Aber man kann sich nicht um alles kümmern. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die im Umgang mit “innovativen Finanzprodukten” geübten HSH-Banker über Wasser bleiben. Wer braucht schon Bildung, wenn es Banken hat. Es gibt nun mal Zeiten, in denen sich die Wirtschaft auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren muss.
Wir müssen alle Opfer bringen; Tina; tabuloses Sparen und ach ja die Sache mit dem Verhältnissen über denen alle gelebt haben, insbesondere die fröhlichen Studenten in Lübeck.
Die Bürger können nur hilflos zusehen, wie die Regierungen ihre Steuergelder dem Großkapital in den Arsch blasen und nun gerade dabei sind, den Volkswirtschaften mit selbstmörderischen Sparprogrammen den Rest zu geben. Während die professionellen Glaskugelstreichler aus den sogenannten Wirtschaftsinstituten seit Monaten den Silbertstreif am Horizont wienern, steigen weiterhin die Kosten, die der Staat als Reparaturbetrieb des Kapitalismus -andere Aufgaben hat er eigentlich nicht- aufbringen muss.
Nach zunächst 480 Milliarden zur Rettung der Banken man bei 750 Milliarden zur Rettung “unseres Euros” angekommen und Buiter, Chefökonom der Citybank, glaubt, dass die Summe nur für ein Jahr reicht. Ob es schlimm kommt ist fraglich, sicher hingegen ist, dass die Politik -trotz allen Gefasels vom Primat- gar nichts unternimmt, um den Wahnsinn zu beenden. Selbst das Verbot von Leerverkäufen besteht aus so vielen Ausnahmen, dass sich im Grunde gar nicht ändert. Der Beitrag fasst die Geschichte kurz und knapp zusammen.
Sie rettet weiterhin schlecht investierte Gläubiger vor dem Fallieren, die im Wissen um ihre Unantastbarkeit, daraufhin ihre Einsätze erhöhen, was die Kosten für ihre Rettung in die Höhe treibt und ihnen astronomische Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit einbringt. Wie bescheuert muss man sein, um ein solches System für rettungswürdig zu halten????
Bei den recht zügig gescheiterten Koalitionsverhandlungen zwischen den roten und den gar nicht mehr roten Genossen gab es weder Tote noch Verletzte. Wahrscheinlich reines Glück, vielleicht sogar enttäuschend. Auf jeden Fall möchten unsere Sicherheitsbehörden da kein Risiko eingehen:
Obwohl sich die Linkspartei nicht besonders militant zeigt, behält der Verfassungsschutz sie im Visier.
Einstweilen hat die Partei jetzt wieder mehr Zeit, in Hamburg Autos anzuzünden und mich würde es gar nicht wundern, wenn sie auch bei der gesunkenen Bohrinsel vor Mexiko ihre Finger im Spiel haben -denn schließlich ist das was die Ölindustrie so treibt eh der reine Imperialismus.
Vielleicht sollten Die Linke mal bei Josef Fischer (früher Taxifahrer und Außenminister -heute Berater bei BMW) nachfragen, wieweit es vom Pflasterstein bis zum Dienstwagen ist und wie das mit dem “regierungsfähig” so geht.
Dem ZDF ist offenbar unwohl dabei, falls der Wahrheitsgehalt im Programm homöopathische Dosen überschreitet. Nachdem man kritische Magazine schon auf kleine Happen zusammen kürzte und nicht mainstreamfähige Dokumentationen ins Nachtprogramm verschob, kommt jetzt die Satire dran.
Schramm wird die “Anstalt” verlassen -offiziell, weil ihm die Bühne näher ist und für den folgenden Beitrag mit einem allzu offenherzigen Pharmalobbyisten gab es eine Beschwerde von oben. Verständlich, denn er entlarvt nicht nur den Lobbyisten, sondern ebenso dass ZDF und seine Berichterstattung.
Nach offizieller Lesart sind wir ja ein Rohstoff armes Land und wenn wir eine Zukunft haben wollen, müssen wir die Bildung ganz oben an stellen. Wissen ist der wichtigste Rohstoff der Zukunft, so ist in jeder rührseligen Rede zu hören, die Sonntags, wenn Bildung mal wieder Chefsache ist, gehalten wird.
Soweit die Mär. In der Realität ist Koch aufgefallen, dass seine Wähler -weitgehend jenseits der 60- sich ohnehin nicht für Bildung und Kinderbetreuung interessieren, da der größte Teil von ihnen eh schon tot ist, bevor sich solcherlei Investitionen in die Zukunft eines Landes rentieren. Die Zeiten, als die Gesellschaft noch so etwas wie eine gemeinsame Zukunft vor Augen hatte sind nach all der Hetze, mit der man seit Jahren, die einzelnen Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufgewiegelt hat, endgültig passe. Es geht nur noch um das Sichern von Beständen -auch gegen Andere.
