Der angebliche Kampf gegen Kipo ist nur der Fuß in der Tür und war dies auch von Anfang an. Das Trojanische Pferd ist von unseren Abgeordneten feierlich in die Festung Demokratie gezogen worden. Jetzt können die Häscher ausschwärmen und das Gemetzel kann beginnen.

Was dann nicht der Überwachungsbehörde für politisch korrekte -will sagen regierungsunkritische- Inhalte zum Opfer fällt erledigt dann die Contentmafia, indem sie Zitierungen wie die obige kostenpflichtig macht oder mit Strafen belegt, weil es geistiges Eigentum verletzt.

Die Politik sehnt sich offenbar zurück in die seligen Zeiten medialer Idylle, wie sie vielleicht Mitte der sechziger Jahre noch Bestand hatte. Die Parteien hatten die Medien im Griff, die Feindbilder sind klar, die Medienkonsumenten im Großen und Ganzen auf Linie. Darüberhinaus sind die Menschen damit beschäftigt, ihren Wohlstand in einem noch weitgehend funktionierenden Kapitalismus  zu mehren.

Für die Politiker war es idealer Zustand, als es nur die Einbahnstrassenmedien Rundfunk und  Zeitung gab. Hier konnten die Verleger ungehindert und -von dem ein oder anderen abgesehen-  auch unkommentiert unters Volk bringen und so bestimmen, was der Bürger zu glauben und zu denken habe.  Mit dem Aufkommen des Internets war es um das Monopol geschehen. Die Bürger entdeckten und entdecken  das Medium Internet und stellen fest, dass dies ein Medium ist, wo niemand zensiert und jeder im Prinzip die Möglichkeit hat seine Sicht auf die Dinge zu publizieren, ohne dass ein Chefredakteur redigiert oder jemand  die Rücksichtnahme auf Anzeigenkunden einfordert. Die, die sich aktiv beteiligen stellen fest, dass die “offiziöse” Sicht nicht immer der Wahrheit entspricht und dass immer wieder mal wesentliche Dinge verschwiegen werden, weil sie nicht in die inoffizielle Staatsräson passen, die im Wesentlichen darin besteht, in jedem Fall größer Veränderungen im bestehenden Machtgefüge zu verhindern. Genau dies ist aber die Bedrohung, die von einem feien Internet für das Establishment ausgeht.

Bis dahin hatte die symbiotische Beziehung zwischen Medien und Politik prima funktioniert. Man ist vernetzt  kümmert sich umeinander und versucht, sich dabei nicht weh zu tun. Das Internet bedroht diese Symbiose. Blogger stellen ihre Sicht der Dinge dar und entlarven immer wieder die kleinen und großen Lügen, die zum Systemerhalt verbreitet werden. Während sich die klassischen Medien vielfach nur noch darauf beschränken, Agenturmeldungen umzuschreiben oder Presseverlautbarungen abzudrucken, stellen sie in Frage und sammeln Hintergrundinfos. Wichtig sind dabei zwei Dinge: die Bürger stellen fest, dass sie nicht so ahnungslos bleiben wie wie es sich vielleicht der ein oder andere Politiker wünscht , zum Zweiten , dass sie nicht allein sind mit ihrer Ansicht und viel die selben Fragen stellen. Wenn man sich vor Augen führt, was es bedeutet, wenn 140.000 Bürger eine Petition unterschreiben und damit einen Rekord aufstellen, dann ahnt man, was möglich sein könnte, wenn diese Kultur weiter wächst und wie hoch der Druck werden könnte, denn sie auf die Politik auszuüben in der Lage ist.

Es gibt das geflügelte Wort, wonach keine Partei gegen die Medien regieren kann. Vielleicht wird es eines Tages soweit sein, dass niemand gegen die Webcommunity regieren kann. Aber schon läuten bei Politikern und den klassischen Medien die Alarmglocken. Es darf nicht sein, dass sich eine derartig basisidemokratische Kultur herausbildet. Politiker sehen ihre Pfründe gefährdet und die klassischen Medien stellen fest, dass ihr Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert, weil eine Community ihr fortlaufend den Spiegel vorhält und Informationen gratis anbietet und das oft in besserer Qualität. Die Stärke der “alternativen” Medien liegt in ihrer Vernetzung. Die Qualität entsteht durch die hohe Zahl der Beteiligten, die es dem Leser ermöglicht, sich aus verschieden Blickwinkeln heraus ein Bild zu machen. Natürlich sehen hier die klassischen Medien ihre Fälle davonschwimmen und es wurmt sie, wenn sie von  Bloggern so vorgeführt werden, wie z.B. Thomas Roth bei seinem zusammengestückelten Putininterview.