Dementsprechend dürfe es nach Koch keine Tabus geben und auch die Ausgaben für Bildung und Kinderbetreuung -in Deutschland ohnehin vergleichsweise niedrig – gehörten auf den Prüfstand, wenn sich das Land dem Sparwahn hinzugeben gedenkt. (Natürlich bleibt es auch bei Koch ebenso wie für die verkommene Bundesregierung weiterhin Tabu, Banken für ihre Fehlspekulationen bluten zu lassen.)
Es gab sicher Zeiten, in denen sich ein Politiker mit solchen Vorschlägen die Dauerkarte als Hinterbänkler gesichert hätte, doch in der aktuellen Lage bewirbt man sich so als Finanzminister.Die Idiokratie macht gute Fortschritte.
Nur konsequent, solchen Aussagen dann noch Nachdruck zu verleihen und -wie aktuell in Dresden gerade umgesetzt- die Grundreinigung in den Schulen zu streichen.
Michel kann sich wieder hinlegen. Es wird in Zukunft keine nervtötenden Debatten um Rettungsschirme und “Wir-stabilisierenden-jetzt-mal-eben-das Banken-, Finanz- oder Eurosystem (nicht zutreffendes bitte streichen) mehr geben, sondern in Zukunft wird die EU-Kommission unser Geld einfach direkt verpulvern, indem sie für in Not geratene Mitgliedsländer Kredite aufnimmt, damit die Investoren keine Angst um ihre Staatsanleihen haben müssen.
Also: Die Damen und Herren Märkte pumpen ein Land voll mit Krediten und schaffen damit neues Geld, das aus dem vollgepumpten Land sehr schnell als “Gewinn” aus Exportgeschäften auf die Konten der Damen und Herren Märkte fließt. Da das Geld nun den Märkten gehört, und nicht mehr den Schuldnern, können die Schuldner nicht tilgen. Ergo borgt sich die EU jetzt das Geld von den Damen und Herren Märkten und wirft es ihnen unmittelbar wieder in den Rachen, um die Altschulden des niederspekulierten Mitgliedsstaates zu begleichen und nimmt dafür alle 500 Millionen Europäer in Haftung, ohne dass die dazu auch nur Piep sagen dürfen.
Für unsere Parlamentarier ist das ein bisschen Schade, weil sie nun ein Thema weniger haben, mit dem sie ihre Wichtigkeit in Szene setzen setzen können und sich nach wichtigen, dramatischen Entscheidungen, wie dem erfolgreichen Verabschieden von milliardenschweren Rettungspaketen für Großinvestoren , gegenseitig zu ihrer “Handlungsfähigkeit” gratulieren können.
Eine beeindruckende Demonstration des Primats der Politik, die damit den Spekulanten ein beinhartes “Spekulation gegen den Euro lohnt sich immer” vor den Latz geknallt haben. Davon müssen sich die Finanzgauner erst einmal erholen! Endlich ist Ruhe; Die Weltmeisterschaft kann kommen und das Sommermärchen beginnen.
Also wenn ich Spekulant wäre würde ich ja zweigleisig fahren und einerseits hoch verzinste Staatsanleihen kaufen und gleichzeitig auf den Untergang des Landes wetten -aber so etwas würden die bestimmt nie machen…
“Deutschland wird zahlen sagte man in den zwanziger Jahren. Deutschland zahlt heute, Maastricht ist der Versailler Vertrag ohne Krieg.“
„Le Figaro“ die Dinge treffsicher auf den Punkt. Das Zitat wurde am 19. September 1992 in der Tageszeitung „Die Welt“ dickgedruckt auf der ersten Seite veröffentlicht.
Falls noch jemand Zweifall hatte, ob man die Finanzmarktakteure höher besteuern darf oder nicht: Nicht nur ihre Bäuche sind wohlgenährt, sondern selbst ihre Finger mittlerweile so fett, dass die Tastaturen ihre Computer schon zu klein werden und sie versehentlich Kursstürze auslösen. Wir sollten zu ihrer Sicherheit vielleicht doch eine Börsenumsatzsteuer einführen…
Böse Menschen halten ja gerne unsere Politiker für einen Haufen lächerlicher Versager, die gerne dem Geist aus der Flasche hinterherrennen, ohne eigentlichen zu wissen, wo die Flasche abgeblieben ist, geschweige denn wo sie eigentlich her kam.
Der NDR hat einmal den “stetigen Erkenntnisfortschritt” der Kanzlerin zum Thema Griechenlandhilfe nachvollzogen.