So überrascht es nicht, dass sich hier Politik und Medien zusammenfinden und fröhlich gegen das freie Internet stänkern und so haarsträubende Thesen wie die vom “rechtsfreien Raum Internet” herausposaunen. Hat mal einer von den Herrschaften einen Onlineshop betreten und einen Blick in den AGB-Text   geworfen? Wenn ja, dann wüssten sie was für ein Käse diese Behauptung ist. Es soll sogar Anwälte jenseits der Abmahnmafia geben, die sich auf das Internetrecht spezialisiert haben und davon leben.

Unmittelbar nach der Verabschiedung des Gesetzentwurfs zu den Internetsperren hatten verschieden Verbände Begehrlichkeiten geäußert. Die einen wollen Onlinespiele, die anderen Tauschbörsen verbieten.

Als das Web Ende des letzten Jahrtausends seinen Durchbruch auf dem Massenmarkt erlebte herrschte bei den Unternehmen Goldgräberstimmung und jede Internetbude war plötzlich Millionen wert, ganz unabhängig davon, ob sie einen Businessplan hatte oder nicht. Hauptsache Internet und Online -der Rest war egal. Bekanntlich holte das Platzen der Dotcom-Blase die Unternehmen in die Realität zurück. Zeitungen, die ihre Onlineartikel verkaufen wollten stellten fest, dass ihre Leser bestenfalls für ihre papierene Variante Geld auszugeben bereit waren. Auch andere Lebensgewohnheiten änderten sich nicht in dem Maße, wie man es sich in der Euphorie ausgemalt hatte. Die Leute gehen nach wie vor selber in den Supermarkt und lassen nicht etwa ihren Kühlschrank die Bestellung machen; auch fahren sie nach wie vor ins Büro und arbeiten nicht von zu Hause aus.

Neben dieser kommerziellen Enttäuschung mussten sie darüber hinaus zur Kenttnis nehmen, dass die Bürger anfangen, selbst zu entscheiden, wie sie die Möglichkeiten des WWW nutzen. Auch hier war die Industrie schnell  zur Stelle und das neue Buzzword wurde WEB 2.0, Das Web zum Mitmachen. Aber neben den mittlerweile größtenteils kommerzialisierten “sozialen Netzwerken” entstand auch eine etwas anderes: Eine Reihe von Blogs, die sich kritisch mit der politischen Realität auseinandersetzen.

Unsere Demokratie ist ja in vielerlei Hinsicht von eher theoretischer Natur. Die Wahrnehmung vieler Rechte ist an die Bedingung gebunden über die nötigen Mittel zu verfügen. Im Falle der freien Meinungsäußerung macht es einen Unterschied, ob ich Handzettel verteile, Plakate aufhänge, der ob ich über die technischen Möglichkeiten verfüge, theoretisch Millionen von Menschen zu erreichen, wenn mir ein weltweites Medium zur Verfügung steht.

Es scheint unseren Politikern, die sich der Mehrheit nach, was ihr Verständnis der Internets angeht,  auf dem Level der vielzitierten Internetausdrucker befindet erst langsam aufzugehen, dass sie aus ihrer Sicht hier die Büchse der Pandorra  geöffnet haben. Gibt man der Masse ein Massenmedium an die Hand muss man damit rechnen, dass sich die Masse auch zu Wort meldet. Dass  aber soll den Bürgern bitteschön eigentlich nur alle vier Jahre gestattet sein, indem sie einen Zettel abgeben. Den Rest regeln dann die Parteien und Verbände unter sich. Die Aufgabe des Bürgers ist vornehmlich zu zahlen uns sonst das Maul zu halten.

Von der Leyen und Konsorten wollen offenbar den Bürgern das Medium wieder aus der Hand reißen. An hehren Zielen wird es dabei nicht mangeln, schließlich bekommen die PR-Agenturen genug Geld, um sich hübsche Kampagnen auszudenken. Was hier als “Regulierung” des rechtsfreien Raums Internet daherkommen wird ist im Grunde nichts anderes als Zensur. Man kann sich ausmalen was dabei herauskommt, wenn Leute wie von der Leyen, denen jedes Verständnis der Materie abgeht, anfangen, die Meinungsfreiheit im Netzt auf ein Ihnen erträgliches Maß eindampfen werden.

Es ist davon auszugehen, dass Tatbestände wie die Verletzung des Urheberrechts, Beleidigung, üble Nachrede und andere soweit modifiziert werden, dass sie die Möglichkeit bieten, missliebige Inhalte jederzeit per Verfügung aus dem Netzt zu nehmen. Welcher Blogger wird nach der dritten Klage noch über die finanziellen Mittel verfügen, seine Meinung im Netzt kund zu tun?

Wie absurd eine strafrechtliche Bewehrung von “Wahrheiten” ist zeigt der Umgang mit dem Holocaust. Jeder der zu viele Fragen stellt läuft Gefahr, der Volksverhetzung angeklagt zu werden. Also fragt man  besser nicht öffentlich.  Das hilft aber weder der Wahrheit noch der Demokratie.

Es sieht so aus, als wiederhole sich die Geschichte aus den Dreissigern,  als man auch glaubte, Freiheit sei bei der Überwindung der Wirtschaftskrise eher hinderlich und nur ein starkes Regime könne die notwendigen “harten Einschnitte” machen,  die erforderlich seien, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Es ist wie damals: die Finanzmärkte fuhren die Realwirtschaft vor die Wand,  Arbeitgeberverbände forderten niedrige Löhne,  der Staat versuchte zu sparen,  was der Wirtschaft den Rest gab. Da konnte dann nur der starke Mann helfen. Wohin das führte wissen alle.

Fischen im Trüben

Das die von der Leyen bei der Diskussion um ihre Internetsperren gerne mit gefaketen oder frei erfundenen Behauptungen arbeitet sollte mittlerweile bekannt sein. Das ficht sie allerdings nicht an, sondern sie ersetzt einfach eine als Lüge entlarvte Behauptung mit der nächsten. Überhaupt scheint ein elastisches Verhältnis zur Wahrheit in der CDU sehr karrierefördernd zu sein, zumindest schadet es offenbar weder einem Ministerpräsidenten, noch einer Ministerin, nachweislich gelogen zu haben -im Gegenteil: sie werden wohl beide wiedergewählt.

Der Spiegelfechter hat mal genau recherchiert, woher unsere Ursula ihre Weißheiten bekommt und wer dahinter steckt. Ein sehr interessanter Artikel, der jeder etablierten Zeitung gut zu Gesicht gestanden hätte -aber die haben keine Zeit für sowas, denn Recherche kostet einfach zuviel Zeit und Geld und wozu auch selber aktiv werden, wenn man ebenso gut die Presseerklärungen des Ministeriums abschreiben kann.

Der Geschichte um die Stoppschilder der von der Leyen sind ein gutes Beispiel für das fast vollständige Versagen der Konzernmedien. Eigentlich hätte man erwarten müssen, dass nicht nur der Unsinn des Entwurfs, sondern auch die ganzen Lügen drumherum publik werden und das ganze zum Scheitern bringen. Das Gegenteil  war der Fall. Welt, Spiegel, FAZ und wie sie alle heißen druckten bereitwillig jede PR des Ministeriums unüberprüft ab. Der Spiegelfechterartikel zeigt aber, wie guter Journalismus eigentlich funktioniert.

Nur wie erfahren die Leser der etablierten Medien, dass man ihnen wichtige Details vorenthält?  Weist man jemanden darauf hin, das der Spiegel, Die Welt oder wer auch immer,  mal wieder ein paar Details vergessen haben zu erwähnen, erntet man allzu oft nur ungläubiges Stirnrunzeln, weil doch sein kann, dass als “seriös” angesehene Medien tendenziös berichten oder gar plump verfälschen. Die “kognitive Dissonanz” muss offenbar bei jedem Einzelnen erst die Schwelle zum Zweifel überschreiten, bevor der Verstand wieder anfängt zu arbeiten. Ungemein hilfreich dabei: Nicht ständig  mit Medienblabla zugemüllt zu werden. Das ausgeschaltete Radio oder der abgeschaffte Fernseher bewirken da manchmal schon wahre Wunder, denn die sind es, die das Gehirn pausenlos mit neuem Kleister versorgen, den es braucht, um den Wahnsinn für normal zu halten.

Von China lernen ….

Jetzt ist es also amtlich: was China kann können wir auch. Wir eifern dem Land der Mitte nicht nur in puncto “Exportweltmeister” nach, indem wir die Löhne unten halten, und die Mobilität der Beschäftigten steigern. Zwar haben wir noch nicht so viel ausdrückliche Wanderarbeiter, aber was nicht ist kann ja noch werden. Mit Zeitarbeit und HartzIV sind wir ja auf dem besten Weg, eine breite Masse an willigen Sklaven zu produzieren, die keine Wahl haben.

Seit gestern dürfen wir behaupten, auch in puncto Zensur deutlich aufgeholt zu haben. Mit der “Lex von der Laien” wurde der Dammbruch geschafft. Zu ersten Mal wird nun per Gesetz die Trennung von Exekutive und Judikative aufgehoben: Das BKA entscheidet darüber, welche Internetseiten auf den Sperrindex kommen und welche nicht. Der Bürger kann sich nicht von der Berechtigung der Sperrung überzeugen, ohne sich strafbar zu machen. Es erfolgt kein richterlicher Beschluss, sondern bleibt dem Ermessen der Exekutivbehörde überlassen, ob eine Seite als sperrwürdig eingestuft wird. Damit ist das Treiben des BKA jedweder Kontrolle entzogen und der Rechtsstaat endet an dieser Stelle.

In anderen Staaten nennt man so etwas Zensur und unsere ach so kritischen Medien regen sich auch gerne darüber auf, zumindest wenn es sich um China (Olympische Spiele) oder wie aktuell um den Iran  handelt. Hier offenbart sich die ganze scheinheilige Verlogenheit eines großen Teils unserer Medienlandschaft, die so gerne den Splitter im Auge de Anderen sieht, den Balken im eigenen aber beflissentlich ignoriert. Dieses Gesetz ist eine Zäsur, aber kein “Brennpunkt” und keine Sondersendung zum  Thema. Warum nicht?

Das Wallstreet Journal nennt Deutschland in Bezug auf die Überwachung des Internets in einem Atemzug mit dem Iran und China. Was soll man dazu sagen?

Danke liebe Bundesregierung. Wenn es noch eines Beweises der Inkompetenz und Missachtung von Grundrechten bedurfte habt ihr ihn mittlerweeile eindrucksvoll erbracht. Tauss hat von dem Versuch gesprochen, das Internet zum “bürgerrechtsfreien Raum zu machen”. Das trifft es auf den Kopf.

Zwei Hoffnungen gibt es aber noch: Vielleicht kippt das Verfassungsgericht den Blödsinn, weil er gegen die Verfassung verstößt. Die andere Hoffnung ist, das immer mehr Menschen begreifen, wie und für wen in diesem Land Politik gemacht wird:

Vielen Dank Ursula v.d. Leyen (ernst gemeint)!

Liebe Ursula v.d. Leyen, liebe Bundesregierung,

der heutige Tag war zwar ziemlich frustrierend: Das Gesetz, gegen das wir – die vielbeschworene Community – so intensiv gekämpft haben, ist erst mal beschlossen!

Aber das ist ein guter Zeitpunkt für eine Zäsur:

Wenn ich so die letzten Wochen zurückblicke bin ich Ihnen eigentlich sehr dankbar. Während Sie in dieser Zeit anscheinend nichts dazugelernt haben, haben diese Wochen meine Sicht auf viele Dinge dramatisch geändert:

Ich bin jetzt 42 Jahre alt, verheiratet und habe 2 Söhne (9 und 11 Jahre). Beruflich bin ich selbstständig und habe vor 5 Jahren eine Firma gegründet, die mittlerweile 5 Festangestellte hat. Politisch war ich bis jetzt nicht sonderlich aktiv, bin aber immer zur Wahl gegangen und habe die CDU gewählt. Dies “zuzugeben” ist mir jetzt schon fast irgendwie peinlich – das hab ich auch erst in den letzten Wochen “gelernt”.

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Das Unbehagen findet sich auch in “etablierten”  Medien wie im Handelsblatt, das als eine der wenigen immer kritisch berichtet hat.

Der Abgeordnete Tauss, einer von 3 Aufrechten in der SPD, die den Mut hatten, dagegen zu stimmen bringt es auf den Punkt:

Internetzensur wirkt schon im Voraus

Das ist doch mal ein Erfolg: Irgendwie müssen die Leute von der Kipo schon geahnt haben, das schwere Zeiten auf sie zukommen, denn der Massenmarkt  der organisierten Kinderpornographie ist auf 123 Fälle zurückgegegangen. Unklar ist, ob wir es damit immer noch mit eienm Massemarkt zu tun haben wie in 2007, als es 347 Fälle gab.

Wenn aber 347 Fälle bei knapp 40 Millionen Internetnutzern in Deutschland schon einen Massenmarkt darstellten werden bestimmt weiterhin Milliarden umgesetzt…

Die Verbreitung in bandenmäßigen Strukturen (der angebliche kommerzielle Markt?) hat sich im Jahr 2008 wieder auf auf 123 Fälle reduziert (von 347 im Jahr 2007 und 124 Fällen im Jahr 2006. [1]

Vielleicht fehlen aber auch nur mal wieder gesicherte Erkenntnissen und die BR hat sich die Angaben wieder aus den Fingern gesogen, wie aus der Antwort auf die Anfrage der FTP zu ersehen ist, in der offensichtlich wird, dass all die tollen Erfahrungen und Erkenntnissen auf dessen Basis dieser dumme Entwurf gemacht wurde frei erfunden sind “Es liegen keine gesicherten Erkenntnisse…..”

Zapp zur Zensursular

Guter Beitrag, der im Gegensatz zu vielen anderen Beiträgen der Medien erklärt, worum es geht und sich nicht darin erschöpft die Demarkationslinien der verschiedenen Seiten abzulaufen und deren Propaganda zu wiederholen.

zapp_zensur.flv